Deutschland und Frankreich wollen weiterhin umwelt- und klimaschädliche Verbrennerautos auf ihren Straßen zulassen. Lange hatte sich Frankreichs Präsident Emanuel Macron dagegen gesperrt. Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) stellte sich quer. Schon im Dezember 2025 hatte die EU-Kommission auf Druck Deutschlands vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus.
Frankreich hatte bisher eine Gruppe aus sieben EU-Staaten angeführt, die sich gegen eine starke Aufweichung stellen. Die sieben Staaten hatten gemeinsam die nötigen Stimmen, um eine Entscheidung zu blockieren. Mit der deutsch-französischen Einigung ist der Weg nun aber frei.Deutschland und Frankreich forcieren nun gemeinsam die Aufweichung des für 2035 geplanten faktischen Verbots für Verbrenner-Neuwagen. U.a. geht es dabei auch um den Erhalt von hunderttausenden Arbeitsplätzen, insbesondere auch von Motorenentwicklern. Letztere braucht man beim Elektroauto nicht mehr.
Nach dem deutsch-französischen Plan soll das CO2-Reduktionsziel für Neuwagen von bisher 100 auf 90 % sinken, ohne dass weitere Ausgleichsmaßnahmen erforderlich wären. Das abgeschwächte Ziel kommt den Wünschen der deutschen Automobilhersteller entgegen, die die E-Mobilität komplett verschlafen hatten und weiterhin auf Sauriertechnologie setzen, wohl wissend, dass sie den Klimazielen einen Bärendienst erweisen. Aber Geschäft geht vor Moral, bei den Politikern wie auch bei der Automobilindustrie. Beide Regierungen sprechen von einem „ehrgeizigen europäischen Dekarbonisierungspfad mit der nötigen regulatorischen Flexibilität, um unterschiedlichen Marktgegebenheiten und Technologieoffenheit Rechnung zu tragen“.
Deutschland und Frankreich wollen zudem die von der Kommission ebenfalls vorgeschlagenen Quoten für die Elektrifizierung von Unternehmensflotten in ein unverbindliches Ziel umwandeln.Quelle: Bundesregierung / EU / CM