Laut dem aktuellen Bericht 2026, dem dritten seit die GBTA die Initiative im Jahr 2024 ins Leben gerufen hat. haben Unternehmen in diesem Jahr – trotz „herausfordernder“ Gegenwinde – „schrittweise“ Fortschritte bei der nachhaltigeren Gestaltung ihrer Geschäftsreiseprogramme erzielt. Der diesjährige Bericht wurde auf dem GBTA Sustainability Summit vorgestellt, der diese Woche im Rahmen der Konferenz von GBTA und ABTA in Wien stattfindet.
Die „Sustainability Acceleration Challenge 2026“ der GBTA:Foundation Stiftung bewertet weltweit mehr als 200 Organisationen anhand verschiedener Nachhaltigkeitskriterien, darunter Beschaffung, Emissionserfassung, Dekarbonisierung und Entscheidungsprozesse. Die GBTA weist den Nachhaltigkeitsprogrammen der Unternehmen einen „Reifegrad-Score“ auf einer Fünf-Punkte-Skala zu: Null bedeutet, dass eine Organisation keinerlei Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit ergreift, während fünf für die Anwendung führender Nachhaltigkeitspraktiken steht.

Der Benchmark für 2026 analysierte Daten zu Reiseprogrammen von 204 Unternehmen in 28 Ländern. Demnach lag der durchschnittliche weltweite Reifegrad-Score für Nachhaltigkeitsbemühungen in Reiseprogrammen im Jahr 2026 bei 1,5 – ein Anstieg gegenüber 1,4 im Jahr 2025 und 1,3 im Jahr 2024.
Nach Angaben der Global Business Travel Association wurden die größten Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr im Bereich der nachhaltigen Beschaffung erzielt (Anstieg von 1,5 auf 1,6). Immer mehr Unternehmen wählen ihre Lieferanten auf Basis von Klimakriterien aus (41 %) und verankern Nachhaltigkeitsanforderungen in ihren Verträgen (39 %).
Auch bei der Dekarbonisierung gab es eine positive Entwicklung (Anstieg von 0,7 auf 0,8 im Vergleich zum Vorjahr). Dies umfasst u.a. den Kauf alternativer Flugkraftstoffe – der Anteil der Unternehmen, die einen solchen Ansatz verfolgen, stieg von 20 auf 22 %. Freilich machen die SAF, wie sie viele Airlines kaufen, nur einen winzigen verschwindend kleinen Bruchteil ihres tatsächlichen Treibstoffverbrauchs aus, so dass man ihn fast vernachlässigen kann.
Allerdings stagnierten Bereiche wie die Erfassung von Emissionen, die Festlegung von Zielen und die Berichterstattung (2.3) sowie die Entscheidungsfindung für nachhaltige Reisen (1.3) im Vergleich zu 2025.
„Drei Jahre kontinuierlicher wenngleich marginaler Fortschritt zeigen, dass nachhaltige Geschäftsreisen zunehmend in das Reisemanagement von Unternehmen integriert werden – selbst in einem schwierigen geschäftlichen Umfeld“, erklärte Delphine Millot, Senior Vice President für Advocacy und Nachhaltigkeit sowie Geschäftsführerin der GBTA Foundation. Und weiter: „Doch schrittweise Verbesserungen reichen nicht aus. Die nächste Herausforderung besteht darin, Lösungen auszubauen, die messbare Emissionssenkungen ermöglichen – von der Beschaffung und den Entscheidungen der Reisenden bis hin zu nachhaltigen Flugkraftstoffen.“
Die GBTA merkte an, dass die Entwicklung in Europa wieder „auf dem richtigen Weg“ sei: Der Gesamtscore für den Kontinent stieg von 1,4 im Jahr 2025 auf 1,7 im Jahr 2026 – dank verstärkter Maßnahmen bei der Emissionserfassung und der nachhaltigen Beschaffung im Vergleich zum Vorjahr.
„Dieser neue Schwung ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass sowohl Regulierungsbehörden als auch Unternehmen in ganz Europa weiterhin einen sFokus auf die Messung von Emissionen und eine nachhaltige Beschaffung legen“, ergänzte die GBTA in ihrer Stellungnahme.
Anderswo stieg die Gesamtpunktzahl für die Region Asien-Pazifik im Jahresvergleich von 1,3 auf 2,1, da immer mehr Unternehmen Maßnahmen zur Erfassung von Emissionen, zur Festlegung von Zielen, zur Berichterstattung sowie zur nachhaltigen Beschaffung einführten.
Unternehmen in Nord- und Südamerika hingegen „verloren insgesamt an Boden“: Der regionale Wert sank von 0,9 im Vorjahr auf 0,7 im Jahr 2026 – was vor allem auf einen Rückgang bei der Erfassung von Emissionen im Jahresvergleich zurückzuführen ist. Dies geschah, obwohl im Jahr 2026 mehr Unternehmen Investitionen zur Dekarbonisierung tätigten, etwa durch den Kauf alternativer Flugkraftstoffe. Quelle: GBTA / CM