Das extreme Niedrigwasser am Rhein wirkt wie ein Preistreiber und macht Tanken teurer, heißt es beim ADAC. Üblicherweise ist die Wasserstraße Rhein ein beeutender Transportweg für Öl, Benzin und Diesel. Der Transport mit Tankschiffen ist weitaus kostengünstiger als mit den vergleichsweise kleinen Lkw. Und es ist auch etwas günstiger als Güterzüge mit Tankkesselwagen.
In besseren Zeiten werden auf dem Rhein Kohle, Erze, Chemikalien, Getreide, Benzin, Diesel und Heizöl zu vergleichsweise günstigen Tarifen durchs Land geschippert. Nun hat Bundesverkehrsminister Bilger angeordnet, das Lkw-Fhrverbot an Sonn – und Feiertagen bis In den September hinein aufzuheben. Heißt im Klartext: Täglich müssten um die 40.000 zusätzliche Tanklaster bzw. Sattelzüge mit für die deutsche Wirtschaft wichtigen Vorprodukten bzw. kritischen Waren auf die Straßen. Das aber hat den verheerenden Effekt, dass noch mehr Schadstoffe in die Luft gepustet werden, zumal Lkw laut Klimaforschern mit zu den maßgeblichen Treibern des Klimawandels zählen und mit verantwortlich für die sie sich mehrenden Hitzewellen sind.

Der Bundesverkehrsminister hätte gut daran getan, die durch den Ausfall relevanten Güter der Schifffahrt mehrheitlich auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Aber so weit reicht der Verstand im Bundesverkehrsministerium nicht und auch nicht in den Länder-Verkehrs- und -Wirtschaftsministerien. Die Folge: Die Politik verschlimmbessert mit ihrem kontraproduktiven Handeln die Situation und macht sich schuldig an vielen weiteren Toten in Deutschland.
Zum Glück wird der deutsche Markt nicht ausschließlich über den Rhein, sondern über ein „Netzwerk aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie den Schienen- und Straßenverkehr“ versorgt,. Daher dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen. Nachzuverfolgen übrigens auf dem Spritpreisportal „Tankerköni“: Die teuersten Bundesländer bei Benzin sind derzeit NRW, Hessen, Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Quelle: ADAC / CM