Soll der Audi-Boss rausgeworfen werden?

Der unsäglich dumme Auftritt von Audi-CEO Gernot Döllneran der Seite von US-Präsident Donald Trump sorgt nicht nur im Volkswagen-Konzern für heftige Kritik. Doch die eigentliche Brisanz liegt woanders: Döllner hat den milliardenschweren Plan für ein US-Werk im Bundesstaat Georgia öffentlich gemacht, bevor die entscheidenden Gremien zugestimmt haben. 

Die Kritik am Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner an der Seite von US-Präsident Donald Trump reißt nicht ab. Nach scharfer Kritik von Gewerkschaften und von Arbeitnehmerseite haben sich auch Politiker zu Wort gemeldet. U.a. kam auch die  Forderung nach einem Rücktritt Döllners. Die Ingolstädter hingegen verteidigen den absolut fragwürdigen Auftritt ihres Chefs, was sollten sie auch anderes sagen?

Richtig Druck macht  Daniela Cavallo, die Konzernbetriebsratsvorsitzende von Volkswagen. Döllner habe eineindeutig gegen das das „Booklet of Policies verstoßen. Dieses sieht für Mitarbeitende des Konzerns Neutralität im Umgang mit Parteien vor und verbieten ebenso eindeutig öffentlich wirksame Termine mit zur Wahl stehenden Parteien und Politikern. Der Audi-Vorstand habe sich darüber hinweggesetzt und sich von einer höchst zweifelhaften politischen Figur, „die gegen so ziemlich jeden unserer (VW-Konzern) Unternehmenswerte verstößt, zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen“. Ähnlich sieht es auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner. Sie bezeichnete den Auftritt als politisch inakzeptabel. Döllner habe eklatant die eigenen Unternehmensregeln verletzt.

Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, erklärte, Trump schade mit seiner Politik massiv der deutschen Industrie, auch der Automobilindustrie und insbesondere Audi. Radtke verwies in dem Zusammenhang auf die von Gernot Döllner klar gebrochene Einhaltung der Ethik- und Compliance-Regeln für Vorstand und Aufsichtsrat des VW-Konzerns. 

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf erklärte auf Instagram, Döllner belohne „die Zollpolitik von Donald Trump noch mit Wahlkampfhilfe und Werksneubau“ – während der VW-Konzern zugleich in Deutschland Stellen abbauen wolle. Bei Audi in Deutschland sollen bekanntlich 7.500 Beschäftigte auf die Stra0e gesetzt werden. Klüssendorf forderte für das skandalöse Verhalten des Audi-Chefs Konsequenzen. 

Auf t-online.de wird Linken-Chef Luigi Pantisano zitiert, Döllner müsse seinen Hut nehmen“. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD)  – das Land hält als Großaktionär 20 % der Stimmrechte am Audi-Mutterkonzern Volkswagen – sagte, die Entscheidung für ein Audi-Werk in den USA könne „strategisch richtig“ sein, eine Wahlkampfveranstaltung sei aber „nicht der richtige Ort“, eine solche Investition zu verkünden. 

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir sagte, der Audi-Chef habe sich für den Wahlkampf des US-Präsidenten einspannen lasse, was bei ihm  ein „erhebliches Störgefühl“ hinterlasse. In Baden-Württemberg liegt das Audi-Werk Neckarsulm, das als gefährdet gilt. „Wer viel Geld in Georgia investiert, muss auch sagen, wie es in Neckarsulm weitergehen kann“, so der Grünen-Politiker Özdemir. 

Aus Ingolstadt kam die Antwort, eine Delegation von Audi sei in Georgia gewesen, um die Gespräche und Verhandlungen über das geplante Werk weiter voranzubringen. Im Rahmen dieser Gespräche sei das Unternehmen gebeten worden, die Pläne gemeinsam mit dem US-Präsidenten vorzustellen. Die Entscheidung, dieser Einladung zu folgen, sei im Interesse des Unternehmens getroffen worden. Quelle: tagesschau.de / CM

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