Mietwagen werden weltweit wohl teurer

Laut „Ground Monitor“ von American Express Global Business Travel (Amex GBT) Consulting dürften die weltweiten Mietwagenpreise in den kommenden zwölf Monaten stabil bleiben oder nur moderat steigen.

Zu den Faktoren, die die Preise in bestimmten Regionen in die Höhe treiben könnten, zählen laut Amex GBT Consulting Steuern und die Verfügbarkeit von Mietwagen.  Zudem spielen geopolitische Unruhen und Unsicherheiten bei den Rohstoffpreisen eine Rolle, denen jedoch ein verbessertes Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei den Mietwagenflotten entgegenwirkt.

Die für die Analyse verwendeten Daten stammten aus dem Data Lake von Amex GBT. Die Prognosen zu Inflation und BIP basierten auf Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF); der Bericht deckt zudem nur jene Länder ab, für die Amex GBT über ausreichend Mietwagendaten zur Untermauerung des Prognosemodells verfügt.

Nordamerika. Für USA und Kanada wird für die kommenden zwölf Monate jeweils ein Anstieg der Mietwagenpreise um 1,5 bis 2 % im Jahresvergleich prognostiziert. Dies entspricht in etwa der Prognose für die USA aus dem Vorjahr, bedeutet jedoch einen geringeren Anstieg für Kanada, wo für den Zeitraum 2025–2026 noch Preissteigerungen von 2,5 bis 3 % erwartet worden waren.

Amex GBT verwies zudem auf ein nach eigener Aussage „signifikantes Wachstum bei Anzahl und Höhe städtischer Zuschläge in Nordamerika“, einschließlich wochentagsabhängiger Zuschläge und von Flughäfen erhobener Gebühren.  

Der Bericht verweist auf steigende Kfz-Versicherungsprämien, die Autovermieter dazu veranlassen könnten, diese Kosten über höhere Preise an die Kunden weiterzugeben. Amex GBT nennt zudem einen „signifikanten Anstieg bei Anzahl und Höhe städtischer Zuschläge in Nordamerika“, darunter wochentagsabhängige Aufschläge sowie von Flughäfen erhobene Gebühren. Solche Zuschläge sind zwar nicht neu, doch sie nehmen zu.

Europa. Die Prognosen für Mietwagenpreise in Europa variieren je nach Land. Es wird erwartet, dass die Nachfrage „stabil bleibt“, da finanziell unter Druck stehende Unternehmen eher dazu neigen, Fahrzeuge zu mieten, anstatt sie für die Flotte zu kaufen; gleichzeitig dürfte ein verbessertes Fahrzeugangebot den durchschnittlichen Preisanstieg begrenzen.

Für Frankreich und Spanien wird prognostiziert, dass die Preise im Jahresvergleich entweder unverändert bleiben oder um 0,5 % steigen. In touristisch geprägten Regionen unterliegen die Mietpreise jedoch oft „starken saisonalen Schwankungen“, wobei Geschäftskunden bisweilen saisonale Zuschläge zahlen müssen, so Amex GBT. Im Vereinigten Königreich könnten die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 bis 1,3 % steigen, wobei sich das erholende Fahrzeugangebot und der starke Wettbewerb dämpfend auf die Preise auswirken.

Für Deutschland werden moderate Anstiege von 1 bis 2 % erwartet, wobei eine „Flottenknappheit“ einen Preisrückgang verhindert. Ebenso dürften die Mietwagenpreise in Skandinavien moderat um 1 bis 2,5 % zulegen, während die Niederlande mit prognostizierten Steigerungen von 4 bis 5 % am oberen Ende der Skala liegen. Letztere Anstiege sind auf steigende Kfz-Steuern zurückzuführen, welche die Gesamtbetriebskosten der Mietwagenflotten erhöhen.

Asien-Pazifik-Raum. Australien ist das einzige Land im asiatisch-pazifischen Raum, das in dem Bericht behandelt wird; Amex GBT Consulting prognostiziert für Mietwagen einen Anstieg der Kosten um 3 bis 3,4  % im Jahresvergleich. Das Fahrzeugangebot im Land hat sich erholt, was verhindert hat, dass die Preise „durch die Decke gehen“; allerdings könnten Unternehmen, die Autos an abgelegenen Bergbaustandorten anmieten, aufgrund des begrenzten Angebots und Wettbewerbs mit stärkeren Preiserhöhungen konfrontiert sein.

Lateinamerika. Für Brasilien und Chile wird für die kommenden zwölf Monate jeweils ein Anstieg der Mietwagenpreise um 2 bis 4 % gegenüber dem Vorjahr prognostiziert – und das, „obwohl die wirtschaftlichen Aussichten für Lateinamerika durch die globale Unsicherheit gedämpft sind“.

Die Region verzeichnet ein „gesundes Wachstum“ sowohl bei der Nachfrage von Geschäfts- als auch von Urlaubsreisenden. Elektrofahrzeuge gewinnen in Brasilien „an Boden“. Nach Angaben von Amex GBT Consulting umfasste die Mietwagenflotte in Brasilien bis Ende 2025 insgesamt 33.562 Elektrofahrzeuge, verglichen mit lediglich 2.545 im Jahr 2021. Quelle: Amex GBT / CM

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