EasyJet schlüpft unter das Dach der US-Investmentfirma Apollo

EasyJet hat einer Übernahme durch die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management im Wert von 5,7 Mrd. Pfund (6,65 Mrd. Euro) zugestimmt, nachdem der konkurrierende Bieter US-amerikanische Bieter Castlelake am Donnerstag, 06. August 2026  erklärt hatte, seine Übernahmepläne für die Fluggesellschaft nicht weiter zu verfolgen.

Im Rahmen der Transaktion wird Eagle Bidco – ein Unternehmen, das sich indirekt im Besitz der Apollo-Fonds befindet – die in Großbritannien ansässige Billigfluggesellschaft übernehmen. Bidco legte am Donnerstag ein formelles Barangebot von 7,15 Pfund pro Aktie vor. Diese Offerte war bereits im Juli unterbreitet worden, nachdem Castlelake mehrfach Offerten für die Fluggesellschaft abgegeben hatte.

Die Einigung erfolgt nur 24 Stunden vor Ablauf der Frist zur Abgabe verbindlicher Angebote, wobei sich Castlelake stattdessen für einen Rückzug entschied.

Stephen Hester, nicht geschäftsführender Vorsitzender (Chairman) von EasyJet: „Der Verwaltungsrat von EasyJet hat den Vorschlag von Apollo sorgfältig geprüft und dabei auch die eigenständigen Zukunftsaussichten von EasyJet berücksichtigt. Auch wenn wir weiterhin von der Stärke unseres Unternehmens und den vor uns liegenden Chancen überzeugt sind, sind wir der Ansicht, dass dieses Angebot die Qualität des von uns aufgebauten Unternehmens angemessen würdigt und den Aktionären einen sofortigen, sicheren und attraktiven Mehrwert bietet.“

EasyJet ist jetzt in amerikanischen Händen. Foto: EasyJet

Im Rahmen der Vereinbarung erhalten die EasyJet-Aktionäre die Möglichkeit, Anteile zu verkaufen oder zu übertragen, sodass eine Gesamtbeteiligung von bis zu 49,9 % am Unternehmen entsteht. Dies schließt den EasyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou und seine Familie ein, die ihre Beteiligung unter der neuen Eigentümerstruktur behalten werden. Apollo wird bis zu 49,9 % halten, während bis zu 5 % von einem EU-Trust gehalten werden, der mit einem Anreizprogramm für das Management verknüpft ist.

Für europäische Fluggesellschaften gilt derzeit die Vorschrift, dass sie mehrheitlich im Besitz von EU-Staaten oder EU-Bürgern sein und von diesen kontrolliert werden müssen. Dies betrifft auch Airlines mit Sitz im Vereinigten Königreich, wie EasyJet, die Flüge ausschließlich innerhalb der EU durchführen. Im Rahmen der Vereinbarung erklärte die Apollo-Gesellschaft Bidco, sie werde „alle erforderlichen Schritte“ unternehmen, um die geltenden EU-Vorschriften einzuhalten.

Apollo und Bidco äußerten sich „sehr positiv“ zur Strategie des EasyJet-Managements und sehen „eine bedeutende Chance, die operativen und kommerziellen Ambitionen der EasyJet-Gruppe zu beschleunigen und letztlich das Wachstumsprofil des Unternehmens zu stärken.“

Beide Unternehmen fügten hinzu, dass angesichts der anhaltenden Unsicherheiten am Markt und im makroökonomischen Umfeld die nächste Wachstums- und Entwicklungsphase von EasyJet am besten als nicht börsennotiertes Unternehmen (in privater Hand) bewältigt werden könne. Denn „ein Eigentum in privater Hand würde den Zugang zu zusätzlichem Kapital ermöglichen und eine langfristige geschäftliche sowie strategische Planung erlauben. Dies würde dem Management gestatten, flexibler zu investieren und Chancen zu verfolgen, deren Umsetzung mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als an den öffentlichen Kapitalmärkten üblich ist. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der langfristigen Investitionsphilosophie von Apollo und der Erfahrung des Unternehmens bei der Unterstützung von Betrieben während Phasen transformativen Wachstums“, heißt es in einem Statement der Amerikaner. Quelle: EasyJet / Apollo / CM

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