Der aktuell hohe Spritpreis könnte noch viel weiter klettern – wenn eine Prognose der US-Investmentbank Goldman Sachs Wirklichkeit wird. Das Geldinstitut hat seine Ölpreisprognosen wegen der anhaltenden Risiken für die Schifffahrt im Nahen Osten angehoben.
Die Prognose berechnet die Rohölpreise voraus. Experten meinen, der Literpreis für Diesel und Benzin E10 dürfte bald über 3 Euro steigen. Sie empfehlen den raschen Umstieg auf E-Mobilität. Denn die ist unterm Strich um ein Vielfaches günstiger als das Verbrennerauto. Und BEV sind heute schon preislich nicht teurer als ein Benziner.
Sollte die Ölförderung am Golf und der Abtransport zu den Märkten wie derzeit weiter sinken, könnten der Rohölpreis für das Barrel der Nordseesorte Brent (1 Barrel = 159 Liter) 2027 auf bis zu 120 US-Dollar und mehr steigen. Zuletzt notierte Öl dieser Sorte bei 107 USD/ Barrel. Neben der weitgehend verschlossenen Straße von Hormus bedrohen Huthi-Rebellen die ebenfalls für den Öltransport wichtige Meerenge Bab al-Mandab zwischen Jemen und dem Horn von Afrika (CM berichtete). Und auch die Ölpipeline in Saudi Arabien vom Ost nach West zum Roten Meer ist nach einem Anschlag derzeit außer Betrieb. Indes bekommt Deutschland sein meistes Öl nicht aus dem Nahen Osten, sondern überwiegend aus Norwegen. Aber die Ölnotierungen sind nun ma gebunden.
Wie sich die Spritpreise entwickeln werden, lässt sich nicht seriös vorhersagen. Das hat u.a. mit dem deutschen CO2-Preis zu tun, der 2026 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne liegt. Hinzu kommt, dass große Öl-Abnehmer wie China oder Indien wegen der fehlen Mengen an Öl aus dem Nahen Osten Ersatz auf anderen Märkten suchen – und konkurrieren dort mit Händlern aus Europa. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt zudem der Dollarkurs. Rohöl wird überwiegend in US-Dollar gehandelt, daher spielt der Wechselkurs zu anderen Währungen immer eine Rolle. Notiert der US-Dollar gegenüber dem Euro fester, verteuert sich Rohöl für europäische Käufer selbst dann, wenn der eigentliche Ölpreis kaum steigt. Ein starker Euro kann umgekehrt einen Ölpreisanstieg teilweise ausgleichen. Aktuell notiert der Euro stark zum US-Dollar – weshalb der Spritpreis eigentlich tiefer stehen sollte.
Das Dieseldilemma. Benzin und Diesel entstehen zwar aus demselben Ausgangsstoff, ihre Preise können sich trotzdem sehr unterschiedlich entwickeln. Der Grund: Raffinerien stellen aus Rohöl verschiedene Produkte her – neben Benzin und Diesel etwa Heizöl und Kerosin für den Luftverkehr. Derzeit ist vor allem Diesel auf dem Weltmarkt knapp. Die Nachfrage nach sogenannten Mitteldestillaten trifft auf eingeschränkte Raffineriekapazitäten und geringere Exporte wichtiger Lieferländer. So werden z.B. die Raffinerien in Russland von der Ukraine angegriffen. Und wussisches Öl wird stark im Handel beschränkt. Deutschland ist außerdem stärker auf Dieselimporte angewiesen als andere Länder. Denn in Deutschland fahren global betrachtet mehr Dieselfahrzeuge als im Rest der Welt. Das erklärt, weshalb sich Diesel wesentlich stärker verteuert hat als Benzin.
Die Frage nach den Gründen, warum Dieselkraftstoff teurer ist als z.B. E10 bleibt offen, zumal Diesel hier zu Lande einen an sich vollkommen blödsinnigen und ungerechtfertigten Steuervorteil hat gegenüber Ottokraftstoff. Er liegt bei 18,4 Cent/Liter – die Energiesteuer auf Benzin beträgt 65,45 Cent, auf Diesel 47,04 Cent pro Liter. Dazu kommen CO2-Preis und Mehrwertsteuer. Derzeit bestehen nach Berechnungen des ADAC in Deutschland rund 57 % des Benzinpreises und etwa 47 % des Dieselpreises aus Steuern und Abgaben.
Wasserstände der deutschen Flüsse spielen künftig eine immer stärkere Rolle. Im August sorgte das Niedrigwasser am Rhein als zusätzlicher Preistreiber. Denn Tankschiffe konnten teilweise weniger Kraftstoff transportieren, wodurch die Transportkosten stiegen. Klimaforscher sagen voraus, dass es nicht nur beim Rhein, sondern auch bei den anderen größeren Flüssen wie Donau, Main oder auch Elbe in den nächsten Jahren zur „Ebbe“ kommen kann, verursacht durch den rasch voranschreitenden Klimawandel. Der wird sich in den kommenden Jahren immer heftiger auch in Mitteleuropa auswirken. Ursächlich dafür ist u.a. die Flut an massiv klima- und umweltschädlichen Lkw, die millionenfach Deutschland in Grund und Boden richten. Und es st auch die unsäglich falsch reagierende Bundesregierung, die das Verbrenner-Aus boykottiert. Den an den Zapfsäulen gebeutelten AutofahrerInnen kann man nur raten, ihr Verbrennerauto baldmöglich gegen ein batterieelektrisches Fahrzeug zu tauschen. Denn nur damit bleiben sie auch in Zukunft kostengünstig mobil. Jetzt nach dem Staat zu schreien, um Sprit billiger zu bekommen, ist definitiv der falsche Weg. Quelle: CM