Amex GBT verbindet Egencia mit dem KI-Assistenten Claude

American Express Global Business Travel (Amex GBT) ist das jüngste Geschäftsreise-Management-Unternehmen (TMC), das seine Plattformen über eine „Model Context Protocol“-Verbindung mit einem führenden KI-Assistenten verknüpft hat.

Das US-Unternehmen gab bekannt, einen Egencia-KI-Connector für Claude – den KI-Assistenten von Anthropic – eingeführt zu haben. Dieser ermöglicht es Geschäftsreisenden, Flug- und Hotelbuchungen direkt über Claude vorzunehmen und zu verwalten, während sie gleichzeitig im verwalteten Reise-Ökosystem ihres Unternehmens bleiben.

Laut Amex GBT können Business Traveller Claude künftig bitten, ihren Kalender zu prüfen, Reisepläne für anstehende Termine zu erstellen und Buchungen vorzunehmen, die den Reiserichtlinien ihres Unternehmens entsprechen.

Zudem markiert der Egencia-Connector den ersten Einsatz der intern entwickelten „Agent-to-Agent“-KI-Architektur des Unternehmens, die die Integration des vollen TMC-Leistungsspektrums in KI-Plattformen ermöglicht.

Evan Konwiser, Chief Product and Strategy Officer bei Amex GBT: „Mit unserem Egencia-KI-Connector in Claude können Mitarbeiter oder KI-Agenten des Unternehmens Flüge und Hotels für Reisende suchen, buchen und verwalten – unter Einhaltung der Reiserichtlinien, personalisiert und gestützt durch unseren Marktplatz. Dabei profitieren sie davon, dass sie sich vollständig innerhalb ihrer bestehenden Claude-Unternehmensumgebung bewegen. Das ist echte ‚Agent-to-Agent‘-Integration für das Geschäftsreisemanagement. Es handelt sich um eine grundlegende Fähigkeit, und wir stehen erst am Anfang.“

Amex GBT kündigte zudem die Ausweitung der dialogorientierten KI von Egencia auf Google Chat an; dies ermöglicht es Business Travellern  Reisen in „natürlicher Sprache“ zu buchen und zu verwalten. Kunden, die als Vorreiter (Early Adopter) fungieren, können diese Funktion ab August 2026 nutzen, bevor sie bis Ende 2026 allgemein verfügbar gemacht wird.

Darüber hinaus startet Amex GBT einen KI-Pilotversuch in Microsoft Teams für Kunden, die die Reise- und Spesenmanagement-Plattform „Neo“ nutzen.

Auch verschiedene TMCs (Travel Management Companies) und andere Unternehmen – darunter Perk, BCD Travel, Navan, Vibe und der auf Spesenmanagement spezialisierte Anbieter Expensify – haben damit begonnen, ihre Systeme mithilfe von MCP-Frameworks mit führenden KI-Assistenten zu verknüpfen.

In einer separaten Mitteilung gab das britische Unternehmen Identity Travel bekannt, dass es seinen Kunden nun die Buchung und Verwaltung von Geschäftsreisen über verschiedene KI-Assistenten – darunter Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot – unter Nutzung des neuen MCP-Servers von Vibe ermöglicht.

„Jedes Buchungstool hat vom Reisenden bisher verlangt, dessen Sprache zu sprechen – nun funktioniert es erstmals genau umgekehrt“, erklärte Steve Banks, CEO von Identity Travel. Und weiter: „Das ist von Bedeutung, denn genau dafür sollte KI im Reisebereich eingesetzt werden: um den Zugang zu einem verwalteten Reiseprogramm zu erleichtern, anstatt es zu ersetzen. Das Erlebnis verändert alles; erstmals kann eine Online-Buchung so einfach sein, wie auszusprechen, was man benötigt.“ Quelle: AMEX GBT / Identity Travel / CM

Four Seasons verschiebt Eröffnung in Gstaad auf Sommer 2027

Four Seasons Hotels and Resorts (Toronto) mit Bill Gates als Mehrheitsaktionäre plant die Wiedereröffnung des Park Gstaad nunmehr im Sommer 2027. Ursprünglich sollte das „The Park Gstaad, A Four Seasons Hotel“ im Schweizer Nobelort Gstaad noch in 2026 in Betrieb gehen. 

Das kanadische Unternehmen begründet die Verschiebung der Eröffnung mit dem Umfang der laufenden Renovierungsarbeiten. Die Kanadier stecken in das vorübergehend geschlossene Haus über 100 Mio. 100 Mio. Schweizer Franken.  Mit den Umbauarbeiten wurde im September 2024 begonnen. Das Park Hotel in Gstaad im Berner Oberland Das Park Gstaad  wird nach der Wiedereröffnung Teil der europäischen Kollektion historischer Hotels von Four Seasons werden.

The <Park Fstaad, a Four Seasons Hotel. Foto Fourseasons

Four Seasons, führendes Unternehmen für Luxushotellerie und Markenresidenzen, wird das Hotel The Park Gstaad in der Schweiz betreiben, sobald es nach umfangreichen Renovierungsarbeiten, die bereits im Gange sind, wiedereröffnet wird. Die Integration von The Park Gstaad als Four Seasons Erlebnis bietet die einzigartige Chance, den Ruf von Gstaad als malerisches Dorf in den Alpen mit internationalem Flair weiter zu festigen.

The Park Gstaad ist ein Wahrzeichen in einer der bekanntesten Bergdestinationen Europas und war bei seiner Eröffnung im Jahr 1910 das erste Fünfsternehotel in Gstaad. Das Hotel, das der Philanthropin, Investorin und Sportlerin Dona Bertarelli seit 2003 gehört, wird derzeit unter der Leitung von Squircle Capital und dem renommierten Innenarchitekten Joseph Dirand umfassend renoviert. Die Wiedereröffnung als The Park Gstaad, A Four Seasons Hotel ist für die Sommersaison 2027 geplant.

„Gstaad ist seit langem ein beliebtes Ziel für Luxusreisende in Europa und wir freuen uns über die einzigartige Gelegenheit, mit einem so aussergewöhnlichen Haus in diesen exklusiven Markt einzutreten“, sagt Bart Carnahan, President, Global Business Development, Portfolio Management and Residential, Four Seasons. „Wir freuen uns darauf, mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um das Beste dieses legendären Anwesens mit dem exzellenten Service von Four Seasons zu kombinieren und ein Luxuserlebnis von Weltklasse zu schaffen.“

„Wir haben die idealen Partner für ein Anwesen gefunden, das Teil meiner persönlichen Reise in dieser Region war“, sagt Dona Bertarelli. „Als erstes Luxushotel in Gstaad nimmt The Park Gstaad einen besonderen Platz in der Geschichte der Region ein, und ich freue mich darauf, es in ein Four Seasons Erlebnis zu verwandeln, in dem sich Tradition mit moderner Eleganz verbindet, die von Einheimischen und Gästen gleichermassen geschätzt wird.“

Fortsetzung eines reichen Erbes. „The Park Gstaad, A Four Seasons Hotel“ wird das reiche Erbe des Hauses mit den Dienstleistungen und Erlebnissen zusammenführen, für die Four Seasons international bekannt ist. Das Hotel bietet einen malerischen Blick auf die Schweizer Alpen und ist nur wenige Gehminuten von den Gourmetrestaurants und Designer-Boutiquen im Dorfzentrum entfernt.

Nach der Renovierung wird The Park Gstaad, A Four Seasons Hotel, mit 75 Zimmern und Suiten wiedereröffnet. Dazu gehört auch eine Sammlung luxuriöser Penthouse-Residenzen, die von Four Seasons verwaltet und zum Kauf angeboten werden. Zukünftige Eigentümer profitieren von dem einzigartigen Lifestyle-Erlebnis und der Expertise im Immobilienmanagement, die Four Seasons seit 1985 bietet.

Der französische Designer Joseph Dirand, der auch die Inneneinrichtung des Four Seasons Hotel at The Surf Club entworfen hat, leitet die komplette Renovierung der Innenräume. Das Hotel wird eine Reihe einzigartiger Restaurant- und Barkonzepte sowie ein Spa- und Fitnesscenter mit luxuriösen Behandlungsräumen und Innen- und Außenpools bieten. Zu den weiteren Annehmlichkeiten für Firmenkunden zählen Tagungs- und Veranstaltungsräume im Innen- und Außenbereich, ein Tennisplatz, ein Ski- und Fahrradverleih, Einrichtungen für «Kids For All Seasons» und eine Eisbahn in der Wintersaison.

Gstaad ist von Genf aus in zwei Stunden mit dem Auto erreichbar. Die Anreise ist auch mit dem Zug oder dem Flugzeug möglich. Der Bahnhof Gstaad ist nur 5 Autominuten vom Hotel entfernt.

Das Park Gstaad, A Four Seasons Hotel wird in die Sammlung der historischen Häusern von Four Seasons in Europa sowie in die Sammlung der alpinen Häusern der Gruppe aufgenommen, darunter Megève, Jackson Hole, Vail, Santa Fe, Whistler und einem zukünftigen Resort in Deer Valley. Quelle: Four Seasons / CM

Ford und mobile.de kooperieren

Die Ford Bank Deutschland kooperiert künftig mit mobile.de, Deutschlands Online-Fahrzeugmarkt. Scvhon seit 20. Juli 2026 können teilnehmende Ford-Händler ihren Kunden Finanzierungsangebote der Ford Bank direkt in den Inseraten für Gebraucht- und Vorführwagen auf mobile.de anzeigen.

Die Einbindung erhöht nach Angaben der Kölner die Qualität der Fahrzeugangebote auf mobile.de und bietet Interessenten bereits während der Suche eine klare Orientierung zu den Finanzierungsmöglichkeiten. 

Die Kooperation verbindet die Reichweite von mobile.de mit den Finanzierungslösungen der Ford Bank und dem Ford-Händlernetzwerk. Eine automatisierte Schnittstelle blendet passende Finanzierungsangebote inklusive monatlicher Rate, Laufzeit und effektivem Jahreszins künftig direkt in den Fahrzeuganzeigen der Ford-Händler ein – transparent, unkompliziert und in Echtzeit..

mobile.de ist ein Fahrzeugmarkt mit mehr als 1,6 Mio. inserierten Pkw, Nfz,  Motorrädern und E-Bikes (Jahresdurchschnitt 2025). Quelle: Ford / CM.

Stellantis stößt Free2Move ab

Stellantis und Mutares SE & Co. KGaA („Mutares) haben eine Vereinbarung über den Verkauf der kompletten Beteiligung von Stellantis am Carsharing-Geschäft von Free2move an Mutares bekanntgegeben. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen voraussichtlich bis Ende 2026 erfolgen.

Stellantis kam mit Free2moveoggensichtlich so gar nicht zurecht und erzielte wohl kaum vernünftige Renditen. Free2movbietet Free-Floating-Carsharing für kurze und lange Zeiträume, das rund um die Uhr über eine eigene mobile App gebucht werden kann. Free2move betreibt eine der geografisch am stärksten diversifizierten Carsharing-Plattformen mit Flotten in 14 Städten in Europa und den Vereinigten Staaten.

Mit der Übernahme des Carsharing-Geschäfts von Free2move schafft Mutares eine neue Plattform im Mobilitätssektor. Geplant sind die Neugestaltung des Managements der internationalen Flotte, die weitere Umstellung auf batterieelektrische Fahrzeuge sowie ein verstärkter Fokus auf das Kundenerlebnis und die städtischen Mobilitätsbedürfnisse der urbanen Mobilität.

„Wir konzentrieren uns lieber auf unser Kerngeschäft im Automobilbereich“, sagte Virgilio Cerutti, Head of Business Development & Partnerships bei Stellantis. „Das Carsharing-Geschäft von Free2move vereint eine starke, international anerkannte Marke mit Potenzial für operative Verbesserungen nach der geplanten Ausgliederung aus Stellantis”, meint Johannes Laumann, CIO von Mutares. Quelle: Stellantis / CM

Bei großer Hitze weniger Züge

Geschäftsreisende müssen sich darauf einstellen, dass bei den enormen Hitzewellen, die nun auch in Deutschland überhand nehmen, weniger Zugverbindungen möglich sind. Die DB InfraGO reagiert künftig früher, wenn sich Extremwetterlagen abzeichnen. Ziel ist es, Kunden frühzeitig und transparent zu informieren und einen möglichst verlässlichen Bahnbetrieb sicherzustellen.

 Eine neue Regelung sieht vor, dass Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Stabilisierung des Systems weniger Züge fahren lassen können, wenn sie das wollen. DB InfraGO wird dafür für festgelegte Zeiträume entsprechende Regelungen des Trassennutzungsvertrages aussetzen – wie etwa Stornokosten. Die Regelung gilt auch für den Personenfern- und den Güterverkehr.

Ein solcher Zeitraum gilt erstmals bundesweit ab Donnerstag, 30. Juli, bis (vorerst) 06. August. In NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gilt die Regelung wegen der dortigen Temperaturen bereits ab Mittwoch, 29. Juli 2026.

Weniger Züge im Netz ermöglichen mehr Reserven für den Betrieb und damit eine höhere Chance, dass die verbleibenden Angebote zuverlässig verkehren. Die Reisenden erhalten früher Klarheit, ob ihr Zug fährt oder alternative Verbindungen bestehen. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten Planungssicherheit und können Fahrzeuge, Personal und Kundeninformationen entsprechend vorbereiten. 

Die Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, wie stark extreme Wetterlagen den Bahnverkehr beeinträchtigen können. Die hohen Temperaturen belasten die Eisenbahninfrastruktur, die Züge sowie alle Mitarbeitenden der Unternehmen. Technische Störungen und Einschränkungen steigen unter diesen Umständen deutlich an. Die Folge waren Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle, Fahrgäste, die ihre Reise nicht fortsetzen konnten und Güter, die nicht rechtzeitig ankamen. 

Künftig will die Bahn bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35° C vorausschauender handeln. Bereits im Vorfeld soll den Eisenbahnverkehrsunternehmen bei solchen Prognosen empfohlen werden, bedarfsgerecht Verkehr herauszunehmen. Nur so sei  die Stabilität des Gesamtsystems zu sichern. 

Die Entscheidung über solche Maßnahmen liegt aber immer bei den Aufgabenträgern des Nahverkehrs sowie den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Quelle: DB / CM

Verärgerte Unternehmen wegen unzuverlässiger neuer Triebzüge in England

East Midlands Railway (EMR) hatte die von Hitachi Rail hergestellten Züge der Baureihe (Class) 810 „Aurora“ erstmals im Dezember 2025 im Personenverkehr zwischen London St. Pancras und Zielen wie Leicester, Derby, Nottingham, Lincoln und Sheffield eingesetzt, nachdem es zu einer dreijährigen Lieferverzögerung gekommen war. Seither gibt es ständig Zug-Ausfälle und Verspätungen wegen technischer Probleme.

Am 20. Juli 2026 führte EMR jetzt einen neuen Fahrplan ein, der weniger Zugverbindungen als bisher enthält, so dass Hitachi Rail Gelegenheit erhielt die defekten „Aurora“-Züge von Grund auf zu überarbeiten.

EMR’s neue Züge verärgern vor allem Unternehmen in den Midlands. Foto Hitachi

Will Rogers, Geschäftsführer von EMR, erklärte, , dass Fahrgäste, die bereits Fahrkarten gebucht hatten und feststellten, dass ihre Verbindung nicht mehr möglich war, als Ersatz bis zu zwei Züge vor oder nach der betroffenen Verbindung in einem anderen Zug von EMR mitfahren könnten.

Besonders aufgebracht reagierten Führende Wirtschaftsvertreter und Politiker aus Sheffield und betonten, dass der reduzierte Zugverkehr zwischen Sheffield und London bereits jetzt den Handel und die Wirtschaft im Norden Englands beeinträchtige. David Richards, Mitbegründer von Yorkshire AI Labs, erklärte, es sei für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, über eine zuverlässige Zugverbindung zwischen dem Raum Sheffield und der Hauptstadt zu verfügen. Richards, der in Sheffield wohnt, sagte, er werde nun eine 45-minütige Autofahrt auf sich nehmen, um in Doncaster einen Zug nach London zu nehmen, da die LNER-Züge von Doncaster nach London häufiger und zuverlässiger verkehren als die EMR-Züge.

Seit April ist bereits die Verkehrsgewerkschaft RMT im Streit mit EMR, nachdem es zu einer erheblichen Anzahl von Störungen an den Zügen der 810-er Flotte gekommen war. Daher planen die RMT-Mitglieder, die bei der East Midlands Railway beschäftigt sind, für Samstag, 01. August 2026, sowie für die beiden darauffolgenden Samstage Streikmaßnahmen, da sie zunehmend Sicherheitsbedenken haben, auf die das Unternehmen bisher nicht eingegangen ist.

Laut EMR erfüllen die neuen Züge trotz aller erforderlichen Tests und behördlichen Genehmigungen noch immer nicht die erwarteten Standards hinsichtlich der Betriebssicherheit. Mit dem überarbeiteten Fahrplan hofft EMR nun, einen gleichmäßigeren und zuverlässigeren Service bieten zu können, während das Unternehmen gemeinsam mit Hitachi Rail daran arbeitet, die Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben.

Die Einführung der „Aurora“-Züge soll in jedem Fall im Laufe der Jahre 2026/2027 fortgesetzt werden, bis alle 33 bestellten Triebzüge ausgeliefert und problemlos eingesetzt werden. Quellen: BBC, Derbyshire Live, RMT / CM

Porsche kappt weitere 5.000 Jobs

Die Misswirtschaft des vormaligen Porsche Managements hat Folgen. Es werden weitere 5.000 Stellen abgebaut. Auch Spitzenmanager sollen 2027 und 2028 verzichten. Ein neuer Bonus und neue Posten für Gewerkschafter erleichtern den Arbeitnehmern die Zustimmung.

Bei Porsche, Sorgenkind des VW-Konzerns, fallen in den kommenden Jahren nochmals Tausende Stellen im Raum Stuttgart weg. Dafür macht der Sportwagenbauer auch Zugeständnisse. Betroffen sind das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in nahen Weissach. Im Gegenzug wird die Standortsicherung um fünf Jahre bis Ende 2035 verlängert. Der Stellenabbau soll den Angaben nach sozialverträglich erfolgen – vor allem über natürliche Fluktuation, demografische Effekte, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge. 

Das Porsche Stammwerk Zuffenhausen hat noch eine Zukunft, aber mit weniger Personal. Foto: Porsche

Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg. Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der ohnehin übertrieben hohen Grundvergütung. Homeoffice soll zudem künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein. 

Vorstandschef Michael Leiters präsentierte u.a. das „Zukunftspaket“, sprich, die zweite Sparrunde. Es sieht u.a.  Investitionen von insgesamt 2,1 Mrd. Euro vor. Die zweitürigen Sportwagen sollen bis auf Weiteres in Zuffenhausen vom Band rollen und die Entwicklungsarbeit in Weissach gebündelt bleiben. 

Das nun beschlossene Zukunftspaket ist bereits die zweite große Sparrunde. Im Februar 2025 hatten sich Management und Betriebsrat auf den Abbau von rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart bis 2029 verständigt. Zusätzlich liefen die befristeten Arbeitsverträge von etwa 2.000 Mitarbeitern aus. Im Leipziger Werk wurden schon Jobs abgebaut. Dies alles dient dem Ziel, die Sportwagentochter, die das vorhergehende Management fast an die Wand gefahren hat, zu verschlanken. Porsche leidet vor allem unter einem katastrophalen Rückgang bei den Verkäufen in China und einem massiven Gewinneinbruch. Zwischen 2021 und 2025 haben sich die Verkaufszahlen in der Volksrepublik mehr als halbiert. Verbrennerautos nicht nur der der Marke Porsche gelten im Reich der Mitte inzwischen als No Go. Quelle: Porsche / CM

Novum Hospitality kündigt Rüsselsheimer Garner Hotel

Novum Hospitality, eine in Hamburg ansässige Hotelgruppe, hat den Pachtvertrag für das Garner Hotel in Rüsselsheim außerordentlich mit sofortiger Wirkung beendet. Hintergrund: Gutachten sollen erhebliche Mängel an der Trinkwasserinstallation belegen.

Auf Hotelbuchungsplattformen sind Buchungen bereits nicht mehr möglich: Der Betreiber des Garner-Hotels, die Novum Hospitality Gruppe, hat das Haus mit rund 150 Zimmern geschlossen. Hintergrund sind nach Angaben des Unternehmens anhaltende und schwerwiegende Mängel an der Immobilie. Auch der Pachtvertrag wurde mit sofortiger Wirkung außerordentlich gekündigt.

Das Garner Hotel in Rüsselsheim. Foto Garner Hotel

Novum Hospitality lässt sich wie folgt zitieren: „Mehrere technische Untersuchungen sowie unabhängige Sachverständigengutachten dokumentierten erhebliche Mängel und gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit der Trinkwasserinstallation.“ Konkret geht es offenbar um Legionellenbefall. Das Gesundheitsamt soll zuvor bereits, so berichtet der HR, wegen Kontamination des Wassers ein Duschverbot ausgesprochen haben.

Legionellen sind Bakterien, die in warmem Wasser leben und über winzige Wassertropfen in der Luft eingeatmet werden können. Sie verursachen evtl. grippeähnliche Beschwerden oder gar die gefährliche Legionärskrankheit. Diese schwere Lungenentzündung führt zu hohem Fieber und starker Atemnot. Unbehandelt kann die Infektion lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind ältere oder kranke Menschen.

In der Vergangenheit soll sich Novum Hospitality mehrfach an den Eigentümer des Hauses in Rüsselsheim gewandt haben. Die Mängel wurden aber bisher offenbar nicht beseitigt. Die Entscheidung zur fristlosen Kündigung sei laut Betreiber erst getroffen worden, nachdem sämtliche Möglichkeiten zur Fortführung des Hotelbetriebs unter sicheren Bedingungen geprüft worden seien. Die Kündigung diene dem Schutz von Gästen, Mitarbeitenden sowie sämtlichen weiteren Nutzern des Gebäudes.

Der Hotelbetrieb in Rüsselsheim werde dauerhaft eingestellt. Für die betroffenen Beschäftigten sei in den vergangenen Wochen gemeinsam mit dem Betriebsrat und dem Gesamtbetriebsrat an Lösungen gearbeitet worden. Quelle: HR / CM

EDA: Bedenken bei Reise in die VAE, nach Jordanien etc.

Das Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisehinweise für mehrere Staaten im Nahen Osten verschärft. Hintergrund ist die weiterhin angespannte Sicherheitslage in der Region, die sich laut EDA jederzeit rasch verschlechtern kann.

Neu rät das EDA von touristischen und nicht dringenden geschäftlichen und Urlaubsreisen nach Bahrain sowie Jordanien ab. In beiden Ländern verweist das Departement auf Angriffe und Militärschläge seit dem 08. Juli 2026 sowie auf das Risiko weiterer Eskalationen. Reisende müssen zudem jederzeit mit kurzfristigen Luftraumsperrungen und Flugausfällen rechnen. Das EDA empfiehlt, Orte in der Nähe diplomatischer, militärischer oder anderer sicherheitsrelevanter Einrichtungen zu meiden und die Anweisungen der lokalen Behörden strikt zu befolgen.

Für Jordanien bleibt zudem die Empfehlung bestehen, auf Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und zum Irak zu verzichten. Als Gründe nennt das EDA die instabile Sicherheitslage, bewaffnete Auseinandersetzungen im Grenzgebiet sowie vereinzelte Minenfelder im Jordantal.

Auch für Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden die Reisehinweise aktualisiert. Dort spricht das EDA zwar keine generelle Reisewarnung aus, weist jedoch ebenfalls auf die anhaltend angespannte Lage im Nahen und Mittleren Osten hin. Reisende sollten sich laufend über die Sicherheitslage informieren und mit kurzfristigen Einschränkungen im Flugverkehr rechnen.

Das EDA empfiehlt Reisenden in der gesamten Region, die Lageentwicklung aufmerksam zu verfolgen, sich regelmäßig über aktuelle Reisehinweise zu informieren und die Vorgaben der lokalen Behörden konsequent einzuhalten. Quelle; EDA / CM

Solarkraftwerke zwischen Bahnschienen

Das Potenzial von zusammenrollbaren“ Solarpanels zwischen Bahngeleisen ist in der Schweiz sehr groß. Im neuenburgischen Butte wurde dazu eine gut 100 m lange Testanlage installiert. Das Pilotprojekt des heimischen Startups Sun-Ways sorgt bei Bahnunternehmen für Aufmerksamkeit: 

Das Startup von Firmengründer Joseph Scuderi (60), ein Marketing- und Kommunikationsexperte ,will abnehmbare Solarmodule zwischen Bahngleisen verlegen, um sauberen Strom zu erzeugen. Das erste Pilotprojekt ging im Kanton Neuenburg in Betrieb. Nach über einem Jahr zeigt die Zwischenbilanz, dass die Technik sicher ist und den Zugverkehr respektive Triebfahrzeugführer nicht stört, wie anfangs befürchtet. Bis jetzt hat sich die SBB noch nicht durchgerungen, Solarpanels auf ihrem 5.300 km langen Streckennetz zu installieren. Auch die Deutsche Bahn wird vorläufig nicht mit von der Partie sein. Gespräche und Kooperationen gibt es hingegen  mit der französischen SNCF und der italienischen FS. 

Das Pilotprojekt in Neuenburg_

  • Standort: Eine 100 Meter lange Teststrecke bei Buttes (Kanton Neuenburg) in Zusammenarbeit mit dem Regionalverkehr.
  • Leistung: 48 Solarmodule erzeugen rund 16.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.
  • Freigabe: Das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilte die offizielle Erlaubnis für den Test. 

Vorteile und Technik. Die Module werden mechanisch wie ein Teppich in die Gleismitte gerollt. Für die normale Gleiswartung und den Einsatz von Schienenmaschinen lassen sich die Elemente einfach wieder herausnehmen. Es gibt keinen neuen Flächenverbrauch: Der vorhandene Platz auf Bahntrassen wird doppelt genutzt, ohne Natur zu belasten. 

Potenzial. Wäre das gesamte geeignete Schweizer Schienennetz (ca. 5.300 km) ausgerüstet, könnten jährlich rund 1 Terawattstunde (1 Mrd. kWh) Solarstrom fließen (etwa 2 % des Schweizer Strombedarfs). Es gibt bereits Gespräche und Kooperationen mit Bahnbetreibern in Frankreich (SNCF) und Italien. Deutschland will bis jetzt nichts von der innovativen Idee wissen, obwohl  es mit einer Streckenlänge von rund 39.000 km über das größte Schienennetz in Mitteleuropa (nicht eingerechnet das russische mit 86.000 km) verfügt und mittels der mobilen  Photovoltaikmodule zwischen die Gleise Unmengen an Sonnenenergie produzieren könnte. Und das kostenfrei; denn es müssten weder Grundstücke erworben oder in Flora und Fauna eingegriffen werden. 

Täglich fahren auf der eingleisigen elektrifizierten Strecke im Schweizer Val de Travers ca. 90 Züge. Den Solarabschnitt befahren sie mit 90 km/h, möglich wären 150 km/h. 16.000 kWh Strom haben die 380-Watt-Solarpanele seitdem erzeugt, das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von vier Haushalten. Der Strom fließt derzeit direkt in das lokale Verteilernetz, langfristig soll er auch in Bahn-Unterwerke oder die Fahrleitung eingespeist werden können. 

Joseph Scuderi, der zehn Jahre für einen Energieversorger tätig war, glaubt an die Zukunft seines Projekts. Um Behördenbedenken zu entkräften ließ er vom Schweizer Gleisbauunternehmen Scheuchzer eine Spezialmaschine entwickeln, mit der die 1 Meter breiten Solarmodule jederzeit in wenigen Minuten wie ein Teppich ein- oder ausgerollt werden können. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAV) genehmigte daher im Frühjahr 2025 eine dreijährige Pilotphase. 

Nach dem ersten Jahr, in dem 11.000 Züge über die Solarmodule gefahren sind, zieht die Betreibergesellschaft TransN eine positive Bilanz.  „Es gab zu keiner Zeit Konflikte mit Infrastruktur, Wartung oder Zugverkehr. Im April 2028 soll die Entscheidung fallen weitere Strecken mit Solarpaneelen zwischen den Schienen auszurüsten. Dazu müssen aber SBB und/oder BLS mitspielen. Noch keine Beurteilung hat das schweizerische Bundesamt für Verkehr (BAV) getroffen. Erst 2028 will die Behörde eine Prognose zum Potenzial dieses weltweit ersten „Solarkraftwerks in Gleisbetten“ abgeben. Quelle: Sun-Ways / BAV / CM