Emirates, Etihad und Qatar Airways, allesamt Golfcarrier, die der Lufthansa und anderen westeuropäischen Netzwerkcarriern seit Langem ein Dorn im Auge sind, kann sich der aktuelle CEO Peter Gerber mögliche Kandidaten und Investoren vorstellen. Aber auch die starke Turkish Airlines käme vielleicht in Frage.
Der Ferienflieger, der seit einiger Zeit verstärkt auch Firmenkunden und Geschäftsreisende anspricht, hat eine ziemlich wechselvolle Geschichte hinter und vielleicht auch vor sich. 1955 als „Deutsche Flugdienst GmbH gegründet mit Flügen nach Mallorca und auf die Kanaren prägte die Airline maßgeblich den deutschen Pauschaltourismus. 1961 erfolgte die Umbenennung. Nach wechselnden Eigentümern und der Thomas-Cook-Pleite ist Condor heute eine erfolgreiche, Ferienfluggesellschaft in Händen der britischen Investmentgesellschaft Attestor als Mehrheitseigentümer. Der Vermögensverwalter hatte im Sommer 2021 gemeinsam mit einem Treuhänder 51 % der Anteile an der deutschen Fluggesellschaft übernommen.
Die anderen 49 % der Anteile werden infolge der Corona-Staatshilfen vom Bund (über die KfW) gehalten, wobei Attestor diese restlichen Anteile im Herbst 2026 übernehmen kann. Dazu aber prüfen die Briten die Einbindung strategischer Partner aus der Luftfahrt-Branche, um Condor und deren Schwester-Airline Marabu weiterzuentwickeln
Die Suche nach einem weiteren Investor hat damit zu tun, als der Staat aussteigen und seinen 49 %-Anteil verkaufen möchte. Haupteigner Attestor hat bereits 2025 eine Investorensuche eingeleitet. Die Lufthansa gilt als deutscher Marktführer aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht als möglicher Käufer. Quelle: Condor / CM
Das trifft auch Geschäftsreisende, die für ihre Lufthansa-Langstreckenflüge die Premium Economy oder nur Eco buchen haben lassen oder selbstgebucht haben: Wenn ihnen der zugewiesene Sitzplatz beim Online-Check-in nicht zusagt, können sie zwar einen anderen Sitzplatz wählen (sofern verfügbar), müssen dafür aber extra bezahlen.
Bei der Lufthansa setzt sich zunehmend durch, mit Acillary Fees, also Gebühren für Zusatzleistungen, die Einnahmen zu steigern. Dazu gehört eine neue, wenig kundenfreundliche Regel, die für alle Airlines der LH-Group gilt, soweit die Langstreckenflüge anbieten. Betroffen sind laut Lufthansa Passage die Tarife Economy Comfort, Economy Comfort Plus und Economy Green sowie die Tarife für die Premium-Economy.
Jüngster Streiche der Lufthansa: Auf Langstreckenflügen muss man beim Sitzplatzwechsel zahlen. Foto LH
Kostenfrei wechseln diesen innerhalb derselben Sitzplatzkategorie können nur Reisende, die vor dem Check-in gegen eine Gebühr einen Sitzplatz reserviert haben. Auch in den Flex-Tarifen bleibt die Sitzplatzwahl kostenlos. Nichts ändert sich natürlich für Senatoren und Hon-Circle-Mitglieder. Und auch die Vielflieger ab MM Silber können – mit Ausnahme des Premium-Economy-Light-Tarifs – ihre Sitzplätze weiterhin kostenfrei reservieren und beim Check-in frei wählen.
Dass die Maßnahmen der LH-Strategen nicht immer auf Gegenliebe stoßen, zeigte der Fall der hohen Stornogebühren bei der teuren Long-Distance-Flextarifen, die Europas bedeutendster Netzwerkcarrier nach heftigen Protesten zurücknahm. Quelle: Lufthansa / CM
Die Elektromarke Polestar bekommt ein richtig dickes Problem: A 2027 darf seine keine Autos mehr in den USA verkaufen. Polestar ist möglicherweise nicht das einzige Fabrikat, das mit einem Verkaufsverbot in den USA belegt wird. Denn die Vereinigten Staaten untersagen mit einem neuen Regelwerk die Verwendung chinesischer Soft- und Hardware-Komponenten. Das hat starke Auswirkungen auf die Automobilindustrie weltweit.
Das US- Department of Commerce (DOC) (Handelsministerium) veröffentlichte schon im Januar 2026 ein endgültiges Regelwerk zu Hard- und Softwarekomponenten in vernetzten Fahrzeugen und verbot deren Einsatz in den USA, wenn die Technik aus gegnerischen Staaten wie China und Russland stammt. Als Begründung nannte die US-Regierung unter Trump-Vorgänger Joe Biden Gefahren für die nationale Sicherheit. Ab Modelljahr 2027 ist vernetzte Software aus China verboten, ab 2030 auch die Hardware. Polestar gehört wie Volvo zum chinesischen Geely-Konzern. Ende Juni 2026 hat die US-Regierung entschieden: Ab Modelljahr 2027 darf Polestar dort keine neuen Autos mehr verkaufen. Chinesische Technologie im Auto heißt in Zukunft: kein US-Markt. Das dürfte auch Volvo treffen .
Die Verbote für den Verkauf von vernetzten Fahrzeugen durch Hersteller mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland treten 2027 in Kraft, selbst wenn die Fahrzeuge in den USA gefertigt werden. Damit sind Hersteller weltweit in den nächsten Jahren gezwungen, chinesische Hard- und Software aus Fahrzeugen zu entfernen, die sie auf dem US-Markt verkaufen. Wirksam wird die Final Rule 60 Tage nach der Veröffentlichung, also Mitte März 2027.
Die US-Handelsministerin Gina Raimondo sagte in einem Interview mit Reuters: „Es ist wirklich wichtig, weil wir keine zwei Millionen chinesische Autos auf der Straße haben wollen und dann realisieren, dass wir bedroht werden. Die heutigen Autos sind Computer. Sie haben Kameras, Mikrofone, GPS Tracking und andere Technologien, die mit dem Internet verbunden sind. Mit dieser Regelung macht das Handelsministerium einen notwendigen Schritt, um die nationale Sicherheit der USA zu gewährleisten und die Privatsphäre der Amerikaner zu schützen. In einer Erklärung des
Bureau of Industry and Security (BIS) des Handelsministeriums heißt es: „Ein böswilliger Zugriff auf diese kritischen Lieferketten könnte es unseren ausländischen Gegnern ermöglichen, sensible Daten, einschließlich persönlicher Informationen über Fahrzeugfahrer oder -besitzer, auszulesen und Fahrzeuge aus der Ferne zu manipulieren.“
Die Final Rule verbietet die Einfuhr von Hardware für Fahrzeug-Konnektivitätssysteme (VCS) und vernetzte Fahrzeuge, die solche Hardware enthalten, sowie die Einfuhr und den Verkauf von Fahrzeugen, die Software für VCS oder automatisierte Fahrsysteme (ADS) enthalten, die einen relevanten Bezug zu China oder Russland hat. VCS wird definiert als Systeme, die es dem Fahrzeug ermöglichen, extern zu kommunizieren, einschließlich Telematik-Steuergeräten, Bluetooth-, Mobilfunk-, Satelliten- und WiFi-Modulen. Einige Systeme verwenden Kameras und Mikrofone, um Gesichtserkennung für Fahrer zu ermöglichen oder auf Sprachbefehle zu reagieren. ADS umfasst die Komponenten, mit denen ein hochautonomes Fahrzeug ohne Fahrer betrieben werden kann.
Die Vorschrift verbietet es Herstellern mit einer ausreichend nahen Verbindung zu China oder Russland, neue vernetzte Fahrzeuge, die VCS-Hardware oder -Software oder ADS-Software enthalten, in den USA zu verkaufen, selbst wenn das Fahrzeug dort hergestellt wurde. Darüber hinaus wird chinesischen Autoherstellern das Testen ihrer autonomen Autos auf amerikanischen Straßen untersagt.
Der VDA befürchtet harte Konsequenzen für den Exportstandort Deutschland und Europa. Schließlich sind die USA bei automobilen Waren der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA durch Russland und China, das der wichtigste Verbündete Russlands geworden ist, lässt der VDA nicht gelten. Die EU-Kommission schweigt bislang. Quelle: The Department of Commerce / CM
Die deutschen Autobauer vom Schlage VW-Konzern (mit Audi, Porsche etc.), BMW und Mercedes verlieren den Anschluss an die chinesischen Autobauer und Tesla, schreibt der Autopreneur Philipp Raasch in seinem Newsletter auf focus online. Im aktuellen Newsletter lesen wir, dass der Ökonom Moritz Schularick sogar eine Übernahme von VW durch BYD für möglich hält.
Beim VW-Konzern brennt ohnehin die Hütte, insbesondere seit dem Diesel-Skandal und seit China eine unglaublich starje eigene Autoindustrie aufgebaut und seinen Automarkt zurückerobert hat. Wir erinnern uns: Der Automarkt im Reich der Mitte war jahrzehntelang fest in ausländischer Hand, allen voran in deutscher: VW war dort nahezu vier Jahrzehnte die Nummer 1.
Weltweit beschäftigt VW 657.000 Menschen, von denen nach jüngsten Meldungen 100.000 gehen sollen. Bestätigt ist das nicht. Der Aufsichtsrat berät am 9. Juli. Zudem sollen die VW-Werke Hannover (Nutzfahrzeuge), Emden und Zwickau-Mosel sowie Neckarsulm (Audi) dicht gemacht werden. Beendet wurde aktuell die Allianz mit Bosch betreffend Technologie fürs autonome Fahren. Und verkauft hat VW den Motorenbauer Everllence (mehrheitlich an einen Finanzinvestor), die Design-Tochter Italdesign (an eine US-Firma), die IT-Beratung MHP (Käufer gesucht). Und angeblich stehen sogar Anteile an der Batterietochter PowerCo und der Robotaxi-Tochter MOIA zur Debatte. Wegen des Elends auf vielen Märkten will VW in China entwickelte Fahrzeuge nun auch in Europa anbieten. Schließlich soll die Marke Volkswagen eine eigene Gesellschaft werden.
Die neue chinesische Autoindustrie drängt gerade in fast jeden Markt der Welt. Die eigentliche Gefahr für VW: Was in China passiert ist, könnte sich jetzt überall wiederholen. Markt für Markt. Und VW könnte möglicherweise auf allen seinen Märkten Anteile verlieren. Denn die chinesischen Marken vom Schlage BYD haben die etablierten Hersteller aus Europa, aus Japan, aus Korea und den USA bei allen Zukunftstechnologien überholt.
Früher haben Motor, Getriebe und Fahrwerk den Wert eines Autos ausgemacht. Beim modernen Auto von heute sind es Batterie, Software und KI. Genau das beherrschen die Chinesen besser. Und genau da hängen due deutschen Hersteller weit zurück. Selbst aufholen hat bisher nicht funktioniert. VWs eigene Software-Tochter CARIA z.B. hat Milliarden gekostet und hat es nicht geschafft eine konkurrenzfähige Lösung zu liefern. Zwangsläufig dann der Strategiewechsel: Nicht mehr selbst entwickeln, sondern einkaufen. Bei Partnern, die es schon können, Rivian aus den USA hat genau die Software-Architektur fürs neue Auto. VW investierte bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar in die Amerikaner und ist heute mit knapp 16 % größter Aktionär. In China ist XPeng der Partner, an dem sich die Wolfsburger mir 5 % beteiligen. Xpeng liefert die Technologie. Quelle: Newsletter Raasch / CM
Die Israel Canada Hotels Holding, bekannt über ihre Marke Brown Hotels, steigt mit fünf Ankäufen in München, Hamburg, Berlin und Leipzig in den deutschen Hotelmarkt ein. Die Objekte entstammen dem Portfolio des insolventen Hotelbetreibers Revo. Für die füf Häuser legte der Investor 15,8 Mio. Euro auf den Tisch. Im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren der Revo Hospitality Group wurde ein kartellrechtliches Anmeldeverfahren eingeleitet.
Die Insolvenz der Revo Hospitality Group gehört zu den gnz üblem Ereignissen der europäischen Hotelwirtschaft der jüngsten Zeit. Was mit einem Leipziger Stadthotel begann und sich zu einer Betreiberplattform mit mehr als 250 Hotels entwickelte, wird neu verteilt. Etliche internationale Gruppen holen sich zu Schnäppchenpreisen, was sie gerne in ihre Portfolios einverleiben möchten. Darunter die Israel Canada Hotels Holding. Aus den Trümmern von Revo entsteht eine neue Marktordnung.
Revo-Hotels ist ein Opfer von Selbstüberschätzung geworden.
Ausgehend vom Hotel Marktgraf in Leipzig entstand innerhalb weniger Jahre ein Konzern, der Hotels in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern betrieb. Das Geschäftsmodell von Ruslan Husry war ebenso einfach wie ambitioniert. Revo agierte als Betreiberplattform. Die Immobilien gehörten überwiegend Investoren, Fonds oder Family Offices. Revo übernahm die operative Führung schloss Franchiseverträge mit internationalen Marken (z.B. Accor) oder führte eigene Hotelmarken.
In den2024 und 25 wuchs die Gruppe mit der Übernahme der Centro Hotels und später H-Hotels. Schon da zeichnete sich ab, dass mit neuen Marken und Systemen in verschiedensten Regionen nicht nur die Komplexität zunahm, sondern auch die Finanzierung immer wackeliger wurde. Und so verlief denn die Expansion schneller als die Konsolidierung. Die Kosten stiegen, die Finanzierungsbedingungen wurden sehr schwierig. Dann die logische Konsequenz: Der finanzielle Kollaps.
Nach der Insolvenz war klar, dass eine Fortführung der bisherigen Struktur unmöglich sein würde. Für Insolvenzverwalter, Eigentümer und Investoren stellt sich bei großen Hotelportfolios stets dieselbe Frage: wie kann das Revo-Portfolio verkauft werden? So gut wie alles sprach gegen einen einzelnen Käufer. Die Zerschlagung bzw. Aufteilung auf mehrere Betreiber bietet dagegen zahlreiche Vorteile. Unterschiedliche Häuser können denjenigen Gruppen zugeordnet werden, die strategisch am besten dazu passen. Budget-Hotels gehen an Budget-Spezialisten. Businesshotels an Betreiber mit entsprechender Erfahrung. Longstay-Produkte an Plattformen mit technologischem Fokus.
Die Erwerber repräsentieren unterschiedliche Segmente, Geschäftsmodelle und Unternehmenskulturen.Gemeinsam decken sie jedoch nahezu die gesamte Breite des Hotelmarktes ab.
Die Israel Canada Hotels (ICH) Gruppe vollzieht mit ihrer Hotelmarke „Brown Hotels“ den strategischen Markteintritt in Deutschland. Das Unternehmen hat den Kauf von fünf Hotels abgeschlossen. Der Erwerb stellt einen signifikanten Schritt für ICH/Brown Hotels dar, da er die erste Präsenz des Unternehmens auf dem deutschen Hotelmarkt begründet. Die Transaktion, bei der die Wirtschaftskanzlei FPS umfassend beratend tätig war, betrifft ein Portfolio von 1.179 Zimmern. Der Kaufpreis für die Liegenschaften summiert sich auf rund 15,8 Mio. Euro. Das erworbene Portfolio umfasst Hotels an verschiedenen Standorten in Deutschland. Es handelt sich um ein H2 Hotel und ein H4 Hotel nahe der Münchner Messe, ein H4 Hotel in Hamburg Bergedorf, das Centro Park Hotel Berlin sowie ein weiteres H4 Hotel in Leipzig.. Diese Objekte wurden aus dem Bestand der HRG Hospitality B.V. & Co. KG (Revo Hospitality) erworben, einem paneuropäischen Hotelbetreiber mit Schwerpunkt im DACH-Raum. Der Erwerb erfolgte im Rahmen von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Übernahme der jeweiligen Betreibergesellschaften durch den Investor, einschließlich der bestehenden Mietverträge, die vor dem Vollzug der Transaktion geschlossen wurden. Bestehende Verbindlichkeiten der Verkäuferseite werden in den Insolvenzverfahren geklärt und gehen nicht auf die Erwerber über.
Motel One hat offenbar zehn Häuser der insolventen Revo-Gruppe im Blick. Die Münchner sind dazu beim Kartellamt vorstellig geworden. Entwickler und Investor Art-Invest hat neue Betreiber für zuvor von Revo geführte Hotels gefunden. Im Hamburger Stadtteil Barmbek bleibt das Ibis Styles erhalten. Aus dem Ibis in Kiel wird dagegen ein Motel One. Quelle: Hotel Inside / CM
Türkische Behörden haben einem von dem LGBTQ+-Reiseunternehmen Atlantis Events gecharterten Kreuzfahrtschiff von Virgin Voyages die Anlandung in Kuşadası und Istanbul unter Berufung auf „moralische Standards“ und „familiäre Werte“ verweigert. Das Schiff, das überwiegend US-amerikanische LGBTQ+-Passagiere beförderte, sollte am 5. Juli von Athen aus starten und einen Zwischenstopp in der Türkei einlegen. Der Reiseplan wurde nun geändert und beinhaltet stattdessen Ägypten und Kreta.
Die Behörden der türkischen Provinz Aydın gaben bekannt, dass der Zwischenstopp in Kuşadası abgesagt wurde, da die gecharterte Gruppe mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht werde, die mit der türkischen Gesellschaftsstruktur und deren moralischen Werten „unvereinbar“ seien. Rich Campbell, CEO von Atlantis Events, bezeichnete die Entscheidung als beispiellos in der 36-jährigen Geschichte des Unternehmens und erklärte, das Schiff sei „aufgrund unserer Identität“ abgelehnt worden.
Schwule und Lesben haben in der Türkei nichts zu suchen, so di Behörden und verweigern deshalb einem LGBTQ-Kreuzg´fahrtschiff das Anlanden. Foto Atlantis Events
Der Fall birgt eine bittere Ironie: Viele LGBTQ+-Reisende aus den USA sehen Europa angesichts einer Welle von LGBTQ+-feindlichen Gesetzen in US-Bundesstaaten, von denen viele von Republikanern geführt werden, zunehmend als sicherere und inklusivere Alternative. Die ACLU und das Movement Advancement Project haben Hunderte von Gesetzesentwürfen auf Ebene der Bundesstaaten verfolgt, die die Rechte von LGBTQ+-Personen im Jahr 2026 einschränken. Reiseexperten berichten zudem, dass einige LGBTQ+-Amerikaner Europareisen nicht nur für den Urlaub nutzen, sondern auch, um einen möglichen Umzug dorthin zu erkunden.
Die türkische Entscheidung ist nicht beispiellos. 1998 verweigerte Grand Cayman einer Atlantis-Kreuzfahrt für Homosexuelle die Einreise mit der Begründung, die Passagiere könnten sich nicht „angemessen verhalten“. Im Jahr 2000 verhinderte die türkische Polizei, dass homosexuelle Touristen Kuşadası und Ephesus besuchten, woraufhin sich der türkische Tourismusminister Berichten zufolge entschuldigte.
Die türkische Maßnahme reiht sich in ein weltweit verbreitetes Muster von LGBTQ+-Beschränkungen ein, die als Verteidigung von Tradition, Moral oder Familie gerechtfertigt werden. Uganda bleibt eines der deutlichsten Beispiele: Das 2023 verabschiedete Anti-Homosexualitätsgesetz sieht lebenslange Haft für gleichgeschlechtliche Handlungen und die Todesstrafe für „schwere Homosexualität“ vor. Human Rights Watch warnt zudem, dass LGBTQ+-Personen weiterhin einem hohen Risiko willkürlicher Verhaftungen, Erpressung und Misshandlungen ausgesetzt sind. Auch in Russland werden Homosexuelle verfolgt wie auch in den meisten asiatischen Ländern.
Anders Westeuropa: Die Region zählt laut der LGBTQ-Reiserisikokarte 2026 weiterhin zu den sichersten Regionen für LGBTQ+-Reisende. Länder wie Malta, Island, Spanien, Deutschland und die Niederlande gehören zu den gastfreundlichsten Reisezielen. Zu den jüngsten Fortschritten zählen die Ehe für alle in Thailand und Liechtenstein, die erste gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft in Litauen sowie Fortschritte bei der Entkriminalisierung in Ländern wie Botswana und St. Lucia. Quelle: eTurbo News / CM
Dass ehemalige Boeing 777 der Saudi Arabian Airlines im Iran „gelandet“ sind, verdeutlicht, wie die Entspannungspolitik am Golf, die US-Sanktionen und die sich verändernden Prioritäten im Nahen Osten die Luftfahrtpolitik umgestalten.
Berichten zufolge besitzt das Land des mordllustigen iranischen Regimes neuerdings mindestens fünf von Saudi Arabian Airlines ausgemusterte B 777 200 ER. Die Geschichte der ehemaligen Großraumjets von Saudi Arabian Airlines ist ein Testfall dafür, wie Sanktionen, Sekundärmärkte und sich verändernde Prioritäten im Nahen Osten heute zusammenwirken.
Laut Berichten von Luftfahrt-Trackern wurden mehrere ehemalige saudi-arabische Tripleseven nach Iran verlegt oder befinden sich in der Auslieferungsphase. Mindestens zwei dieser Maschinen sollen sich zur Überholung auf dem Flughafen Mehrabad in Teheran befinden. Der iranische Betreiber soll Mahan Air sein, eine Fluggesellschaft, die seit 2011 US-Sanktionen unterliegt.
Indes lässt sich kein direkter Verkauf zwischen der saudisch-iranischen Regierung an das Regime in Teheran beweisen; stattdessen deutet es auf indirekte Transfers über Zwischenhändler und Sekundärmarktkanäle hin.
Saudi-Arabien und der Iran nahmen 2023 nach einem von China vermittelten Abkommen die diplomatischen Beziehungen wieder auf und beendeten damit einen jahrelangen formellen Bruch. Die Ankunft ehemaliger saudischer Großraumflugzeuge im Iran fällt nun in eine Region, in der der Einfluss der USA, die Vermittlung Chinas und das Risikomanagement der Golfstaaten neu bewertet werden.
Für die Mordbande von Teheran, die allein in 2026 mehrere zehntausend Bürger abgeschlachtet hat und weiterhin täglich unliebsame aber unschuldige Bürger hinrichten lässt, bieten die Flugzeuge dringend benötigte Langstreckenkapazitäten, nachdem der Zugang zu westlichen Flugzeugen und Ersatzteilen jahrzehntelang eingeschränkt war. Nach dem Atomabkommen von 2015 öffnete der Iran westlichen Herstellern kurzzeitig wieder die Tür: IranAir bestellte damals 100 Airbus- und 80 Boeing-Flugzeuge. Der Ausstieg der USA aus dem JCPOA und die Wiedereinführung der Sanktionen im Jahr 2018 machten diese Pläne jedoch zunichte.
Für Washington verdeutlicht der aktuelle Fall mit den B 777 die Grenzen der Luftfahrtsanktionen. Das US-Finanzministerium hatte Mahan Air 2011 wegen Unterstützung der Quds-Einheit der Revolutionsgarden auf die Sanktionsliste gesetzt, und das OFAC warnte die Luftfahrtindustrie davor, dass iranische Beschaffungsnetzwerke mit betrügerischen Methoden und über Dritte Flugzeuge, Ersatzteile und Dienstleistungen beschaffen.
Der Flugzeugtransfer unter Umgehung der Sanktionen verkompliziert die politische Debatte inmitten einer brüchigen Waffenruhe. Er zeigt aber, dass lockerere regionale Kanäle alles möglich machen, auch intransparente Wiederverkaufsnetzwerke.
Fünf ältere 777er werden den iranischen Luftfahrtsektor nicht über Nacht revolutionieren. Doch ihr Auftauchen im Iran zeigt, dass Embargos den Zugang verlangsamen, die Kosten erhöhen und das Risiko steigern können – ohne die Beschaffung gänzlich zu unterbinden. Im heutigen Nahen Osten, wo Saudi-Arabien, Iran, China und die USA ihre Prioritäten neu ausrichten, können selbst gebrauchte Flugzeuge strategische Signale sein. Quelle: eTurbo-News / CM
Von Januar bis Juni 2026 haben die Marken der Gruppe deutlich mehr Neuzulassungen als im Vorjahreszeitraum registriert und den Marktanteil signifikant gesteigert. Der Absatz von rein batterie-elektrischen Pkw hat sich mehr als verdoppelt.
Die in Deutschland aktiven Stellantis Marken verkauften bis einschließlich Juni zusammen mehr als 183.000 Pkw und damit 15 % mehr als im Vorjahr. Der Marktanteil stieg um 1,0 Prozentpunkte auf 12,4 %.
Angetrieben von den Bestsellern Fiat 500 Elektro, Leapmotor T03, Citroën ë-C3, Opel Grandland Electric und Opel Corsa Electric hat sich unterdessen die Nachfrage nach den Elektroautos der Stellantis Marken mehr als verdoppelt: Die Zahl der neu zugelassenen batterie-elektrischen Pkw stieg nach vorläufigen internen Daten gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 230 %. Damit konnte Stellantis seinen Marktanteil bei Elektro-Pkw binnen Jahresfrist um 4,3 Prozentpunkte auf 11,9 % erhöhen.
Auch der BEV-Mix – also der Anteil der rein elektrischen Pkw an allen Neuzulassungen der Stellantis Marken – wurde im ersten Halbjahr 2026 auf 23,9 % verdoppelt.
Über alle Antriebsarten hinweg gab es gleich mehrere Wachstumstreiber im ersten Halbjahr 2026. So stiegen die Pkw-Verkäufe des deutschen Herstellers Opel um 15 % auf 70.400 Einheiten, der Marktanteil ging um 0,4 Prozentpunkte nach oben. Dabei fährt jeder fünfte in Deutschland verkaufte Opel rein elektrisch.
Das größte Wachstum unter den Stellantis Marken verzeichnete erneut die chinesische Marke Leapmotor, die seit Ende 2024 in Europa präsent ist. Die Neuzulassungen haben sich von Januar bis Juni gegenüber dem Vorjahr auf 8.400 Einheiten vervierfacht. Der Marktanteil stieg auf 0,6 %. Betrachtet man nur den BEV-Markt, erreichte Leapmotor im ersten Halbjahr einen Anteil von 2,2 % nach 0,8 % im Vorjahr – damit ist Leapmotor der am schnellsten wachsende chinesische Hersteller bei vollelektrischen Fahrzeugen.
Auch die Importmarken Citroën und Fiat wuchsen im ersten Halbjahr schneller als der Markt (+5,8 %). Die Pkw-Neuzulassungen der italienischen Marke FIAT stiegen um 29 %, der Marktanteil wuchs gleichzeitig um 0,4 Prozentpunkte auf 2,4 %. Mit einem Plus von 49 % binnen Jahresfrist legte die Nachfrage nach dem Fiat 500 Elektro besonders deutlich zu. Die französische Marke Citroën steigerte die Pkw-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 % und sicherte sich so einen Marktanteil von 1,8 %. Besonders gefragt waren der Citroën C3 und ë-C3. Quelle: Stellantis / CM
Die SNCB/NMBS feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Für jedermann gibt es viele Publikumsaktionen und Sonderangebote wie Gratisreisen, für die eine Werbeaktion läuft. Eine belgische Werbeagentur hat ihre Hausaufgaben auf eine ganz besondere Weise gemacht, ob richtig oder nicht, ist die Frage.
Um für die NMBS (Belgien) zu werben, wird ein in Geschenkpapier verpackter NS-VIRM auf niederländischen Gleisen eingesetzt- Ein VIRM. Was die Werbestrategen nicht wussten, weil sie schlicht und einfach keine Kenner sind: Ein VRM ann technisch gesehen nicht in Belgien fahren; niederländische Inlandszüge kommen nur mit 1.500 V pnnung klar. In Belgien liegt die Spannung an der Oberleitung bei 3.000 V (außer natürlich auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken und der Strecke Athus–Meuze, wo 25 kV, 50 Hz anliegen).
Werbekampagne mit NS-Triebzug in Geschenkverpackung
Auf Facebook fragten sich mehrere Personen, warum ausgerechnet ein niederländischer Zug für eine belgische Jubiläumsaktion verwendet wird. Inzwischen macht das Bild in den sozialen Medien fröhlich die Runde, wo sich Eisenbahnfans köstlich über die bemerkenswerte Wahl des Jubiläumsfotos amüsieren. Die NMBS hat auf Facebook alle Mühe, die Verwendung des niederländischen Zuges zu erklären.
Am 23. Juli 1926 wurde das Gesetz zur Gründung der „Société Nationale des Chemins de fer Belges“ (SNCB) verabschiedet. In den folgenden Jahrzehnten passte sich die SNCB kontinuierlich an die Entwicklungen des Landes an. Um all jenen zu danken, dank denen die Reise weitergeht, wird das ganze Jahr über ein Programm mit originellen Aktionen durchgeführt. Der Startschuss fiel mit einem großen, gleichzeitigen „Danke“ in allen Bahnhöfen des Landes. Und einer Einladung, das ganze Jahr über die Geschichte der SNCB neu zu entdecken und vor allem auch, sich ihre Zukunft vorzustellen.
In den letzten Jahren hat sich die SNCB in vielen Bereichen weiterentwickelt: Erweiterung des Verkehrsangebots, verbesserte Pünktlichkeit, umfangreiche Investitionen in neues Rollmaterial, Verbesserung des Service und der Betreuung der Fahrgäste, steigende Fahrgastzufriedenheit, mehr Investitionen in Barrierefreiheit, Komfort, Sicherheit und Digitalisierung sowie eine gesteigerte Leistungsfähigkeit.
Jean-Luc Crucke, Minister für Mobilität, Klima und ökologischen Wandel, zuständig für nachhaltige Entwicklung: „Als Eisenbahnliebhaber und wie Hunderttausende von Reisenden fahre ich selbst täglich mit dem Zug. Ich sehe also ganz konkret, was die Arbeit der Frauen und Männer der SNCB bedeutet, um das Land jeden Tag in Bewegung zu halten. Dieses Jubiläum ist für mich auch eine Gelegenheit, ihnen persönlich für ihr Engagement, ihre Professionalität und ihren Sinn für den öffentlichen Dienst zu danken. Seit 100 Jahren spielt die SNCB eine wesentliche Rolle im Leben unseres Landes, und diese Rolle wird heute umso grundlegender sein, als angesichts der Klimakrise die Bahn ein entscheidender Hebel für unsere Dekarbonisierung sein wird. Auch in dieser Perspektive bereiten wir die Öffnung des Eisenbahnmarktes im Jahr 2032 vor: nicht als Selbstzweck, sondern als einen Schritt, der die Eisenbahn stärken, die zentrale Rolle der SNCB in diesem Bereich verdeutlichen und den Modal Shift fördern soll.“
Das ganze Jahr über werden den 17.000 Mitarbeiternden des Bahnunternehmens und seinen 900.000 täglichen Fahrgästen unter dem Motto „Die Reise geht weiter“ verschiedene Initiativen angeboten. Dazu gehören u.a.:
• Die SNCB und bpost haben eine Serie von Briefmarken herausgebracht, die Züge zeigen, die die Geschichte der belgischen Eisenbahn geprägt haben. Diese Briefmarken sind online über den E-Shop von bpost erhältlich;
• Ein Wettbewerb für Studenten von15 Kunstschulen des Landes, die eingeladen sind, ein Jahrhundert des vergangenen und zukünftigen Zugreisens durch Grafik, Video oder Wandmalerei darzustellen
• Ab Ende August wird eine Wanderausstellung mit einem Zug aus historischem Eisenbahnmaterial, das für verschiedene Epochen symbolisch ist, nacheinander in mehreren Bahnhöfen des Landes zu sehen sein.
• Im September wird eine neue Ausstellung mit dem Titel „Fashion & Trains, von 1835 bis heute“ im Museum der SNCB, Train World, für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
• Anlässlich des Tages der offenen Tür am ersten Sonntag im Oktober wird ein Tag der offenen Tür in zwei Werkstätten der SNCB organisiert, in denen Hunderte von Technikern Tag und Nacht für die Wartung und Instandhaltung des Eisenbahnmaterials zuständig sind. Quelle: NMBS, Treinenweb / Lokreport ( CM
Die Preise der ÖBB Standard-Tickets und der ÖBB Vorteilscards erhöhen sich ab 13. Dezember 2026 um durchschnittlich 3,5 %. Wichtig auch für Firmenkunden: Je früher gebucht wird, desto günstiger wird die Reise
Während auch Autofahren und Fliegen aufgrund der gestiegenen Treibstoffpreise teurer geworden ist, machen die anhaltend hohen Energiepreise und der damit verbundene Kostendruck die Erhöhung der Ticketpreise erforderlich – dennoch ermöglichen die ÖBB trotz Preisanpassung auch weiterhin günstiges Bahnfahren in Österreich.
Das bewährte Preissystem bleibt unverändert: Je früher gebucht wird, desto günstiger wird die Reise. Günstige Sparschiene-Tickets sind weiterhin verfügbar. ÖBB-Tickets sind am Smartphone per ÖBB-App, im Internet unter shop.oebbtickets.at, an den ÖBB-Ticketautomaten und Ticketschaltern in den Bahnhöfen sowie bei externen Vertriebspartnern, wie etwa ausgewählten Tabaktrafik-Filialen in Österreich, Reisebüros, Tourismusverbänden und sonstigen Partnern der ÖBB im In- und Ausland erhältlich. Quelle: ÖBB / CM