Ein Flugbegleiter von Southwest Airlines wurde am Dienstag, 14. Juli 2026, am Nashville International Airport von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen. Diese hatten erfahren, dass das auf Jamaika geborene Besatzungsmitglied nach einem Arbeitseinsatz an seine Heimatbasis zurückkehren würde.
Lorenzo Thompson wurde noch in seiner Uniform als Southwest-Airlines-Flugbegleiter abgeführt und befindet sich weiterhin in ICE-Gewahrsam, während die Bundesbehörden seine Abschiebung aus den USA wegen Überschreitung der zulässigen Aufenthaltsdauer seines Visums betreiben.
Das beliebte und geschätzte Besatzungsmitglied war 2021 mit einem Sechs-Monats-Visum in die USA eingereist. Freunde berichten, Lorenzo habe über ein gültiges Arbeitsvisum verfügt und ein laufendes Asylverfahren gehabt. Seine Unterstützer machen geltend, dass ihm bei einer Rückkehr nach Jamaika erhebliche Gefahren drohten.
„Trotz seines dokumentierten Status und seines Bestrebens, alles auf dem korrekten Weg zu regeln, wurde Lorenzo unerwartet von der ICE verhaftet, als er von einem Arbeitseinsatz an seine Basis zurückkehrte“, erklärte Kristin Foster, Lorenzos beste Freundin, in einer Nachricht auf einer GoFundMe-Seite, die zur Finanzierung seiner Anwaltskosten eingerichtet worden war.
„Wer Lorenzo kennt, weiß, dass er einen wahrhaft bemerkenswerten Charakter hat. Er ist ehrlich, fürsorglich und loyal – stets bereit, zu helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Es ist ihm noch nie leichtgefallen, um Hilfe zu bitten, doch diese Situation erfordert genau jene Freundlichkeit und Großzügigkeit, die er so vielen anderen bereits entgegengebracht hat“, fügte Kristin hinzu.
Die Gewerkschaft TWU 556, die die Flugbegleiter von Southwest Airlines vertritt, bestätigte, dass Lorenzo Mitglied der Gewerkschaft ist. In einer Erklärung hieß es: „Jedes Mitglied hat es verdient, mit Würde und Respekt behandelt zu werden, und wir setzen uns dafür ein, dass dieses Mitglied und seine Familie wissen, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht allein sind.“ „Die TWU Local 556 steht mit der Familie des Mitglieds in Kontakt. Zudem arbeitet die US-Flugbegleiter-Gewerkschaft mit dem vom Mitglied beauftragten Anwalt als auch mit dem Rechtsbeistand der TWU Local 556 zusammen, um die Umstände zu klären und angemessene Unterstützung zu leisten.“
Ein Sprecher der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) äußerte sich nicht zu Lorenzos laufendem Asylverfahren, wies jedoch darauf hin, dass die Behörde beabsichtige, ihn während des fortlaufenden Einwanderungsverfahrens in Gewahrsam zu behalten. „Thompson verhielt sich gegenüber den ICE-Beamten kooperativ. Eine derartige Kooperation trägt dazu bei, dass das Verfahren für alle Beteiligten sicher und effizient abgewickelt wird“, heißt es in einer Erklärung der ICE.
Die Nachricht von Lorenzos Festnahme wurde nur einen Tag bekannt, nachdem Southwest Airlines vorgeworfen worden war, an der Festnahme einer Passagierin durch ICE-Beamte „mitschuldig“ gewesen zu sein; die Frau war am Denver International Airport gerade im Begriff, ein Flugzeug zu besteigen.
Zu diesen Vorwürfen äußerte sich ein Sprecher der Fluggesellschaft wie folgt: „Southwest hält sich an die geltenden Gesetze auf Bundes- und Landesebene, wenn das Unternehmen aufgefordert wird, Informationen über Kunden weiterzugeben. Die Fluggesellschaft hat ihre Mitarbeiter angewiesen, darauf zu achten, dass Strafverfolgungsbehörden vor einem Einschreiten im Gate-Bereich die erforderlichen rechtlichen Unterlagen vorlegen.“
Seit seiner Festnahme am 14. Juli wurde Lorenzo von der Einwanderungsbehörde ICE bereits mehrfach verlegt; derzeit befindet er sich im „Central Louisiana ICE Processing Center“ in Jena in Haft. Jena ist eine Kleinstadt und Verwaltungssitz des La Salle Parish im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Seit die Nachricht von Lorenzos Inhaftierung für Schlagzeilen sorgte, haben Unterstützer mehr als 40.000 US-Dollar über die GoFundMe-Seite gespendet. Quelle: CNN / ICE / CM