Trotz eines nahezu stabilen Umsatzes ist Volkswagans Gewinn im 1. Halbjahr 2026 weiter eingebrochen. Die operative Marge bleibt mit 3,8 % klar hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Vor allem das schwache China-Geschäft belastet den Konzern weiterhin. Zudem senkt Volkswagen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.
Der Volkswagen-Konzern hat im ersten Halbjahr 2026 trotz stabiler Umsätze deutlich weniger verdient. Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,6 % auf 5,9 Mrd. Euro, die operative Marge fiel von 4,2 auf 3,8 %. Nach Steuern weist der Konzern ein Ergebnis von 3,1 Mrd. Euro aus. Das sind 30,7 % weniger als im Vorjahr.
Der Umsatz blieb mit 158,1 Mrd. Euro nahezu unverändert (minus 0,2 %). Allerdings nur, weil der starke Anstieg im Bereich Finanzdienstleistungen (+ 7,9 %) den Rückgang im Automobilgeschäft (- 2,1 %) ausgleichen konnte.
In Sachen Transformation tut sich Erfreuliches: Binnen weniger Wochen wurden mehr als 70.000 Bestellungen für die neue Electric Urban Car Family um den ID. Polo notiert. Und für das zweite Quartal 2026 gingen über 50 % mehr Aufträge für vollelektrische Fahrzeuge in Europa ein.
Dumm nur, dass der schwache chinesische Markt ,geopolitische Risiken und Handelskonflikte das Geschäft belasten. Im Reich der Mitte brach der Konzernabsatz um 31,6 % ein. In einem Umfeld, in dem der Gesamtmarkt in China zurückgeht und chinesische Wettbewerber ihre Exporte und dadurch den Wettbewerbsdruck in Europa kräftig erhöhen, reichen die bislang geplanten Sparinitiativen des Konzerns nicht aus, heißt es in Wolfsburg.
Die Core-Gruppe mit den Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Škoda Auto und Seat/Cupra konnte im ersten Halbjahr ihre Rendite geringfügig von 4,8 auf 4,9 % steigern. Die Progressive-Gruppe mit Audi, Bentley und Lamborghini legte von 3,3 auf 3,8 % zu,. Hier wird wie bei der erst genannten Markengruppe die konsequente Kostendisziplin als Hebel angeführt. Auch die schwer gebeutelte Spoartwagenmarke Porsche konnte sich etwas erholen: die Rendite kletterte von 5,2 auf 8 %.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern mit einem Umsatzrückgang zwischen 0 und 3 %. Am Ausblick für die operative Rendite von 4 bis 5,5 % hält das Unternehmen jedoch fest. Für das Gesamtjahr rechnet Volkswagen mit einem Cashflow zwischen 3 und 6 Mrd. Euro, die Nettoliquidität wird im Bereich Automobile wird mit 32 bis 34 Mrd. Euro eingeplant.
Volkswagen verweist darauf, dass mögliche zukünftige Auswirkungen der Eskalation im Nahen Osten nicht belastbar eingeschätzt werden können und seien daher nicht berücksichtigt. Der Krieg der USA gegen den Iran hat die Konsequenz, dass Öl immer teurer wird und damit die Benzin- und Dieselpreise weiter kräftig steigen werden, was wiederum den Verkauf von Verbrennerautos massiv erschwert. Quelle: VW / automobilwoche / CM