Renfe ordert Siemens Velaro Novo-Hochgeschwindigkeitszüge

Das spanische Bahnunternehmen Renfe hat bei Siemens Mobility 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro Novo bestellt. Der Vertrag enthäl eine Option auf weitere 10 Einheiten. Die Züge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h ausgelegt und bieten 520 Sitzplätze pro Zug sowie Verbesserungen, die darauf abzielen, den Komfort zu steigern, den Platz besser zu nutzen und die Zuverlässigkeit des Betriebs bei geringerem Energieverbrauch zu erhöhen.

Der endgültige Auftragswert belief sich auf 1.218 Mio. Euro, was diese 30 elektrischen Triebzüge sowie die für deren Wartung erforderlichen Komponenten umfasst.

Der Velaro Novo ist eine technologische Weiterentwicklung der Baureihe 103 (Velaro E), die Renfe bereits sehr erfolgreich seit mehr als zwei Jahrzehnten in Spanien einsetzt, und verfügt über neue technische Entwicklungen sowie Leistungsverbesserungen.

Renfe hat bei Siemens Mobility 30 Hochgeschwindigkeitszüge Velaro Novo bei Siemens Mobility bestellt. Foto Siemens Mobility

Das vorgelegte Angebot vereint drei große Ziele: eine bessere Raumnutzung für die Fahrgäste, die Senkung des Energieverbrauchs und die Erleichterung der Wartung, damit die Züge mit hoher Zuverlässigkeit im Einsatz stehen können.

Die ersten fünf Einheiten müssen innerhalb von 40 Monaten ausgeliefert werden, die restlichen in gleichmäßigen Abständen, bis der Auftrag nach 62 Monaten vollständig abgewickelt ist. In diesem Zusammenhang kann sich Renfe keine erneuten Lieferverzögerungen seitens der Hersteller leisten, wie sie bei jüngsten Anschaffungen der Talgo Baureihe Avril aufgetreten sind.

Die Anschaffung ermöglicht es, die Flotte zu erweitern und zu erneuern, um das Angebot an Sitzplätzen und Dienstleistungen in einem liberalisierten Markt zu erhöhen. 

Die geplante Konfiguration umfasst in den siebenteiligen Triebzügen 520 Sitzplätze auf einer Ebene, verteilt auf zwei Klassen: 404 in der Touristenklasse (78 % der Gesamtzahl) in 2+2-Konfiguration und 116 in der First Class (22 %) in 2+1-Konfiguration. Die Sitze sind in Fahrtrichtung verstellbar, und jeder Platz verfügt über eine Steckdose und einen USB-Anschluss.

Die Gewichtsreduzierung und der geringere Platzbedarf der technischen Ausrüstung im Vergleich zur aktuellen Renfe-Hochgeschwindigkeitsflotte ermöglichen es, die Sitzplatzanzahl bei gleichbleibender Zuglänge zu erhöhen und über großzügigere Multifunktionsbereiche für Gepäck, Fahrräder oder Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität zu verfügen.

Das Design der neuen Drehgestelle soll in Verbindung mit einem geringeren Gewicht und einer verbesserten Aerodynamik für eine leisere Fahrt mit weniger Vibrationen und höherer Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten sorgen. Die Aerodynamik zielt zudem darauf ab, Druckwellen in Tunneln und den Lärm beim Kreuzen zweier Züge zu reduzieren – eine besonders wichtige Verbesserung auf Strecken mit zahlreichen Tunneln.

Die digitale Architektur ist darauf ausgelegt, WLAN mit höherer Kapazität bereitzustellen, Systemaktualisierungen während der gesamten Lebensdauer des Zuges zu erleichtern und sowohl das Bordunterhaltungsmanagement als auch die Fahrgastinformation durch fortschrittlichere und individuellere Optionen zu verbessern.

Der Zug der Zukunft. Der Velaro Novo verfügt über ein Last Mile-System über Hochleistungsbatterien, die die Antriebsaggregate mit Strom versorgen und im Störungsfall die Weiterfahrt des Zuges ermöglichen, auxch wenn er aus der Oberleitung keinen Strom abnehmen kann. Diese Funktion verringert die unmittelbare Abhängigkeit von Rettungslokomotiven oder Einsatzfahrzeugen bei abgeschalteter Fahrleitung. 

Siemens Mobility: Der Bahntechnikhersteller weist ein hohes Maß an unternehmerischer Solvenz auf, da es Teil eines Industrie- und Technologiekonzerns mit einer diversifizierten Finanzlage und der Fähigkeit ist, Großaufträge zu bewältigen.  Siemens Mobility hat kürzlich erst den Zuschlag für einen Auftrag zur Lieferung von zehn Velaro-Novo-Zügen an VinSpeed sowie für die Signal-, Elektrifizierungs- und Kommunikationssysteme für die neuen Strecken Hanoi–Quang Ninh und Ben Thanh–Can Gio in Vietnam erhalten. Zudem wurde das Unternehmen ausgewählt, zehn dieser Hochgeschwindigkeitszüge an Brightline West für die neue Bahnverbindung zwischen Las Vegas und Südkalifornien zu liefern.  Quelle Renfe / CM

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