Bei automobilen Geschäftsreisen ins bzw. im europäischen Ausland sind in Städten besondere Regeln beim Parken zu beachten. Wer die Regeln kennt, kann Ärger und Unannehmlichkeiten vermeiden. Ansonsten wird es unglaublich teuer. In diesem Beitrag ist das Abstellen des Autos in Parkhäusern und deren Gebühren nicht berücksichtigt. Dies folgt in einem gesonderten Beitrag.
Viele Businessmetropolen in Europa sind attraktive Reiseziele für deutsche Geschäftsreisende. Die Anreise mit dem Geschäfts- oder eigenen Wagen ist praktisch. Vor Ort muss man sich aber auf ausgedehnte Parkzonen und Einfahrtsrestriktionen einstellen. Hier gilt es dann, besonders aufmerksam zu sein, um Bußen möglichst zu vermeiden. Nachstehend Besonderheiten einiger Ziele:, wobei hier nur das Parken auf der Straße (nicht in Parkhäusern) berücksichtigt wird.

Amsterdam. Das Parken in Amsterdam ist sehr teuer: In der Innenstadt kosten Parkhäuser regulär bis zu 60 Euro pro Tag, während das Parken auf der Straße oft bei 7,80 bis 8,05 Euro pro Stunde liegt. Die günstigste und beste Alternative für Besucher sind die offiziellen P+R-Parkplätze (Park and Ride). Die Parkgebühren und Optionen im Detail: P+R (Park and Ride) – Die günstige Alternative
Wer sein Auto am Stadtrand abstellt und mit dem Nahverkehr in die City fährt, für den gelten sehr günstige Tarife: Wochentags vor 10:00 Uhr: 13 Euro für die ersten 24 Stunden, danach 1 Euro pro Tag. Wochentags nach 10:00 Uhr & am Wochenende: 6 Euro pro 24 Stunden. Bedingung: man muss innerhalb von 1 Stunde nach dem Parken mit dem ÖPNV (maximal 5 GVB-Tickets) ins Zentrum fahren und bei der Rückfahrt die Tickets nutzen. Das Parken am Straßenrand ist nicht nur teuer (bis zu 8 Euro/Stunde in der zentralen Zone „Centrum“), sondern auch zeitlich stark limitiert. Außerhalb der Kernzone sinken die Preise auf etwa 2,50 bis 6,80 Euro. Bezahlt wird digital an den Automaten (nur mit Karte) oder über Apps wie Yellowbrick oder Parkmobile.
Brüssel. Die Europametropole ist in verschiedene Parkzonen aufgeteilt. Die jeweilige Parkdauer und die zu zahlenden Gebühren richten sich nach dem jeweiligen Gebiet. Rote und Orange Zone: Max. Parkdauer meist 2 Stunden. Erste 30 Minuten: ca. 0,90 €; 2 Stunden kosten insgesamt rund 9,20 Euro. Graue Zone: Max. 4,5 Stunden Parkdauer. Erste halbe Stunde: 0,90 €; für 4 Stunden werden ca. 20,50 € fällig.. Grüne Zone: Keine zeitliche Begrenzung, aber deutlich günstiger, jedoch meist für Anwohner reserviert. Die Blaue Zone ist kostenlos (bis zu 2 Stunden), erfordert aber eine blaue europäische Parkscheibe. Mehrere Apps werden angeboten, die minutengenau den Parkvorgang abrechnen. Diese Apps sind in ganz Belgien nutzbar und ersparen den Gang zur Parkuhr. Überwacht wird das Ganze mittels „Scan Cars“, die auf der Straße die Kennzeichen der Autos erfassen.
Kopenhagen. Das Zentrum Kopenhagens ist in Tarifzonen und zeitlich begrenzte Zonen unterteilt. Es fällt von Montag 8:00 Uhr bis Samstag 17:00 Uhr eine Parkgebühr an. Die Stadt Kopenhagen ist in vier Hauptzonen unterteilt: Rote Zone (Innenstadt): ca. 39 DKK (5,23 Euro) / Std.; Grüne Zone: ca. 23 DKK (3,08 Euro) / Std. / Blaue Zone: ca. 15 DKK (2,01 Euro) / Std. und Gelbe Zone: ca. 11 DKK (1,47 Euro) / Std.. Außerhalb der Kernzeiten (montags bis freitags von 18:00 bis 23:00 Uhr) gelten in den roten, grünen und blauen Zonen einheitliche Gebühren von 16 DKK (ca. 2,14 Euro) pro Stunde. Nachts (23:00 bis 08:00 Uhr) ist das Parken in Kopenhagen oft deutlich günstiger. Autofahrer müssen gegen eine Gebühr ein Ticket (Pay-and-Display-Fahrkartenautomat) ziehen oder per App zahlen. Für einen Aufenthalt über mehrere Tage kann auch eine „Zeitintervallkarte“ erworben werden. Das Parken ist an Sonntagen und Feiertagen kostenlos. In der „Inner City“ darf man zudem nur auf gekennzeichneten Stellplätzen sein Auto abstellen.
Paris. Die französische Hauptstadt verlangt für das Abstellen eines Autos im öffentlichen Straßenraum von Besuchern gestaffelte Gebühren. Dabei darf der Platz maximal für sechs Stunden belegt werden. Die Parkgebühren sind in den Innenstadtbezirken (1. bis 11. Arrondissements) teurer als in den äußeren Stadtbereichen (12. bis 20. Arrondissements) und berücksichtigen bei der Höhe auch die Art des Fahrzeuges. Die Stunde kostet für normale Pkw im Innenbereich 6 Euro die Stunde, in den Außenbezirken 4 Euro. SUVs kosten 18 Euro die Stunde. Entrichtet werden können die Beträge durch die angebotenen Apps per Mobiltelefon oder an Parkuhren mit Karten.
Prag. Das Parken in Prag ist in verschiedene Zonen unterteilt. Die Kosten variieren stark je nach Standort, Parkdauer und gewähltem Parkplatztyp. Straßenparken (Parkzonen): Blaue Zone: Ausschließlich für Anwohner. Für Besucher gilt hier strenges Parkverbot (Risiko von Parkkrallen oder Abschleppen). Orange Zone: Maximal 2 Stunden erlaubt; Kosten: ca. 40 bis 80 CZK (ca. 1,60 bis 3,20 €) pro Stunde. Grüne Zone: Maximal 6 Stunden erlaubt; Kosten: ca. 30 bis 40 CZK (ca. 1,20 bis 1,60 €) pro Stunde. Günstig & Sicher: P+R (Park & Ride)
Sehr günstig für Besucher; ca. 40 bis 100 CZK (ca. 1,60 bis 4,00 €) pro Tag. Lage: Befinden sich an den Stadträndern mit direkter Anbindung an U-Bahn-Stationen (z. B. Černý Most, Chodov, Letňany). Die Gebühren an Parkscheinautomaten können in bar (tschechische Kronen) oder per App/Karte bezahlt werden. Tipp: Nutzen Sie die Apps Citymove oder Mr.Parkit, um freie Plätze im Voraus zu suchen und zu reservieren.
Rom, Mailand, Turin und weitere italienische Städte. Viele Stadtkerne in Italien sind für Fahrzeuge durch verkehrsberuhigte Zonen („zona traffico limitato, ZTL“) nur eingeschränkt zugänglich. Zu bestimmten Uhrzeiten ist die Einfahrt in diese Zonen für fremde Fahrzeuge ohne Sondergenehmigung untersagt. Die mit Hinweisen ausgeschilderten Zugangsstraßen sind mit Videokameras überwacht. Jedes Ein- und Ausfahren wird registriert und einzeln geahndet. Der Betroffene muss noch Monate oder sogar Jahre danach mit Benachrichtigungen an seine ausländische Wohnadresse rechnen. Durch die geltende EU-Vollstreckung ist eine Beitreibung wegen der längeren Verjährungsfristen in Italien (fünf Jahre) lange möglich. Farbige Markierungen machen an vielen Orten kenntlich, wo geparkt werden darf und wo nicht. Am Bordstein- oder Fahrbahnrand angebrachte gelbe Streifen zeigen verbotenes Halten, bei durchgängigen Linien auch nicht erlaubtes Parken, an.
Stockholm. Für die Einfahrt sind von ausländischen Autofahrern Straßengebühren zu zahlen. Das System ist vollautomatisiert: Das Kennzeichen wird bei der Einfahrt erfasst, eine Barzahlung ist nicht möglich. Die Gebühren müssen online über die Website epass24.com bezahlt werden. Die Gebühr ist uhrzeit- und saisonabhängig und liegt zwischen 11 SEK und 45 SEK (ca. 1 € bis 4 €) pro Durchfahrt. Der Tageshöchstsatz beträgt 135 SEK (ca. 12 €). An Wochenenden, Feiertagen und im gesamten Juli (mit Ausnahme der ersten fünf Wochentage) ist die Durchfahrt gebührenfrei. Beim Parken auf einem ausgewiesenen Straßenparkplatz sollten die Hinweisschilder beachtet werden. In den meisten Stadtteilen, in denen das Parken auf der Straße erlaubt ist, befinden sich Schilder am Eingang jedes Viertels. Straßenparkplätze werden in der Regel stundenweise abgerechnet; viele Parkautomaten akzeptieren VISA und MasterCard. Alternativ können Parkgebühren auch über Apps wie EasyPark oder Parkster bezahlt werden. Parkbeschränkungen in Schweden sind auf Schildern mit der Aufschrift „Avgift“ für die Gebührenpflicht ausgewiesen. Steht dort „P-Skiva“, ist eine Parkscheibe auszulegen. Die Beschilderungen „Förhyrda platser“ oder „Boende“ weisen auf spezielle Parkbewilligungen hin. An Plätzen ohne gesonderte Kennzeichnung ist in der Regel das Parken verboten. Der Wagen ist generell in Fahrtrichtung abzustellen. An Wochentagen darf ohne ausgewiesene Beschränkungen längstens 24 Stunden am selben Ort geparkt werden.
Wien. Parken ist in Österreichs Bundeshauptstadt im gesamten Stadtgebiet an Wochentagen zwischen 9:00 und 22:00 Uhr kostenpflichtig. Die maximale Parkdauer beträgt zwei Stunden und kostet für diesen Zeitraum 6,80 Euro. Wer über Parkschein oder die App „Handyparken“ bezahlt, kann 15 Minuten kostenlos sein Auto abstellen. Der Erwerb der Parkscheine ist in „Trafiken“, an Tankstellen oder Zigarettenautomaten möglich. Auch in den Wiener U-Bahn-Stationen sind die Scheine erhältlich. Zudem haben einzelne Hotels und Geschäfte Verträge mit der Stadt Wien abgeschlossen und vertreiben die Billets. . Überfährt man in bestimmten österreichischen Kommunen grüne Linien mit einem großen „P“ auf der Straße, befindet man sich in einer Parkstraße, in der man nur gegen Bezahlung sein Fahrzeug abstellen darf.
Zürich. In der Schweizer Hauptstadt hängen die Parkgebühren stark von der gewählten Zone und Parkdauer ab. Die Preise variieren zwischen regulierten Zonen und Parkhäusern: Blaue Zone: Mit einer Parkscheibe parkt man kostenfrei für 60 Minuten (Montag bis Samstag von 08:00 bis 18:00 Uhr). Nachts (zwischen 19:00 und 08:00 Uhr) ist das Parken für Besucher teils gebührenfrei. Weiße Zone (Kurzzeitparkplätze): Diese Parkplätze sind kostenpflichtig (meist 2 bis 4 Stunden Parkdauer). Die Gebühren liegen in der Regel zwischen CHF 2.00 und CHF 5.00 pro Stunde. Flughafen Zürich: Hier liegen die Tagestarife für Kurz- und Langzeitparker offiziell bei etwa CHF 56.00 pro Tag, für eine Woche bei ca. CHF 200.00 bis 247.00. (Achtung: Kurzzeitparkplätze vor der Ankunftshalle können bis zu CHF 57.00 für die erste Stunde kosten). Um Strafzettel zu vermeiden (Bußgelder beginnen bei CHF 40.00), empfiehlt es sich, die Gebühren entweder vor Ort am Automaten, per Kreditkarte oder unkompliziert minutengenau über Park-Apps wie EasyPark oder ParkingPay zu entrichten. Quelle: CM