Nur die Kernmarkt Lufthansa muss besser werden

Der Lufthansa-Konzern hat sein wirtschaftliches Ergebnis gegenüber dem Vorjahr gesteigert, obwohl höhere Treibstoffkosten das Quartalsergebnis mit mehr als ½ Mrd.  Euro belastet haben. Dazu haben die robuste Nachfrage im Passagiergeschäft, die Disziplin bei den Stückkosten sowie die starken Ergebnisbeiträge von Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik beigetragen.

Auch für das vierte Quartal erwarte das Luftfahrtunternehmen ein gesundes Nachfrageumfeld. Aufgrund der unveränderten geopolitischen Situation steigt gleichzeitig die erwartete Treibstoffrechnung für das Gesamtjahr auf 9,3 Mrd. Euro. Mit einer Sicherungsquote für die Passagier-Airlines von rund 86 % für 2026 und bereits mehr als 60 %  für 2027 ist der Konzern im Marktvergleich gut aufgestellt. Angesichts des fortgeschrittenen Jahresverlaufs und der höheren Treibstoffkosten wird die Ergebnisprognose auf 1,7 bis 2,0 Mrd. Euro konkretidiert. 

„Das vergangene Quartal war das umsatzstärkste in der Geschichte der Lufthansa Group. Es ist uns gelungen, den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 6 % zu steigern“, betont CEO Carsten Spohr. Die Investitionen in Modernisierung von Flotte und Produkt an Bord zahlen sich zunehmend aus. Im Fokus bleibt weiterhin Lufthansa Airlines. Nach dem erfolgreichen Turnaround bei Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit gilt es jetzt mit bereits geplanten und zusätzlichen Maßnahmen auch den finanziellen Turnaround der Kernmarke zu beschleunigen, um sie auch bei der Wertschaffung wieder zum Aushängeschild und Maßstab der Lufthansa Group zu machen.“

Ergebnis im dritten Quartal gesteigert. Der Umsatz der Lufthansa Group stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9 % auf 12,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 11,2 Mrd. Euro). Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn (Adjusted EBIT) von 1,4 Mrd. Euro, eine Steigerung um 6 % im Vergleich zum Vorjahr (Vorjahr: 1,3 Mrd. Euro) – trotz eines deutlichen Anstiegs der Treibstoffkosten um 543 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr. Dem Unternehmen ist es gelungen, mit starken operativen Erlösen und Kostendisziplin den Kostenanstieg beim Treibstoff mehr als zu kompensieren.

Die Nachfrage entwickelte sich im dritten Quartal in allen Segmenten robust. Bei den Netzwerk-Airlines stiegen die Durchschnittserlöse um 7 % gegenüber Vorjahr, insbesondere getragen von einer starken Nachfrage nach Premiumtickets sowie auf den Strecken nach Asien und Nordamerika.

Auch die Billigtochter Eurowings profitierte von einer starken Nachfrage im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr und erzielte 8 % höhere Durchschnittserlöse als im vergangenen Jahr. Die Adjusted EBIT-Marge sank leicht auf 11,5 % (Vorjahr: 11,9 %). Das Konzernergebnis stieg um etwa 300 Mio. Euro auf 1,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 966 Mio.  Euro), aufgrund des verbesserten operativen Ergebnisses, positiver Bewertungseffekte und eines negativen Steuereffekts im Vorjahreszeitraum. Der Adjusted Free Cashflow erreichte mit 793 Mio. Euro grob das Vorjahresniveau.

Netzwerk-Airlines verzeichnen starke Nachfrage. Die Netzwerk-Airlines der Gruppe haben im dritten Quartal erstmals in diesem Jahr ihr Angebot im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut. Die angebotene Sitzplatzkapazität stieg um 1,6 ,% primär auf der Langstrecke. Dort konzentrierte sich das Wachstum im Wesentlichen auf die Regionen Südamerika und Afrika sowie ausgewählte Strecken nach Asien. Die Durchschnittserlöse stiegen um 6,8 %, während die Auslastung um 1,3 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr sank. Die Nachfragestärke wurde insbesondere durch das Premium-Segment sowie durch Asien- und Nordamerika-Verkehre getrieben.

Aufgrund der durch den Konflikt im Nahen Osten stark gestiegenen Kerosinpreise stiegen die Treibstoffkosten bei den Netzwerk-Airlines um über 400 Mio. Euro gegenüber Vorjahr. Wesentliche Faktoren für das erfolgreiche Kostenmanagement waren niedrigere Ausgaben für Gebühren und Entgelte sowie die Reduktion von Projektkosten. Im Rahmen des Lufthansa Airlines Turnaround Programms wurden zudem Automatisierung und Digitalisierung vorangetrieben. Insgesamt erwirtschafteten die Netzwerk-Airlines ein Adjusted EBIT von 853 Mio. Euro, 108 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines übertrafen ihre Vorjahresergebnisse im dritten Quartal. Lufthansa Airlines hingegen wurde neben den gestiegenen Treibstoffpreisen zusätzlich durch Kosten von rund 65  Mio. Euro belastet, die aus den Streiks im ersten Halbjahr resultierten.

Punkt-zu-Punkt-Airlines mit starker innereuropäischer Nachfrage. Eurowings verringerte ihr Angebot im dritten Quartal um 3,5 % gegenüber Vorjahr, da vor dem Hintergrund der Krise im Nahen Osten Flüge in die Golfregion zunächst ausgesetzt und dann durch kürzere Flugstrecken vor allem nach Südeuropa ersetzt wurden. Die Stückerlöse stiegen um 10,0 Prozent, auch getrieben von der starken Nachfrage nach Premiumangeboten auf Europa-Strecken und Zusatzeinnahmen durch den Verkauf von Zusatzangeboten.

Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen um 4,8 % gegenüber Vorjahr, insbesondere infolge der reduzierten Kapazität sowie aufgrund von gestiegenen Personalkosten und höheren Entgelten und Gebühren, vor allem auf Mallorca.

Das Beteiligungsergebnis aus dem SunExpress Joint Venture belief sich im dritten Quartal auf 103 Mio. Euro und lag somit 20 Mio. Euro über Vorjahr.

Insgesamt stieg das Adjusted EBIT im Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines im dritten Quartal 2026 um 16 Mio. Euro auf 214 Mio. Euro.

Bilanz der Lufthansa Group. Der operative Cashflow sank in den ersten neun Monaten des Jahres um circa 500 Mio. Euro gegenüber Vorjahr auf rund 3,4 Mrd. Euro. Der Rückgang ist insbesondere auf das niedrigere operative Ergebnis sowie geringere Ticketvorauszahlungen zum Stichtag Ende September aufgrund kürzerer Buchungszyklen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Nettoinvestitionen lagen mit 1,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,8 Mrd. Euro) deutlich unter Vorjahr, im Wesentlichen bedingt durch höhere Zahlungszuflüsse im Zuge von Sale-and-Lease-back Transaktionen von Flugzeugen. Mit 1,8 Mrd. Euro erreichte der Adjusted Free Cashflow nach den ersten neun Monaten des Jahres nahezu das Vorjahresniveau.

Zum 30. September 2026 lag die Netto-Kreditverschuldung inklusive Netto-Pensionsverpflichtungen mit 7,3 Mrd. Euro deutlich unter dem Niveau vom Jahresende 2025 (8,3 Mrd. Euro). Zudem stand der Lufthansa Group Ende September eine Liquidität in Höhe von insgesamt 11,8 Mrd. Euro zur Verfügung, was über dem Stand zum Jahresende 2025 lag.  Quelle: LH Konzern / CM

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