Die seit Ende Februar 2026 andauernden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran stürzten die Luftfahrtindustrie der Region in eine schwere Krise. Während der Krieg im Nahen Osten diverse Routen der Airlines aus den Golfstaaten lahmlegte, war dies für die europäische Konkurrenz eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen aufzuholen.
Über 2.000 Flüge pro Tag haben Emirates und Co. bis 27. Februar 2026 durchgeführt. Tags darauf sind dann die Lufträume in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und weiteren Ländern geschlossen worden und der Flugbetrieb km weitgehend zum Erliegen. Nachdem man in Dubai, Abu Dhabi und auch Doha auf die Airlines angewiesen ist, waren die dortigen Regierungen natürlich sehr bemüht, den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder hochzufahren. Über mehrere Monate wurden Emirates, Qatar Airways und Etihad durch gesperrte Lufträume, beschädigte Infrastruktur und teure Umwege ausgebremst.Doch Emirates-Präsident Sir Tim Clark sieht darin keine Schwäche, sondern nur eine Unterbrechung. Seine Botschaft an Europas Airlines war unmissverständlich: Emirates werde „hart und schnell“ zurückkommen.

Fakt ist: Der Nettogewinn von umgerechnet 7,2 Mrd. US-Dollar der Fluggesellschaften im Nahen Osten im Jahr 2025 wird sich für 2026 in einen Nettoverlust von 4,3 Mrd. US-Dollar verkehren, prognostiziert die International Air Transport Association (IATA). Seit den ersten Angriffen des Iran auf Israel und den darauf erfolgten Gegenschlägen von Israel mussten die Lufträume wegen zahlreicher Raketen und Drohnen des Mullah-Regimes sowie Militärjets der US Airforce sowie der israelischen Luftwaffe großräumig gesperrt werden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) rät weiterhin von Überflügen bestimmter Regionen ab.
Üner Monate, bis ca. Mitte Juni, rieten europäische Regierungen von nicht dringenden Reisen in die VAE ab. Diese Warnung beinhaltete auch reine Umsteigeverbindungen via Dubai, Abu Dhabi und Qatar Richtung Asien, Indischer Ozean, Afrika etc..
Die zeilweise Sperrung der Lufträume, die Reisewarnungen und die generelle Verunsicherung der Reisemärkte sind ein ganz dickes Problem des ‘Hub-and-Spoke – Systems’ von Emirates, Etihad Airways und Qatar Airways. Dieses System über Dubai, Abu Dhabi und Qatar Airways funktioniert nur bei maximaler Effizienz und Sicherheit. Die Passagiernachfrage im Nahen Osten fiel im Juni um fast 14 %, während der Direktverkehr zwischen Europa und Asien um 11% zunahm.
Viele europäische und asiatische Airlines haben ihre Flüge in die Region bis weit in den Herbst oder sogar bis 2027 (z.B. Air Canada) ausgesetzt, was die Auswahl für Geschäftsreisende drastisch einschränkt und die Preise für die verbleibenden Verbindungen in die Höhe treibt. Quelle: Middle East Eye