S21: Cem Özdemir spricht von desaströsen Nachrichtern

Deutschland ist längt kein Hochtechnologieland mehr. Gerade bei Großprojekten bringt das Land nichts mehr auf die Reihe. Beweis gefällig? Deutschlands größtes Infrastrukturprojekt Stuttgart 21. Nun berichtete der SWR, dass der neue Tiefbahnhof erst im Dezember 2031 vollständig in Betrieb genommen werden soll. Grund sollen u.a. u.a. mehr als 1.000 km falsch verlegte Kabel und Schächte sein. Die zuletzt für Ende 2026 geplante Teileröffnung des Tiefbahnhofs war bereits im November abgeblasen worden

Die Deutsche Bahn muss laut dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Cem Özdemir nun alle Karten auf den Tisch legen. Er wolle nicht, „dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen. Es muss mal ein Ende haben“, so der Landesvater. Özdemir  verlangt von der Bahn belastbare Zahlen und Antworten auf die Fragen, wann die einzelnen Etappen und wann das gesamte Projekt Stuttgart 21 fertig sein sollen. Für die neue Bahnchefin Evelyn Palla ist das Riesenprojekt ein ganz schweres Erbe ihres Vorgängers. Sie hat eine umfassende Überprüfung des Projekts angekündigt. 

Nächste Verschiebung des S21-Eröffnungstermins: Dezember 2031. Rendering: DB

Der Ministerpräsident sprach von „desaströse Nachrichten“ für Baden-Württemberg und vor allem für die Bahnfahrenden. Das Projekt werde langsam „zur Lachplatte. Nun gehe es  auch darum zu zeigen, dass Stadt, Land und die Bundesrepublik Großprojekte stemmen könnten und sich nicht in Grund und Boden schämen müssten. Özdemir verwies u.a. auch die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, der auch mit dem European Train Control System (ETCS) ausgestattet werden soll Doch braucht es laut DB  weiterhin herkömmliche Signale, weil längst nicht alle Lokomotiven für den Güterverkehr mit ETCS ausgerüstet bzw.  nicht mit der digitalen Technik kompatibel sind Am Mittwoch, 10. Juni 2026 präsentierte  Siemens Mobility vor Kunden und internationalen Medien im neu eröffneten Rail Service Center in München-Allach die nächste Generation hoch digitalisierter Lokomotiven für den Schienengüter- und Personenverkehr präsentiert – den Vectron X. Die neue Lokomotive basiert auf der marktführenden Vectron-Lokomotivenplattform, die sich mit fast 3.000 verkauften Fahrzeugen im täglichen Betrieb bewährt hat. Sie kombiniert bewährte Technologie mit digitalen, app-basierten Funktionen, offenen Schnittstellen für Drittpartner sowie einem zentralen Smart Screen im Führerstand. Datenbasierte Anwendungen, gezieltere Wartung und app-basierte Funktionen tragen dazu bei, Betriebskosten zu optimieren und die Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugeinsatzes weiter zu steigern.

Der Vectron X verbindet perfekt die reale und die digitale Welt und bringt digitale Funktionen direkt in die Lokomotive. Smart Screen, app-basierte Anwendungen, TrainPlay und Konnektivität in nahezu Echtzeit vereinfachen die Bedienung und machen den Lokbetrieb transparenter und deutlich effizienter. Im Führerstand setzt der Vectron X auf ein digitales Bedienkonzept. Es erweitert den bewährten Vectron-Führerstand, mit dem Triebfahrzeugführerinnen und -führer europaweit vertraut sind, um einen zentralen 11,6-Zoll-Smart-Screen. Dieser bündelt wichtige Anwendungen und Informationen direkt im Cockpit – von betrieblichen Daten über Streckeninformationen bis hin zu Applikationen von Drittanbietern im App Store. Zudem werden über TrainPlay ausgewählte kunden- und betreiberspezifische Anwendungen, die Lokführerinnen und Lokführer heute häufig auf Smartphones oder Tablets nutzen – etwa für Einsatzplanung, betriebliche Koordination oder kundenspezifische Informationen – künftig auf dem Smart Screen im Führerstand dargestellt. Siemens Mobility bringt damit erstmals eine CarPlay-ähnliche Lösung für Lokomotiven auf die Schiene und macht den Führerstand zu einem digitalen Arbeitsplatz, der Informationen einfacher zugänglich macht und Arbeitsabläufe spürbar vereinfacht.
 
Stuttgart 21 (auch kurz S 21) ist ein Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart. Im Rahmen des Projekts entstehen elf neue, meist unterirdische Strecken (57 km) sowie vier neue Bahnstationen, darunter ein neuer unterirdischer Hauptbahnhof, ein neuer Fernbahnhof am Flughafen Stuttgart u.v.a.m. Freiwerdende Gleisflächen sollen zur Stadtentwicklung genutzt werden. Zusammen mit der 2022 fertiggestellten Schnellfahstrecke Wendlingrn-Ulm wird das Vorhaben als Bahnprojekt Stuttgart–Ulm bezeichnet. Die Kosten von S21 sind von ursprünglich geplanten 1,6 Mrd. Euro auf aktuell über 11,4 Mrd. Euro explodiert und ein Ende ist nicht in Sicht. 

Das Projekt wurde 1994 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2010. Die Inbetriebnahme war zunächst für Dezember 2019 geplant, wurde danach aber mehrmals verschoben. Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm schließt neben Stuttgart 21 auch den Neubau der bereits 2022 eröffneten Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm ein. Herzstück von Stuttgart 21 ist der neue unterirdische Hauptbahnhof, der anders als der bisherige Kopfbahnhof ein unterirdischer Durchgangsbahnhof sein wird. Quelle: DB / SWR / CM

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