Polen will modernstes Eisenbahnnetz Europas bauen

Polen wird das modernste Eisenbahnnetz Europas bauen, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Konferenz „Die modernste in Europa – #NaszaKolej!“ (Unsere Eisenbahn) am Mittwoch, 22. Juli 2026 am Bahnhof Warszawa Zachodnia.

Die polnische Bahn verzeichnet Rekordzahlen beim Personenverkehr. 2025 nutzten über 438,9 Mio. Fahrgäste die Dienstleistungen der Bahn. Der Aufwärtstrend hält 2026 an – von Januar bis Mai dieses Jahres beförderten die Bahnunternehmen fast 190,5 Mio. Passagiere, das sind 8,7 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Zahl der Fahrgäste bei PKP Intercity steigt dynamisch an. 2025 beförderte das Unternehmen 89,2 Mio.  Fahrgäste bzw. 31 % mehr als zwei Jahre zuvor. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen, die Marke von 96 Mio. Fahrgästen zu überschreiten; in den kommenden Jahren sollen es über 110 Mo. Passagiere/Jahr werden. 

„Die Eisenbahn ist eine strategische Priorität der polnischen Regierung. Die Polen steigen immer lieber und immer häufiger in den Zug ein. Die Zahl der Fahrgäste steigt, und die Eisenbahn gewinnt ihre Position als bequemes, sicheres und umweltfreundliches Verkehrsmittel zurück“, betonte Infrastrukturminister Dariusz Klimczak.

Seit 2024 wurde der Personenverkehr auf vielen Bahnstrecken wieder aufgenommen, die jahrelang stillgelegt waren. Züge fahren u.a. wieder nach Karpacz, Ciechocinek, Kłobuck, Łomża, Rabka-Zdrój sowie auf der Strecke Somonino – Kartuzy. Weitere Reaktivierungsprojekte sind in Vorbereitung, die die Bahnverbindungen unter anderem nach Olecko, Kcynia, Bytów, Złotoryja, Sokołów Podlaski, Bełchatów oder Ostrów Mazowiecka wiederherstellen werden.

Auch das Fernverkehrsangebot wird ausgebaut. PKP Intercity hat Verbindungen zu Orten wieder aufgenommen oder neu eingerichtet, die seit Jahren nicht mehr von Zügen dieser hochklassigen Kategorie angefahren wurden, darunter Łomża, Wielbark, Mielec, Chorzele und Ostrołęka. In naher Zukunft soll dern Personenverkehr nach Bytów sowie auf der Strecke Wejherowo–Choczewo wieder aufgenommen werden, , die seit über 30 Jahren stillgelegt ist“, sagte Minister Dariusz Klimczak.

Rekordinvestitionen. Die Polskie Linie Kolejowe führen das größte Investitionsprogramm in der Geschichte der polnischen Eisenbahn durch. Es beläuft sich auf 180 Mrd. PLN (42 Mrd.€) bis zum Jahr 2032.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählen u.a. der Bau der neuen Strecke Podłęże – Tymbark/Mszana Dolna, die Modernisierung der Strecke Chabówka – Nowy Sącz, der Umbau der Strecke Nr. 201 Maksymilianowo – Kościerzyna – Gdynia, das Projekt Rail Baltica sowie der Umbau des Schlesischen Eisenbahnknotens. Aktuell stellt der Staat 100 Mrd. PLN (23 Mrd. € für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur bereit. Diese Mittel sind für den Bau neuer Bahnhöfe und Bahnstrecken, die Modernisierung des bestehenden Netzes sowie dessen Digitalisierung vorgesehen“, so Klimczak weiter.

Gebaut werden 4.700 km neuen Hochleistungs-Schnellfahrstrecken, von denen etwa 1.000 km bis 2035 in Betrieb genommen werden sollen. Zu den wichtigsten Investitionen zählen die „Y“-Strecke, die Warszawa, den neuen Flughafen, Łódź, Poznań und Wrocław verbindet, die „Rail Baltica“ auf dem Abschnitt Ełk–Trakiszki, die Verbindung Katowice–Ostrava sowie das Projekt Podłęże–Piekiełko. Von den insgesamt 4.700 km neuen Strecken werden etwa 2.700 km Strecken im KDP-Standard sein.

Langfristig soll das Netz auf 19 Eisenbahnhauptstrecken basieren, die alle Regionen des Landes miteinander verbinden. Dank der Umsetzung des Projekts werden 27 kleine und mittelgroße Städte, die derzeit nicht an das Personenverkehrsnetz angebunden sind, Zugang zur Eisenbahn erhalten.“Wenn wir die Umsetzung des Großprojekts ‚Integriertes Eisenbahnnetz‘ abgeschlossen haben, sollten wir in Polen jährlich fast 800 Millionen Fahrgäste befördern. Schon heute befördert unsere Eisenbahn fast so viele Menschen, wie die gesamte Europäische Union Einwohner zählt“, erklärte der Ministerpräsident

Moderner Fuhrpark. PKP Intercity setzt einen umfassenden Investitionsplan für die Jahre 2025–2030 um. Das Unternehmen plant in diesem Zeitraum Investitionen in Rollmaterial und Infrastruktur in Höhe von insgesamt 25,4 Mrd. PLN (5,9 Mrd. €). 18,9 Mrd. PLN (4,4 Mrd. €) entfallen auf Aufträge, die von Herstellern mit Produktionsstätten in Polen ausgeführt werden, was die heimische Industrie und die Entwicklung moderner Technologien fördert.

Die wichtigsten davon befinden sich derzeit in der Realisierung:

• 300 neue Reisezugwagen von der Firma H. Cegielski – Fabryka Pojazdów Szynowych (mit einer Option auf weitere 150),
• 35 Hybrid-Triebzüge von der Firma Newag,
• 63 Mehrsystem-Elektrolokomotiven von der Firma Newag (mit einer Option auf weitere 32).

Darüber hinaus wurde im November 2025 ein Vertrag über den Kauf von 42 doppelstöckigen elektrischen Triebzügen (mit einer Option auf weitere 30) unterzeichnet, die in Chorzów (von Alstom) hergestellt werden sollen.

Plan für künftige Generationen. Eines der Schlüsselelemente für die Entwicklung des Schienenverkehrs ist das Integrierte Eisenbahnnetz (Zintegrowana Sieć Kolejowa) – der erste derart umfassende Plan zur Entwicklung der Eisenbahn in Polen in der Geschichte. „Das Integrierte Eisenbahnnetz ist ein Plan für Generationen. Wir schaffen ein supermodernes und widerstandsfähiges Verkehrsnetz, das den Einwohnern, der Wirtschaft und der Sicherheit des Staates über die nächsten Jahrzehnte hinweg dienen wird“, sagte der stellvertretende Infrastrukturminister und Regierungsbevollmächtigte für das CPK, Piotr Malepszak. Quelle: Ministerstwo Infrastruktury / CM

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