Die Karibikinsel Kub spielt für Geschäftsreisende aus westlichen Staaten so gut wie keine Rolle. Nun soll es auch dem Leisure-Tourismus „an den Kragen gehen“. Aktuell ziehen ist internationale Hotelketten wegen der Invasionsdrohung von US-Präsident Donald Trump, wegen verschärfter US-Sanktionen und schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zunehmend aus dem Land zurück.
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist eine neue Verordnung der US-Regierung, die am 05. Juni in Kraft getreten sein soll. Sie richtet sich gegen ausländische Unternehmen – auch Banken – mit Geschäftsbeziehungen zum kubanischen Militärkonglomerat Gaesa. Über dessen Tourismustochter Gaviota wird ein großer Teil der touristischen Infrastruktur des Landes betrieben – darunter mehr als 100 Hotels mit rund 50.000 Zimmern. Betroffen sind auch Banken.
Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada, Archipelago International (Indonesien) haben den Rückzug angetreten. Auch die spanische Hotelgruppe Meliá beendet Management- und Vermarktungsverträge für 15 Häuser, u.a. in Havanna und Varadero. Und bei Iberostar sind derzeit nur noch sechs von 19 Häusern für Urlaubsaufenthalte buchbar. Weitere internationale Betreiber haben ihren Rückzug ebenfalls angekündigt oder prüfen ihre Position auf dem Markt.
Die prekäre ökonomische Lage des von Russland gestützten Kubas schlägt inzwischen hart auf die Zahlen ausländischer Besucher durch: In den ersten vier Monaten 2026 sollen nur noch rund 329.000 internationale Reisende registriert worden sein. Quelle: Watson – kubaforen.de / CM