Ein echter Wunderland-ICE fährt durch Deutschland und die Schweiz

Zum 25. Jubiläum erwies die Deutsche Bahn Fernverkehr dem Hamburger Wunderland, Deutschlands beliebteste Touristenattraktion, eine große Ehre: Seit dem Wochenende 06-08. Juni 2026 rollt ein absoluter Hingucker über die Schienennetze Deutschlands und der Schweiz.  Ein echter ICE 4 im bunten Wunderland-Design, getauft auf den Namen „Knuffingen“!

Am Freitag, 06. Juni 2026, durften die Zwillingsbrüder und Gründer des Miniaturwunderlands, Gerrit und Frederik Braun, den ICE4 im Bahnhof Hamburg-Altona als Taufpaten feierlich auf die Reise schicken. Unglaublich, dass Knuffingen jetzt als Wunderland-Botschafter auf dem echten Schienennetz unterwegs ist.

Das Miniatur Wunderland ist laut Guiness World Recors die  größte  Modelleisenbahnanlage der Welt. Sie befindet sich in der  historischen Speicherstadt in der Hansemetropole. Sie ist die beliebteste und meistbesuchte Sehenswürdigkeiten Deutschlands.Und sie ist auch bekannt als Event- und Veranstaltungslocation für Unternehmen.  

Auf den insgesamt etwa 1700 m² großen Modellflächen werden verschiedene Regionen der Welt als originalgetreue Nachbildungen im Maßstab 1:87 dargestellt. Die Modellbahngleise (Maßstab H0 = 1:97) weisen eine Gesamtlänge von 16,5 km aus, auf denen rund 1.200 digital gesteuerte gesteuerte Züge mit mehr als 12.000 Waggons verkehren. Die Anlage wurde mit rund 5400 Häusern und Brücken, mehr als 11.000 Fahrzeugen – wovon etwa 285 die Anlage eigenständig befahren – 47 Flugzeugen (starten und landen am Flughafen Knuffingen) und rund 290.000 Figuren gestaltet. Lichttechnisch verfügt die Anlage über einen wiederkehrenden Tag-Nacht-Wechsel sowie über mehr als 500.000 verbaute LED-Leuchten. 

Der Anfang. Im Sommer 2000 war Frederik Braun in Zürich. Dort kam ihm in einem Modellbahngeschäft die Idee zur größten Modelleisenbahn der Welt. Zurück in Hamburg startete er per E-Mails eine bundesweite Umfrage zur Beliebtheit echter und fiktiver Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dabei wurde eine gar nicht existierende größte Modellbahn der Welt von den Befragten auf Platz 3 gewählt. Im Jahr 2001 gründete gemeinsam mit seinem Vater Jochen W. Braun, seinem  Zwillingsbruder Gerrit und Stephan Hertz die Miniatur Wunderland GmbH. Erste Geldgeber wurden in der Verwandtschaft gefunden. Nach anfänglicher Ablehnung gab die Hamburger Sparkasse einen Kredit von zwei Mio. DM, unterstützt durch Bürgschaften der  Eigentümer und der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg. Die heute riesige Anlage Anlage wurde ohne öffentliche Gelder finanziert. 

25.000.000 Besucher – Eine Erfolgsgeschichte in Zahlen. Am 07. März 2025, um 09:20 Uhr war es soweit: Das Miniatur Wunderland empfing seinen 25.000.000sten Gast! Allein im Jahr 2024 bestaunten 1.594.016 Menschen aus aller Welt die detailreiche Modelllandschaft. Dabei kamen rund 75 % der Gäste aus Deutschland und 25 % aus dem Ausland. Besonders beliebt ist das Wunderland bei unseren Nachbarn aus der Schweiz (638.000 Besucher), Österreich (585.000) und Dänemark (492.000). Aber auch Gäste aus Großbritannien (270.000), den USA (243.000) und Frankreich (142.000) sind regelmäßig zu Gast. 

Deutschlands beliebteste Touristenattraktion. Das Miniatur Wunderland wurde bereits sechs Mal in Folge zur beliebtesten Sehenswürdigkeit Deutschlands gewählt. Auf über 1.600 m2 entdecken die Besucher unzählige faszinierende Details, versteckte Easter-Eggs und kunstvolle Landschaften aus aller Welt. Jüngste Erweiterungen wie Monaco und die Provence (2024) haben die Wunderland-Welt noch lebendiger gemacht, während derzeit mit Hochdruck am atemberaubenden Amazonas-Regenwald gearbeitet wird.

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Hamburg. Das Wunderland zieht nicht nur Millionen Besucher an, sondern trägt auch erheblich zur Tourismusbranche Hamburgs bei. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 25,07 % ausschließlich wegen des Miniatur Wunderlands nach Hamburg reisen. Auch dieser Wert steigt von Jahr zu Jahr. Von diesen 25,07 % übernachten 83,46 % in einem Hotel und bleiben durchschnittlich 2,1 Nächte. Das bedeutet für die Hamburger Hotellerie über 700.000 Übernachtungen pro Jahr – ein beeindruckender Beitrag zur lokalen Wirtschaft.Die Zukunft: In diesem Jahr werden die Bauabschnitte Regenwald, Anden und Atacama-Wüste eröffnet. 2027 folgen Mittelamerika und Karibik, Ende 2028 Asien. An Ideen hat es im Wunderland noch nie gemangelt. Noch nicht festgelegt ist, ob weitere Teile Asiens oder Afrika, ob Großbritannien und/oder zuerst die Niederlande kommen. Fest steht: Die echte Welt bietet unendlich viel Inspiration. Quelle: Miniaturwunderland / CM

In Hamburg Altona wurde ein ICE 4 auf den Namen „Knuffingen“ getauft. Foto: Miniaturwunderland

Tourismus und Erotik in Japan

Japan erlebt einen Tourismusboom. Rekordzahlen internationaler Besucher – angelockt durch den schwachen Yen sowie den Ruf des Landes für Sicherheit, Kultur und Gastfreundschaft – haben das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Doch neben dem klassischen Tourismus ist auch ein weniger öffentlich wahrgenommener Teilbereich der Tourismuswirtschaft gewachsen: das Erotikgewerbe.

Während Kritiker Bedenken hinsichtlich Ausbeutung und Außenwirkung äußern, verweisen Befürworter auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche – ein Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, Regulierung und Wirtschaftswachstum.

Der wachsende öffentliche Unmut über ausländischen Sextourismus in Japan lässt die Debatte über den komplexen und oft widersprüchlichen Umgang des Landes mit der Sexindustrie neu entflammen. Was zunächst als Besorgnis über die Präsenz ausländischer Männer begann, die in Tokios Vergnügungsvierteln sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, hat sich zu einer umfassenden nationalen Diskussion über Ausbeutung, Frauenrechte, Einwanderung, Tourismus und die Grenzen der geltenden Gesetze entwickelt.

Social-Media-Plattformen, Online-Reiseforen und Inhalte von Influencern haben Tokios Vergnügungsviertel zunehmend in den Fokus gerückt und damit ausländische Besucher angelockt, die sich für Hostessen-Clubs, Massagesalons und andere Angebote im Erotikbereich interessieren. Berichte über Touristen, die offen über sexbezogene Reisepläne sprechen, haben in japanischen Medien und sozialen Netzwerken Kritik hervorgerufen; viele betrachten ein solches Verhalten als rufschädigend für das Land.

Die Debatte hat die ungewöhnliche Struktur der japanischen Sexindustrie verdeutlicht. Obwohl Prostitution offiziell verboten ist, beschränkt sich die rechtliche Definition eng auf den Geschlechtsverkehr. Infolgedessen operiert eine Vielzahl von Erotikdienstleistern legal, indem sie Aktivitäten anbieten, die außerhalb dieser Definition liegen – eine Branche, die sich in einem Geflecht aus Vorschriften und langjährigen rechtlichen Grauzonen bewegt.

In der öffentlichen Debatte wird oft übersehen, welch bedeutende wirtschaftliche Rolle diese Branche spielt. Japans Erotik- und Unterhaltungssektor sichert Zehntausende von Arbeitsplätzen – von Servicekräften und Entertainern bis hin zu Hotel- und Gastronomiebetreibern, Taxifahrern und Unternehmen des Nachtlebens. Vergnügungsviertel wie Kabukicho in Tokio, Susukino in Sapporo und Nakasu in Fukuoka sorgen für eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik, die weit über die eigentlichen Erotikdienstleistungen hinausreicht.

Branchenvertreter betonen, dass das Nachtleben und die Erotikunterhaltung längst fester Bestandteil der japanischen Tourismuswirtschaft sind. Ausländische geschäftliche und private Touristen, die diese Vergnügungsviertel besuchen, geben auch Geld für Unterkunft, Verpflegung, Transport und Einkäufe aus. Zwar weisen einige Ökonomen darauf hin, dass der Sektor aufgrund seiner zersplitterten Struktur schwer zu beziffern sei, doch trage er jährlich Millionenbeträge zur lokalen Wirtschaft bei und stütze Betriebe, die stark von den Ausgaben der Nachtschwärmer abhängig seien.

Diese wirtschaftlichen Gegebenheiten erschweren Forderungen nach einer strengeren Regulierung. Unternehmer warnen davor, dass übermäßige Beschränkungen der lokalen Wirtschaft schaden könnten, die ohnehin bereits mit Arbeitskräftemangel und dem demografischen Wandel zu kämpfen hat.

Kritiker argumentieren jedoch, dass wirtschaftliche Vorteile Ausbeutung oder unzureichenden Schutz für Arbeitnehmer nicht rechtfertigen können. Interessenverbände warnen davor, dass steigende Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Unsicherheit manche Frauen in Formen der Sexarbeit treiben könnten, die sie sonst nicht wählen würden. Sie behaupten, dass die öffentliche Wut auf ausländische Kunden tieferliegende strukturelle Probleme der japanischen Gesellschaft, wie Einkommensungleichheit und begrenzte Chancen für junge Arbeitnehmer, zu verschleiern droht.

Andere sehen den Anstieg der ausländischen Nachfrage als Beweis dafür, dass die bestehenden Regulierungen nicht mehr ausreichen. Anwohner von Vergnügungsvierteln beschweren sich über störendes Touristenverhalten, während einige Politiker eine strengere Kontrolle von Unternehmen fordern, die aktiv Dienstleistungen für ausländische Besucher anbieten. Die Politik diskutiert zunehmend darüber, ob Japan klarere rechtliche Unterscheidungen zwischen Erwachsenenunterhaltung und Aktivitäten, die faktisch Prostitution darstellen, treffen sollte.

Die Debatte spiegelt auch eine umfassendere Herausforderung wider, vor der Japan bei der Verfolgung ehrgeiziger Tourismusziele steht. Die Regierung betrachtet den internationalen Tourismus als wichtigen Motor für Wirtschaftswachstum und regionale Entwicklung. Der rasante Zustrom von Besuchern hat jedoch Spannungen hervorgerufen, die von Überfüllung an Kulturstätten bis hin zu Bedenken hinsichtlich des Verhaltens in Ausgehvierteln reichen.

Während Gesetzgeber, Aktivisten und Unternehmer weiterhin über mögliche Reformen diskutieren, bleibt eine Tatsache unbestritten: Bei der Kontroverse um den Sextourismus geht es nicht nur um Moral oder das öffentliche Image, sondern auch um wirtschaftliche Aspekte. Der Erotiksektor nimmt einen umstrittenen, aber unbestreitbaren Platz in der städtischen Wirtschaft und der Tourismuslandschaft Japans ein. Den Ausgleich zwischen wirtschaftlichen Interessen und gesellschaftlicher Verantwortung zu finden, dürfte in den kommenden Jahren eine der größten politischen Herausforderungen des Landes darstellen. Quelle:  Japan National Tourism Organization / CM

Vor allem ausländische Besucher Japans sorgen für einen Boom der Erotikbranche. Foto: JNTO