Stadler liefet Batterie-Triebzüge nach Illinois

Stadler und Metra präsentierten auf der APTA EXPO 2026 (American Public Transportation Association) den ersten für den US-Markt entwickelten batterieelektrischen FLIRT-Zug. Dessen Technologie stellt einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung eines nachhaltigen, emissionsfreien Personenverkehrs in Nordamerika dar. „Uns geht es darum, die Zukunft des Verkehrs in Nordamerika mitzugestalten“, sagte Martin Ritter, CEO von Stadler North America. 

Der auf der US-ÖPNV.Messe vorgestellte batteriebetriebene FLIRT-Zug, der für Metra, den Nahverkehrsbetreiber von Chicago, gebaut wurde, steht für eine neue Generation emissionsfreier Schienenverkehrstechnologie. Er soll Verkehrsbetrieben dabei helfen, ihren Betrieb zu modernisieren, ohne dass eine vollständige Elektrifizierung der Strecken im Großraum von Chicago  erforderlich ist. Metra hat acht Einheiten des batteriebeelektrischen Zugs bestellt, als Teil seines Engagements für sauberere, effizientere und flexiblere Lösungen im Personenverkehr. Die neuen Batteriezüge sollen voraussichtlich bis 2028 den Personenverkehr aufnehmen. 

Bei diesem Projekt geht es um mehr als nur einen neuen Zug. Es geht darum zu zeigen, was möglich ist, wenn Verkehrsbetriebe und Hersteller mit einer gemeinsamen Vision zusammenarbeiten. Es geht darum, bewährte Technologie in neue Märkte zu bringen.  

Der batteriebetriebene FLIRT basiert auf der bewährten FLIRT-Plattform von Stadler und nutzt Lithium-Ionen-Batterien an Bord, um den Betrieb auf nicht elektrifizierten Bahnlinien zu ermöglichen und dabei lokal emissionsfrei zu fahren. Der Zug kann über die vorhandene 480-V-Verkabelung in Rangierbahnhöfen und Terminals, über eine spezielle Ladeinfrastruktur sowie durch Energierückgewinnung mittels regenerativem Bremsen Strom nachladen. Diese Flexibilität ermöglicht es Bahnbetreibern, den elektrischen Betrieb auf Strecken einzusetzen, auf denen eine herkömmliche Elektrifizierung wirtschaftlich möglicherweise nicht realisierbar ist. 

„Dieser Kauf unterstreicht das Engagement von Metra für sauberere Energie, leisere Züge und unkonventionelles Denken bei der Planung unserer Zukunft“, sagte Jim Derwinski, Geschäftsführer und CEO von Metra. „Wir freuen uns sehr, diese Technologie mit ihrer Effizienz, Flexibilität und Zuverlässigkeit nach Chicago und zu unseren Fahrgästen zu bringen.“ 

„Diese neuen Züge kommen genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Tom Kotarac, Vorsitzender der Northern Illinois Transit Authority (NITA). „Da die NITA nun damit beginnt, ein einheitlicheres und nutzbringendes öffentliches Verkehrssystem im Nordosten von Illinois aufzubauen, freuen wir uns über das Potenzial dieser neuen Triebzüge, das Angebot zu erweitern und die regionale Anbindung zu verbessern, während gleichzeitig die regionale Umweltbelastung und der Lärm reduziert werden.“ 

Die batteriebetriebene Schienenverkehrstechnologie liefert in Europa bereits gute Ergebnisse. Die FLIRT-Akku-Züge von Stadler wurden 2023 in Deutschland in den Personenverkehr aufgenommen, wo sie auf teilweise elektrifizierten Regionalnetzen verkehren und dieselbetriebene Züge ersetzen. Der Einsatz hat gezeigt, wie Batteriezüge die Dekarbonisierungsziele unterstützen und gleichzeitig einen zuverlässigen Personenverkehr gewährleisten können. 

Für US-amerikanische Verkehrsbetriebe bieten batteriebetriebene Züge eine überzeugende Möglichkeit, Emissionen zu reduzieren, den Lärmpegel der meist von umweltschädlichen Dieselloks beförderten Züge zu senken und die Flexibilität des Angebots zu verbessern, ohne dass umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur erforderlich sind. Moderne Triebzüge bieten zudem betriebliche Vorteile wie schnellere Beschleunigung, verbesserte Energieeffizienz und ein besseres Fahrgasterlebnis. Quelle:  Stadler / CM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert