Auf dem Frei- und Gleisgelände der InnoTrans 2026 (22. – 25. September) präsentieren Hersteller aus aller Welt ihre neuesten Fahrzeuge der internationalen Bahnindustrie. Insgesamt stellen Aussteller aus 17 Ländern in diesem Jahr 113 Fahrzeuge aus.
Ein besonderer Fokus liegt bei der diesjährigen internationalen Leitmesse für Bahn-Verkehrstechnik auf alternativen Antriebstechnologien. Vom modernen Hochgeschwindigkeitszug über Lokomotiven mit alternativen Antrieben bis hin zu innovativen Nachtzugkonzepten.
In Summe sind 130 Aussteller auf dem Frei- und Gleisgelände vertreten, darunter 30 Unternehmen erstmals in diesem Bereich, der insgesamt rund 20.000 m2 Bruttofläche umfasst.
All die Fahrzeuge ausstellen zu können, erfordert eine komplexe Logistik. Besonders weit ist der Weg für Exponate aus Asien: Die Fahrzeuge aus China und Südkorea wurden zunächst per Schiff nach Europa transportiert. Anschließend ging es teilweise per Binnenschiff weiter in Richtung Berlin. Andere Fahrzeuge reisen auf der Schiene oder über die Straße an.

Mit acht Modellen präsentiert der slowakische Güterwagen-Hersteller TATRAVAGÓNKA die meisten Fahrzeuge bei der InnoTrans 2026. Der Schweizer Hersteller Stadler Rail folgt mit sieben Fahrzeugen, darunter eine Schmalspurbahn mit Wasserstoff-Antrieb sowie ein akkubetriebener Regionalzug. Weitere Hersteller wie Siemens Mobility oder Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A. (CAF) stellen ebenfalls Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien vor. CRRC aus China präsentiert erstmals seine Wasserstoff-Brennstoffzellen-Hybridlokomotive, der französische Branchenriese Alstom gleich zwei Traxx-Lokomotiven mit innovativer Bordsignaltechnik.
Um Geschwindigkeit geht es bei den High-Speed-Zügen von Hitachi und Hyundai Rotem. Der ETR1000 Frecciarossa und der EMU 320 können ein Maximal-Tempo von mehr 300 km/h erreichen.
Auch das Thema Autonomie im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) wird immer wichtiger. Railevo präsentiert das weltweit erste autonome Schienentaxi. Ferrovie dello Stato Italiane stellt ein unbemanntes Fahrzeug vor, die TH Ostwestfalen-Lippe hat mit Monocab ein autonomes Einschienenfahrzeug für den ländlichen Raum entwickelt. Der belgische Aussteller Otiv geht noch einen Schritt weiter und wird im Rahmen einer Demonstration einen Zug per Fernsteuerung in den Niederlanden bewegen.
Nachtzüge feiern Comeback. Ein weiterer Trend der InnoTrans 2026: Die Renaissance der Nachtzüge. Gleich mehrere Unternehmen zeigen in Berlin, wie komfortables Reisen über Nacht künftig aussehen kann. Dabei stehen Privatsphäre, eine effizientere Nutzung des verfügbaren Raums und neue Komfortkonzepte im Mittelpunkt.
Nox Mobility präsentiert einen Prototyp, der ausschließlich auf private Räume für eine oder zwei Personen setzt. Entwickler Thibault Constant gewann vor zwei Jahren noch einen der ersten Awards beim Railway Influencer Festival – nun kehrt er als Aussteller nach Berlin zurück.
Die Luna Rail GmbH zeigt im Luna Rail Lab u.a. zweigeschossige Sitz- und Liegebereiche sowie private Kabinen für eine oder zwei Personen. Die Tricon AG hat gemeinsam mit mehreren Partnern, darunter das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), satek, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und GETA interieur das Projekt ALISA entworfen. Die Abkürzung steht für angebotsdifferenziertes, leichtes und innovatives Schlafwagenkonzept. Mockups des Konzepts werden während der InnoTrans in einem Zelt vor dem Eingang Süd präsentiert.
„Dass gleich mehrere neue Nachtzugkonzepte auf der InnoTrans zu sehen sind, zeigt, wie dynamisch sich dieses Segment derzeit entwickelt“, sagt Innotrans-Chefin Kerstin Schulz. „Der Nachtzug verbindet viele Themen, die unsere Branche beschäftigen: nachhaltige Mobilität über lange Distanzen, neue Kundenerwartungen und die Frage, wie sich Komfort und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden lassen. Auf der InnoTrans können unsere Fachbesucher diese Ideen nicht nur diskutieren, sondern ganz konkret erleben.“ Quelle: Messe Berlin / CM