Das weltweit bekannte Medienunternehmen Getty Images mit Sitz in Seattle ist zahlungsunfähig. Im Zuge einer Umstrukturierungsvereinbarung – finanziell unterstützt durch die Familien Getty und Koch – den Wechsel von der Börse in Privatbesitz. Entlassungen am Standort Seattle sind nicht geplant.
Nachdem eine für 3,7 Mrd. US-Dollar geplante Fusion mit dem Konkurrenten Shutterstock Ende Juni aufgrund behördlicher Auflagen gescheitert war, plant Getty Images nun ein Insolvenzverfahren nach „Chapter 11“ und den Übergang in Privatbesitz gemeinsam mit der Investmentfirma von Charles Koch.
Eährend der Umstrukturierunsphase sollen Geschäftsbetrieb sowie die Situation von Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten davon unberührt bleiben. Geplant ist ein sogenanntes „Pre-packaged“-Insolvenzverfahren (ein vorab ausgehandeltes Verfahren), aus dem das Unternehmen bis Jahresende gestärkt hervorgehen soll. Getty beliefert Nachrichtenmedien und Unternehmen weltweit mit Fotos und Videos .
Im Juni hatte Getty-CEO Craig Peters erklärt, der Verwaltungsrat habe beschlossen, die geplante Fusion mit Shutterstock aufzugeben. Grund hierfür war die Forderung der britischen Wettbewerbsbehörde (Competition and Markets Authority), dass Shutterstock seinen Bereich für redaktionelle Inhalte (Editorial Business) veräußern müsse. Für Getty, das sich auf das Wachstum seines eigenen redaktionellen Kerngeschäfts konzentriert, kam eine solche Lösung nicht infrage.
Im August hatte Peters erklärt, das Unternehmen habe „mehr als 100 Millionen Dollar für Beraterhonorare und Finanzierungskosten im Zusammenhang mit einer –„ wie wir glauben“ – strategischen Transaktion“ mit Shutterstock aufgewendet, die letztlich nicht zustande kam. Damals hatte Getty die Investmentbank Guggenheim Securities beauftragt, nach strategischen Finanzierungsalternativen für einen eigenständigen Weg zu suchen. Dies führte dazu, dass die Koch-Gruppe als neuer Finanzierungspartner einstieg (Koch Equity Development unterstützt Getty bereits seit 2018, nachdem das Unternehmen in jenem Jahr 500 Mio. US-Dollar in Form von Vorzugsaktien investiert hatte).
In einer Investorenpräsentation am Montag, 12. Oktober 2026, gab das Unternehmen bekannt, dass sein E-Commerce-Geschäftsbereich iStock mit einer „sinkenden Nachfrage seitens der Agenturen sowie Marktverwerfungen“ zu kämpfen habe – vermutlich bedingt durch die rasche Verbreitung von KI-Tools und -Produkten, die die Erstellung von Stockfotos erheblich vereinfacht haben.
Dennoch prognostiziert Getty Wachstum für seinen Kernbereich „Editorial Images“ (redaktionelle Bilder); für diese Sparte, die auf Nachrichtenbildern – also echten Fotos tatsächlicher Ereignisse – basiert, wird ein Umsatzanstieg von 369 Mio. USD auf 400 Mio. USD bis zum Jahr 2029 erwartet.
Getty-CFO Jennifer Leyden hatte im August erklärt, dass die Zahl der Jahresabonnenten im Vergleich zum Vorjahr von 321.000 auf 241.000 gesunken sei – eine Folge der „bewussten Strategie, weniger wertvolle Akquisitionskanäle zurückzufahren, einschließlich der Einstellung unseres kostenlosen Testangebots für iStock“.
Nun wird sich das Unternehmen noch stärker auf sein Geschäft mit Archiv- und Nachrichtenbildern konzentrieren., so Mark Getty, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender. „Ich freue mich darauf, unsere starke Partnerschaft mit Koch Equity Development und den Kreditgebergruppen fortzusetzen, um die Kapitalstruktur zu optimieren; dies ermöglicht es uns, auf unserem soliden Fundament aufzubauen und neue Wachstumschancen zu nutzen.“ Tochtergesellschaften von Koch Equity Development haben frisches Eigenkapital in Höhe von bis zu 533 MIo. US-Dollar zugesagt, um den Übergang des Bildanbieters von einem börsennotierten Unternehmen zu einem Privatunternehmen zu unterstützen. Quelle: Holywood Report / CM