Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn 

Zwischen Tübingen und Horb am Neckar wird die „Obere Neckarbahn“§ ausgebaut und elektrifiziert. Im Zuge einer Planungs- und Finanzierungsvereinbarung über Ausbau und Elektrifizierung der rund 32 km langen Strecke können die notwendigen Maßnahmen jetzt durch die DB InfraGO bis zur Genehmigungsreife geplant werden. 

Im ersten Schritt soll bis Ende 2028 die sogenannte Vorplanung erfolgen, verantwortet durch ein eigenes Projekt-Team bei der DB InfraGO. Zuvor haben DB und Zweckverband bereits umfassende Vorarbeiten durchgeführt. U.a. wurde die gesamte Strecke bereits vermessen und in ein digitales Planungsmodell nach der BIM-Methode überführt.

Auf der Oberen Neckarbahn sollen später eine direkte Regionalexpress-Linie des Landes von Horb über Rottenburg und Tübingen bis Stuttgart sowie zwei Linien der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb verkehren. Zwischen Tübingen und Rottenburg ist mindestens ein Halbstundentakt, bis Horb dann ein Stundentakt vorgesehen. Damit verbessern Elektrifizierung und Ausbau das Verkehrsangebot auf der Schiene gegenüber heute deutlich.

Die Obere Neckarbahn hat für den Verdichtungsraum Tübingen – Reutlingen eine sehr hohe Bedeutung und großes Potenzial. Ein Ausbau der Oberen Neckarbahn kann das Fahrplanangebot dort deutlich ausweiten und stabilisieren und zu einem echten Standortfaktor werden. Durch die Mittel des Sondervermögens gibt es nicht nur für die Obere Neckarbahn grünes Licht, sondern auch für zahlreiche weitere Infrastrukturvorhaben, die Baden-Württemberg. 

Eugen Höschele, Vorsitzender des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb: „Der Ausbau und die Elektrifizierung der von Tübingen ausgehenden DB-Strecken ist ein elementarer Bestandteil der Regional-Stadtbahn. Insofern ist uns mit der Unterzeichnung der Planungsvereinbarung für die Obere Neckarbahn ein weiterer Durchbruch gelungen. Nun gilt es, auch unverzüglich in die Umsetzung zu kommen, damit möglichst rasch der erste Zug ‚unter Fahrdraht‘ den Tübinger Hauptbahnhof in Richtung Rottenburg und Horb verlässt.“

Die Gesamtkosten für Ausbau und Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn von Tübingen bis Horb werden durch den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb derzeit mit 302,4 Mio. Euro geschätzt. Mit Abschluss der Vorplanung sind die Kosten fortzuschreiben. Für die Strecke ist mit Zuschüssen aus dem GVFG-Bundesprogramm in Höhe von 75 %, bei der Elektrifizierung sogar 90 % der Baukosten durch den Bund zu rechnen. Hinzu kommen ergänzende Landeszuschüsse. Dabei plant das Land, 50 % der Ausbaukosten bzw. 100 % der Elektrifizierungskosten, die nicht durch den Bund finanziert werden, zu übernehmen. Die Kosten für die jetzt vereinbarte Vorfinanzierung der Planung bis zur Leistungsphase 4 teilen sich Land und Zweckverband zu gleichen Teilen. Quelle: Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Deutsche Bahn AG, Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, Landratsamt Tübingen / CM

Bei großer Hitze weniger Züge

Geschäftsreisende müssen sich darauf einstellen, dass bei den enormen Hitzewellen, die nun auch in Deutschland überhand nehmen, weniger Zugverbindungen möglich sind. Die DB InfraGO reagiert künftig früher, wenn sich Extremwetterlagen abzeichnen. Ziel ist es, Kunden frühzeitig und transparent zu informieren und einen möglichst verlässlichen Bahnbetrieb sicherzustellen.

 Eine neue Regelung sieht vor, dass Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen zur Stabilisierung des Systems weniger Züge fahren lassen können, wenn sie das wollen. DB InfraGO wird dafür für festgelegte Zeiträume entsprechende Regelungen des Trassennutzungsvertrages aussetzen – wie etwa Stornokosten. Die Regelung gilt auch für den Personenfern- und den Güterverkehr.

Ein solcher Zeitraum gilt erstmals bundesweit ab Donnerstag, 30. Juli, bis (vorerst) 06. August. In NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gilt die Regelung wegen der dortigen Temperaturen bereits ab Mittwoch, 29. Juli 2026.

Weniger Züge im Netz ermöglichen mehr Reserven für den Betrieb und damit eine höhere Chance, dass die verbleibenden Angebote zuverlässig verkehren. Die Reisenden erhalten früher Klarheit, ob ihr Zug fährt oder alternative Verbindungen bestehen. Auch die Eisenbahnverkehrsunternehmen erhalten Planungssicherheit und können Fahrzeuge, Personal und Kundeninformationen entsprechend vorbereiten. 

Die Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, wie stark extreme Wetterlagen den Bahnverkehr beeinträchtigen können. Die hohen Temperaturen belasten die Eisenbahninfrastruktur, die Züge sowie alle Mitarbeitenden der Unternehmen. Technische Störungen und Einschränkungen steigen unter diesen Umständen deutlich an. Die Folge waren Verspätungen, kurzfristige Zugausfälle, Fahrgäste, die ihre Reise nicht fortsetzen konnten und Güter, die nicht rechtzeitig ankamen. 

Künftig will die Bahn bei angekündigten Hitzewellen mit Temperaturen über 35° C vorausschauender handeln. Bereits im Vorfeld soll den Eisenbahnverkehrsunternehmen bei solchen Prognosen empfohlen werden, bedarfsgerecht Verkehr herauszunehmen. Nur so sei  die Stabilität des Gesamtsystems zu sichern. 

Die Entscheidung über solche Maßnahmen liegt aber immer bei den Aufgabenträgern des Nahverkehrs sowie den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Quelle: DB / CM

Verärgerte Unternehmen wegen unzuverlässiger neuer Triebzüge in England

East Midlands Railway (EMR) hatte die von Hitachi Rail hergestellten Züge der Baureihe (Class) 810 „Aurora“ erstmals im Dezember 2025 im Personenverkehr zwischen London St. Pancras und Zielen wie Leicester, Derby, Nottingham, Lincoln und Sheffield eingesetzt, nachdem es zu einer dreijährigen Lieferverzögerung gekommen war. Seither gibt es ständig Zug-Ausfälle und Verspätungen wegen technischer Probleme.

Am 20. Juli 2026 führte EMR jetzt einen neuen Fahrplan ein, der weniger Zugverbindungen als bisher enthält, so dass Hitachi Rail Gelegenheit erhielt die defekten „Aurora“-Züge von Grund auf zu überarbeiten.

EMR’s neue Züge verärgern vor allem Unternehmen in den Midlands. Foto Hitachi

Will Rogers, Geschäftsführer von EMR, erklärte, , dass Fahrgäste, die bereits Fahrkarten gebucht hatten und feststellten, dass ihre Verbindung nicht mehr möglich war, als Ersatz bis zu zwei Züge vor oder nach der betroffenen Verbindung in einem anderen Zug von EMR mitfahren könnten.

Besonders aufgebracht reagierten Führende Wirtschaftsvertreter und Politiker aus Sheffield und betonten, dass der reduzierte Zugverkehr zwischen Sheffield und London bereits jetzt den Handel und die Wirtschaft im Norden Englands beeinträchtige. David Richards, Mitbegründer von Yorkshire AI Labs, erklärte, es sei für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, über eine zuverlässige Zugverbindung zwischen dem Raum Sheffield und der Hauptstadt zu verfügen. Richards, der in Sheffield wohnt, sagte, er werde nun eine 45-minütige Autofahrt auf sich nehmen, um in Doncaster einen Zug nach London zu nehmen, da die LNER-Züge von Doncaster nach London häufiger und zuverlässiger verkehren als die EMR-Züge.

Seit April ist bereits die Verkehrsgewerkschaft RMT im Streit mit EMR, nachdem es zu einer erheblichen Anzahl von Störungen an den Zügen der 810-er Flotte gekommen war. Daher planen die RMT-Mitglieder, die bei der East Midlands Railway beschäftigt sind, für Samstag, 01. August 2026, sowie für die beiden darauffolgenden Samstage Streikmaßnahmen, da sie zunehmend Sicherheitsbedenken haben, auf die das Unternehmen bisher nicht eingegangen ist.

Laut EMR erfüllen die neuen Züge trotz aller erforderlichen Tests und behördlichen Genehmigungen noch immer nicht die erwarteten Standards hinsichtlich der Betriebssicherheit. Mit dem überarbeiteten Fahrplan hofft EMR nun, einen gleichmäßigeren und zuverlässigeren Service bieten zu können, während das Unternehmen gemeinsam mit Hitachi Rail daran arbeitet, die Zuverlässigkeitsprobleme zu beheben.

Die Einführung der „Aurora“-Züge soll in jedem Fall im Laufe der Jahre 2026/2027 fortgesetzt werden, bis alle 33 bestellten Triebzüge ausgeliefert und problemlos eingesetzt werden. Quellen: BBC, Derbyshire Live, RMT / CM

Polen will modernstes Eisenbahnnetz Europas bauen

Polen wird das modernste Eisenbahnnetz Europas bauen, sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf der Konferenz „Die modernste in Europa – #NaszaKolej!“ (Unsere Eisenbahn) am Mittwoch, 22. Juli 2026 am Bahnhof Warszawa Zachodnia.

Die polnische Bahn verzeichnet Rekordzahlen beim Personenverkehr. 2025 nutzten über 438,9 Mio. Fahrgäste die Dienstleistungen der Bahn. Der Aufwärtstrend hält 2026 an – von Januar bis Mai dieses Jahres beförderten die Bahnunternehmen fast 190,5 Mio. Passagiere, das sind 8,7 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Auch die Zahl der Fahrgäste bei PKP Intercity steigt dynamisch an. 2025 beförderte das Unternehmen 89,2 Mio.  Fahrgäste bzw. 31 % mehr als zwei Jahre zuvor. Für das Jahr 2026 plant das Unternehmen, die Marke von 96 Mio. Fahrgästen zu überschreiten; in den kommenden Jahren sollen es über 110 Mo. Passagiere/Jahr werden. 

„Die Eisenbahn ist eine strategische Priorität der polnischen Regierung. Die Polen steigen immer lieber und immer häufiger in den Zug ein. Die Zahl der Fahrgäste steigt, und die Eisenbahn gewinnt ihre Position als bequemes, sicheres und umweltfreundliches Verkehrsmittel zurück“, betonte Infrastrukturminister Dariusz Klimczak.

Seit 2024 wurde der Personenverkehr auf vielen Bahnstrecken wieder aufgenommen, die jahrelang stillgelegt waren. Züge fahren u.a. wieder nach Karpacz, Ciechocinek, Kłobuck, Łomża, Rabka-Zdrój sowie auf der Strecke Somonino – Kartuzy. Weitere Reaktivierungsprojekte sind in Vorbereitung, die die Bahnverbindungen unter anderem nach Olecko, Kcynia, Bytów, Złotoryja, Sokołów Podlaski, Bełchatów oder Ostrów Mazowiecka wiederherstellen werden.

Auch das Fernverkehrsangebot wird ausgebaut. PKP Intercity hat Verbindungen zu Orten wieder aufgenommen oder neu eingerichtet, die seit Jahren nicht mehr von Zügen dieser hochklassigen Kategorie angefahren wurden, darunter Łomża, Wielbark, Mielec, Chorzele und Ostrołęka. In naher Zukunft soll dern Personenverkehr nach Bytów sowie auf der Strecke Wejherowo–Choczewo wieder aufgenommen werden, , die seit über 30 Jahren stillgelegt ist“, sagte Minister Dariusz Klimczak.

Rekordinvestitionen. Die Polskie Linie Kolejowe führen das größte Investitionsprogramm in der Geschichte der polnischen Eisenbahn durch. Es beläuft sich auf 180 Mrd. PLN (42 Mrd.€) bis zum Jahr 2032.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählen u.a. der Bau der neuen Strecke Podłęże – Tymbark/Mszana Dolna, die Modernisierung der Strecke Chabówka – Nowy Sącz, der Umbau der Strecke Nr. 201 Maksymilianowo – Kościerzyna – Gdynia, das Projekt Rail Baltica sowie der Umbau des Schlesischen Eisenbahnknotens. Aktuell stellt der Staat 100 Mrd. PLN (23 Mrd. € für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur bereit. Diese Mittel sind für den Bau neuer Bahnhöfe und Bahnstrecken, die Modernisierung des bestehenden Netzes sowie dessen Digitalisierung vorgesehen“, so Klimczak weiter.

Gebaut werden 4.700 km neuen Hochleistungs-Schnellfahrstrecken, von denen etwa 1.000 km bis 2035 in Betrieb genommen werden sollen. Zu den wichtigsten Investitionen zählen die „Y“-Strecke, die Warszawa, den neuen Flughafen, Łódź, Poznań und Wrocław verbindet, die „Rail Baltica“ auf dem Abschnitt Ełk–Trakiszki, die Verbindung Katowice–Ostrava sowie das Projekt Podłęże–Piekiełko. Von den insgesamt 4.700 km neuen Strecken werden etwa 2.700 km Strecken im KDP-Standard sein.

Langfristig soll das Netz auf 19 Eisenbahnhauptstrecken basieren, die alle Regionen des Landes miteinander verbinden. Dank der Umsetzung des Projekts werden 27 kleine und mittelgroße Städte, die derzeit nicht an das Personenverkehrsnetz angebunden sind, Zugang zur Eisenbahn erhalten.“Wenn wir die Umsetzung des Großprojekts ‚Integriertes Eisenbahnnetz‘ abgeschlossen haben, sollten wir in Polen jährlich fast 800 Millionen Fahrgäste befördern. Schon heute befördert unsere Eisenbahn fast so viele Menschen, wie die gesamte Europäische Union Einwohner zählt“, erklärte der Ministerpräsident

Moderner Fuhrpark. PKP Intercity setzt einen umfassenden Investitionsplan für die Jahre 2025–2030 um. Das Unternehmen plant in diesem Zeitraum Investitionen in Rollmaterial und Infrastruktur in Höhe von insgesamt 25,4 Mrd. PLN (5,9 Mrd. €). 18,9 Mrd. PLN (4,4 Mrd. €) entfallen auf Aufträge, die von Herstellern mit Produktionsstätten in Polen ausgeführt werden, was die heimische Industrie und die Entwicklung moderner Technologien fördert.

Die wichtigsten davon befinden sich derzeit in der Realisierung:

• 300 neue Reisezugwagen von der Firma H. Cegielski – Fabryka Pojazdów Szynowych (mit einer Option auf weitere 150),
• 35 Hybrid-Triebzüge von der Firma Newag,
• 63 Mehrsystem-Elektrolokomotiven von der Firma Newag (mit einer Option auf weitere 32).

Darüber hinaus wurde im November 2025 ein Vertrag über den Kauf von 42 doppelstöckigen elektrischen Triebzügen (mit einer Option auf weitere 30) unterzeichnet, die in Chorzów (von Alstom) hergestellt werden sollen.

Plan für künftige Generationen. Eines der Schlüsselelemente für die Entwicklung des Schienenverkehrs ist das Integrierte Eisenbahnnetz (Zintegrowana Sieć Kolejowa) – der erste derart umfassende Plan zur Entwicklung der Eisenbahn in Polen in der Geschichte. „Das Integrierte Eisenbahnnetz ist ein Plan für Generationen. Wir schaffen ein supermodernes und widerstandsfähiges Verkehrsnetz, das den Einwohnern, der Wirtschaft und der Sicherheit des Staates über die nächsten Jahrzehnte hinweg dienen wird“, sagte der stellvertretende Infrastrukturminister und Regierungsbevollmächtigte für das CPK, Piotr Malepszak. Quelle: Ministerstwo Infrastruktury / CM

Bayern: Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des SPNV 

Bayern braucht Bahn: Insbesondere auch abseits der Metropolen sind viele Bürger in ihrem Alltag auf ein gutes und bezahlbares Angebot auf der Schiene angewiesen. Durch eine aktuelle Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Trassenvergabe drohen nun negative Folgen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Auslöser ist die Entscheidung der Bundesnetzagentur, neuen Anbietern (z.B. Italo) den Zugang zum Fernverkehr im deutschen Bahnnetz zu erleichtern. Wichtig ist, dass die Mobilität abseits der Metropolen nicht unter die Räder kommen darf. Bayern wird daher nun eine Bundesratsinitiative zur Sicherung der Fernverkehrshalte und des Schienenpersonennahverkehrs sowie einer fahrgastorientierten Tarifregelung auf den Weg bringen. Minister Bernreiter: „Mit unserer Bundesratsinitiative geht Bayern voran. Wir wollen – idealerweise im Schulterschluss mit vielen anderen Ländern – deutlich machen, dass die aktuellen Entwicklungen und Änderungen zu kurz gedacht sind und deutlich weiter greifende Anpassungen notwendig sind.“

Aktuell planen mehrere private Eisenbahnverkehrsunternehmen Verbindungen zwischen deutschen Metropolen neu mit ihren Zügen anzubieten. So will der private italienische Fernverkehrsanbieter Italo in der ersten Jahreshälfte 2028 auf den beiden Hochgeschwindigkeitsverbindungen von München nach Berlin und von München nach Köln und Dortmund einsteigen. Italo hatte sich über die aktuelle Trassenvergabe des Netzbetreibers DB InfraGO AG beschwert und mehrjährige Garantien für die Trassennutzung gefordert. Die Bundesnetzagentur hat hierzu am 17. Juli 2026 festgestellt, dass die aktuelle Praxis bei der Trassenvergabe nicht rechtmäßig ist: Die DB InfraGO AG muss zukünftig Mindestkontingente von 25 bis 40 % für Konkurrenten der DB Fernverkehr AG bei hochbelasteten Strecken vorsehen.

Bernreiter hatte bereits vor der offiziellen Entscheidung u.a. auch als Mitglied im Eisenbahninfrastrukturbeirat bei der Bundesnetzagentur gewarnt und führt nun aus: „Ich bedauere, dass weder meine Bedenken noch die vieler anderer Stimmen und Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur Gehör gefunden haben. Wir müssen jetzt schauen, wie konkret die DB InfraGO AG die Umsetzung dieser Maßgabe bis zum Herbst angeht. Wir werden uns dann auch bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz intensiv damit auseinandersetzen.“

Der Fernverkehr muss aus Sicht des Ministers nicht nur große Metropolen verbinden, sondern auch Oberzentren anbinden, wie etwa Bamberg oder Ingolstadt (in der Audi-Metropole halten ohnehin etliche ICE). Minister Bernreiter: „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. Solch eine Rosinenpickerei geht gar nicht! Neue Trassenvergaben dürfen nicht zu Einschnitten in Bayern führen. Dem Fernverkehr muss auferlegt werden, dass die Regionen in der Fläche angebunden sind. Notfalls muss der Bund den Schienenpersonenfernverkehr bestellen und die Fernverkehrshaltestellen und deren Bedienfrequenz festlegen. So passiert es auch in anderen Teilen Europas mit dem Fernverkehr, und so bestellen auch die Länder den Schienenpersonennahverkehr. Auch dann herrscht Wettbewerb!“

Der Minister fordert zudem insbesondere besseren Schutz für das Angebot im Schienenpersonennahverkehr: „Der Regional- und S-Bahnverkehr darf nicht zwischen den verschiedenen Fernverkehrswünschen zerrieben werden, dafür ist er für alle Wirtschafts- und Wohnstandorte viel zu wichtig.“ Bernreiter sieht da vor allem die Gefahr, dass in den wichtigen Bahnknoten wichtige Verstärkerzüge zur Hauptverkehrszeit zugunsten zusätzlicher Fernverkehrsangebote zum Opfer fallen würden, weil sie nicht zu den Taktverkehren zählen. „Dann drohen uns überfüllte Züge, Bahnsteige und Zuwege sowie noch mehr Verkehr auf den Straßen durch diejenigen, die auf den Pkw umsteigen.“

Ganz wesentlich ist es, dass mehr Wettbewerb nicht auf Kosten der Fahrgäste geht. Minister Bernreiter: „Es braucht klare Regeln, damit die Passagiere keinen Nachteil bei den Tickets haben. Aktuell ist es ein großes Plus, dass man flexible Tickets buchen kann, bei Störungen Zugbindungen aufgehoben werden und man attraktive Rabattkarten wie die unterschiedlichen Bahncards nutzen kann. Das muss auch gehen, wenn sich mehr Unternehmen im deutschen Fernverkehrsmarkt tummeln als jetzt. Wir brauchen weiter durchgängige Tickets – sowohl zwischen verschiedenen Anbietern als auch zwischen Fern- und Nahverkehr!“ All das wird auch Inhalt der bayerischen Bundesratsinitiative sein, kündigt Bernreiter an. Quelle: Bay. Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr / CM

Wieder Zugverkehr Nürnberg – Regensburg ab 1. August 

Die DB InfraGO nimmt am Montag, 27. Juli, 2026, den nördlichen Teilabschnitt auf der Strecke Nürnberg – Regensburg wieder in Betrieb. Der offizielle Zugverkehr für Reise- und Güterzüge wird nach Abschluss der Korridorsanierung am 01. August 2026 wieder aufgenommen. 

Die S-Bahnlinie S3 startet in einem Vorlaufbetrieb im Stundentakt zwischen Nürnberg und Neumarkt. Die Fahrplandaten finden Fahrgäste zeitnah in den Auskunftsmedien. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird wie angekündigt bis einschließlich 31. Juli auf allen Linien, auch für die S-Bahn, weiterfahren.

Zum Beginn der bayerischen Sommerferien, am Abend des 31. Juli 2026, wird die Strecke wie angekündigt wieder durchgehend für alle Züge nutzbar sein. Züge des Personen- und Güterverkehrs verkehren dann mit Betriebsbeginn am 01. August wieder planmäßig im Regelbetrieb auf der sanierten Strecke.

Seit Februar läuft die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg im Zuge der Magistrale Nürnberg-Wien. Die Strecke ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats, Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau und ein wichtiger Baustein für den grenzüberschreitenden Verkehr Richtung Österreich. Sie soll dank der umfassenden Modernisierung langfristig zuverlässiger und leistungsfähiger werden.

Die S3 von Nürnberg Hauptbahnhof in Richtung Neumarkt (Oberpfalz) startet stündlich in der Regel zur Minute 46 (Abweichungen morgens). Von Neumarkt (Oberpfalz) in Richtung Nürnberg Hauptbahnhof starten die S-Bahnen stündlich zur Minute 32. Ab 01. August verkehren die S-Bahnen wieder planmäßig im Regelbetrieb. Quelle: Deutsche Bahn / CM

DPolG fordert 3.500 zusätzliche Stellen und moderne Videotechnik

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt die von der Deutschen Bahn angekündigte Ausweitung von Alkoholverboten an Bahnhöfen. Gleichzeitig erneuert die DPolG ihre langjährige Forderung nach 3.500 zusätzlichen Stellen im bahnpolizeilichen Bereich, um die neuen Regelungen auch konsequent umsetzen zu können.

DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz: „Neue Regeln schaffen noch keine Sicherheit. Wer ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen fordert, muss auch die personellen Voraussetzungen schaffen. Deshalb fordert die DPolG seit Jahren mindestens 3.500 zusätzliche Stellen im bahnpolizeilichen Bereich.“

Aus Sicht der DPolG ist die Einschränkung des Alkoholkonsums im Bahnbereich grundsätzlich ein sinnvoller Schritt. Alkohol senkt die Hemmschwelle für aggressives und gewalttätiges Verhalten. Wo Alkoholmissbrauch eingeschränkt wird, kann das zu mehr Sicherheit für Reisende, Bahnbeschäftigte und Einsatzkräfte beitragen.

Gleichzeitig weist die DPolG darauf hin, dass die Durchsetzung des Alkoholverbots zunächst in der Verantwortung der Deutschen Bahn liegt. Die Regelung basiert auf dem Hausrecht des Unternehmens. Für die Kontrolle und Durchsetzung des Hausrechts sind als erstes die Sicherheitskräfte der Bahn zuständig. Die Bundespolizei wird erst hinzugezogen, wenn Personen einem Platzverweis nicht nachkommen oder weitere Rechtsverstöße begehen. Wer sich trotz Aufforderung weigert, den Bahnhof zu verlassen, riskiert beispielsweise ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Positive Erfahrungen mit Alkoholverboten bestehen bereits an großen Hauptbahnhöfen wie Hamburg, München oder Köln. Allerdings handelt es sich dabei um einzelne Schwerpunktstandorte. 

„Zwischen einem Alkoholverbot an wenigen großen Bahnhöfen und einer bundesweiten Regelung für über 5.000 Bahnhöfe liegt ein erheblicher Unterschied“, betont Teggatz. Je größer der Geltungsbereich wird, desto höher sind die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden. Deshalb gehört die Diskussion über ein Alkoholverbot untrennbar zur Diskussion über zusätzliches Personal.

Darüber hinaus fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft den weiteren Ausbau intelligenter Sicherheitstechnik im Bahnbereich. Moderne, KI-gestützte Videosysteme können auffällige Verhaltensmuster, Gewaltdelikte oder gefährliche Situationen frühzeitig erkennen und Sicherheitskräfte gezielt unterstützen. Quelle:  DPolG / CM

Generelles Alkoholverbot in Zügen und an allen Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn hat seit Jahren und im zunehmenden Maße Probleme mit alkoholisierten Fahrgästen und Personen in Zügen und an Bahnsteigen. Daher plant der Staatskonzern ein absolutes Alkoholverbot mit Wirkung ab 15. Oktober 2026 an sämtlichen 5.400 Bahnhöfen deutschlandweit.  Bundespolizei und DB-Sicherheitskräfte überwachen das Verbot.

Bahnkonzernchefin Evelyn Palla hat die Nase voll von den ständigen Übergriffen auf Personal und Fahrgäste durch alkoholisierte Personen. Zuletzt war vor wenigen Tagen erst ein erneuter Fall bekannt geworden, bei dem es nach einer Rangelei zwischen einem betrunkenen männlichen Fahrgast und einen Zugbegleiter dazu gekommen, dass der Bahnbedienstete aus dem fahrenden Zug stürzte und lebensgefährlich verletzt wurde. Dwnnoch wurde der Täter von einem Richter auf freien Fuß gesetzt, was so ziemlich einmal in der Welt sein dürfte. Unter Palla’s Leitung soll ab sofort härter durchgegriffen werden. Es soll mehr Ordnung und Sicherheit auf den Bahnhöfen und in den Zügen geben. Für sie, so Palla, zähle nur eines: der Schutz der Kollegen und aller Reisenden. 

Ein Alkoholverbot kann Palla als Hausrecht durchsetzen ujd entsprechend sanktionieren lassen. Das Konsumverbot alkoholischer Getränke gilt bis dato nur an ca. 30 größeren Bahnstationen , z.B. in München, Nürnberg, Frankfurt, Hamburg und Köln.  Die lokalen Hausordnungen werden dazu in den kommenden Wochen in Abstimmung mit Kommunen und Behörden angepasst.  

Ausgenommen von der Verbotsregelung ist der Ausschank innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von originalverschlossenen alkoholischen Getränken, mitgeführt in Taschen, soll weiterhin gestattet bleiben. 

Wer beim illegalen Alkoholkonsum erwischt wird, wird sofort des Platzes verwiesen; bei wiederholten Verstößen droht Tätern nicht nur ein dauerhaftes Hausverbot. Quelle: DB / CM

Italo bestellt Velaro-Züge bei Siemens Mobility

Der Italienische private Hochgeschwindigkeitsbetreiber Italo will gegen alle Widerstände aus Deutschland sich einen Teil des Fernverkehrsmarkts auf der Schiene sichern. Deutsche <Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL fürchten die künftige Konkurrenz wie der Teufel das Weihwasser. Denn Italo will nur prestigeträchtige profitable Linien bedienen, etwa die von München nach Berlin oder ins Ruhrgebiet. Für den Geldbeutel von geschäftlich und privat Reisenden kann das aber nur gut sein.

Siemens Mobility hat einen Vertrag mit dem italienischen Hochgeschwindigkeits-bahnbetreiber Italo Holding unterzeichnet. Dieser umfasst die Lieferung von 26 achtteiligen Velaro-Mehrsystem-Hochgeschwindigkeitszügen mit einer Option auf 14 weitere Fahrzeuge sowie einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag. Die Fertigung der Velaro-Züge erfolgt am Siemens-Mobility-Standort Krefeld. Der Auftragswert für Siemens Mobility liegt bei rund 3 Milliarden Euro.
 
„Die Entscheidung von Italo Holding unterstreicht das Vertrauen in Siemens Mobility und den Velaro – eine der weltweit erfolgreichsten Hochgeschwindigkeits-plattformen. Mit Einsätzen in zahlreichen Ländern, mehr als drei Milliarden zurückgelegten Kilometern und Millionen beförderten Fahrgästen weltweit setzt der Velaro Maßstäbe für zuverlässigen und effizienten Hochgeschwindigkeits-zugverkehr. Diese langfristige Partnerschaft, die sowohl die Züge als auch einen 30-jährigen Full-Service-Vertrag umfasst, ist ein wegweisendes Projekt und ein starkes Bekenntnis zu industrieller Wertschöpfung und Innovation made in Germany“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility.

Die Velaro-Züge bestehen aus acht Wagen und bieten jeweils rund 440 Sitzplätze. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h. Dank ihrer Mehrsystemtechnik können die Züge unter vier unterschiedlichen Stromsystemen verkehren: mit 1,5 und 3 Kilovolt (kV) Gleichstrom sowie 15 und 25 kV Wechselstrom. Die neuen Züge werden mit integrierten Starlink-Antennen ausgestattet und ermöglichen den Fahrgästen so eine leistungsfähige satellitengestützte Internetverbindung.
 
Der 30-jährige Full-Service-Vertrag umfasst die Instandhaltung der Flotte im eigenen Depot von Siemens Mobility in Dortmund. Digitale Services, darunter die Railigent X-Plattform und Lösungen zur Flottenüberwachung, unterstützen während des gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge eine vorausschauende Instandhaltung und einen effizienten Betrieb. Quelle: Siemens Mobility / CM

Ein wahrer Held der Deutschen Bahn

Ein nagelneuer ICEL war am Samstag, 11. Juli 2026 von Westerland auf Sylt nach Berlin unterwegs als es plötzlich ein ziemlich unangenehmes Problem gab: Das Klopapier war in den Bordtoiletten ausgegangen. Statt die Fahrgäste mit dieser misslichen Lage alleine zu lassen, entschied der Zugchef, das Problem selbst und sofort zu lösen.

Der Bahnbedienstete ließ den Zug außerplanmäßig in Hamburg-Bergedorf stoppen. Dann stieg er selbst aus und ging schnell in einen nahen Supermarkt. Dort kaufte er Toilettenpapier. Er brachte drei große Packungen in den Zug – erst dann fuhr der ICE L weiter. Nach DB-Informationen war infolge eines Personalwechsels bzw. -ausfalls vergessen worden, den Fernzug vor der Abfahrt in Westerland richtig zu beladen, auch mit WC-Papier. .

Die Bahn hat den Vorfall inzwischen bestätigt. Eine Sprecherin sagte dem Nachrichtenportal Tag24, dass es einen kurzfristigen Ausfall gegeben habe und der Zug deshalb nicht richtig – zum Beispiel mit Toilettenpapier – beladen wurde. Und: Der Zugchef soll das Geld für den spontanen Toilettenpapier-Einkauf zurückbekommen.

In einem Instagram-Video wird der Zugchef als Mitarbeiter des Monats gefeiert. Auch in den Kommentaren gibt es unglaublich viele positive Kommentare. Der Zugchef wird als „Ehrenmann“ und „wahrer Held“ bezeichnet. Außerdem wird eine Gehaltserhöhung für ihn gefordert. Und – auch andere Bahn-Mitarbeiter bekommen Lob: „Die Zugbegleiter können für die wenigsten Probleme etwas und versuchen immer aus jeder Situation das beste rauszuholen ❤️ Vielen Dank für euer Engagement, das ihr jeden Tag an den Tag legt 👍“ nicolasimeono. Der ICE hatte am Ende übrigens fast 45 Minuten Verspätung. Aber: Bei dieser Story verzeiht man das doch gerne.

Übrigens: Wir hatten vor Jahren auf einer Geschäftsreise ins kanadische Calgary ein ganz ähnliches Problem: Auf dem Flug nach Frankfurt waren kurz nach dem Start in Kanada sämtliche Bord-WVCs ausgefallen. Anstatt umzudrehen – wir waren ca. 30 Minuten in der Luft – hieß es einfach, es würden keine Getränke auf dem gut zehnstündigen Flug mehr ausgeschenkt. Der Flug mit einer sehr namhaften Airline wurde so für die allermeisten Passagiere zum wahren Höllentrip… Quelle: SWR / DB / CM