Audi schlägt ein neues Kapitel seiner Unternehmensgeschichte auf: Erstmals plant Volkswagens Edelmarke ein eigenes Werk in den USA. Die Ingolstädter beabsichtigen, rund 4 Mrd. US-Dollar zu investieren und etwa 4.500 Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenzug werden in Deutschland nach Stand heute 7.500 Arbeitsplätze gestrichen. Audi-Chef Gernot Döllner (57) und Aufsichtsratschef Manfred Döss (68) sind in die Vereinigten Staaten gereist, um gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump (80) auf dessen Wahlkampfveranstaltung die Ankündigung zu feiern.
Auf seiner Wahlkampfveranstaltung versprach der unter Druck stehende US-Präsident Trump neue Arbeitsplätze. Trump: „Ich freue mich sehr, heute eine riesige Investition im Automobilbereich im großartigen Bundesstaat Georgia ankündigen zu dürfen. Audi wird 4,2 Mrd. US-Dollar investieren und noch im November mit dem Bau beginnen.“ Dann rief Trump den Audi-CEO auf die Wahlkampfbühne. Döllner dankte Trump für dessen Unterstützung unnd sprach von einer fantastischen Möglichkeit, zumal Audi an den amerikanischen Markt glaube.
Bisher exportiert Audi seine für die USA gedachten Modelle aus Europa bz. Mexiko. Dafür bezahlten die Ingolstädter seit Verkündung der US-Zölle rund 1,2 Mrd. Euro an Trumps Staatssäckel.


Audi meldet aktuell, dass der Baubeginn des Werks mit einer geplanten jährlichen Produktionskapazität von 200.000 Fahrzeugen für 2027 vorgesehen, der Produktionsstart für Anfang der 2030er Jahre. Mit Premium-SUVs Q7, Q8 und Q9, die gezielt für die Anforderungen nordamerikanischer Kunden entwickelt und vor Ort gefertigt werden, will Audi seine Position in einem der wichtigsten Premiummärkte der Welt grundlegend stärken. Die geplante Investition ist ein langfristiges Bekenntnis zu den Vereinigten Staaten und macht Nordamerika neben Europa und China zur dritten tragenden Säule des globalen Audi-Produktionsnetzwerks.
Wachstum in Amerika, für Amerika Als zweitgrößter Premiummarkt der Welt bieten die USA erhebliches Wachstumspotenzial für Audi. Eine lokale Produktion ist ein zentraler Baustein einer umfassenden Wachstumsstrategie, die gezielt auf Kundenbedürfnisse, ein überzeugendes Produktportfolio und ein wettbewerbsfähigeres Geschäftsmodell ausgerichtet ist. Tatsächlich geht es Audi mehr darum, die hohen US-Zölle zu reduzieren, indem die Audi-SUV vor Ort gefertigt werden.
Gernot Döllner, Vorsitzender des Vorstands der AUDI AG: „Wir wollen in den USA dauerhaft wachsen. Die Vereinigten Staaten sind einer der wichtigsten Premiummärkte der Welt, in dem wir unser Potenzial heute noch nicht voll ausschöpfen. Das wollen wir ändern – mit Premiumprodukten, einer stärkeren Marke und einer wettbewerbsfähigen lokalen Produktion. Für uns geht es darum, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken – eine eigene Fertigung ist der Schlüssel dazu.“
Erster US-Produktionsstandort für Audi. Mit Georgia setzt Audi auf einen Standort mit hervorragenden Voraussetzungen: Er verbindet ein gut erschließbares Areal und eine leistungsfähige Logistikinfrastruktur mit qualifizierten Fachkräften und einem etablierten Netzwerk von Automobilzulieferern. Die Middle Georgia Mega Site bietet zudem Flexibilität und Raum für mögliche künftige Erweiterungen. Bei Fertigstellung wird das Werk bereits auf mögliche zukünftige Produktionsanforderungen ausgerichtet sein. Der Fokus liegt dabei klar auf Effizienz, Flexibilität und der Fähigkeit, schnell und angemessen auf Kundenbedürfnisse und Marktnachfrage zu reagieren. „Ein Greenfield-Werk gibt uns die Chance, unsere Fertigung von Beginn an neu zu denken. Wir können hocheffiziente und flexible Strukturen schaffen, modernste Technologien integrieren und ein starkes lokales Lieferantennetzwerk aufbauen. Unser Anspruch ist, einen Maßstab für Premiumfertigung zu setzen, der das weltweite Produktionsnetzwerk von Audi stärkt“, betont Gerd Walker, Vorstand für Produktion und Logistik der AUDI AG.
Über die rund 4.500 geplanten Arbeitsplätze hinaus kann die Investition auch Zulieferern, Dienstleistern und Ausbildungspartnern in der Region zusätzliche Chancen bieten.
Brian P. Kemp, Gouverneur von Georgia: „Georgia hat sich einen Namen als Standort gemacht, an dem internationale Unternehmen die Zukunft ihrer Branchen gestalten. Die Entscheidung von Audi, hier sein erstes amerikanisches Werk zu errichten, ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg. Wir sind stolz, eine der bedeutendsten Automobilmarken der Welt in Georgia willkommen zu heißen. Gemeinsam haben wir die Chance, dauerhaften wirtschaftlichen Wohlstand zu schaffen, unseren Gemeinden neue Perspektiven zu eröffnen und die nächste Generation der amerikanischen Automobilproduktion mitzugestalten.“
Schon 2025 hate die Volkswagen-Tochter Audi angekündigt, in den kommenden Jahren Tausende von Stellen abzubauen. Wie der Ingolstädter Autobauer mitteilte, sollen bis 2029 an den deutschen Standorten bis zu 7.500 Stellen wegfallen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden, mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Plans, der darauf abzielt, Kosten zu senken. Nach Angaben von Audi soll der Plan mittelfristig Einsparungen in Höhe von 1 Mrd. Euro (1,1 Milliarden US-Dollar) ermöglichen. Quelle: Audi / CNN / CM