Vertreter von American Airlines, United Airlines und Southwest Airlines hoben am Mittwoch auf einer Konferenz von Morgan Stanley die starke Nachfrage hervor – auch im Geschäftsreisebereich –, wiesen jedoch auch darauf hin, dass die volatilen und steigenden Treibstoffpreise voraussichtlich zu Kapazitätskürzungen führen werden.
„Die Nachfrage ist unglaublich widerstandsfähig“, sagte United-Finanzvorstand Michael Leskinen am Mittwoch auf der 14. jährlichen Investorenkonferenz von Morgan Stanley im kalifornischen Laguna. „Die Premium-Kabinen laufen sehr gut. Das Geschäft mit Firmenkunden hat leicht angezogen. Wir liegen zwar noch 4,5 Prozentpunkte unter dem Niveau, das wir als Trendlinie ansehen, aber wir verzeichnen einen leichten Aufwärtstrend bei den Geschäftsreisen.“
Leskinen weiter: „Obwohl das Geschäft mit Firmenkunden sehr robust ist und wir ein steigendes Volumen beobachten, gibt es hier noch reichlich Luft nach oben.“ „Die Nachfrage bleibt stark“, erklärte American-CEO Robert Isom. Nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze aus verwalteten Firmenkundenverträgen um 26 % gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatte, fügte er hinzu: „Wir werden ein weiteres Quartal mit deutlichem Zuwachs im Jahresvergleich verzeichnen“ – womit das Unternehmen in diesem Segment das sechste Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum erzielen würde.
Obwohl die Gesamtnachfrage im September üblicherweise niedriger ist als in den Sommermonaten, sagte Southwest-Finanzvorstand Tom Doxey, der September habe die Erwartungen übertroffen. Das Nachfrageumfeld sei sehr, sehr stark. Doxey fügte hinzu, dass Southwest für das zweite Quartal einen Anstieg der Umsätze im Geschäftskundenbereich um 30 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnete. „Wir haben uns nicht öffentlich dazu geäußert, wie hoch diese Zahlen genau sind oder wie sich die Zusammensetzung gestaltet, aber wir sind im Geschäftskundensegment sehr stark aufgestellt.“
Vertreter der drei Airlines wiesen zudem auf die Herausforderungen durch gestiegene Treibstoffkosten hin. Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) stieg der weltweite Durchschnittspreis für Flugkraftstoff von 156,85 US-Dollar in der Woche zum 28. August auf 181,46 US-Dollar in der Woche zum 11. September.
American Airlines CEO Robert Isom erklärte, das Unternehmen rechne damit, dass die Treibstoffkosten im vierten Quartal um rund 1 Mrd. US-Dollar steigen werden. Sollten die Treibstoffpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, werden AA seines Erachtens Anpassungen bei der Kapazitätsplanung für die Zukunft vornehmen müssen. Devon May, Finanzvorstand von American, bestätigte, dass die Fluggesellschaft ihre Kapazitäten für den weiteren Verlauf des vierten Quartals 2026 anpassen werde.
Leskinen von United Airlines sagte: „Wir haben einige Anpassungen an unserem Flugplan vorgenommen.“ Es gebe Routen, die ohnehin am unteren Ende der Rentabilitätsskala lagen und bei einem solchen Anstieg der Treibstoffpreise unrentabel werden. Mit Blick auf das vierte Quartal wird es im Dezember Flüge geben, die United nun doch nicht durchführen will. Und sollten die Kerosinpreise hoch bleiben, werde die Fluggesellschaft weitere Anpassungen für das erste Quartal 2027n und darüber hinaus bis ins Jahr 2027 vornehmen.
Tom Doxey (Southwest Airlines) berichtete, die Fluggesellschaft sei mit Plänen für eine Kapazitätserhöhung von 2 bis 3 % gegenüber dem Vorjahr in das Jahr 2026 gestartet, habe diese Pläne jedoch „etwa halbiert“. Wenn die Treibstoffpreise über längere Zeit hoch bleiben, sei eine Reduzierung der Kapazitäten die logische Reaktion.
Mit Blick auf die Vorausbuchungen sind bei American Airlines für das vierte Quartal bereits rund 25 % der Plätze gebucht, wie Isom und May mitteilten; Leskinen von United Airlines bezifferte die Buchungsquote für diesen Zeitraum sogar auf 35 %. Southwest Airlines nannte keine Zahlen zu den Vorausbuchungen. Quelle: Morgan Stanley / CM