Die österreichische Bundesregierung hat sich im Grundsatz auf ein neues Bundesbahngesetz geeinigt. Damit ist – 23 Jahre nach der letzten Neuaufstellung – der Weg für eine ÖBB Reform frei. Die Strukturreform sieht vor, die ÖBB Holding in ihrer Rolle zu stärken. Dafür soll die Holding zukünftig neben CEO und CFO einen COO (Chief Operating Officer) erhalten. Das neue Vorstandsmitglied übernimmt die Aufgabe, den Prozess „Bahn-Produktion“ konzernal zu steuern.
Gleichzeitig sollen die Absatzgesellschaften, ÖBB Personenverkehr und ÖBB Rail Cargo, stärker auf den Markt ausgerichtet werden. Die sogenannte Doppelmütterstruktur wird aufgelöst. Die Reform soll ab 2027 umgesetzt werden. Organigramm der ÖBB, vereinfachte Darstellung, im Anhang.
ÖBB-CEO Andreas Matthä: „Für die ÖBB ist das ein Herbst mit einem guten Ergebnis. Mit der Reform können wir die ÖBB so aufstellen, dass wir schneller entscheiden, klarer Verantwortung übernehmen und unsere Leistungen noch besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausrichten. So sichern wir die Leistungsfähigkeit der Bahn und stärken ihre Rolle für die Mobilität der Zukunft.“
Dass die Anforderungen an die Bahn in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind, zeigen zwei Zahlen: Auf Österreichs Schienen fahren inzwischen 98 Eisenbahnverkehrsunternehmen. Vor zehn Jahren waren es noch 63. Und 2025 waren rund 350 Mio. Fahrgäste mit der Bahn unterwegs. 2016 waren es 240 Mio. Passagiere.
PR26 modernisiert die Bahnproduktion. Parallel zur gesetzlichen Strukturreform haben die ÖBB mit der Produktionsreform „PR26“, bereits die Neuaufstellung angefangen, voranzutreiben. Sie setzt dort an, wo Bahnqualität konkret entsteht: im Zusammenspiel von Fahrplankapazitäten, Fahrzeugen, Personal, Werkstätten, Disposition und Instandhaltung. Künftig wird stärker nach Verkehrssystemen wie Tagfernverkehr, Nachtfernverkehr oder Einzelwagenverkehr geplant und gesteuert. Der operative Start von PR26 ist für den 01. Juli 2027 geplant. Quelle: ÖBB / CM