Lufthansas Social-Media-Team stellte unzufriedenen Passagier auf der Plattform X öffentlich bloß

Das Social-Media-Team der Lufthansa stellte einen unzufriedenen Passagier auf X öffentlich an den Pranger – inmitten eines Streits um eine missglückte Rückerstattung. Nachdem man offenbar mit Nachrichten desselben Passagiers überhäuft worden war, platzte einem der Kundendienstmitarbeiter von Lufthansa öffentlich der Kragen.

Irgendwie wurde der X-Algorithmus auf den hitzigen Schlagabtausch zwischen Lufthansa und dem Passagier aufmerksam, und schon bald wurde der Beitrag immer mehr Nutzern angezeigt. Unabhängig davon, wer im Recht ist, sind manche der Meinung, Lufthansa hätte professioneller reagieren sollen.

Im selben Zeitraum wurde der Beitrag von Lufthansa von mehr als 1,5 Millionen X-Nutzern gesehen und erhielt 1.700 „Likes“ – im Gegensatz zu lediglich 166 „Likes“ für die Beiträge des Passagiers. Dies deutet darauf hin, dass viele Menschen die harte Haltung der Fluggesellschaft unterstützen. Mutmaßlich korrespondierte der unzufriedene Passagier – auf X unter dem Namen „Baku Man“ unterwegs – bereits seit Monaten, mit Lufthansa.

In dieser Zeit muss Lufthansa wohl eine Entschädigungszahlung für den Passagier bewilligt aber vermutlich nicht ausgezahlt haben. Denn „Baku Man“ behauptet, die Fluggesellschaft habe das Geld nicht auf sein Bankkonto überwiesen. Es folgte ein Hin und Her von Nachrichten zwischen den beiden Parteien, bis es schließlich so weit kam, dass der Passagier behauptete, Lufthansa habe seine Nachrichten schlichtweg ignoriert. Daraufhin beschloss der Passagier, sich über einen öffentlichen Beitrag auf X an Lufthansa zu wenden und die Fluggesellschaft darin zu markieren. 

Die Airline antwortete: „Wir haben Ihnen bereits mehrfach per DM (Direktnachricht) auf verschiedenen Social-Media-Plattformen geantwortet. Die Antwort wird sich nicht auf magische Weise ändern, nur weil Sie dieselbe Frage jetzt auf X stellen.“ Der Passagier ließ nicht locker und erwiderte: „Ich brauche keine magische Antwort – ich brauche das Geld von Lufthansa, dessen Auszahlung Sie bereits bewilligt haben. Ihre Antworten per DM haben sich nicht geändert, weil Sie sich weigern, das Problem zu lösen. Hören Sie auf, sich in den sozialen Medien mit mir zu streiten, und weisen Sie den Kundenservice an, die Auszahlung endlich zu bearbeiten!“ Und dann: Stille.

Fast ein ganzer Tag verging, ohne dass Lufthansa auf die Nachricht reagierte; doch während die Airline den „Baku Man“ ignorierte, verbreitete der X-Algorithmus den Beitrag von Lufthansa an immer mehr Nutzer. Schließlich erkannte Lufthansa, dass der Beitrag viral gegangen war und eine Reaktion womöglich doch angebracht wäre. Am Mittwochnachmittag, 23. September 2026, antwortete die Fluggesellschaft: „Wir entschuldigen uns aufrichtig für unsere letzte Antwort an Sie – so gehen wir nicht mit unseren Passagieren um. Wir verstehen Ihren Frust in dieser Angelegenheit und tun alles, um den Prozess zu beschleunigen. Wir werden uns so schnell wie möglich bei Ihnen melden.“

Damit bestätigte Lufthansa indirekt nicht nur, dass ihre vorangegangene Nachricht unangemessen war, sondern auch, dass der Passagier die ganze Zeit im Recht gewesen war.  Quelle: X / CM

Ryanair ist jetzt Mitglied des BTW

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) begrüßt den irischen Billigflieger Ryanair als neues Mitglied. Damit gewinnt der Dachverband eine weitere Stimme für Mobilität, Konnektivität und einen wettbewerbsfähigen Tourismus- und Luftverkehrsstandort Deutschland.

BTW-Generalsekretär Sven Liebert: „Wir freuen uns sehr, Ryanair im BTW willkommen zu heißen. Die Fluggesellschaft verbindet Millionen Reisende mit Zielen in ganz Europa und darüber hinaus. Mit Ryanair, der Lufthansa Group und Condor vereinen wir nun drei bedeutende Akteure des Luftverkehrs mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen unter dem Dach des BTW. Dies stärkt unsere Stimme in den wichtigen Debatten um die Zukunft des Luftverkehrs und des Tourismusstandorts Deutschland nachhaltig. Deutschland brauche ein klares Bekenntnis zu einem starken Luftverkehrsstandort. Flugverbindungen seien eine zentrale Voraussetzung für Tourismus, Geschäftsreise und wirtschaftliches Wachstum. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern wolle sich der BTW für faire Wettbewerbsbedingungen und eine Politik einsetzen, die Mobilität ermöglicht, anstatt sie durch immer höhere Belastungen zu erschweren.

Marcel Pouchain Meyer, Ryanair Head of Communications DACH: „Ryanair freut sich, dem Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft beizutreten und unser Engagement in der deutschen Tourismuswirtschaft zu stärken. Deutschland sollte einer der wettbewerbsfähigsten Luftverkehrs- und Tourismusmärkte Europas sein, doch exorbitant hohe Steuern, Flughafenentgelte und andere Zugangskosten bremsen das Land weiterhin komplett aus. Die Senkung dieser Kosten und die Förderung von mehr Wettbewerb würden dazu beitragen, die Konnektivität wiederherzustellen, den Tourismus zu stärken und den Verbrauchern endlich niedrigere Flugpreise und mehr Auswahl zu bieten.“
 
Ryanair Holdings plc ist die Muttergesellschaft von Buzz, Lauda, Malta Air, Ryanair und Ryanair UK. Mit jährlich rund 216 Mio. Passagieren auf etwa 3.800 täglichen Flügen von 95 Standorten aus verbindet die Gruppe über 220 Flughäfen in 35 Ländern mit einer Flotte von fast 650 Flugzeugen. 300 neue Boeing 737 sind bereits bestellt, wodurch die Ryanair-Gruppe ihr Passagieraufkommen bis zum Geschäftsjahr 2034 auf 300 Mio. pro Jahr steigern kann.. Quelle: BTW / CM

Steuern wurden gesenkt, Restaurantbesuche aber wurden oft sogar noch teurer

Von der zu Beginn des Jahres gesenkten Mehrwertsteuer auf Restaurantspeisen merken Gäste einer neuen Untersuchung zufolge kaum etwas. „Die Studie liefert keine Hinweise darauf, dass die Mehrwertsteuersenkung in nennenswertem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde“, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Im Gegenteil: Im Durchschnitt erhöhten sich die Preise sogar um 0,5 %. 

Die Gastronomiebranche litt in den vergangenen Jahren stark unter den Folgen der Pandemie und veränderten Konsumgewohnheiten. Anders als vielfach zugesagt dient die Steuersenkung nicht der Senkung der inzwischen exorbitant teuren Restaurantbesuche; sondern sie dient den Gastronomen primär dazu, dringend notwendige Rücklagen zu bilden und Investitionen zu tätigen, die zuvor aufgeschoben wurden. 

Das Beratungsunternehmen wmp consult hatte im Auftrag der NGG die Preise von 180.000 Gerichten in bundesweit mehr als 12.000 Restaurants ausgewertet. Die Erhebung erfolgte demnach im Oktober 2025 – also vor der Absenkung – sowie im Februar und im März dieses Jahres.

Die Geschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga), Jana Schimke, hielt jedoch dagegen, dass drei Viertel (73,4 %) der Betriebe ihre Preise durch die Absenkung der Mehrwertsteuer trotz massiv gestiegener Kosten stabil halten konnten.

Die Steuer war zum Jahreswechsel von 19 auf 7 % gesenkt worden. Die schwarzrote Bundesregierung hatte die Steuererleichterung mit dem Ziel auf den Weg gebracht, die krisengebeutelte Gastronomiebranche strukturell zu stärken. Eine direkte, flächendeckende Entlastung für die Geldbörsen der Gäste stand dabei wirtschaftspolitisch im Hintergrund, da den gastronomischen Betrieben der Verbleib der Marge zugestanden werden sollte, um Insolvenzen zu verhindern. 

Preise blieben i.d.R. sehr hoch. Bei neun von zehn untersuchten Gerichten blieben die Preise demnach unverändert. Bei 8 % seien die Preise sogar angestiegen und nur bei 1 % gesunken. Eine größer angelegte Auswertung von Gerichten durch den Datenspezialisten Meoton hatte bereits im März ergeben, dass Vergünstigungen nur in sehr geringem Umfang festgestellt werden konnten.

„Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten“, teilte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler mit. „Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbrauchern angekommen.“ Die Verbraucherorganisation Foodwatch findet drastischere Worte: Gastro-Betriebe und Fastfood-Konzerne wie McDonald’s bekämen Steuergeschenke – während Verbraucher unter hohen Preisen ächzen würden. „Anders als versprochen wird die Steuersenkung eben nicht an die Verbraucher weitergegeben“, sagte Pressesprecher Andreas Winkler.

Trotz Senkung der MwSt. von 19 auf 7 % haben sogar nahezu alle gastronomischen Betriebe ihre Preise nicht gesenkt, sondern vielfach sogar angehoben. Foto X

Dehoga-Geschäftsführerin Schimke: „.Viele Gastronomen hatten bereits vor der Mehrwertsteuersenkung angekündigt, diese vor allem dazu zu nutzen, die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten für die Betriebe auszugleichen. „Jeder Betrieb reagierte unterschiedlich auf die Gesetzesänderung. Manche haben Preissenkungen vornehmen können, andere haben die Löhne angehoben, wieder andere haben neue Mitarbeiter eingestellt, modernisiert und ihr Angebot weiter verbessert“, erklärte 

Angelika Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, weist die Darstellung der NGG als verkürzt zurück. „Die Mehrwertsteuersenkung ist ausdrücklich kein staatliches Preissenkungsprogramm“, erklärt  Inselkammer. „Sie soll die Gastronomie wirtschaftlich stärken und die Benachteiligung gegenüber Lieferdiensten und dem Außer-Haus-Geschäft beenden. Genau das leistet sie: Die 7 %  sichern Betriebe, stabilisieren Preise und erhalten Arbeitsplätze. 

Eine Umfrage bei fast 700 gastgewerblichen Betrieben in Bayern zeige ein „klares Bild“: Über 90 % bewerten die Regelung als existenzsichernd oder sehr wichtig. 74,9 %  konnten dadurch ihre Preise stabil halten, 78,3 %  gestiegene Personal- und Lohnkosten auffangen und 52,9  %  bestehende Arbeitsplätze sichern. Ohne die Entlastung wären deutlich stärkere Preissteigerungen unvermeidbar gewesen, behauptet die Dehoga Bayern.  Dass auch die Gäste von der Steuersenkung profitieren sollten, davon war nie die Rede, heißt es beim Dehoga. 

Viele Beschäftigte an der Belastungsgrenze. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund 2 Millionen Beschäftigten der Branche wurden die Einsparungen aus NGG-Sicht nicht genutzt. Eine Befragung von Mitarbeitenden ergab der Gewerkschaft zufolge, dass viele von ihnen stark überlastet seien. „Drei Viertel der Beschäftigten können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen. 79 % berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren“, teilte die NGG mit. Befragt worden waren zwischen Juni und Juli 2026 mehr als 2.100 Beschäftigte aus Hotellerie sowie System- und Betriebsgastronomie. 

Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, veränderte Steuersätze eins zu eins an Endverbraucher weiterzugeben. Wie Datenerhebungen (z. B. des Datenspezialisten Meoton) zeigen, sank der Preisindex für Speisen nach der Umstellung nur minimal (beispielsweise auf 99,6 von zuvor 100 Punkten. Quelle: NGG / Dehoga / foodservice / CM

Kooperation Kanada/Europan Was dies für den Tourismus und Privatreisen bedeutet

Dass Kanada ein „assoziiertes Mitglied“ der Europäischen Union werden könnte, schien bis zu dem Moment, als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen diese Möglichkeit in Straßburg öffentlich zur Sprache brachte, nahezu undenkbar. Könnte die geplante neue Beziehung zwischen Kanada und der Europäischen Union den transatlantischen Reiseverkehr neu gestalten? Angesichts der Dringlichkeit, die durch den „Trump-Faktor“ entsteht, und des Zusammentreffens führender Vertreter der Tourismusbranche beim WTTC-Gipfel auf Malta könnten die Auswirkungen weit reichen – von Visa- und Luftfahrtfragen bis hin zu erleichterter Mobilität, Investitionen im Tourismussektor und der weltweiten Wahrnehmung Kanadas.

Während Trump Europa wegen der Zusammenarbeit mit Kanada droht, könnte ein geopolitischer Streit eine unerwartete Folge haben: Kanadiern und Europäern würde es leichter gemacht, über den Atlantik hinweg zu reisen, zu studieren, zu arbeiten und Geschäfte zu tätigen.

Nun hat US-Präsident Donald Trump dafür gesorgt, dass dieser Vorschlag nicht einfach als weitere obskure europäische diplomatische Initiative abgetan werden kann.

Trump bezeichnete die Idee als „lächerlich“ und warnte: Sollte er eine engere Assoziierung zwischen der EU und Kanada als feindseligen Akt betrachten, könnte Washington „sehr drastische“ Zölle verhängen oder den Handel mit Europa einschränken. Die Europäische Kommission reagierte mit der Erklärung, ihre Initiative richte sich gegen niemanden.

Unterdessen trat der kanadische Premierminister Mark Carney am 17. September vor das Europäische Parlament und bekannte sich zu diesem ehrgeizigen Vorhaben. „Europa und Kanada sind jeweils stark. Zusammen sind Europa und Kanada noch stärker“, sagte er, wobei er betonte, dass Kanada nicht versuche, einen weiteren geopolitischen Block zu bilden.

Trump ist der Elefant im Abflugbereich. Es wäre unrealistisch, über Kanadas drastische Hinwendung zu Europa zu sprechen, ohne Donald Trump zu erwähnen. Etwa 70 % der kanadischen Exporte gehen nach wie vor in die Vereinigten Staaten. Trumps Zölle, der wirtschaftliche Druck und seine wiederholten Äußerungen, Kanada könne der 51. US-Bundesstaat werden, haben Ottawa dazu bewegt, auf Diversifizierung zu setzen. Infolgedessen ist Europa deutlich attraktiver geworden, da Kanada nach größerer wirtschaftlicher und strategischer Unabhängigkeit strebt.

Die Ironie dabei ist unübersehbar. Eine „America First“-Politik, die darauf ausgelegt ist, den Einfluss der USA zu stärken, trägt womöglich dazu bei, die Beziehungen zwischen Kanada und Europa zu vertiefen – eine Entwicklung, die den Atlantik für Reisende, Studierende, Arbeitskräfte und Unternehmen letztlich „kleiner“ erscheinen lassen könnte. Für den Reise- und Tourismussektor könnte dies weitaus bedeutender sein als die diplomatische Bezeichnung, die den Beziehungen am Ende verliehen wird.

Vertiefte Integration. Eine „assoziierte Mitgliedschaft“ existiert derzeit nicht als formale Kategorie in den EU-Verträgen. Kanada wird nicht zum 28. EU-Mitglied, tritt nicht morgen dem Schengen-Raum bei und erhält auch nicht automatisch dieselbe Freizügigkeit, die EU-Bürger genießen. Was von der Leyen vorgeschlagen hat, ist etwas Neues; die entsprechenden Regeln müssen erst noch ausgehandelt und akzeptiert werden.

Carney selbst hatte Kanadas Ziel zuvor als eine einzigartige Wirtschafts- und Sicherheitsallianz beschrieben – und nicht als eine herkömmliche EU-Mitgliedschaft. Es wird erwartet, dass die offiziellen Gespräche auf dem Gipfeltreffen zwischen Kanada und der EU Ende Oktober in Montreal vertieft werden. Für den Tourismus ist die Bezeichnung jedoch womöglich weniger wichtig als ein einziges Wort: Mobilität.

Kanadische Touristen profitieren bereits von einem relativ unkomplizierten, kurzzeitigen Zugang zu weiten Teilen Europas. Die entscheidende Chance läge darin, diese Leichtigkeit über den reinen Urlaub hinaus auszuweiten. Kanada strebt Regelungen an, die es Kanadiern ermöglichen, leichter in Europa zu leben und zu arbeiten, während beide Seiten zugleich eine vertiefte Integration in den Bereichen Bildung und Wirtschaft ausloten.

Tourismus wird befeuert. Sollte das angestrebte Abkommen es Kanadiern und Europäern erheblich erleichtern, auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu studieren, zu arbeiten und sich dort länger aufzuhalten, wird der Tourismus zwangsläufig folgen.

•              Ein kanadischer Student, der ein Semester in Spanien verbringt, zieht Besuche von Eltern und Freunden nach sich.

•              Eine deutsche Fachkraft, die vorübergehend in Toronto tätig ist, erkundet Ontario, Québec und womöglich auch den Westen Kanadas.

•              Ein Kanadier, der in Paris arbeitet, verbringt seine Wochenenden in Portugal, Kroatien, Griechenland oder auf Malta.

Aus dem heutigen Austauschschüler werden der Geschäftsreisende, der Konferenzteilnehmer, das Hochzeitspaar auf Hochzeitsreise und der Wiederholungstäter von morgen. Mobilität schafft Tourismus.

Mehr Kapazitäten im Luftverkehr. Kanada und Europa verfügen bereits über starke Verbindungen im Luftverkehr. Eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit und eine bessere Mobilität würden den Fluggesellschaften einen klaren Anreiz bieten, zusätzliche Kapazitäten in Erwägung zu ziehen. Toronto, Montreal und Vancouver würden zweifellos profitieren, doch noch interessantere Möglichkeiten könnten sich für Halifax, Calgary, Ottawa, Quebec City sowie weitere europäische Drehkreuze ergeben.

Auch der Tourismus könnte sich geografisch breiter verteilen. Europäer, die längere Zeit in Kanada verbringen, wagen sich eher über die traditionellen kanadischen Eingangstore hinaus. Ebenso werden Kanadier, die in Europa leben oder studieren, zu Kunden für europäische Ziele abseits der großen Zentren – Orte, die in ihrer ursprünglichen Reiseplanung vielleicht nie aufgetaucht wären. Genau hier gewinnt der wirtschaftliche Multiplikatoreffekt an Bedeutung. Es geht nicht bloß um mehr Passagiere auf der Strecke zwischen Toronto und Paris. Vielmehr bewegen sich mehr Menschen innerhalb eines gesamten transatlantischen Tourismus-Ökosystems.

WTTC Global Summit auf Malta. Dieses geopolitische Drama erhält bald eine spannende Bühne im Tourismusbereich: Vom 7. bis 9. Oktober veranstaltet der World Travel & Tourism Council (WTTC) seinen 26. Global Summit in Valletta, Malta. Der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau wurde als Hauptredner angekündigt. Er wird dort auf mehr als 1.000 Delegierte aus über 100 Ländern treffen, darunter mehr als 200 führende CEOs, Spitzenmanager und Regierungsvertreter aus der Reise- und Tourismusbranche.

Ebenfalls nach Malta reist einer der ungewöhnlichsten Vertreter der Trump-Regierung: Botschafter Nick Adams, Amerikas erster Sondergesandter des Präsidenten für Tourismus. Adams ist ein Verbündeter Trumps und eine Persönlichkeit, die vor allem dafür bekannt ist, sich selbst als „Alpha-Männchen“ zu bezeichnen. Der WTTC präsentiert ihn in seiner offiziellen Funktion für den Tourismus; seine Botschaft rückt Investitionen, öffentlich-private Partnerschaften sowie den Abbau von Hindernissen für das Tourismuswachstum in den Mittelpunkt. Er hat den Tourismus als „Diplomatie mit dem Koffer“ bezeichnet.

Trudeau, der jahrelang ein oft schwieriges Verhältnis zu Trump managen musste, und Trumps Tourismus-Gesandter werden am selben globalen Tourismusgipfel teilnehmen – nur wenige Wochen, nachdem der US-Präsident Europa wegen der geplanten neuen Beziehungen Kanadas zur EU gedroht hatte. Begleitet werden sie von Führungskräften einiger der weltweit größten Unternehmen aus den Bereichen Hotellerie, Luftfahrt, Kreuzfahrt, Technologie, Destinationen und Reisebranche. Ob es tatsächlich zu einem privaten Treffen zwischen Trudeau und Adams kommt, bleibt abzuwarten. Ein bilaterales Gespräch wurde bislang nicht öffentlich angekündigt. Doch ihre Anwesenheit im selben Raum symbolisiert etwas Größeres: Reisen und Tourismus befinden sich zunehmend direkt an der Schnittstelle zur Geopolitik.

Tourismus kann sich der Politik nicht entziehen – aber er kann Brücken schlagen- Regierungen können über Nacht Zölle verhängen. Sie können Visabeschränkungen, Grenzvorschriften und luftverkehrspolitische Maßnahmen einführen. Der Tourismus hingegen folgt einem anderen Prinzip. Er funktioniert am besten, wenn Barrieren fallen. Deshalb sollte die Reisebranche genau verfolgen, wie Kanada und Europa diese neue Beziehung gestalten.

Verantwortliche im Tourismus sollten prüfen, ob sich dadurch langfristig eine einfachere Mobilität, ein ausgebauter Studentenaustausch, effizientere Grenzverfahren, eine bessere Anbindung im Luftverkehr, einfachere Geschäftsreisen sowie praktische Regelungen schaffen lassen, die es Menschen ermöglichen, mehr Zeit auf der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu verbringen.

Das Ziel sollte nicht politische Symbolik sein, sondern ein messbarer Abbau von Hürden. Kanadas Image als Reiseziel könnte sich wandeln Es bietet sich zudem eine enorme Chance für die Markenbildung. Geografisch gehört Kanada zu Nordamerika, pflegt jedoch bereits enge kulturelle, historische und politische Beziehungen zu Europa. Eine formelle Sonderbeziehung könnte Kanada im Bewusstsein europäischer Reisender neu positionieren: nicht bloß als weiteres nordamerikanisches Fernreiseziel, sondern als zunehmend integrierter transatlantischer Partner. Für Europa könnte sich ein ähnlicher Effekt ergeben. Für Kanadier könnte Europa allmählich seinen Charakter als reines Ziel für den jährlichen Überseeurlaub verlieren und stattdessen zu einem leicht zugänglichen Raum für Bildung, Arbeit, geschäftliche Aktivitäten und regelmäßige Reisen werden.

Das Trump-Paradoxon. Damit sind wir wieder bei Donald Trump. Der US-Präsident betrachtet die vorgeschlagene Beziehung zwischen der EU und Kanada keineswegs als harmlose Tourismusinitiative. Seine Zollandrohung zeigt, dass Washington darin potenziell weitaus größere strategische Konsequenzen sieht.

Kanada und die Europäische Kommission betonen, dass es bei der Initiative um die Stärkung der eigenen Widerstandsfähigkeit geht und nicht um den Aufbau eines anti-amerikanischen Bündnisses. Carney wies die Vorstellung einer Schaffung konkurrierender Machtblöcke ausdrücklich zurück.

Die Reisebranche muss sich nicht zwischen diesen politischen Interpretationen entscheiden. Sollte dieser neue geopolitische Wettbewerb dazu führen, dass Europa und Kanada Barrieren abbauen, die Mobilität ausweiten und die Verbindungen in den Bereichen Luftverkehr, Bildung und Wirtschaft stärken, könnten gewöhnliche Reisende unerwartet davon profitieren.

Genau darin läge das große Paradoxon: Trumps Druck auf Kanada und Europa könnte letztlich dazu beitragen, Kanada näher an Europa heranzuführen. Und eine Annäherung Kanadas an Europa könnte Millionen von Reisenden einander näherbringen. Wenn Trudeau, Trumps Tourismusbeauftragter Nick Adams und mehr als 200 führende Vertreter der weltweiten Reise- und Tourismusbranche nächsten Monat auf Malta zusammenkommen, dürfte dies eines der wichtigsten Gesprächsthemen der Branche sein. Denn bei der Zukunft des Tourismus geht es nicht nur darum, wohin die Menschen reisen wollen. Es geht zunehmend auch darum, welche Regierungen ihnen die Anreise am einfachsten machen. Quelle: eTN / CM

ADAC:  AirMed World Congress 2026 in München 

Mit einem feierlichen Eröffnungsabend ist der AirMed World Congress 2026 in München gestartet. Veranstaltet wird der Kongress von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung gemeinsam mit dem European HEMS and Air Ambulance Committee (EHAC). Das Forum bringt rund 800 Teilnehmende aus 40 Ländern aus den Bereichen Luftfahrt, Medizin, Management, Behörden und Industrie zusammen. 

Bei der Eröffnung im vollbesetzten Hofbräuhaus vor Fachleuten aus aller Welt würdigte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Luftrettung als unverzichtbaren Bestandteil einer flächendeckenden, schnellen Notfallversorgung. Dr. Tedros, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sprach in einer Videobotschaft seine Anerkennung für die Arbeit der globalen Luftrettungs- und Ambulanzfluggemeinschaft aus. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Dr. Erwin Stolpe, einem Pionier der Luftrettung in Deutschland. Er erhielt für seine Verdienste um die Notfallversorgung den „Stern der Sicherheit“, die Bayerische Staatsmedaille für Innere Sicherheit. Zudem blickte das EHAC auf sein 25-jähriges Jubiläum.

Anerkennung aus Politik für besondere Gemeinschaftsleistung. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann unterstrich in seiner Rede die besondere Bedeutung einer leistungsfähigen Luftrettung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung: „Die Luftrettung ist aus der modernen Notfallversorgung nicht mehr wegzudenken. Sie bringt schnelle und hochqualifizierte medizinische Hilfe, auch in unwegsamem Gelände und unter schwierigen Einsatzbedingungen. Sie ist auch immer eine Gemeinschaftsleistung, für die es eine offene Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit, auch unter hohem Zeitdruck gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen braucht.“

Zum Stellenwert des Kongresses sagte der Innenminister: „Die Weiterentwicklung der Luftrettung betrifft gleichermaßen Fragen der Organisation, der Verantwortungsstrukturen und der öffentlichen Sicherheit. All diese Aspekte lassen sich nur gemeinsam und im europäischen Verbund erfolgreich gestalten. Genau diesem wichtigen Austausch widmet sich der AirMed World Congress.“

Mit Dr. Tedros, dem Generaldirektor der WHO, meldete sich eine globale Stimme der Gesundheit zu Wort. In seiner Videobotschaft erklärte er, Notfälle und Katastrophen machten vor Grenzen keinen Halt. Jeder Mensch verdiene es, eine qualitativ hochwertige Notfallversorgung zu erhalten. Genau dort könne Luftrettung den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

München – bedeutender Standort der Luftrettung. Der AirMed World Congress kommt nach 46 Jahren an seinen Ursprungsort zurück. Die internationale Fachveranstaltung wurde 1980 in München gegründet. Die gemeinnützige ADAC Luftrettung gehört zu den Gründungsinitiatoren. Zugleich steht die bayerische Landeshauptstadt wie kaum ein anderer Ort für die Entwicklung der Luftrettung in Deutschland. Am 1. November 1970 wurde in München-Harlaching mit „Christoph 1“ der erste zivile, dauerhaft betriebene Rettungshubschrauber Deutschlands in Dienst gestellt. Im vergangenen Jahr wurde in Oberpfaffenhofen, vor den Toren Münchens, der hochmoderne ADAC Luftrettung Campus eingeweiht. Es ist das internationale Kompetenzzentrum zur Weiterentwicklung des Rettungsdienstes.

„Über 1,3 Mio. HEMS-Einsätze und unsere langjährige Erfahrung in der Luftrettung bilden die Grundlage, auf der wir aeromedizinische Expertinnen und Experten aus aller Welt wieder in München, am Geburtstort der AirMed, begrüßen. Wir wollen hier gemeinsam die Zukunft der luftgestützten Patientenversorgung gestalten, Innovationen fördern und mithilfe internationaler Expertise die Zusammenarbeit in diesem zentralen Bereich der Daseinsvorsorge stärken“, sagte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH.

Dr. Erwin Stolpe erhält „Stern der Sicherheit“. Für die jahrzehntelange hochprofessionelle Weiterentwicklung der Luftrettung steht stellvertretend Dr. Erwin Stolpe. Der Unfallchirurg war u.a. Leitender Notarzt des Rettungshubschraubers „Christoph 1“, Medical Director der ADAC Luftrettung und Berater von notfallmedizinischen Organisationen und Unternehmen im In- und Ausland. Beispielsweise wurde auf seine Initiative hin die erste speziell patientenorientierte Kabinenausstattung eines Rettungshubschraubers entwickelt. Zudem war er federführend an der Einführung der Rettungswinde beteiligt. Sein Leitsatz „Exzellente Patientenversorgung bei höchster Flugsicherheit“ gilt für die ADAC Luftrettung bis heute. Für seinen Einsatz wurde Dr. Stolpe von Innenminister Joachim Herrmann der „Stern der Sicherheit“ verliehen. Die Auszeichnung des Bayerischen Innenministeriums gibt es seit 2013. Damit würdigt der Freistaat herausragende und langjährige Verdienste um die Innere Sicherheit.

Auch Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, würdigte das Wirken Stolpes: „Seine Weitsicht und seine Visionen waren entscheidend für die Entwicklung der schnellen Hilfe aus der Luft. Mit der Einführung neuer internationaler medizinischer Standards sowie der Etablierung wissenschaftlich gestützter, faktenbasierter Rettungsmedizin hat er die europäische Luftrettung maßgeblich beeinflusst. Ohne ihn wäre insbesondere die ADAC Luftrettung nicht das, was sie heute ist: eine sehr erfolgreiche Organisation.“ Quelle: ADAC / CM

IAA Transportation: Alternative Antriebe, China und kein Wort zu Verlagerung auf die Schiene

In Hannover öffnet am Dienstag, 15. September 226 die IAA Transportation ihre Tore. Die Messe in Hannover verdeutlicht das massive Lkw-Problem der europäischen Verkehrswende: Während E-Lkw serienreif sind, scheitert der Durchbruch an teils fehlenden Stromnetzen, langen Wartezeiten für Netzinschlüsse und starker Konkurrenz aus China.

In Hannover wird u.a. deutlich, dass die Nutzfahrzeugbranche vom Wohl und Wehe der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands abhängt. Wird weniger produziert, wird auch weniger transportiert. Und werden weniger Waren durch die Welt geschafft, werden auch weniger Brummis gekauft. Dummerweise aber irgendwie auch logisch kommt in Hannover aber auch nicht im Bundesverkehrsministerium jemand auf die Idee, dass umweltfreundlicher Gütertransport nur auf der Schiene, teils aber auch auf den Wasserstraßen möglich ist.  

Eine Analyse von McKinsey hat das Ladenetz als Nadelöhr auf dem europäischen Markt ausgemacht: 15.000 bis 20.000 Ladepunkte seien bis 2030 nötig, so die Beratung, andere Untersuchungen sprechen  von rund 35.000 benötigten Megawatt-Ladepunkten, aktuell ist es nur ein Bruchteil. In Deutschland warten die Betriebshöfe von Logistikern teils bis zu zehn Jahre auf einen nötigen Netzanschluss. Und mehr als 800 Verteilnetzbetreiber erschweren und verlangsamen die Genehmigungsverfahren im Vergleich zu Nachbarländern massiv. 

Die europäische Nutzfahrzeugindustrie steht von mehreren Seiten unter Druck: Der Hochlauf emissionsfreier Lkw stockt wegen des fehlenden Ladenetzes, chinesische Hersteller treten mit strukturellem Kostenvorteil und doppelt so schnellen Entwicklungszyklen an, und das autonome Fahren verschiebt die Wertschöpfung. Eine am 10. September 2026 veröffentlichte McKinsey-Analyse zur IAA TRANSPORTATION 2026 (15. bis 20. September in Hannover) kommt zu dem Schluss: Europäische Nutzfahrzeughersteller können dennoch als Gewinner aus dieser Transformation hervorgehen – aber nur mit Tempo, und nur, wenn Industrie, Infrastrukturanbieter, Flottenkunden und Regulierung gemeinsam handeln.

Chinas Vormarsch auch beim Lkw-Sektor. Chinesische E-Sattelzüge besitzen laut Analysen einen beträchtlichen Kostenvorteil gegenüber europäischen Modellen. Inzwischen drängen chinesische Anbieter auf den Markt mit pragmatischen Lösungen und Kostenvorteilen in das europäische Logistik-Vakuum. Andererseits sind europäische Hersteller wie etwa Daimler Truck stark von chinesischen LFP-Batteriezellen und Rohstoffen abhängig. Der Branchenverband VDA fordert von der Politik dringende Hausaufgaben beim Netzausbau und verlässliche Maut-Anschlussregelungen über 2031 hinaus.

Der Übergang hin zu emissionsfreien Nutzfahrzeugen verläuft laut McKinsey ungleichmäßig. Zwar bieten die Hersteller bereits eine breite Fahrzeugpalette, die bereits in rund 30 % des Marktes vorteilhafte Gesamtkostenrechnungen (Total Cost of Ownership, TCO) im Vergleich zum massiv klimaschädlichen Diesel ermöglicht — doch der Mangel an Infrastruktur bremst die Nachfrage. Jede Verzögerung hat laut McKinsey zwei Effekte: Jede heutige Kaufentscheidung für einen Diesel-Lkw zementiert Emissionen inklusive der damit einhergehenden Umweltkatastrophen bis weit in die 2030er Jahre — und jede Verzögerung schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie durch mögliche Strafzahlungen und wachsende globale Konkurrenz.

Der noch schleppende Umstieg auf emissionsfreie Lkw eröffnet neuen Anbietern dieser Fahrzeuge den Studienautoren zufolge Marktchancen – auch weil sie keine Strafzahlungen für Emissionsüberschreitungen wie etablierte Hersteller befürchten müssen. Das Interesse der Kunden sei vorhanden, so die Studienautoren von MacKinsey: Schon heute würde fast die Hälfte der europäischen Lkw-Käufer den Kauf einer chinesischen Marke zumindest in Betracht ziehen.

Experten behaupten, de Batterieantrieb für große und schwere Nutzfahrzeuge allein wird aus ihrer Sicht nicht ausreichen.  Dies im Hinterkopf planen große europäische Nutzfahrzeugbauer den gemeinsamen Aufbau eines engmaschigen Wasserstoff-Tankstellennetzes. Bis heute existrieren in Deutschland nur 70 Wassersrtofftankstellen.  Quelle: McKinsey / CM

Uber wächst stark und reduziert Personal um 10 Prozent

Uber will seine weltweite Belegschaft  (36.00 Personen) um rund 10 % reduzieren. Der Schritt ist Teil eines umfassenden Konzernumbaus und wird von CEO Dara Khosrowshahi damit begründet, dass die Organisation stärker auf Effizienz und autonomes Fahren ausgerichtet wird. Zu viele Hierarchieebenen, kleine Teams und Überschneidungen bei Verantwortlichkeiten sollen nun verkleinert werden.

Der Stellenabbau ist als Versuch, die Strukturen an die inzwischen erreichte Unternehmensgröße anzupassen. Immerhin ist Uber in den letzten Jahren  deutlich gewachsen. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Bruttobuchungen um 24 % auf 58 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um 12 %  auf 14,2 Mr.  Dollar, das bereinigte operative Ergebnis sogar um 33 % auf 2,8 Mrd. USD. 

Die Zahl der Mitarbeitenden, die mindestens sieben Hierarchieebenen vom CEO entfernt sind, soll um 20 % sinken. Teams mit lediglich ein oder zwei Personen halbiert bzw. komplett abgebaut werden. Auch organisatorisch will Uber stärker zentralisieren. Die bisher getrennten operativen Einheiten für Restaurants, Einzelhandel und Direktvertrieb sollen zusammengeführt werden. Im Technologiebereich sind ebenfalls Zusammenlegungen vorgesehen.

Parallel verändert sich die Standortstrategie. Globale Teams sollen künftig vor allem in New York und San Francisco angesiedelt werden, regionale Funktionen in entsprechenden Zentren. Die bisher weit verbreitete Arbeit im Homeoffice wird ebenfalls zurückgefahren: Für hybride Mitarbeitende sind drei Bürotage pro Woche vorgesehen. Langfristig soll nur noch etwa 1 % der Belegschaft vollständig remote arbeiten.

Eine strategische Rolle spielt neuerdings das Geschäft mit autonomen Fahrzeugen. Zeitgleich mit der Ankündigung des Stellenabbaus starteten in London die ersten Robotaxis aus der Partnerschaft zwischen Uber und dem britischen Technologieunternehmen Wayve. Für Uber gehört das autonome Fahren zu jenen Zukunftsfeldern, auf die künftig gezielt mehr Personal und Kapital konzentriert werden sollen. Der Konzern reduziert damit zwar insgesamt seine Belegschaft, verschiebt gleichzeitig aber Ressourcen in Bereiche, die für das künftige Mobilitätsgeschäft strategisch relevant sind. Quelle: Uber / CM

VW-Werk Osnabrück: Künftig Raketen statt Autos

Volkswagen trennt sich komplett von seinem Werk in Osnabrück, heißt es in einer Absichtserklärung. Der Standort soll zu einem Zentrum für Sicherheits- und Verteidigungstechnik umgebaut werden Neue Eigentümer sollen das Land Niedersachsen und der israelische Finanzinvestor Aurelius werden. Die Belegschaft soll von 1.800 auf 1.200 Personen sinken. 

Ein erster Großauftrag wird mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael vorbereitet. In Osnabrück sollen nach Angaben des Betriebsrats Systeme und Komponenten für Luftverteidigungssysteme entstehen. Rafael produziert u.a. das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“. 

In Osnabrück endet Mitte 2027 die Produktion des VW T-Roc Cabrio. Ursprünglich wollte Volkswagen gemeinsam mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael den Standort betreiben. Doch der katarische Investmentfonds, der 17 % an Volkswagen hält, blockierte eine solche Lösung.  Stattdessen springt nun das Land Niedersachsen ein, womit sich eine für Katar akzeptable Lösung ergibt, erfuhr die Automobilwoche. Die Teilverstaatlichung des VW-Standorts gilt demnach nicht als Blaupause für weitere gefährdete Werke des Volkswagen-Konzerns. Nach wie vor ist unklar, was aus den Werken Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm wird. 

In Osnabrück soll die  Belegschaft soll durch Rente und Altersteilzeit weiter schrumpfen. Die Sollgröße: 1200 Mitarbeitende, für die bis 2029 eine Beschäftigungssicherung gilt. 

 „Wir haben einen wichtigen Meilenstein für unsere Kolleginnen und Kollegen in Osnabrück erreicht”, sagte Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sieht für Osnabrück mit der Lösung „eine echte industrielle Chance”. 

Rafael galt seit dem Frühjahr 2026 als aussichtsreichster Kandidat.. Der katarische Staatsfonds – das Emirat in der Golfregion ist mit Israel verfeindet – sperrte sich jedoch dagegen, dass Volkswagen ein Joint Venture gründet. Deswegen kam das Land Niedersachsen als Miteigentümer ins Spiel.  Wie hoch der Anteil des Landes wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die am Montag (7. September) verkündete Lösung ist eine Absichtserklärung, noch kein unterschriebener Vertrag. 

Volkswagen hatte den Standort Osnabrück nach der Insolvenz des traditionsreichen Karosseriebauers Karmann 2010 übernommen. Seine Geschichte als Fahrzeugstandort reicht mehr als 120 Jahre zurück. Im Sommer 2027 endet diese Tradition mit dem letzten T-Roc Cabriolet. Quelle: VW / Automobilwoche / CM

Dienstwagen: Viele Politiker haben mit Klima- und Umweltschutz nichts am Hut

Zum 20. Mal hat die Deutsche Umwelthilfe die Dienstwagen von Deutschlands Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern auf Bundes- und Landesebene abgefragt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Ausgerechnet bei ihren eigenen Dienstwagen legen viele beim Klimaschutz den Rückwärtsgang ein. Zwei von drei untersuchten Dienstwagen fahren mit einem Verbrennungsmotor an Bord. 160 von 249 Fahrzeugen bekommen im DUH-Dienstwagen-Check die Rote Karte. 

Die Modelle mit der rotrn Karte Sie überschreiten mit ihrem realen CO2-Ausstoß deutlich das, was europäisch im Durchschnitt für Neuwagen als Grenzwert vorgegeben wird. Besonders bitter: Mehrere Politiker haben ihre Elektroautos sogar wieder gegen klimaschädlichere Plug-In-Hybride eingetauscht. Insgesamt ist der Anteil vollelektrischer Dienstwagen gegenüber dem Vorjahr gesunken. Dabei zeigt der DUH-Check deutlich: Elektroautos verursachen im Durchschnitt wesentlich weniger CO2 als Plug-In-Hybride und reine Verbrenner. 

Schlusslichter der Abfrage sind: in der Bundesregierung Justizministerin Stefanie Hubig sowie Bildungs- und Familienministerin Karin Prienmit jeweils 196 Gramm CO2 je Kilometer; unter den Länderchefs Hendrik Wüst, Manuela Schwesig sowie Kai Wegner mit jeweils 262 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer. Zum Vergleich: Der CO2-Flottengrenzwert der EU liegt bei 93,6 Gramm CO2 pro Kilometer.

Dass es auch anders geht, zeigen beispielsweise in der Bundesregierung Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan und bei den Regierungschefs der Länder Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir. Beide fahren mit sparsamen vollelektrischen Dienstwagen und stoßen jeweils nur etwas mehr als 66 Gramm CO2 je Kilometer aus.

Weitere Ergebnisse:

  • Unter den Landesregierungen erhalten lediglich Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein eine gelbe Karte für ihre Flotte. Schlusslichter sind erneut Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die auch 2026 vollständig auf batterieelektrische Dienstwagen verzichten.
  • Unter den Bundesministerien erhalten das Bundesumweltministerium (BMUKN), das Bundesinnenministerium (BMI), das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) sowie das Bundesarbeitsministerium (BMAS) eine grüne Karte.
  • Im Parteienvergleich erhält lediglich Bündnis 90/Die Grünen eine grüne Karte. Die parteilosen Amtsträger erreichen eine gelbe Karte. Alle übrigen Parteien erhalten eine rote Karte.
  • Im Vergleich der Umweltministerinnen und Umweltminister geht Bremens Senatorin Henrike Müller mit gutem Beispiel voran und nutzt ein Dienstrad. Das sparsamste Fahrzeug fährt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer mit 50 Gramm CO2 je Kilometer. Auf dem letzten Platz liegt wie bereits im Vorjahr Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann, dessen Dienstwagen 192 Gramm CO2 je Kilometer verursacht.

Die DUH: Wer politisch für Klimaschutz verantwortlich ist, muss ihn auch selbst vorleben. Die DUH fordert die SpitzenpolitikerInnen deshalb auf: Schluss mit neuen Verbrennern in den Dienstwagenflotten – jede Neubeschaffung muss konsequent elektrisch und effizient sein. Quelle: DUH / CM

Thailand verschärft Einreisebedingungen

Die thailändische Regierung verkürzt für 60 Länder die Aufenthaltsdauer ohne Visum. Nun wurden die neuen Einreisebestimmungen im thailändischen Amtsblatt ‘Royal Gazette’ veröffentlicht, womit endlich festgelegt ist, dass ab  15. September 2026 für Bundesbürger ein visumfreier Aufenthalt nicht mehr 60, sondern nur noch  30 Tage lang gültig ist.

Die neuen Regelungen sollen verhindern, dass geschäftliche Aufenthalte als touristische Reisen ausgegeben werden und somit der Regierung mehr Kontrolle geben. Die Visumbefreiung gilt ausschließlich für touristische Zwecke. Andere Tätigkeiten im Land verlangen nach einem Visum.

Thailand versa häuft seine Einreisebedingungen. Foto: Usplash

Eine einmalige Verlängerung des Aufenthalts um zusätzliche 30 Tage kann beantragt werden.

Inhaber von Reisepässen aus 60 Ländern und Gebieten sind von der Visumpflicht für touristische Zwecke befreit und dürfen sich bis zu 30 Tage in Thailand aufhalten. Auf der Liste stehen alle EU-Staaten, die Schweiz, Norwegen, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada, die USA und andere mehr. 

Bei Einreise über Landgrenzübergänge dürfen Reisende, die die 30-tägige Visumbefreiung in Anspruch nehmen, in der Regel maximal zweimal pro Kalenderjahr nach Thailand einreisen.

Anders sieht es bei Geschäftsreisenden aus: Business Traveller müssen ein Einladungsschreiben des thailändischen Unternehmens unter Angabe des Geschäftszwecks und der Dauer der Reise vorweisen . Werden die Reisekosten vom Einlader übernommen, müssen Firmenkontoauszüge der letzten drei Monate vorgelegt werden. Ersatzweise kann auch eine förmliche Verpflichtungserklärung durch die einladende Firma in Deutschland vorgelegt werden. Quelle: tatnews.org / CM