Ein vormaliger Pilot von Air Canada unternahm große Anstrengungen, um zu verbergen, dass er über einen Zeitraum von 17 Jahren hinweg – während er Hunderte von Flugstunden absolvierte – nicht über die erforderliche Lizenz verfügte. Am 29. Juni muss sich der Flugzeugführer strafrechtlich verantworten, weil er fast 17 Jahre lang Zehntausende von Passagieren mit einer gefälschten Pilotenlizenz befördert hat.Der Ex.Air Canada Kapitäm war am 01. Juni 2026 festgenommen wordn.
Den Ermittlungen zufolge hatte er zwischen 2009 und 2025 als Kapitän mehr als 900 Inlands- und internationale Flüge durchgeführt, ohne jemals die vorgeschriebene Lizenz erworben oder die obligatorischen Prüfungen abgelegt zu haben. „Diese Ermittlung und die damit verbundenen Einzelheiten lesen sich wie ein Drehbuch für einen Film, sagte der stv. Polizeichef der Peel Regional Police auf einer Pressekonferenz in Ontario. Der Mann stieg bis zum Kapitän auf und flog fast 17 Jahre lang Maschinen der Typen Boeing 767, 777 und 787, wobei er ein Gehalt von fast 3 Mio. Kanadischen Dollar (rund 2 Mio. Euro) bezog.
Die Vorwürfe erinnern an den Film „Catch Me If You Can“ aus dem Jahr 2002, in dem es einem Teenager durch geschicktes Täuschen gelingt, als Pilot für PanAm zu fliegen. Im vorliegenden Fall besaß Wall zwar während seiner gesamten 27-jährigen Laufbahn bei Air Canada eine Lizenz für das Fliegen; jedoch verfügte er nie über die Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot License for Aeroplanes, kurz ATPL-A), die für seine Beförderung zum Kapitän im Jahr 2009 erforderlich gewesen wäre.
„Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte sowohl seinen Arbeitgeber als auch die Aufsichtsbehörde über seine Qualifikationen getäuscht hat“, so die Ermittler. Der Beschuldigte flog auf, nachdem eine routinemäßige Überprüfung seiner Unterlagen im Jahr 2025 „Unstimmigkeiten … in den Dokumenten zur Pilotenlizenz“ zutage gefördert und Air Canada die Aufsichtsbehörden informiert hatte. Der Ex-Kapitän ging 2025 in den Ruhestand, noch bevor im Januar die behördlichen und strafrechtlichen Ermittlungen unter dem Codenamen „Project Icarus“ eingeleitet wurden.
Die Fluggesellschaft wies darauf hin, dass der Pilot über eine Lizenz als Verkehrspilot verfügte und regelmäßig seine Fähigkeit zum sicheren Steuern großer Flugzeuge unter Beweis gestellt hatte. „Die Sicherheit wurde durch diesen Vorfall nicht beeinträchtigt, da alle Piloten von Air Canada alle sechs Monate obligatorische Wiederholungsschulungen zur Überprüfung ihrer fliegerischen Kompetenz absolvieren – einschließlich einer Flugüberprüfung durch einen zertifizierten Prüfkapitän der kanadischen Luftfahrtbehörde (Transport Canada) alle zwölf Monate“, erklärte Air Canada in einer am Stellungnahme. „Eine ordnungsgemäße Lizenzierung ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil des mehrstufigen Sicherheitskonzepts der Luftfahrtbranche; daher nimmt Air Canada diesen Sachverhalt äußerst ernst“, fügte die Fluggesellschaft hinzu.
Der Pilot wurde von Transport Canada mit einer Geldstrafe belegt und sieht sich sieben strafrechtlichen Anklagen gegenüber, darunter Betrug, zweifache Verwendung gefälschter Dokumente sowie dreifacher Besitz einer gefälschten Kennzeichnung. Er soll am 29. Juni 2026 vor Gericht erscheinen. Quelle: CNN / CM