Für teure Autos verteuert sich 2027 die Kfz-Versicherung

Neue Typklassen sorgen 2027 für deutliche Preisunterschiede bei der Kfz-Versicherung. Manche Modelle werden erheblich teurer, wenige günstiger.  Für Autobesitzer lohnt deshalb in den kommenden Wochen ein genauer Blick auf die Beitragsrechnung. Eine Hochstufung kann die Police spürbar verteuern – muss es aber nicht. Und selbst bei unveränderter Typklasse kann ein Versicherer seinen Preis aus anderen Gründen anheben.

Für mehr als 12 Mio. Autofahrende und Flottenbetreiber ändern sich die Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Das zeigt die neue Typklassenstatistik des GDV. Sie bildet die Schadenbilanzen fast aller in Deutschland zugelassenen Automodelle ab.

Der GDV bewertet jedes Jahr die Schadenbilanzen der in Deutschland zugelassenen Fahrzeugtypen neu. Für 2027 wurden mehr als 33.000 Modelle berücksichtigt. Nach Angaben des Versicherungsverbands erhalten rund 7,4 Mio. Autofahrende in der Haftpflicht eine höhere Typklasse, etwa 5,1 Mio. werden niedriger eingestuft. Für die übrigen fast 30 Mio. – insgesamt 71 % aller Autofahrerinnen und Autofahrer – ändert sich in der Einstufung für die KFZ-Haftpflichtversicherung nichts“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV.  

Die Typklasse ist eine Einstufung, die zeigt, wie viele und wie teure Schäden mit einem Automodell im Vergleich zu anderen Modellen verursacht werden. In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind Schäden maßgeblich, die bei Dritten verursacht werden. Dazu gehören beispielsweise Auffahrunfälle und Parkrempler, aber auch größere Verkehrsunfälle.

Bei 71 % der Autofahrenden ändert sich in der Kfz-Versicherung 2027 wenig bis nichts. Foto: GDV

Entscheidend ist die konkrete Fahrzeugvariante und deren bisherige Schaden- und Kostenbilanz. Die GDV-Systematik berücksichtigt bei der Vollkasko u.a. Schäden am eigenen Fahrzeug sowie Teilkaskoschäden. In der Haftpflicht stehen dagegen Schäden im Mittelpunkt, die mit einem bestimmten Fahrzeugtyp bei Dritten verursacht werden.

Kaskoversicherung: Hohe Typklassen für Oberklasse- und Luxusklassemodelle. Typklassen gibt es nicht nur für die Kfz-Haftpflichtversicherung, sondern auch für die Voll- und Teilkaskoversicherung. Hier geht es um Schäden am eigenen Auto, etwa durch Autodiebstahl, Wildunfälle, Hagel oder Sturm. In der Vollkaskoversicherung zusätzlich um selbstverschuldete Unfälle.  

Für die Schadenbilanzen in den Kaskoversicherungen spielen daher auch Wiederbeschaffungswert, Reparaturkosten und Ersatzteilpreise des jeweiligen Automodells eine Rolle. Viele Kleinwagen, wie Fiat Panda, Renault Twingo und VW Polo, die vergleichsweise günstig zu reparieren sind, haben oft niedrige Kasko-Typklassen. Dagegen fallen bei hochwertigen Geländewagen, Sportwagen oder Oberklassemodellen die Kosten häufig höher aus. Entsprechend finden sich viele dieser Modelle in einer höheren Typklasse wieder. So z.B. verschiedene Autos der Baureihen Porsche Panamera, Land Rover Range Rover oder Toyota Land Cruiser. “Als Faustregel gilt: Je teurer ein Auto und dessen Ersatzteile sind, desto höher fällt meist die Kasko-Typklasse aus”, sagt Asmussen.  

Häufig geht es für Automodelle nur ein oder zwei Klassen nach oben oder unten. So wird in der Kfz-Haftpflichtversicherung  der VW T7 MULTIVAN 2.0 TDI X und in der Vollkaskoversicherung der Mercedes GLC 200 4MATIC zwei Klassen besser eingestuft.

Typklassenstatistik zeigt Schadenbilanzen aller Automodelle . Die Typklassenstatistik des GDV erscheint einmal jährlich. Sie umfasst die Schadenbilanzen der Jahre 2023 bis 2025. Auch bei den Kaskoversicherungen bleibt es für die Mehrheit der Autofahrerenden bei den Einstufungen des Vorjahres: 67 % der Voll- und Teilkaskoversicherten behalten ihre aktuelle Typklassen.  

Die Typklassenstatistik des GDV ist für die Kfz-Versicherer unverbindlich. Sie kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden.

Eine Aussage über den Kfz-Versicherungsbeitrag lässt sich allein durch eine Veränderung bei der Typklasse nicht treffen. Die Versicherungsprämie ist von vielen weiteren Faktoren abhängig, z.B. der Regionalklasse und der Jahresfahrleistung. Auch die Entwicklung der Reparaturkosten, die seit Jahren wesentlich stärker steigen als die allgemeine Inflation ist für die Prämienentwicklung maßgeblich. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), in der Vollkaskoversicherung 25 Typklassen (10-34) und in der Teilkaskoversicherung 24 Typklassen (10-33). Quelle: GDV / CM

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