Dataforce lag mit Flotten-Prognose ziemlich schräg daneben

Während die private Nachfrage nach Neuwagen anzieht, setzt sich im Mai der Absturz des Flottenmarkts fort. Marktbeobachter Dataforce sah es zum Jahreswechsel sehr viel optimistischer. Er sprach von einem klaren Aufwärtstrend bei den deutschen Fuhrparks. 

Treiber sollten vor allem die fortschreitende Elektrifizierung der Fuhrparks sein, sowie zahlreiche auslaufende Verträge, die noch im Umfeld des Auslaufens des Umweltbonus für gewerbliche Kunden 2023 abgeschlossen wurden, so Dataforce. Für 2026 wird insgesamt ein Wachstum von 9,9 % im Flottenmarkt erwartet, was einem zusätzlichen Volumen von rund 86.000 Pkw entspricht. Den größten Beitrag leisten batterieelektrische Fahrzeuge: Mit einem Plus von rund 65.000 Einheiten wachsen BEVs um etwa 31 % und erreichen einen Marktanteil von 28,4 %. Damit werden sie erstmals zur stärksten Antriebsart in deutschen Flotten und überholen das erste Mal die Diesel. 

VW hat bei den Fuhrparkzulasungen nicht mehr so viel Glück wie früher. Foto: VW

Vor wenigen Tagen aber wurden die Vorhersagen des Automobilmarktexperte Dataforce gecancelt, nachdem sie von der Realität überholt wurden. Dataforce musste seine Flottenprognose für das Jahr 2026 nach unten korrigieren. Während die Marktexperten zu Jahresbeginn noch von einem deutlichen Wachstum im relevanten Flottenmarkt ausgegangen waren, zwangen die Entwicklungen des ersten Halbjahres das Unternehmen dazu, die Erwartungen zu kappen. 

Die wichtigsten Gründe für die Korrektur mit dem Rotstift:

  • Sparkurs der Unternehmen: Fuhrparkverantwortliche versuchen verzweifelt, den allgemeinen Kostenanstieg zu dämpfen
  • Längere Haltedauern: Fahrzeuge werden in den Fuhrparks länger gefahren als ursprünglich geplant, was die Zahl der Neuanschaffungen bremst. 
  • Gebrauchtwagen-Trend: Unternehmen weichen bei Bedarf zunehmend auf junge Gebrauchtwagen aus, statt Neuwagen zu bestellen. 
  • Schwaches erstes Halbjahr: Der relevante Flottenmarkt verzeichnete in den ersten sechs Monaten ein Minus von 1 % auf rund 415.000 Pkw. [1]

Trotz der Gesamtkorrektur gibt es innerhalb des Flottenmarktes eine klare Verschiebung bei den Antriebsarten: 

  • Elektroautos (BEVs) legten im ersten Halbjahr um 32 % auf 123.500 Einheiten zu und sind mit knapp 30 Prozent Marktanteil die stärkste Kraft vor Diesel und Benziner.
  • Marken-Verschiebung: Die VW-Tochter Škoda gehört zu den großen Gewinnern (+23 % im Halbjahr). Sie stellt mit dem Octavia nicht nur den Spitzenreiter, sondern besetzt mittlerweile die Hälfte der Top-Ten-Flottenmodelle. Die Kernmarke VW verlor hingegen 9 %.

Es wurde also nichts aus der vollmundigen Ankündigung der Maintaler. Das angeblich positives Momentum wird zwar von einer Vielzahl neuer spannender Modelle begleitet, nur will die kaum ein Mobilitätsmanager haben. Quelle: Dataforce / CM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert