Marriott International hat für einige Großkunden eine Überprüfung von Firmenrabattcodes (Corporate Codes) bei Online-Direktbuchungen über die Website von Marriott oder die Bonvoy-App eingeführt.
Laut Travel-Managern überprüfen einzelne Hotels nicht immer, ob Reisende, die einen Firmenrabattcode nutzen, tatsächlich bei dem betreffenden Unternehmen beschäftigt sind. Dies ermöglicht es versierten bzw. „schlauen“ Reisenden, Rabatte in Anspruch zu nehmen, auf die sie eigentlich keinen Anspruch haben.
„Hotels rechnen bereits damit, dass diese irgendwie Codes nach außen dringen“, schrieb der Reddit-Nutzer u/dannyinternet auf seiner Website „GoCostGo“. Die Seite gibt nicht nur Tipps zur Nutzung von Firmenrabattcodes, sondern pflegt auch eine aktuelle Datenbank mit Codes für verschiedene Hotelketten. „Eine vollständige Unterbindung der Nutzung würde mehr Personalaufwand, langsamere Check-in-Prozesse und mehr Reibungsverluste bedeuten“, heißt es dort.

Besonders anfällig für Missbrauch sind die dreistelligen Rabattcodes von Marriott, da sie leicht erraten werden können.
Der neue Verifizierungsprozess von Marriott – „Corporate Qualified Rate Validation“ (kurz: Corporate QRV) – verlangt von Nutzern, die einen Firmenrabattcode direkt auf der Marriott-Website oder über die Bonvoy-App anwenden möchten, die Eingabe ihrer geschäftlichen E-Mail-Adresse. Anschließend muss der Buchungsversuch per E-Mail bestätigt werden. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, ähnlich dem Verfahren, das man beispielsweise bei der Anmeldung für E-Mail- oder Bankkonten kennt.
Auf einer Seite im „Bonvoy“-Hilfe-Center von Marriott wird erläutert, dass die geschäftliche E-Mail-Adresse nicht zwingend mit der E-Mail-Adresse übereinstimmen muss, die für das Marriott-Bonvoy-Konto hinterlegt ist; für die Nutzung des „Corporate QRV“ (eines firmenbezogenen Verifizierungscodes) ist jedoch eine geschäftliche E-Mail-Adresse erforderlich. Zudem muss die Firmenzugehörigkeit nach der ersten Verifizierung nicht bei jeder Buchung erneut bestätigt werden.
Marriott bestätigte diesen Schritt gegenüber BTN. „Indem wir die Berechtigung vorab prüfen, möchten wir sicherstellen, dass Zimmer für unsere wichtigsten Firmenkunden, mit denen spezielle Raten vereinbart wurden, auch tatsächlich verfügbar bleiben“, erklärte ein Sprecher von Marriott.
„Ich bin ‚Lifetime Platinum‘-Mitglied und habe in den letzten 15 Jahren häufig Firmen-Codes genutzt“, schrieb ein Reddit-Nutzer in einem vor einer Woche veröffentlichten Beitrag. „Seit letzter Woche verlangt Marriott eine geschäftliche E-Mail-Adresse, an die ein Verifizierungscode gesendet wird. Damit dürfte der Spaß wohl vorbei sein.“
Wie im „Bonvoy“-Hilfe-Center angegeben, sind Reservierungen, die vor der Aktivierung des „Corporate QRV“ für ein Unternehmen getätigt wurden, von dieser Regelung nicht betroffen. Quellle: BTN / CM