Ein chinesischer Übersetzer, der vom Betreiber der Pariser Flughäfen , Aéroports de Paris (ADP), engagiert worden war, verwechselte die Schweiz mit China; in der Folge wies ein Monitor Inhaber chinesischer Reisepässe in eine Warteschlange an der Passkontrolle, die sie gar nicht nutzen durften.
Nicht bekannt ist, wie lange die fehlerhafte Anzeige für Irritationen sorgte. Erst als ein aufmerksamer Nutzer von X auf den eklatanten Fehler hinwies, versprach der Flughafenbetreiber, die falsche Information zu korrigieren.
Was genau war schiefgelaufen? Am Eingang zur Passkontrolle befindet sich ein Schild, das anzeigt, für welche Länder die automatischen e-Gates zur Verfügung stehen. Dies gilt für Passinhaber aus der Europäischen Union (EU) sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz. All diese Länder-Bezeichnungen werden abgekürzt; im Fall der Schweiz lautet die Abkürzung „CH“ (zwei Buchstaben).

Das mag zunächst unsinnig erscheinen, doch die Abkürzung leitet sich vom lateinischen Namen des Landes ab: „Confoederatio Helvetica“ (Schweizerische Eidgenossenschaft). Es handelt sich um eine weit verbreitete Abkürzung, die sogar als länderspezifische Internet-Endung verwendet wird. Auch die Währungsbezeichnung für den Schweizer Franken – CHF – basiert darauf.
Einem chinesischen Übersetzer, der mit der Übertragung der „Beschilderung“ auf den Monitoren beauftragt war, entging jedoch die Bedeutung dieser Abkürzung. Er sah „CH“, interpretierte dies als „China“ und formulierte den Text entsprechend, sodass Inhaber chinesischer Pässe zur falschen Passkontrollschlange geleitet wurden.
Der Flughafenbetreiber reagierte auf den X-Hinweis und korrigierte den Fehler, der für viel Verdruss unter Tausenden Passagieren gesorgt hatte. Dies ist nicht das erste Mal, dass Beschilderung Ärger verursachen, wobei sich meistens die Regierung in Peking echauffiert. Vor einigen Jahren traf es z.B. Emirates. Damals stellte Peking fest, dass das Kabinenpersonal aus Taiwan Namensschilder mit der taiwanesischen Flagge trug – bekannt als „Blauer Himmel, weiße Sonne und ganz rote Erde“. Seinerzeit weigerte sich das taiwanesische Kabinenpersonal, die Flagge der Volksrepublik China zu tragen. Weil aber die Machthaber in Peking mit Sanktionen drohten, falls der Golfcarrier das Tragen der Taiwan-Flagge durch die Besatzung nicht unterbinden würde, blieb der Fluggesellschaft keine andere Wahl, als die Länderflaggen von sämtlichen Namensschildern zu entfernen – unabhängig vom jeweiligen Land. Quelle: X / CM