Die Global Business Travel Association (GBTA, welteeiter Geschäftsreiseverband) führt solides Wirtschaftswachstum in den USA und Unternehmensinvestitionen als positive Faktoren für ihre Prognose an, wonach die Ausgaben für Geschäftsreisen im Jahr 2026 im Jahresvergleich um mehr als 7 % steigen werden. Dies nach einem Jahr 2025, in dem die Ausgaben die früheren Schätzungen der GBTA bereits übertroffen hatten. Aber: Es wird kein Wachstum bei der Anzahl der Geschäftsreisen geben.
Die zugrundeliegenden Trends zeigen jedoch, dass der Ausgabenanstieg in den Jahren 2025 und 2026 vor allem auf steigende Preise und weniger auf ein nich eintretendes höheres Volumen an Geschäftsreisen zurückzuführen ist, da Unternehmen in einem inflationären Umfeld versuchen, die Kosten zu begrenzen. Dass die Unternehmen trotz steigender Kosten nicht auf Geschäftsreisen verzichten, wertet der Verband jedoch als Zeichen für die „Widerstandsfähigkeit“ dieses Sektors.

In ihrem auf der Jahreskonferenz in Chicago veröffentlichten „Business Travel Index Outlook“ prognostizierte die GBTA für 2026 einen Anstieg der weltweiten Geschäftsreiseausgaben um 7,2 % gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,71 Billionen US-Dollar. Erstmals prognostizierte die GBTA im Rahmen des gemeinsam mit Rockport Analytics entwickelten BTI auch das Volumen der Geschäftsreisen und bezifferte den weltweiten Anstieg für 2026 auf 1,3 % gegenüber dem Vorjahr, was einer Gesamtzahl von 1,84 Mrd. Reisen entspricht.
Das höhere Ausgabenniveau führte der Verband auf ein „stärker als erwartet ausgefallenes Wirtschaftswachstum“ in den USA zurück, begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar und eine Entschärfung von Handelskonflikten , initiiert vin US-Präaident Donald Trump, in der zweiten Jahreshälfte. Freilich hat der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Israels mit dem Libanon mit Auswirkungen aud die VAE, Saudi Arabien etc. die Nachfrage nach Geschäftsreisen eingebremst, und die Handelspolitik Trumps bleibt ungewiss.
„Dennoch bleibt der Ausblick positiv, auch wenn die Wachstumsherausforderungen die Ausgaben voraussichtlich auf ein nachhaltigeres Niveau dämpfen werden“, so die GBTA. Die Ausgaben für Geschäftsreisen werden in diesem Jahr in „dienstleistungsorientierten“ Branchen wie Technologie, Immobilienwirtschaft, Gesundheitswesen und Bildung am stärksten steigen – nämlich um 5 bis 6 % im Jahresvergleich –, erklärte Edward Galvin, Vice President und Leiter für Nordamerika bei Visa Commercial Solutions (dem Sponsor des BTI), während einer Präsentation auf der Konferenz. Die GBTA prognostiziert einen jährlichen Anstieg der weltweiten Geschäftsreiseausgaben bis zum Ende des Prognosezeitraums im Jahr 2030, dies unter dem Vorbehalt, dass sich die Konflikte nicht verschärfen bzw. gelöst werden. Für 2030 wird erwartet, dass die Ausgaben erstmals die Marke von 2 Billionen US-Dollar überschreiten. Der Verband rechnet bis dahin mit jährlichen Wachstumsraten zwischen 4 und 6 %.
Mit Blick auf die einzelnen Länder prognostiziert die GBTA für die USA – den weltweit größten Markt – im Jahr 2026 einen Anstieg der Ausgaben für Inlands- und internationale Geschäftsreisen um 6,7 % auf 423 Mrd. US-Dollar. Für den zweitgrößten Markt, China, werden für 2026 Ausgaben in Höhe von 403,7 Mrd. US-Dollar erwartet (ein Plus von 5,9 %). Unter den 15 größten Märkten wird für Brasilien im Jahr 2026 der stärkste Anstieg der Geschäftsreiseausgaben im Jahresvergleich erwartet (+ 13,8 % auf 35,8 Mrd. US-Dollar), während die Niederlande mit 4,4 % (auf 25,2 Mrd. US-Dollar) den geringsten prozentualen Zuwachs verzeichnen dürften.
„Die wichtigste Erkenntnis in diesem Jahr ist, dass die Unternehmen nicht auf Geschäftsreisen verzichten, sondern zunehmend selektiver vorgehen und stärker auf Produktivität und Ergebnisse achten“, erklärte GBTA-CEO Suzanne Neufang. „Während die Ausgaben für Geschäftsreisen weiter steigen, nimmt die Zahl der Reisen allenfalls, wenn überhaupt, nur langsamer zu; daher müssen wir die Auswirkungen auf die Branche und die einzelnen Unternehmen bewerten.“ Quelle: GBTA / CM