Initiative kritisiert Bahnvorhaben

Bislang war Sylt die einzige Nordseeinsel, die mit Fernzügen direkt aus der ganzen Republik zu erreichen war. Es gab ein- bis zweimal täglich IC-Fernzugverbindungen von Dresden über Berlin, von Frankfurt/ Main über die Main/Weserbahn und von Köln durchs Ruhrgebiet nach Sylt, umsteigefrei und mit attraktiven Fahrzeiten. Zudem hatten die Züge noch Kurswagen nach Dagebüll, sodass die Inseln Föhr und Amrum ebenfalls gut zu erreichen waren. Diese Verkehre funktionierten jahrzehntelang reibungslos, waren immer gut ausgebucht und boten attraktive Gesamtreisezeiten. 

Nun teilt die DB den Reisenden mit, dass gerade zur kommenden Ferienzeit diese Zugverbindungen ausfallen und die Reisenden bitte ab Hamburg den Regionalverkehr nach Sylt nutzen mögen. Dieser ist aber schon seit Jahren von zunehmender Unpünktlichkeit, häufigen technischen Störungen und vor allem viel zu geringem Sitzplatzangebot geplagt. Die derzeit im Regionalverkehr eingesetzten Züge reichen gerade einmal für die Bewältigung des normalen Pendlerverkehrs auf dieser Strecke aus und sind besonders an Sommerwochenenden oft heillos überfüllt. Wie dann diese Züge noch die Reisenden aus den täglich 5 ICE-Verbindungen mit jeweils rund 700 Sitzplätzen aufnehmen sollen, bleibt ein Rätsel der DB. 

Ab Ende Juni wird die DB wegen des Einbaus der neuen Hamburger Sternbrücke die Bahnstrecke über die Verbindungsbahn komplett (für Fern-/Regional- / Güterverkehr und die S-Bahn) sperren. D. h. alle Reisenden von Hamburg Hbf. nach Kiel, Flensburg, Kopenhagen und an die schleswig-holsteinische Westküste müssen mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof nach Altona gelangen. 

Der Ausfall der IC-Züge nach Westerland folgt auch dem technischen Debakel, welches die DB lauf Behauptungen der Initiative Prellbock Altona derzeit angeblich mit den fabrikneuen ICE-L-Talgozügen erlebt. Abgesehen davon, dass die Züge zu eng sind, nur 562 Sitzplätze (entspricht der Kapazität von nur 7 alten IC-1-Wagen!) und zu wenig Gepäckablagemöglichkeiten haben, erweisen sich neben der Elektronik auch die neuartigen Einachslaufwerke als störanfällig und bieten nur mäßigen Fahrkomfort. Leider wurden die bewährten und beliebten IC-1-Wagen überhastet und voreilig ausgemustert. Quelle: Prellbock Altona / CM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert