Erstes EU-Pilotprojekt für neue Bahnverbindungen über Grenzen hinweg: im Zug ohne Umstieg von Prag über Berlin nach Kopenhagen

Das erste EU-Pilotprojekt für neue grenzüberschreitende Bahnverbindungen ist erfolgreich in Betrieb gegangen: Seit dem 14. Juni sind Prag, Berlin und Kopenhagen auf der Schiene mit zwei täglichen Zugpaaren (Hin- und Rückfahrt) sowie einer saisonalen Verbindung über Nacht direkt miteinander verbunden. Das neue Angebot der Deutschen Bahn (DB) wird in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (ČD) und der Dänischen Staatsbahn (DSB) betrieben. 

Mit diesem Angebot wird die erste komplett neue grenzüberschreitende Direktverbindung aus insgesamt zehn von der Europäischen Kommission unterstützten Pilotprojekten realisiert. Prag – Berlin – Kopenhagen zählt damit zu den ausgewählten Vorhaben, mit denen die EU-Kommission Hindernisse im internationalen Schienenverkehr überwinden, die Marktbedingungen verbessern und attraktive, nachhaltige Mobilität in Europa entwickeln will. Die trinationale Verbindung ermöglicht es Fahrgästen, klimafreundlich und ohne Umstieg von Prag über Berlin nach Kopenhagen zu reisen. Gleich drei Hauptstädte Europas sind damit direkt auf der Schiene miteinander verbunden. 

Mit Europas modernster Zuggarnitur der CS hat eine neue Bahn-Ära begonnen. Foto: DB

Die Inbetriebnahme des EU-Pilotprojekts würdigen feierlich DB-Vorstand Personenfernverkehr Michael Peterson, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde sowie die CEOs von ČD, Michal Krapinec, und DSB, Flemming Jensen, heute Nachmittag am Berliner Hauptbahnhof. 

Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr: „Europa wächst auf der Schiene noch enger zusammen. Mit dieser neuen Direktverbindung setzen wir unsere Strategie zum Ausbau grenzüberschreitender Verkehre fort. Dank der Unterstützung aus Brüssel bekommt der boomende internationale Bahnverkehr weiteren Schub.“ 

Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr: „Drei Hauptstädte, drei Länder, eine durchgehende Verbindung – das ist ein starkes Signal für klimafreundliche Mobilität, für komfortables Reisen und für einen leistungsfähigen Bahnverkehr im Herzen von Europa. Ich danke der tschechischen, dänischen und natürlich auch der Deutschen Bahn, dass sie die Idee eines geeinten Europas hier in der Praxis auf der Schiene in die Tat umsetzen und mit Leben füllen.“ 

Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus: „Heute feiern wir in Berlin einen wichtigen Meilenstein für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Europa. Diese neue Verbindung ist ein konkretes Beispiel dafür, was ein besser vernetztes, widerstands- und wettbewerbsfähigeres Europa seinen Bürgern bieten kann. Durch die bessere Anbindung von drei bedeutenden Hauptstädten entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes bringen wir die Europäer einander näher und stärken grenzüberschreitende Mobilität. Seit 2023 unterstützt die Europäische Kommission diese Initiative im Rahmen ihres Aktionsplans zur Förderung des europäischen Fernverkehrs. Mit der Connecting Europe Facility werden wir weiterhin in wichtige Infrastrukturprojekte entlang der Strecke investieren. Mit dem Abbau von Engpässen und kürzeren Reisezeiten werden wir so zu einer stärkeren, besser vernetzten Europäischen Union beitragen.“ 

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Berlin ist nicht nur deutsche Hauptstadt – Berlin ist auch ein pulsierendes Herz des europäischen Bahnnetzes. Dass wir heute Prag, Berlin und Kopenhagen direkt auf der Schiene miteinander verbinden, ist ein starkes Signal: für klimafreundliches Reisen, für ein Europa, das zusammenwächst. Und für Berlin als Drehscheibe des internationalen Bahnverkehrs. Wer heute in unserer Stadt in den Zug steigt, kann ohne Umstieg bis an den Öresund oder bis in die böhmische Metropole fahren. Das ist Europa.” 

Michal Krapinec, CEO České dráhy: „Die Eisenbahn bringt Europa näher zusammen als je zuvor. Die Direktverbindung zwischen Prag, Berlin und Kopenhagen zeigt, wie Bahnunternehmen gemeinsam attraktive und nachhaltige Reisemöglichkeiten schaffen können. Ich freue mich sehr, dass unsere modernsten ComfortJet-Züge auf dieser Strecke im Einsatz sind.“ 

Flemming Jensen, CEO Danske Statsbaner: „Es ist eine große Freude zu sehen, wie wir als grenzüberschreitende Bahnbetreiber dazu beitragen können, die Europäer einander näherzubringen. Wir freuen uns darauf, auf weiteren Verbindungen zusammenzuarbeiten, um der wachsenden Nachfrage nach Bahnreisen gerecht zu werden.“ 

Auf der neuen Verbindung verkehren seit dem 14. Juni zwei tägliche Zugpaare (Hin- und Rückfahrt) ganzjährig – mit Reisezeiten im Regelfahrplan von rund sieben Stunden zwischen Kopenhagen und Berlin sowie elf Stunden zwischen Kopenhagen und Prag. Die Züge Richtung Kopenhagen fahren u.a. über Hamburg, Schleswig, Kolding und Odense, in Richtung Prag u.a. über Dresden, Bad Schandau, Děčín und Ústí nad Labem.  

In Berlin Hauptbahnhof starten die Züge um 10:34 Uhr und 14:34 Uhr und erreichen Kopenhagen Hauptbahnhof um 18:16 Uhr und 22:16 Uhr, im Regelfahrplan um 17:38 bzw. 21:38 Uhr. In der Gegenrichtung geht es im Regelfahrplan um 06:22 Uhr und 10:22 Uhr in Kopenhagen Hauptbahnhof los mit Ankünften um 13:23 Uhr bzw. um 17:24 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Hinzu kommt eine saisonale Nachtverbindung. Diese verkehrt bis Ende August zwischen Kopenhagen und Prag über Hamburg, Berlin und Dresden. 

Als Zuggarnitur kommt der ComfortJet der ČD zum Einsatz. Die neuen, Europas modernste lokbespannte Züge können mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h fahren und verfügen über 555 Sitzplätze, davon 99 in der 1. Klasse. Sie bieten ein erstklassiges Reiseerlebnis – u.a. durch ein Bordrestaurant (Tip: Auf der tschechiscen Seite kostetn Speisen und Getränke nur die Hälfte), mobilfunkdurchlässige Scheiben, WLAN, ein Kinderkino und verstellbare Sitze. An Bord gibt es Platz für zwölf Fahrräder. Für Reisende im Rollstuhl ist ein Hublift vorhanden. 

Die DB beteiligt sich an drei der von der EU-Kommission unterstützten Pilotprojekte für neue grenzüberschreitende Fernverkehrsverbindungen: Neben Prag – Berlin – Kopenhagen ist ein weiteres Projekt die neue Direktverbindung von München nach Mailand und Rom, die im Fahrplan 2027 in Betrieb gehen wird. Zum Einsatz kommen ETR 1000 Frecciarossa-Triebzüge der FS. Das dritte ist die Mitte 2028 startende neue Direktverbindung Berlin – Hamburg – Kopenhagen – Oslo mit dem ICE L. Quelle: DB / CM

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