EasyJet erliegt wohl dem Lockruf von 6,9 Mrd. US-Dollar

Der Verwaltungsrat der britischen Billigfluggesellschaft EasyJet hat einer Übernahme durch die US-Investmentfirma Castlelake im Wert von 6,9 Mrd. US-Dollar grundsätzlich zugestimmt. Sollte die Transaktion zustande kommen, würde die Familie Haji-Ioannou – seit Langem größter Einzelaktionär der in Luton ansässigen Fluggesellschaft – die Kontrolle über das Unternehmen verlieren.

Am Sonntag, 05. Juli 2026, veröffentlichten Castlelake und EasyJet eine gemeinsame Erklärung mit Einzelheiten zu dem geplanten Geschäft.Danach beabsichtigt Castlelake für die vollständige Übernahme von EasyJet 6,90 Pfund pro Aktie in bar zu zahlen. Bei rund 747,5 Mio. ausstehenden Aktien belaufen sich die Gesamtkosten für die US-Investmnt-Firma voraussichtlich auf 5,15 Mrd. Pfund bzw. 6,09 Mrd. US-Dollar. Das geplante Geschäft steht noch unter dem Vorbehalt einer Due-Diligence-Prüfung sowie der Zustimmung der derzeitigen EasyJet-Aktionäre.

Das am Sonntag bekannt gegebene Angebot war bereits der fünfte Vorschlag, der dem EasyJet-Verwaltungsrat unterbreitet wurde. Zuvor hatte Castlelake 6,25 Pfund pro Aktie für die Übernahme der Fluggesellschaft geboten; dieses Angebot war jedoch mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Verwaltungsrat EasyJet für wertvoller hielt. Der Vorschlag bewegte den Verwaltungsrat jedoch dazu, Castlelake zumindest teilweise Einblick in die Geschäftsbücher zu gewähren, um zu belegen, dass die Fluggesellschaft ein höheres Gebot rechtfertige.

Die in Minneapolis ansässige Firma für alternative Investments hatte ihr Interesse an EasyJet erstmals Ende Mai bekundet und damals erklärt, sie prüfe eine mögliche Übernahme, um das Unternehmen von der Börse zu nehmen.

• Am 12. Juni unterbreitete Castlelake zunächst ein Angebot zum Erwerb der 758 Mio. EasyJet-Aktien zu einem Preis von 5,60 £ pro Aktie. Dieser Vorschlag wurde wenige Tage später, am 16. Juni, abgelehnt. • Nur einen Tag später legte Castlelake ein neues Angebot mit einem Preis von 6,00 £ pro Aktie vor. Der Verwaltungsrat von EasyJet lehnte auch diesen Vorschlag am 20. Juni ab.  • Innerhalb weniger Stunden kündigte Castlelake an, den Angebotspreis auf 6,25 £ pro Aktie zu erhöhen. Der Verwaltungsrat lehnte das Geschäft zwar ab, willigte jedoch ein, Castlelake Einblick in die Unternehmensbücher zu gewähren. 

Um die EU-Kartellvorschriften bezüglich des Eigentums ausländischer Unternehmen an europäischen Fluggesellschaften zu umgehen, ging Castlelake eine Partnerschaft mit zwei europäischen Luftfahrtmanagern ein. Diese sollten ein in der EU ansässiges Unternehmen kontrollieren, das wiederum eine Mehrheitsbeteiligung an EasyJet übernehmen würde. Einer dieser Manager ist der Ire Peter Bellew, der zuvor als CEO von Malaysia Airlines tätig war. Wie wir bereits berichteten, verließ Bellew Malaysia Airlines im Jahr 2017 und übernahm die Position des Chief Operating Officer bei Ryanair, dem größten Konkurrenten von EasyJet. Er blieb jedoch nur wenige Jahre bei Ryanair, bevor bekannt wurde, dass er dieselbe Position bei EasyJet antreten wollte. Es folgte ein heftiger Rechtsstreit, da Ryanair versuchte, Bellews Wechsel zu EasyJet zu verhindern, mit der Begründung, er habe in seinem Arbeitsvertrag eine Wettbewerbsverbotsklausel unterzeichnet. Letztendlich verlor Ryanair den Prozess, und Bellew wechselte zu EasyJet.

Bellew blieb nur wenige Jahre, bevor er bei EasyJet überraschend ausschied. Seine Amtszeit war davon geprägt, dass Gewerkschaften des Kabinen- und Cockpitpersonals ihm vorwarfen, Investoren und Belegschaft im Zuge von Bemühungen zur Senkung der Personalkosten „in die Irre geführt“ zu haben.

C astlelake war zuvor an der Übernahme der skandinavischen Fluggesellschaft SAS beteiligt – im Rahmen eines gemeinsamen Angebots mit der Air France-KLM-Gruppe. Inzwischen hat Castlelake seine Anteile an SAS wieder veräußert. Das Unternehmen hat zudem Virgin Atlantic bei der Refinanzierung einer ganzen Reihe von Flugzeugen unterstützt und verwaltet ein Portfolio an Luftfahrt-Assets im Wert von mehreren Milliarden Dollar.

In einer Stellungnahme betonte Castlelake die Absicht, „das künftige Wachstum und die Transformation zu einer stärkeren, widerstandsfähigeren europäischen Fluggesellschaft zum Wohle aller Stakeholder zu unterstützen, sollte die Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden.“ Quelle: Castlelake / CM

100 Jahre Zugspitzbahn

Mit einer Jubiläumsfahrt auf die Zugspitze sowie einem besonderen Theaterabend im Zugspitzsaal in Ehrwald beging die Tiroler Zugspitzbahn am 05. Juli 2026 – genau 100 Jahre nach ihrer Eröffnung – ihren Geburtstag. Unter den Ehrengästen: Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vertreter der Eigentümerfamilien sowie Nachkommen des Bahngründers und Reuttener Pioniers Dr. Hermann Stern.

Am 05. Juli 1926 wurde mit der Inbetriebnahme der damaligen „Österreichischen Zugspitzbahn“ Seilbahngeschichte geschrieben: Erstmals führte eine Bahn von Ehrwald auf die Zugspitze und machte den höchsten Berg Deutschlands für ein breites Publikum erreichbar. 100 Jahre später bildete die Jubiläumsfahrt den Auftakt der Feierlichkeiten. Gemeinsam mit den Gesellschafterfamilien Dengg, Tipotsch, Egger, Klausner, Pichlsberger und Mader aus dem Zillertal sowie mit Vertreter:innen der Familie Stern – darunter Enkel und Urenkel – ging es mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf auf den Gipfel.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte Landeshauptmann Anton Mattle die Strahlkraft der Bahn, die weit über die Landesgrenzen hinauswirkt: „100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn stehen für Tiroler Pioniergeist, technische Spitzenleistung und einen Tourismus, der Wertschöpfung für die Region schafft. Die Tiroler Zugspitzbahn hat die Zugspitze den Menschen nicht nur nähergebracht, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig geprägt. Dass diese Erfolgsgeschichte heute so eindrucksvoll weitergeschrieben wird, ist dem Engagement der Eigentümerfamilien, der Gesellschafter und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Mattle.

Franz und Klaus Dengg, beide Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, unisono: „Heute ist die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn auf ganz besondere Weise spürbar. Wir feiern das Werk von Visionären wie Hermann Stern und all jenen, die diese Bahn in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Unser Auftrag ist es, dieses Erbe mit Verantwortung weiterzuführen und unseren Gästen auch noch in 100 Jahren einzigartige Bergerlebnisse zu ermöglichen.“

Mit der Eröffnung am 05. Juli 1926 als erste Seilbahn Tirols und zweite Seilbahn Österreichs wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt. Was einst als technische Sensation begann, hat sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem Leitbetrieb des alpinen Tourismus entwickelt. Die Tiroler Zugspitzbahn bringt heute bis zu 100 Personen in rund zehn Minuten auf die 2.962 m hohe Zugspitze. Oben angekommen werden BesucherInnen ein einzigartiger Vier-Länder-Ausblick über die Alpen sowie ein vielfältiges gastronomisches Angebot und eine interaktive Ausstellung über die Geschichte der Bahn geboten.

„Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, unsere Anlagen und Angebote weiter zu optimieren und zugleich die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren“, so Dengg. „Die Zugspitze ist ein Stück Identität für unsere Region – und wir wollen dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diesen besonderen Berg verantwortungsvoll erleben können.“ Quelle: Tiroler Zugspitzbahn / CM

BMV: Ausbauvorhaben Mühldorf – Landshut 

Das Bundesverkehrsministerium hat den Bericht zum Ergebnis der Vorplanung und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Vorhaben „Ausbaustrecke/Neubaustrecke Mühldorf – Landshut“ an den Bundestag übermittelt. Die rundum erneuerte Bahnlinie dienst auch vielen Firmenkunden in Städten und Gemeinden unterwegs.

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Ich freue mich sehr, dass die DB InfraGO AG die Planungen für die Elektrifizierung der eingleisigen Strecke zwischen den Knotenbahnhöfen Mühldorf und Landshut Hauptbahnhof vorgelegt hat.“

Durch den Ausbau und die Elektrifizierung zwischen Landshut und Mühldorf soll der Knoten München vom Schienengüterverkehr entlastet werden. Gleichzeitig wird der Knoten Mühldorf besser in das Schienennetz eingebunden und es lassen sich verbesserte Nahverkehrsverbindungen in Richtung Landshut einrichten. Das Vorhaben beinhaltet die Fahrbarkeit mit 120 km/h sowie die Ausrüstung der Strecke mit dem Signalsystem ETCS (Level 2 mit Signalen).

Die DB InfraGO AG hat zuvor die breite Öffentlichkeit in den Regionen informiert. Das Projekt wurde in der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen. Das BMV hat die Unterlagen der DB InfraGO AG zum Vorhaben nun gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt ausgewertet und auf dieser Basis einen Bericht an den Deutschen Bundestag über die Planungsergebnisse und die Erkenntnisse aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt.

Die Entscheidung, unter welchen Prämissen die Planung fortgesetzt wird, obliegt nun dem Deutschen Bundestag. Quelle: BMV / CM

Oktoberfest ohne die Münchner Stubn

Der Streit um die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest 2026 führt zum Rückzug des Gastronome Alexander Eggers.  Das Müchner Rathaus muss nach der überraschenden Absage wenige Wochen vor Deutschlands berühmtesten Volksfest nun improvisieren und einen neuen Wirt finden.

Das Münchner Oktoberfest ist nicht nur das berühmteste Volksfest in Deutschland und wohl auch weltweit. Es zieht auch unzählige Firmenkunden an, die ihrerseits ein Incentivefest veranstalten. Die Münchner, Touristen und geladene Firmenkunden müssen diesmal aber auf sie Münchner Stube verzichten.

Wiesnwirt Alexander Egger wird sein Festzelt „Münchner Stubn“ beim Oktoberfest 2026 nicht betreiben. Obwohl er den Zuschlag für die Hühner- und Entenbraterei erhalten hatte, ließ er die Frist zur Vertragsunterzeichnung am Freitag, 03. Juli 2026, verstreichen und verzichtet damit offiziell auf den Standplatz. Als Gründe gelten wirtschaftliche Bedenken und jahrelange Auseinandersetzungen um die Zeltvergabe. In den vergangenen Monaten hat der Gastronom vor Gericht um Änderungen bei der Vergabe der Wiesnzelte gekämpft. Für die Wiesn 2026 hatte er den Zuschlag für seine „Münchner Stubn“ bekommen. Egger aber lehnte jetzt über seine Anwälte offiziell ab. Der Gastronom wird somit in diesem Jahr nicht auf dem Oktoberfest vertreten sein.

Seit 2022 betreibt Egger gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Wickenhäuser-Egger das kleine Zelt „Münchner Stubn“ auf der Wiesn. 440 Gäste passen in das Festzelt. In diesem Jahr bewarb sich der Gastronom sowohl für das Volkssängerzelt „Schützenlisl“ als auch für die Plätze der großen Zelte „Schottenhamel“ und „Paulaner“, weil sein bisheriges kleines Zelt wirtschaftlich kaum zu betreiben war. In allen drei Fällen ging er leer aus. Im Zuge seines Rückzugs war der Wiesenwirt bereits aus Gremien zurückgetreten und aus der Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte ausgeschlossen worden. tz / CM

Condor: Weiterer Investor gesucht

Emirates, Etihad und Qatar Airways, allesamt Golfcarrier, die der Lufthansa und anderen westeuropäischen Netzwerkcarriern seit Langem ein Dorn im Auge sind, kann sich der aktuelle CEO Peter Gerber mögliche Kandidaten und Investoren vorstellen. Aber auch die starke Turkish Airlines käme vielleicht in Frage. 

Der Ferienflieger, der seit einiger Zeit verstärkt auch Firmenkunden und Geschäftsreisende anspricht, hat eine ziemlich wechselvolle Geschichte hinter und vielleicht auch vor sich. 1955 als „Deutsche Flugdienst GmbH gegründet mit Flügen nach Mallorca und auf die Kanaren prägte die Airline maßgeblich den deutschen Pauschaltourismus. 1961 erfolgte die Umbenennung. Nach wechselnden Eigentümern und der Thomas-Cook-Pleite ist Condor heute eine erfolgreiche, Ferienfluggesellschaft in Händen der britischen Investmentgesellschaft Attestor als Mehrheitseigentümer. Der Vermögensverwalter hatte im Sommer 2021 gemeinsam mit einem Treuhänder 51 % der Anteile an der deutschen Fluggesellschaft übernommen.

 Die anderen 49 %  der Anteile werden infolge der Corona-Staatshilfen vom Bund (über die KfW) gehalten, wobei Attestor diese restlichen Anteile im Herbst 2026 übernehmen kann. Dazu aber prüfen die Briten die Einbindung strategischer Partner aus der Luftfahrt-Branche, um Condor und deren Schwester-Airline Marabu weiterzuentwickeln

Die Suche nach einem weiteren Investor hat damit zu tun, als der Staat aussteigen und seinen 49 %-Anteil verkaufen möchte. Haupteigner Attestor hat bereits 2025  eine Investorensuche eingeleitet. Die Lufthansa gilt als deutscher Marktführer aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht als möglicher Käufer. Quelle: Condor / CM

Lufthansa kassiert für Sitzplatzwechsel auf Langstrecken

Das trifft auch Geschäftsreisende, die für ihre Lufthansa-Langstreckenflüge die Premium Economy oder nur Eco buchen haben lassen oder selbstgebucht haben: Wenn ihnen der zugewiesene Sitzplatz beim Online-Check-in nicht zusagt, können sie zwar einen anderen Sitzplatz wählen (sofern verfügbar), müssen dafür aber extra bezahlen.  

Bei der Lufthansa setzt sich zunehmend durch, mit Acillary Fees, also Gebühren für Zusatzleistungen, die Einnahmen zu steigern. Dazu gehört eine neue, wenig kundenfreundliche Regel, die für alle Airlines der LH-Group gilt, soweit die Langstreckenflüge anbieten. Betroffen sind laut Lufthansa Passage die Tarife Economy Comfort, Economy Comfort Plus und Economy Green sowie die Tarife für die Premium-Economy. 

Jüngster Streiche der Lufthansa: Auf Langstreckenflügen muss man beim Sitzplatzwechsel zahlen. Foto LH

Kostenfrei wechseln diesen innerhalb derselben Sitzplatzkategorie können nur Reisende, die vor dem Check-in gegen eine Gebühr einen Sitzplatz reserviert haben.  Auch in den Flex-Tarifen bleibt die Sitzplatzwahl kostenlos. Nichts ändert sich natürlich für Senatoren und Hon-Circle-Mitglieder. Und auch die Vielflieger ab MM Silber können – mit Ausnahme des Premium-Economy-Light-Tarifs – ihre Sitzplätze weiterhin kostenfrei reservieren und beim Check-in frei wählen.

Dass die Maßnahmen der LH-Strategen nicht immer auf Gegenliebe stoßen, zeigte der Fall der hohen Stornogebühren bei der teuren Long-Distance-Flextarifen, die Europas bedeutendster Netzwerkcarrier nach heftigen Protesten zurücknahm. Quelle: Lufthansa / CM

USA: Verbot von Autos mit chinesischer Technologie ab 2027

Die Elektromarke Polestar bekommt ein richtig dickes Problem: A 2027 darf seine keine Autos mehr in den USA verkaufen. Polestar ist möglicherweise nicht das einzige Fabrikat, das mit einem Verkaufsverbot in den USA belegt wird. Denn die Vereinigten Staaten untersagen mit einem neuen Regelwerk die Verwendung chinesischer Soft- und Hardware-Komponenten. Das hat starke Auswirkungen auf die Automobilindustrie weltweit.

Das US- Department of Commerce (DOC) (Handelsministerium) veröffentlichte schon im Januar 2026 ein endgültiges Regelwerk zu Hard- und Softwarekomponenten in vernetzten Fahrzeugen und verbot deren Einsatz in den USA, wenn die Technik aus gegnerischen Staaten wie China und Russland stammt. Als Begründung nannte die US-Regierung unter Trump-Vorgänger Joe Biden Gefahren für die nationale Sicherheit. Ab Modelljahr 2027 ist vernetzte Software aus China verboten, ab 2030 auch die Hardware. Polestar gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern. Ende Juni 2026 hat die US-Regierung entschieden: Ab Modelljahr 2027 darf Polestar dort keine neuen Autos mehr verkaufen. Chinesische Technologie im Auto heißt in Zukunft: kein US-Markt. Das dürfte auch Volvo treffen .

Die Verbote für den Verkauf von vernetzten Fahrzeugen durch Hersteller mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland treten 2027 in Kraft, selbst wenn die Fahrzeuge in den USA gefertigt werden. Damit sind Hersteller weltweit in den nächsten Jahren gezwungen, chinesische Hard- und Software aus Fahrzeugen zu entfernen, die sie auf dem US-Markt verkaufen. Wirksam wird die Final Rule 60 Tage nach der Veröffentlichung, also Mitte März 2027.

Die US-Handelsministerin Gina Raimondo sagte in einem Interview mit Reuters: „Es ist wirklich wichtig, weil wir keine zwei Millionen chinesische Autos auf der Straße haben wollen und dann realisieren, dass wir bedroht werden. Die heutigen Autos sind Computer. Sie haben Kameras, Mikrofone, GPS Tracking und andere Technologien, die mit dem Internet verbunden sind. Mit dieser Regelung macht das Handelsministerium einen notwendigen Schritt, um die nationale Sicherheit der USA zu gewährleisten und die Privatsphäre der Amerikaner zu schützen. In einer Erklärung des 

Bureau of Industry and Security (BIS) des Handelsministeriums heißt es: „Ein böswilliger Zugriff auf diese kritischen Lieferketten könnte es unseren ausländischen Gegnern ermöglichen, sensible Daten, einschließlich persönlicher Informationen über Fahrzeugfahrer oder -besitzer, auszulesen und Fahrzeuge aus der Ferne zu manipulieren.“

Die Final Rule verbietet die Einfuhr von Hardware für Fahrzeug-Konnektivitätssysteme (VCS) und vernetzte Fahrzeuge, die solche Hardware enthalten, sowie die Einfuhr und den Verkauf von Fahrzeugen, die Software für VCS oder automatisierte Fahrsysteme (ADS) enthalten, die einen relevanten Bezug zu China oder Russland hat. VCS wird definiert als Systeme, die es dem Fahrzeug ermöglichen, extern zu kommunizieren, einschließlich Telematik-Steuergeräten, Bluetooth-, Mobilfunk-, Satelliten- und WiFi-Modulen. Einige Systeme verwenden Kameras und Mikrofone, um Gesichtserkennung für Fahrer zu ermöglichen oder auf Sprachbefehle zu reagieren. ADS umfasst die Komponenten, mit denen ein hochautonomes Fahrzeug ohne Fahrer betrieben werden kann.

Die Vorschrift verbietet es Herstellern mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland, neue vernetzte Fahrzeuge, die VCS-Hardware oder -Software oder ADS-Software enthalten, in den USA zu verkaufen, selbst wenn das Fahrzeug dort hergestellt wurde. Darüber hinaus wird chinesischen Autoherstellern das Testen ihrer autonomen Autos auf amerikanischen Straßen untersagt.

Der VDA befürchtet harte Konsequenzen für den Exportstandort Deutschland und Europa. Schließlich sind die USA bei automobilen Waren der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA durch Russland und China, das der wichtigste Verbündete Russlands geworden ist, lässt der VDA nicht gelten. Die EU-Kommission schweigt bislang. Quelle: The Department of Commerce / CM

Landet VW unter dem Dach von BYD?

Die deutschen Autobauer vom Schlage VW-Konzern (mit Audi, Porsche etc.), BMW und  Mercedes verlieren den Anschluss an die chinesischen Autobauer und Tesla, schreibt der Autopreneur Philipp Raasch in seinem Newsletter auf focus online. Im aktuellen Newsletter lesen wir, dass  der Ökonom Moritz Schularick sogar eine  Übernahme von VW durch BYD für möglich hält.  

Beim VW-Konzern brennt ohnehin die Hütte, insbesondere seit dem Diesel-Skandal und seit China eine unglaublich starje eigene Autoindustrie aufgebaut und seinen Automarkt zurückerobert hat. Wir erinnern uns: Der Automarkt im Reich der Mitte war jahrzehntelang fest in ausländischer Hand, allen voran in deutscher: VW war dort nahezu vier Jahrzehnte die Nummer 1.

Weltweit beschäftigt VW 657.000 Menschen, von denen nach jüngsten Meldungen 100.000 gehen sollen. Bestätigt ist das nicht. Der Aufsichtsrat berät am 9. Juli. Zudem sollen die VW-Werke Hannover (Nutzfahrzeuge), Emden und Zwickau-Mosel sowie Neckarsulm (Audi) dicht gemacht werden. Beendet wurde aktuell die Allianz mit Bosch betreffend Technologie fürs autonome Fahren. Und verkauft hat VW den Motorenbauer Everllence (mehrheitlich an einen Finanzinvestor), die Design-Tochter Italdesign (an eine US-Firma), die IT-Beratung MHP (Käufer gesucht). Und angeblich stehen sogar Anteile an der Batterietochter PowerCo und der Robotaxi-Tochter MOIA zur Debatte. Wegen des Elends auf vielen Märkten will VW in China entwickelte Fahrzeuge nun auch in Europa anbieten. Schließlich soll die Marke Volkswagen eine eigene Gesellschaft werden.  

Die neue chinesische Autoindustrie drängt gerade in fast jeden Markt der Welt. Die eigentliche Gefahr für VW: Was in China passiert ist, könnte sich jetzt überall wiederholen. Markt für Markt. Und VW könnte möglicherweise auf allen seinen Märkten Anteile verlieren. Denn die chinesischen Marken vom Schlage BYD haben die etablierten Hersteller aus Europa, aus Japan, aus Korea und den USA bei allen Zukunftstechnologien überholt. 

Früher haben Motor, Getriebe und Fahrwerk den Wert eines Autos ausgemacht. Beim modernen Auto von heute sind es Batterie, Software und KI. Genau das beherrschen die Chinesen besser. Und genau da hängen due deutschen Hersteller weit zurück. Selbst aufholen hat bisher nicht funktioniert. VWs eigene Software-Tochter CARIA z.B. hat Milliarden gekostet und hat es nicht geschafft eine konkurrenzfähige Lösung zu liefern. Zwangsläufig dann der Strategiewechsel: Nicht mehr selbst entwickeln, sondern einkaufen. Bei Partnern, die es schon können, Rivian aus den USA hat genau die Software-Architektur fürs neue Auto. VW investierte bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar in die Amerikaner und ist heute mit knapp 16 % größter Aktionär. In China ist XPeng der Partner, an dem sich die Wolfsburger mir 5 % beteiligen. Xpeng liefert die Technologie. Quelle: Newsletter Raasch / CM

Wie Revo Hotels zerlegt wird

Die Israel Canada Hotels Holding, bekannt über ihre Marke Brown Hotels, steigt mit fünf Ankäufen in München, Hamburg, Berlin und Leipzig in den deutschen Hotelmarkt ein. Die Objekte entstammen dem Portfolio des insolventen Hotelbetreibers Revo. Für die füf Häuser legte der Investor 15,8 Mio. Euro auf den Tisch. Im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren der Revo Hospitality Group wurde ein kartellrechtliches Anmeldeverfahren eingeleitet.

Die Insolvenz der Revo Hospitality Group gehört zu den gnz üblem Ereignissen der europäischen Hotelwirtschaft der jüngsten Zeit. Was mit einem Leipziger Stadthotel begann und sich zu einer Betreiberplattform mit mehr als 250 Hotels entwickelte, wird neu verteilt. Etliche internationale Gruppen holen sich zu Schnäppchenpreisen, was sie gerne in ihre Portfolios einverleiben möchten. Darunter die Israel Canada Hotels Holding. Aus den Trümmern von Revo entsteht eine neue Marktordnung.

Revo-Hotels ist ein Opfer von Selbstüberschätzung geworden.

Ausgehend vom Hotel Marktgraf in Leipzig  entstand innerhalb weniger Jahre ein Konzern, der Hotels in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern betrieb. Das Geschäftsmodell von Ruslan Husry  war ebenso einfach wie ambitioniert. Revo agierte als Betreiberplattform. Die Immobilien gehörten überwiegend Investoren, Fonds oder Family Offices. Revo übernahm die operative Führung schloss Franchiseverträge mit internationalen Marken (z.B. Accor) oder führte eigene Hotelmarken.

In den 2024 und 25 wuchs die Gruppe mit der Übernahme der Centro Hotels und später H-Hotels. Schon da zeichnete sich ab, dass mit neuen Marken und Systemen in verschiedensten Regionen nicht nur die Komplexität zunahm, sondern auch die Finanzierung immer wackeliger wurde. Und so verlief denn die Expansion schneller als die Konsolidierung. Die Kosten stiegen, die Finanzierungsbedingungen wurden sehr schwierig. Dann die logische Konsequenz: Der finanzielle Kollaps. 

Nach der Insolvenz war klar, dass eine Fortführung der bisherigen Struktur unmöglich sein würde. Für Insolvenzverwalter, Eigentümer und Investoren stellt sich bei großen Hotelportfolios stets dieselbe Frage:  wie kann das Revo-Portfolio verkauft werden? So gut wie alles sprach gegen einen einzelnen Käufer. Die Zerschlagung bzw. Aufteilung auf mehrere Betreiber bietet dagegen zahlreiche Vorteile. Unterschiedliche Häuser können denjenigen Gruppen zugeordnet werden, die strategisch am besten dazu passen. Budget-Hotels gehen an Budget-Spezialisten. Businesshotels an Betreiber mit entsprechender Erfahrung. Longstay-Produkte an Plattformen mit technologischem Fokus.

Die  Erwerber repräsentieren unterschiedliche Segmente, Geschäftsmodelle und Unternehmenskulturen.Gemeinsam decken sie jedoch nahezu die gesamte Breite des Hotelmarktes ab.

Die Israel Canada Hotels (ICH) Gruppe vollzieht mit ihrer Hotelmarke „Brown Hotels“ den strategischen Markteintritt in Deutschland. Das Unternehmen hat den Kauf von fünf Hotels abgeschlossen.  Der  Erwerb stellt einen signifikanten Schritt für ICH/Brown Hotels dar, da er die erste Präsenz des Unternehmens auf dem deutschen Hotelmarkt begründet. Die Transaktion, bei der die Wirtschaftskanzlei FPS umfassend beratend tätig war, betrifft ein Portfolio von 1.179 Zimmern. Der Kaufpreis für die Liegenschaften summiert sich auf rund 15,8 Mio. Euro. Das erworbene Portfolio umfasst Hotels an verschiedenen Standorten in Deutschland. Es handelt sich um ein H2 Hotel und ein H4 Hotel  nahe der Münchner Messe, ein H4 Hotel in Hamburg Bergedorf, das Centro Park Hotel Berlin sowie ein weiteres H4 Hotel in Leipzig.. Diese Objekte wurden aus dem Bestand der HRG Hospitality B.V. & Co. KG (Revo Hospitality) erworben, einem paneuropäischen Hotelbetreiber mit Schwerpunkt im DACH-Raum. Der Erwerb erfolgte im Rahmen von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Übernahme der jeweiligen Betreibergesellschaften durch den Investor, einschließlich der bestehenden Mietverträge, die vor dem Vollzug der Transaktion geschlossen wurden. Bestehende Verbindlichkeiten der Verkäuferseite werden in den Insolvenzverfahren geklärt und gehen nicht auf die Erwerber über.

Motel One hat offenbar zehn Häuser der insolventen Revo-Gruppe im Blick. Die Münchner sind dazu beim Kartellamt vorstellig geworden. Entwickler und Investor Art-Invest hat neue Betreiber für zuvor von Revo geführte Hotels gefunden. Im Hamburger Stadtteil Barmbek bleibt das Ibis Styles erhalten. Aus dem Ibis in Kiel wird dagegen ein Motel One. Quelle: Hotel Inside / CM

Türkei verweigert LGBTQ+-Kreuzfahrt das Anlanden

Türkische Behörden haben einem von dem LGBTQ+-Reiseunternehmen Atlantis Events gecharterten Kreuzfahrtschiff von Virgin Voyages die Anlandung in Kuşadası und Istanbul unter Berufung auf „moralische Standards“ und „familiäre Werte“ verweigert. Das Schiff, das überwiegend US-amerikanische LGBTQ+-Passagiere beförderte, sollte am 5. Juli von Athen aus starten und einen Zwischenstopp in der Türkei einlegen. Der Reiseplan wurde nun geändert und beinhaltet stattdessen Ägypten und Kreta.

Die Behörden der türkischen Provinz Aydın gaben bekannt, dass der Zwischenstopp in Kuşadası abgesagt wurde, da die gecharterte Gruppe mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werde, die mit der türkischen Gesellschaftsstruktur und deren moralischen Werten „unvereinbar“ seien. Rich Campbell, CEO von Atlantis Events, bezeichnete die Entscheidung als beispiellos in der 36-jährigen Geschichte des Unternehmens und erklärte, das Schiff sei „aufgrund unserer Identität“ abgelehnt worden.

Schwule und Lesben haben in der Türkei nichts zu suchen, so di Behörden und verweigern deshalb einem LGBTQ-Kreuzg´fahrtschiff das Anlanden. Foto Atlantis Events

Der Fall birgt eine bittere Ironie: Viele LGBTQ+-Reisende aus den USA sehen Europa angesichts einer Welle von LGBTQ+-feindlichen Gesetzen in US-Bundesstaaten, von denen viele von Republikanern geführt werden, zunehmend als sicherere und inklusivere Alternative. Die ACLU und das Movement Advancement Project haben Hunderte von Gesetzesentwürfen auf Ebene der Bundesstaaten verfolgt, die die Rechte von LGBTQ+-Personen im Jahr 2026 einschränken. Reiseexperten berichten zudem, dass einige LGBTQ+-Amerikaner Europareisen nicht nur für den Urlaub nutzen, sondern auch, um einen möglichen Umzug dorthin zu erkunden.

Die türkische Entscheidung ist nicht beispiellos. 1998 verweigerte Grand Cayman einer Atlantis-Kreuzfahrt für Homosexuelle die Einreise mit der Begründung, die Passagiere könnten sich nicht „angemessen verhalten“. Im Jahr 2000 verhinderte die türkische Polizei, dass homosexuelle Touristen Kuşadası und Ephesus besuchten, woraufhin sich der türkische Tourismusminister Berichten zufolge entschuldigte.

Die türkische Maßnahme reiht sich in ein weltweit verbreitetes Muster von LGBTQ+-Beschränkungen ein, die als Verteidigung von Tradition, Moral oder Familie gerechtfertigt werden. Uganda bleibt eines der deutlichsten Beispiele: Das 2023 verabschiedete Anti-Homosexualitätsgesetz sieht lebenslange Haft für gleichgeschlechtliche Handlungen und die Todesstrafe für „schwere Homosexualität“ vor. Human Rights Watch warnt zudem, dass LGBTQ+-Personen weiterhin einem hohen Risiko willkürlicher Verhaftungen, Erpressung und Misshandlungen ausgesetzt sind. Auch in Russland werden Homosexuelle verfolgt wie auch in den meisten asiatischen Ländern.

Anders Westeuropa: Die Region zählt laut der LGBTQ-Reiserisikokarte 2026 weiterhin zu den sichersten Regionen für LGBTQ+-Reisende. Länder wie Malta, Island, Spanien, Deutschland und die Niederlande gehören zu den gastfreundlichsten Reisezielen. Zu den jüngsten Fortschritten zählen die Ehe für alle in Thailand und Liechtenstein, die erste gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft in Litauen sowie Fortschritte bei der Entkriminalisierung in Ländern wie Botswana und St. Lucia. Quelle: eTurbo News / CM