Wohl und Wehe der Golf-Carrier hängt von Trump und den Mullahs ab

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten haben die drei Drehkreuze Dubai (DXB), Doha (DOH) und Abu Dhabi (AUH) wesentliche Verkehrsströme zu Lasten anderer Hubs an ich gerissen. Und zum Leidwesen vor allem der europäischen Fluglinien haben die Golf-Carrier Emirates, Qatar Airways und Etihad maßgeblich den Flugverkehr zwischen Europa und Asien/Pazifik bestritten. Als Folge des Nahostkriegs (USA/Iran bzw. Israel/Libanon) haben sich die Passagierströme weg von den Golf-Nationen bewegt.  

Ob Emirates, Etihad oder Qatar Airways, das Golf-Trio konnte Lufthansa & Co. nicht nur mit den Flugpreisen ärgern, sondern auch mit kaum zu übertreffenden Services und der Tatsache, dass die drei den für westliche Airlines verbotenen russischen Luftraum nutzen. Mit den kriegerischen Auseinandersetzungen seit 28. Februar 2026 und den iranischen Raketenangriffen auch die VAE-Flughäfen war es schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Zwar haben alle drei Netzwerkcarrier von Persischen Golf ihre Aktivitäten wieder hochgefahren, aber die Passagiere insbesondere aus Europa haben sich anderweitig orientiert und machen seitdem einen Bogen um die Golf-Länder. Profiteure waren vor allem Singapur, teils auch Istanbul.

Nun soll es am Freitag, 19. Juni 2026  in der Schweiz zu einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran kommen. Freilich weiß niemand so ganz genau weiß, was wirklich passieren wird, denn Donald Trump entscheidet heute so, morgen diametral anders. Experten zufolge werden die drei Golf-Fluglinien, sollte es tatsächlich zum Waffenstillstand bzw. Frieden kommen, wohl mit gesenkten Ticketpreisen versuchen, verlorenes Terrain wieder zu erobern. Letzteres aber hat Emirtes-CEO Sir Tim Clark aber ausgeschlossen. 

Das Gelingen hängt aber auch davon ab, ob und wie die Kerosinpreise sinken werden; denn das so genannte Friedensabkommen lässt dem mörderischen Mullah-Regime in Teheran die Option offen, die Meeresstraße von Hormus jederzeit zu schließen bzw. die Nutzer mit horrenden Gebühren zur Kasse zu bitten. Quelle: CM

Emirates: Eigene Version der europäischen Fluggastrechte 

Die unter Druck stehende Großfluggesellschaft Emirates aus Dubai hat ein Reiseversicherungsprodukt auf den Markt gebracht, das weitgehend die Schutzmaßnahmen der bekannten europäischen Fluggastrechteverordnung (EU-261) nachbildet. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Um den Versicherungsschutz von Emirates in Anspruch nehmen zu können, muss man extra dafür bezahlen.

Emirates hat mit Hochdruck an diesem neuen Versicherungsangebot gearbeitet, um Passagiere zurückzugewinnen, die ihre Reisen aufgrund der anhaltenden Sicherheitslage – ausgelöst durch die am 28. Februar von den USA und Israel gemeinsam gestartete Militäroperation gegen den Iran – von Zielen im Nahen Osten weg verlegt hatten.

Emirates bietet nun eine Reiseversicherung an, die auch Schutz bei konfliktbedingten Reiseunterbrechungen umfasst. Bereits vergangene Woche hatte Sir Tim Clark, der langjährige Präsident von Emirates, angekündigt, dass die Airline ihren Passagieren diverse „Anreize“ bieten wolle. Damit soll verdeutlicht werden, dass sich ein Flug nach Dubai oder die Nutzung der Glitzermetropole als Transitknotenpunkt für Weiterreisen nach wie vor lohnt. Clark– dem es zugeschrieben wird, Emirates zur (nach internationalen Passagierzahlen) größten Fluggesellschaft der Welt gemacht zu haben – erklärte, die Airline habe verschiedene Ideen, um Passagiere zurückzugewinnen, ohne dabei auf Ticketrabatte zurückzugreifen; Letzteres sei aufgrund der durch den Iran-Konflikt bedingten hohen Kerosinpreise nicht möglich.

Eine dieser Ideen bestand darin, den Passagieren zuzusichern, dass sie im Falle einer Flugstreichung oder erheblichen Verspätung – etwa durch Luftraumsperrungen oder andere konfliktbedingte Probleme – für die Dauer der Verzögerung in Hotels kostenfrei untergebracht und anderweitig an ihr Ziel befördert würden; dies schließt auch die Bezahlung anderer Fluggesellschaften für den Transport der eigenen Passagiere ein. Nun wurden Einzelheiten zu diesem Vorhaben bekannt: Emirates kündigte die Einführung der „weltweit umfassendsten Reiseversicherung“ an. Diese beinhaltet u.a. die Umbuchung von Passagieren auf eine andere Fluggesellschaft, falls Emirates-Flüge nicht verfügbar sind – etwa aufgrund konfliktbedingter Probleme.

Interessant ist jedoch, dass Passagiere, die von einem EU-Land aus mit Emirates reisen, bereits durch die EU-Verordnung 261 (EU-261) über entsprechende Schutzrechte verfügen.

Die EU-Verordnung 261 ist vor allem für ihre großzügigen Entschädigungsregelungen bei Verspätungen bekannt, die es Passagieren ermöglichen, bei erheblichen, von der Fluggesellschaft zu verantwortenden Verspätungen bis zu 600 Euro pro Person zu beanspruchen. Doch auch wenn die Fluggesellschaft nicht zur Zahlung dieser Entschädigung verpflichtet ist – etwa weil die Verspätung außerhalb ihres Einflussbereichs liegt –, unterliegt sie dennoch einer Betreuungspflicht gegenüber den Passagieren. Diese Betreuungspflicht umfasst:

•              Bereitstellung von Erfrischungen, die der Dauer der Verspätung angemessen sind. •              Hotelunterbringung bei Verspätungen, die eine Übernachtung erforderlich machen. •              Beförderung zwischen Flughafen und Unterkunft. •              Umbuchung auf einen Alternativflug zum frühestmöglichen Zeitpunkt – gegebenenfalls auch bei einer anderen Fluggesellschaft, sofern dies die beste verfügbare Option darstellt.

Emirates ist verpflichtet, diese Unterstützungsleistungen für Passagiere anzubieten, die von Europa aus reisen (ebenso bei Flügen ab dem Vereinigten Königreich gemäß dessen eigenen Fluggastrechte-Gesetzen); für Flüge in anderen Teilen des Streckennetzes besteht für Emirates jedoch keine entsprechende gesetzliche Verpflichtung.

Die Vereinigten Arabischen Emirate prüften einst die Einführung eigener Regelungen nach dem Vorbild der EU-Verordnung 261, entschieden sich jedoch dagegen und überließen es den Fluggesellschaften, selbst zu bestimmen, welches Maß an Betreuung sie verspäteten Passagieren anbieten.

In den meisten Fällen übernimmt Emirates die Kosten für die Hotelunterbringung bei erheblichen Verspätungen, doch besteht hierauf kein rechtlicher Anspruch. Emirates gibt an, dass die Hotelunterbringung – auch bei langen Verspätungen – künftig zum Standardangebot der Fluggesellschaft gehören soll; für eine Umbuchung auf eine andere Fluggesellschaft wird jedoch voraussichtlich der Abschluss des neuen Versicherungsprodukts der Airline erforderlich sein.

Neben der Umbuchungsgarantie umfasst die Versicherung auch einen Krankenversicherungsschutz für konfliktbedingte Vorfälle – eine Leistung, zu der Fluggesellschaften, die der EU-Verordnung 261 unterliegen, nicht verpflichtet sind.

Sir Tim Clark äußerte sich zu dem neuen Versicherungsprodukt und erklärte, die Fluggesellschaft wolle damit eine Marktlücke schließen, da herkömmliche Versicherungspolicen in Konfliktzeiten oft weitgehend nutzlos seien. Laut dem CEO ist die Reisenachfrage weiterhin hoch, auch wenn die First-Class-Suiten von Emirates derzeit nur zur Hälfte so stark ausgelastet sind wie vor Beginn des Konflikts. Dennoch ist Emirates zuversichtlich, dass die Nachfrage wieder anziehen wird, sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert hat.

VAE organisierten Rückholflüge. Als am 28. Februar der Luftraum über dem Nahen Osten plötzlich gesperrt wurde, saßen Zehntausende Passagiere in der gesamten Region unvermittelt im Ausland fest, ohne zu wissen, wie sie nach Hause gelangen sollten. Die Behörden in den VAE reagierten rasch: Sie wiesen Hotels an, die Aufenthalte aller Gäste zu verlängern, und organisierten Unterkünfte für Passagiere, die sich auf der Durchreise befunden hatten. Die Regierung übernahm die Hotelkosten vollständig und nahm den gestressten Reisenden damit eine große Sorge ab.

In den VAE konnte der Flugbetrieb innerhalb weniger Tage eingeschränkt wieder aufgenommen werden, um Rückholflüge für Touristen durchzuführen. In Katar indes sahen sich die Behörden gezwungen, Tausende von Passagieren per Bus ins benachbarte Saudi-Arabien zu bringen, von wo aus sie Flüge in ihre Heimatländer antreten konnten. Quelle: Emirates / CM

Premiumpreise verlangen, aber Billigflieger-Flair bieten

Die Lufthansa, Deutschlands Flagcarrier, hat ein Problem. Sie erzielt zwar gute Umsätze, doch hohe Kosten drücken die Gewinnmargen erheblich. Verschiedene Maßnahmen zur Senkung von  Ausgabenposten stoßen auf wohl auf Widerstand.

Die Lufthansa (LH) hat versucht, die Pensionskosten für ihre Piloten zu senken, doch diese streiken immer wieder. Die LH möchte außerdem die Verträge des Kabinenpersonals flexibler und kostengünstiger gestalten, doch auch hier ist die Gefahr eines potenziell schädlichen Streiks nicht auszuschließen. Sollte der jüngste Testlauf der Airline flächendeckend eingeführt werden, könnten die Probleme insbesondere die Kundenzufriedenheit betreffend schnell unangenehm werden. 

Es sind eine ganze Reihe an Problemen, mit denen sich die LH im 100. Jahr ihres Bestehend herumschlagen muss. Noch ist z.B. die Gefahr nicht gebannt, dass die Öl- und damit auch Kerosinpreise weiter in die Höhe schießen. Denn im Augenblick ist nicht klar, ob der „Deal“ zwischen  Donald Trump und den Mullahs inklusive Öffnung der Straße von Hormus tatsächlich die Sorgen der Industrienationen in Sachen Energieversorgung vertreibt. 

All diese Faktoren könnten erklären, warum Lufthansa, obwohl sie sich zum Ziel gesetzt hat, Europas Premium-Airline zu werden, sich bei ihrer jüngsten Sparmaßnahme ein Beispiel an Billigfluggesellschaften genommen hat: Denn auf einigen Kurzstreckenflügen sollen die Jetst möglicherweise nicht mehr gereinigt. Dazu gab es einen Testlauf im März auf 20 Strecken, der für Flüge mit kurzen Standzeiten zurück nach Deutschland stattfand. Lufthansa bezeichnete den Test als „Light Cleaning“-Konzept: Danach soll die Business Class zwischen den Flügen standardmäßig gereinigt, während Economy Class und Toiletten nur bei Bedarf gereinigt werden. Die Reinigungskräfte sollen angewiesen werden, in der gesamten Kabine eine „Punktreinigung“ durchzuführen, vermutlich um größere Verschmutzungen durch die Passagiere zu beseitigen, während die Toiletten nur auf Wunsch der Flugbegleiter abgewischt werden. Ziel der LH ist es, die Standzeiten an den Außenflughäfen zu verkürzen und gleichzeitig zu prüfen, ob die Kundenzufriedenheit dadurch beeinträchtigt wird.

Im Rahmen des Pilotprojekts wurden verschiedene Konzepte geprüft, darunter ein Plan zur Reduzierung der Reinigungskräfte von vier auf zwei. Dieser Plan könnte erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen, erfordert jedoch eine Verdopplung der Reinigungszeit von fünf auf zehn Minuten – nicht ideal bei den ohnehin schon knappen Abfertigungszeiten auf Kurzstrecken.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine vermeintliche Premium-Airline versucht, die Reinigungsroutinen ihrer Billigkonkurrenten zu übernehmen. 2019 führte British Airways einen ähnlichen Test auf einer ihrer kürzesten Strecken durch, brach das Experiment jedoch nach heftiger Kritik von Kunden und Mitarbeitern schnell ab.

Billigfluggesellschaften haben eindeutig einen Vorteil, wenn es um die Optimierung ihrer Abläufe hinsichtlich Geschwindigkeit, Effizienz und Kosten geht. Passagiere wissen, dass die Sauberkeit unter Umständen zugunsten günstiger Tickets und pünktlicher Abflüge beeinträchtigt werden muss. So sehr sich Fluggesellschaften wie British Airways und Lufthansa dies auch wünschen würden, so funktioniert ein solches Geschäftsmodell nicht, betonen Luftfahrtexperten. Wenn man sich als Premium-Airline vermarkten will, muss das Reiseerlebnis diesem Versprechen gerecht werden. Quelle: X / BA / CM

US-Airlines feiern 250. Geburtstag der USA mit Sonderlackierungen 

United Airlines empfing US-Verkehrsminister Sean Duffy zu einer besonderen Veranstaltung am Washington Dulles International Airport. Anlass war die Feier zum 250. Jahrestag der USA und die Enthüllung einer speziellen „Stars and Stripes“-Lackierung, die künftig eine Boeing 737-800 sowie eine B 787-10 Dreamliner zieren wird.

Die Flugzeuge wurden in einen Lackierbetrieb nach Amarillo (Texas) überführt, wo sie mit dem markanten rot-weiß-blauen Design versehen wurden. Das Design zeigt 50 Sterne, die für die Bundesstaaten der Vereinigten Staaten stehen, während diagonale rote und weiße Streifen die Energie und Dynamik einer Nation widerspiegeln, die stets voranschreitet, wie es Lufthansa-Partner United beschreibt. 

B737-800 von United in der Geburtstagslackierung. Foto: UnitedScreenshot

„Amerika ist das großartigste Land der Welt, und wir sind stolz darauf, einen Beitrag zu den Feierlichkeiten anlässlich des 250. Jahrestages unserer Nation zu leisten“, erklärte Scott Kirby, CEO von United. Und weiter: „In 100 Jahren dieser Geschichte hat sich United als wegweisendes US-Unternehmen erwiesen, das in Menschen und Gemeinden im ganzen Land investiert.“ Der CEO erläuterte zudem die Initiativen der Fluggesellschaft zur Beschäftigung von Veteranen, darunter 600 Militärpiloten, die seit 2024 über das spezielle Ausbildungsprogramm für Militärpiloten zu United gestoßen sind. „Heute beschäftigen wir voller Stolz mehr als 8.300 Militärveteranen, von denen 1.500 aktive Mitglieder der Nationalgarde und der Reserve sind. Unsere ‚Stars and Stripes‘-Lackierung würdigt ihren Dienst für unser Land, der Amerika weiterhin stark macht“, so Kirby.

Zu den weiteren Fluggesellschaften, die anlässlich des 250. Jubiläums der USA Sonderlackierungen ihrer Jets haben durchführen lassen, gehören American Airlines, JetBlue und Alaska Airlines. JetBlue hat seine bestehende „Vets in Blue“-Lackierung um einen Aufkleber zum 250. Jubiläum ergänzt, während Alaska Airlines das Jubiläum ebenfalls mit ihrer bestehenden Lackierung unter dem Motto „Honoring those who serve“ (Zu Ehren derer, die dienen) feiert. American Airlines hat unterdessen eine ihrer Boeing 737-Maschinen mit einem entsprechenden Aufkleber versehen. Auch Delta Air Lines hat eine ihrer Boeing 757-200 mit einem Aufkleber zum 250. Jubiläum versehen; das Flugzeug wird nach Angaben der Airline täglich zwischen wichtigen US-Drehkreuzen und stark frequentierten Märkten eingesetzt. Quelle: United / CM

Vielflieger-News Juni 2026

Air India Express, Air India’s Lowcost-Tochter hat es vermutlich besser gemacht. Sie ist jetzt ein voller Partner im Maharaja Club ihrer Muttergesellschaft. Den Maharaja Club selbst muss man nicht unbedingt zu den großzügigsten Programmen im Markt zählen, aber es bleibt abzuwarten, ob die Attraktivität eines easyJet-Programms jenem nahe kommen wird. Und mit etwas Glück ist dies für Air India Express – ähnlich wie bei Eurowings aus der Lufthansa-Gruppe – nur der erste Schritt und man wird künftig gar einige Partnerschaften mit anderen, attraktiveren Star Alliance-Programmen sehen.

Bangkok Airways‘ FlyerBonus-Programm hat auch einige Airlines nur als Prämienpartner, was dem Programm eine interessante Dimension verschafft. Jüngster Prämienpartner  ist Etihad, sodass in dem Programm jetzt alle drei großen Golf-Gesellschaften vertreten sind. Wo sich die Dinge jedoch verkomplizieren ist, dass das Programm für jeden Partner eine eigene Prämientabelle anwendet. Am Beispiel eines einfachen Fluges von Bangkok über das jeweilige Hub nach London sieht man, dass ein solcher Flug in der Economy Class mit Etihad 261.000 Punkte kostet, mit Emirates aber nur 83.500 Punkte und mit Qatar Airways 157.000 Punkte. In der Business Class liegen die Preise bei 520.500 Punkten (Etihad), bzw. bei 296.000 Punkten (Emirates) und 313.500 Punkten (Qatar Airways). Wo hier also genau der Wert dieser neuen Partnerschaft liegt, dürfte denjenigen 99,9999% der FlyerBonus-Mitglieder, die nicht in Abu Dhabi beheimatet sind, so wohl eher verschleiert bleiben.

EasyJet hat einmal mehr ein richtiges Kundenbindungsprogramm angekündigt. Man darf es wohl für Ende 2027 erwarten, mit entsprechenden Details dazu anfangs 2027. Angesichts der bisherigen Erfahrungen mit easyJet und dem Kundenbindungsthema – und ihrer generellen Einstellung zu Kundenfreundlichkeit – darf man aber wohl die Warnung aussprechen, dass man die Erwartungen daran nicht zu hoch legen sollte.

Global Hotel Alliance. Der Horizons Club ist eines der jüngsten Angebote im Reisemarkt. Angeboten in zwei Formen gilt er in allen Häusern der Minor Hotelgruppe in Europa und Amerika, mit der Ausnahme von Brasilien. Die Gruppe beinhaltet Marken wie NH Hotels, Tivoli und Anantara. Die Hauptvorteile sind eine direkte Reduktion auf die veröffentlichten Raten sowie auf Zusatzleistungen, aber auch eine Gutschrift von 150 DISCOVERY Dollars im Minor DISCOVERYProgramm (oder jedem anderen DISCOVERY-Programm der Global Hotel Alliance). Ab dem zweiten Aufenthalt innerhalb eines Jahres erhält man einen Bonus von 50 DISCOVERY Dollars pro Aufenthalt, mit einem entsprechenden Prämienwert in USD. Bei einer jährlichen Gebühr von € 179 für die Basisversion Open wird das Angebot so zu einem No-Brainer, für jeden, der pro Jahr mindestens zwei Aufenthalte in Minor-Hotels verbucht.

Sixt: Der Mobilitätsdienstleiter hat kürzlich mit SIXT ONE“ ein eigenes Bonusprogramm gestartet; dennoch bleibt Sixt ihren zahlreichen Vielfliegerpartnern eng verbunden. Und bis Ende Juni spielt vor allem Miles & More eine wichtige Rolle hier: Für Reservierungen bis zum 30. Juni und Anmieten von mindestens zwei Tagen bis zum 31. Juli erhält man eine Punktegutschrift in Abhängigkeit des Abschneidens der deutschen Nationalmannschaft an der Fußball-WM. Für ein Vorrundenaus erhält man je nach Wagenkategorie 2, 3 oder 4 Meilen pro ausgegebenem Euro. Mit jeder weiterer Runde erhält man 1 Meile mehr, bis zu 8 bis 10 Meilen im Falle eines Turniersieges. Die Meilen werden nachträglich im August gutgeschrieben, wenn der Turnierausgang bekannt ist. CM-Tipp: Man warte Deutschlands letztes Vorrundenspiel am 25. Juni ab um zu verstehen, ob man wirklich auf diese Karte setzen sollte oder nicht…

Sun Group ist ein vietnamesisches Konglomerat im lokalen Reisesektor, das den vietnamesischen Tourismus maßgeblich prägen wird. Es umfasst eine eigene Airline (Sun PhuQuoc Airways), (Luxus-)Hotels und Freizeiteinrichtungen. Aktuell wurde mit „Sun Signature“ ein gruppenweites Kundenbindungsprogramm gestartet, das sich in einer ersten Phase auf die Airline und Hotels sowie eine lokale Kreditkarte beschränkt. Während Sun PhuQuoc Airways momentan noch auf den asiatischen Markt beschränkt ist, wird sich das rasch ändern, da die Gesellschaft 20 Dreamliner bestellt hat, mit Optionen auf 40 weitere Maschinen, mit denen ein globales Netzwerk aufgebaut werden soll. Das dürfte dem Sun Signature-Programm wohl rasch eine größere Bedeutung zukommen lassen.  Quelle: Globalflight / CM

ILA 2026 mit Rekordzahlen

Die ILA Berlin 2026 am BER besuchten rund 110.000 Teilnehmende, ein deutlicher Zuwachs gegenüber 2024. 765 Aussteller aus 37 Nationen präsentierten auf mehr als 200.000 m2 Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von klimaverträglicher Luftfahrt über Raumfahrttechnologien bis hin zu Sicherheit und Verteidigung. Etwa 100 Fluggeräte zeigten die gesamte Bandbreite der Luft- und Raumfahrt am Boden und in der Luft.

BundeskanzlerFriedrich Merz hatte die ILA Berlin 2026 eröffnet und die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung vorgestellt. In seiner Eröffnungsrede bezeichnete er die ILA als Messe, die „Zuversicht für einen neuen Aufbruch“ wecke. Deutschland präsentiere sich hier als ein Land, das mit Innovationen der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt mit an der Weltspitze stehe.

Die ILA 26 in berlin ging sehr erfolgreich zu <Ende. Foto: Messe Berlin

Innovationen für die Luftfahrt von morgen. Im Segment Aviation standen klimaverträgliches Fliegen, neue Antriebstechnologien und effizientere Flugzeugkonzepte im Mittelpunkt. Sustainable Aviation Fuels (SAF), Wasserstofftechnologien, neue Materialien, digitale Fertigung sowie Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) prägten die Debatten. Im Flying Display gehörten der Airbus A350-1000 und der Airbus Helicopters Racer zu den Highlights. Im Static Display waren u.a. ein Emirates A380, ein Airbus Beluga, ein A320neo in der Sonderlackierung „100 Jahre Lufthansa“ sowie eine  Do228 NXT zu sehen.

Raumfahrt zwischen Forschung, Innovation und Faszination. Im Segment Space zeigte die ILA Berlin 2026 die wachsende Bedeutung der Raumfahrt als kritische Infrastruktur. Im Mittelpunkt standen Satellitentechnologien und Erdbeobachtung, Weltraumsicherheit sowie neue kommerzielle Anwendungen. Im Space Pavilion diskutierten Raumfahrtagenturen, Industrie und Forschungseinrichtungen aktuelle Entwicklungen der europäischen Raumfahrt und den Nutzen von Weltraumtechnologien für das Leben auf der Erde.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Live-Schalte zur Internationalen Raumstation ISS mit ESA-Astronautin Sophie Adenot. Auch die ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer gaben auf der Bühne Einblicke in ihre Missionen sowie die Zukunft der europäischen Raumfahrt.

Die nächste ILA Berlin findet vom 17. bis 21. Mai 2028 statt. Quelle: Messe Berlin / CM

Sea-Tac eröffnet neuen Flugsteig C

Nach dreijähriger Bauzeit eröffnet der Flughafen Sea-Tac in Seattle einen renovierten Bereich, der sich über vier Ebenen erstreckt und neben elf Gastronomie- und Einzelhandelsgeschäften auch eine Außenterrasse mit Blick auf das Rollfeld bietet. Mit der Erweiterung von Flugsteig C soll der Flughafen SEA buchstäblich auf ein neues Niveau gehoben werden: Durch den Aufbau von vier zusätzlichen Etagen über dem bestehenden Gebäude werden neue Maßstäbe für das Flughafenerlebnis und die Nachhaltigkeit gesetzt.  

Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft wird am Donnerstag, 11. Juni 2026, der frisch renovierte Flugsteig C am Flughafen Sea-Tac eröffnet. Der ehemals eingeschossige Bereich umfasst nun vier Ebenen; dazu gehören eine Sitzgelegenheit unter einem riesigen „Baum“, ein beruhigender Sensorik-Raum sowie eine Außenterrasse, von der aus man die Flugzeuge beobachten kann. Zu den elf Gastronomie- und Einzelhandelsangeboten zählt auch ein Restaurant. Zudem beherbergt dieser Flugsteig die schicke neue Lounge von Alaska Airlines.  

Das Projekt erstreckt sich über die Flugsteige C und D und umfasst zusätzliche Gastronomie- und Einzelhandelsflächen, begehrte Einrichtungen wie einen interreligiösen Gebets- und Meditationsraum sowie einen Stillraum, und eine völlig neue, über  3.800 m² große Alaska Airlines Lounge. Das Herzstück des Bereichs – der „Tree at C“ – wird ein markanter Treffpunkt sein, der Reisende zum Verweilen einlädt: mit Sitzgelegenheiten, Blick auf das Vorfeld sowie Musik und Kunst. Alternativ können sie in die obere Ebene wechseln, die mehr Bewegungsfreiheit sowie weitere Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten bietet. Die Erweiterung umfasst zudem Büroflächen für am Flughafen ansässige Unternehmen, Airlines und die TSA. 

Die Erweiterung des Flugsteigs C interpretiert das Flughafenerlebnis neu: Durch das Design entstehen eine intuitive Wegeführung, eine ruhige Atmosphäre und ein Bewusstsein für Klimaschutz. Das Projekt vergrößert das bestehende, 7.500 m² Fläche messende große Gebäude zu einer attraktiven, 21.300 m²  umfassenden Anlage, die zahlreiche gewünschte Annehmlichkeiten bietet. 

Die Architektur des Gebäudes ist von den Naturlandschaften des pazifischen Nordwestens sowie der Energie und Lebendigkeit Seattles inspiriert. Der „Tree at C“ bildet einen zentralen Begegnungsort, der an regionale öffentliche Märkte und Bauernmärkte erinnert. Auf der Hauptebene befindet sich der „Marketplace at C“, ein zentraler Bereich, der Reisenden alles Nötige bietet. Gastronomie- und Einzelhandelsflächen säumen dieses terrassenförmig angelegte, offene Amphitheater mit Bühne für Live-Musik. Von dort werden Reisende in die obere Ebene gelockt, wo weitere Restaurants sowie ein weiter Ausblick und der Blick über die gesamte Fassade warten. Ein besonderes Highlight der Erweiterung ist die große Raumhöhe und der freie Blick auf das Vorfeld sowie die Olympic Mountains von einer verglasten Aussichtsplattform aus – dem „Lookout at C“ –, die allen Passagieren offensteht. 

Der Flughafenbetreiber Port of Seattle strebt an, der grünste und energieeffizienteste Betreiber Nordamerikas zu werden, wobei Umweltschutz und Wohlbefinden der Reisenden an erster Stelle stehen. Die Erweiterung des Flugsteigs C (C Concourse Expansion) ist das erste Projekt dieser Art, das dem „Sustainable Evaluation Framework“ des Betreibers folgt.  
Die Nachhaltigkeitsmerkmale der C Concourse Expansion setzen Maßstäbe für künftige Bauvorhaben des Port of Seattle, darunter:
• Systeme ohne fossile Brennstoffe (für Heizung, Warmwasserversorgung aller in C bestehenden Einrichtungen 
• Photovoltaikanlagen auf dem Dach (energieeffiziente Solaranlage) 
• Spüleinrichtungen zur Reduzierung von Feststoffabfällen sowie Lagerflächen für Lebensmittelspenden 
• Wassersparende Armaturen zur Schonung der Trinkwasserressourcen 
• Elektrochrome Verglasung der Fenster 
• Biophile Designstrategien, die eine angenehme Umgebung schaffen und eine symbiotische Beziehung zwischen gestalterischem Ausdruck und Nachhaltigkeit herstellen 

Für die Erweiterung des Flugsteigs C strebt der Flughafen SEA das Ziel, LEED-Gold zu erreichen. LEED Gold ist eine hohe Zertifizierungsstufe für nachhaltiges Bauen in den USA, verliehen vom U.S.Building Council. Quelle: Port of Seattle / CM
Concourse C am Flughafen Sea Tag von Seattle. Foto: Port of Seattle

Air Canada-Pilot flog 17 Jahre ohne gültige Lizenz

Ein vormaliger Pilot von Air Canada unternahm große Anstrengungen, um zu verbergen, dass er über einen Zeitraum von 17 Jahren hinweg – während er Hunderte von Flugstunden absolvierte – nicht über die erforderliche Lizenz verfügte. Am 29. Juni muss sich der Flugzeugführer strafrechtlich verantworten, weil er fast 17 Jahre lang Zehntausende von Passagieren mit einer gefälschten Pilotenlizenz befördert hat.Der Ex.Air Canada Kapitäm war am 01. Juni 2026 festgenommen wordn.

Den Ermittlungen zufolge hatte er zwischen 2009 und 2025 als Kapitän mehr als 900 Inlands- und internationale Flüge durchgeführt, ohne jemals die vorgeschriebene Lizenz erworben oder die obligatorischen Prüfungen abgelegt zu haben. „Diese Ermittlung und die damit verbundenen Einzelheiten lesen sich wie ein Drehbuch für einen Film, sagte der stv. Polizeichef der Peel Regional Police auf einer Pressekonferenz in Ontario. Der Mann stieg bis zum Kapitän auf und flog fast 17 Jahre lang Maschinen der Typen Boeing 767, 777 und 787, wobei er ein Gehalt von fast 3 Mio. Kanadischen Dollar (rund 2 Mio. Euro)  bezog.

Die Vorwürfe erinnern an den Film „Catch Me If You Can“ aus dem Jahr 2002, in dem es einem Teenager durch geschicktes Täuschen gelingt, als Pilot für PanAm zu fliegen. Im vorliegenden Fall besaß Wall zwar während seiner gesamten 27-jährigen Laufbahn bei Air Canada eine Lizenz für das Fliegen; jedoch verfügte er nie über die Verkehrspilotenlizenz (Airline Transport Pilot License for Aeroplanes, kurz ATPL-A), die für seine Beförderung zum Kapitän im Jahr 2009 erforderlich gewesen wäre.

„Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte sowohl seinen Arbeitgeber als auch die Aufsichtsbehörde über seine Qualifikationen getäuscht hat“, so die Ermittler. Der Beschuldigte flog auf, nachdem eine routinemäßige Überprüfung seiner Unterlagen im Jahr 2025 „Unstimmigkeiten … in den Dokumenten zur Pilotenlizenz“ zutage gefördert und Air Canada die Aufsichtsbehörden informiert hatte. Der Ex-Kapitän ging 2025 in den Ruhestand, noch bevor im Januar die behördlichen und strafrechtlichen Ermittlungen unter dem Codenamen „Project Icarus“ eingeleitet wurden.

Die Fluggesellschaft wies darauf hin, dass der Pilot über eine Lizenz als Verkehrspilot verfügte und regelmäßig seine Fähigkeit zum sicheren Steuern großer Flugzeuge unter Beweis gestellt hatte. „Die Sicherheit wurde durch diesen Vorfall nicht beeinträchtigt, da alle Piloten von Air Canada alle sechs Monate obligatorische Wiederholungsschulungen zur Überprüfung ihrer fliegerischen Kompetenz absolvieren – einschließlich einer Flugüberprüfung durch einen zertifizierten Prüfkapitän der kanadischen Luftfahrtbehörde (Transport Canada) alle zwölf Monate“, erklärte Air Canada in einer am Stellungnahme. „Eine ordnungsgemäße Lizenzierung ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil des mehrstufigen Sicherheitskonzepts der Luftfahrtbranche; daher nimmt Air Canada diesen Sachverhalt äußerst ernst“, fügte die Fluggesellschaft hinzu.

Der Pilot wurde von Transport Canada mit einer Geldstrafe belegt und sieht sich sieben strafrechtlichen Anklagen gegenüber, darunter Betrug, zweifache Verwendung gefälschter Dokumente sowie dreifacher Besitz einer gefälschten Kennzeichnung.  Er soll am 29. Juni 2026 vor Gericht erscheinen. Quelle: CNN / CM

Leitbild zur Nationalen Luftfahrtstrategie beschlossen

Das Bundeskabinett hat die nationale Luftfahrtstrategie beschlossen. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sie auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin vor. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßt das Leitbild der Nationalen Luftfahrtstrategie. 

„Das gemeinsame Leitbild, Deutschland als führende Luftfahrtnation in Europa – wettbewerbsfähig, technologisch stark, souverän, resilient und nachhaltig – ist richtig und zukunftsweisend. Erstmals werden zivile Luftverkehrswirtschaft, Luftfahrtindustrie und militärische Erfordernisse gemeinsam adressiert“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. 

Allerdings fehlt es über das Leitbild hinaus an einer mit konkreten Maßnahmen hinterlegten Strategie für die Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland, betont der BDL. Dies betrifft vor allem die Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere Bereiche wie staatliche Standortkosten, regulatorische Entlastung, Digitalisierung sowie Tourismus und Konnektivität. Nötig sind auch Maßnahmen, mit denen die Anbindung der Wirtschaftsstandorte an internationale Drehkreuze sichergestellt wird. 

Der Handlungsbedarf ist nach Meinung des Verbands groß. Deutschland zählt nach wie vor zu den Ländern mit der schwächsten Entwicklung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie. Aufgrund der staatlichen Standortkosten gelingt es dem Luftverkehr ab Deutschland auch weiterhin nicht, die Lücke zum restlichen Europa zu schließen. Während das Luftverkehrsangebot in Deutschland im Sommer 2026 nur 89 % von 2019 beträgt, wird in den meisten europäischen Ländern mehr geflogen als jemals zuvor. Im Sommer 2026 erreicht das Angebot in Europa im Durchschnitt 111 % von 2019, ohne Deutschland sogar 116 %. 

Auch der Digitalverband Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder meldet sich zu Wort: „Die Luftfahrtstrategie setzt mit Digitalisierung, Automatisierung und unbemannter Mobilität wichtige Schwerpunkte für einen wettbewerbsfähigen Luftfahrtstandort Deutschland. Positiv sind vor allem der Fokus auf Advanced Air Mobility, digitale Verwaltungsprozesse und offene Datenstandards in der Flugsicherung. Jetzt braucht es einen konkreten Fahrplan mit messbaren Zielen, weniger Bürokratie, bessere Einsatzbedingungen für Drohnen und neue Finanzierungswege für innovative Luftfahrt-Startups. Nur mit einer entschlossenen Umsetzung kann Deutschland bei digitaler, sicherer und klimafreundlicher Luftfahrt international vorne mitspielen.“ Quelle: BDL /Bitkom / CM

IATA halbiert Gewinnprognosen der Airlines

Kriegsbedingte Störungen im Nahen Osten und hohe Treibstoffpreise sind die Hauptgründe dafür, dass die International Air Transport Association (IATA) ihre Gewinnprognose für die weltweiten Fluggesellschaften für das Jahr 2026 fast halbiert hat

Wie Willie Walsh, der scheidende Generaldirektor der IATA, auf der Jahreshauptversammlung des Luftfahrtverbands am Sonntag in Rio de Janeiro (Brasilien) bekannt gab, rechnet die IATA nun damit, dass die Fluggesellschaften im Jahr 2026 einen Nettogewinn von insgesamt 23 Mrd. US-Dollar erzielen werden. Dies liegt deutlich unter der zuvor prognostizierten Summe von 41 Mrd. US-Dollar und entspricht etwa der Hälfte der 45 Mrd. USD, die der Verband für das Jahr 2025 veranschlagt. hatte.

Flugzeuge am Chicago O’Hare. Foto: ORD

„Die Ertragslage aller Fluggesellschaften leidet unter dem rasanten Anstieg der Kerosinpreise um 70 %%,  erklärte Willie Walsh. „Ein Teil der Mehrkosten lässt sich zwar durch Preisanpassungen und Effizienzsteigerungen auffangen, doch dies reicht nicht aus, um die Rentabilität auf dem Niveau des Vorjahres zu halten.“

Grundlagen der IATA-Prognose. Die neue Gewinnprognose basiert auf einem für 2026 erwarteten Umsatzwachstum von 9,4 % gegenüber dem Vorjahr auf fast 1,2 Billionen US-Dollar, dem jedoch ein Kostenanstieg um 13 % auf mehr als 1,1 Billionen US-Dollar gegenübersteht. Daraus ergibt sich eine Nettogewinnmarge von 2 % – ​​ein Rückgang gegenüber der ursprünglichen Prognose von 3,9 %. Dies entspricht laut IATA einem Gewinn von rund 4,50 US-Dollar pro abfliegendem Passagier; das ist die Hälfte des für 2025 geschätzten Werts von 9,10 US-Dollar.

Die Treibstoffkosten werden im laufenden Jahr 2026 voraussichtlich um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr auf 350 Mrd. USD steigen; diese Prognose basiert auf einem durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von 95 US-Dollar pro Barrel (gegenüber 69 US-Dollar im Jahr 2025). Der Preis für Flugkraftstoff wird im Durchschnitt voraussichtlich 152 US-Dollar pro Barrel betragen – ein Anstieg gegenüber 90 US-Dollar im Jahr 2025. Die IATA rechnet zudem mit einem Anstieg der Kosten ohne Treibstoff um 4 % auf 767 Mrd. USD, wobei die Personalkosten den größten Anteil ausmachen.

Die Auslastung der Passagierkabinen soll 2026 mit 84 % „weiterhin Rekordwerte erreichen“ (nach 83,5 % 2025), während das Passagieraufkommen voraussichtlich auf 5,1 Mrd. steigen wird – ein Zuwachs von 2,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Nach Einschätzung der IATA werden sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen für die Branche im Jahr 2026 verschlechtern: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts soll von 3,4 % (2025) auf 2,5 % zurückgehen, die Inflationsrate von 4,1 % auf 5 % steigen und das Wachstum des Welthandels von 4,6 % auf 1,9 % sinken.

Die Einnahmen aus dem Passagiergeschäft werden 2026 voraussichtlich 839 Mrd. USD erreichen, was einem Anstieg von 9,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Da dieser Anstieg das erwartete Nachfragewachstum von 2,1 % – ​​gemessen in Erlösen pro Kilometer – übersteigt, steigen die Flugpreise, um einen Teil der Kosten des Ölpreisschocks auszugleichen“, so die IATA.

Es wird erwartet, dass die Einnahmen aus Zusatzleistungen und sonstigen Quellen im Jahresvergleich um 12,6 % auf 165 Mrd. USD steigen. „Zum ersten Mal seit 2019 werden die Einnahmen aus Zusatzleistungen einen größeren Anteil am Gesamtumsatz ausmachen als die Luftfracht“, so die IATA, die für das Frachtgeschäft Einnahmen in Höhe von 162 Mrd. USD prognostiziert.

Zu den weiteren Faktoren, die die IATA für die Ergebnisse der Luftfahrtbranche als relevant erachtet, gehören anhaltende Herausforderungen in der Lieferkette, wahlbedingte Unsicherheiten, Stagflation sowie infrastrukturelle Engpässe.

Regionale Highlights

Nordamerika: Die IATA prognostiziert für die Region einen Nettogewinn von 9,4 Mrd. USD im Jahr 2026 (nach geschätzten 12,4 Mrd. USD im Jahr 2025), während die Nettomargen voraussichtlich von 3,5 auf 2,5 % sinken werden. Der Gewinn pro Passagier wird auf 8,10 US-Dollar geschätzt, verglichen mit 10,80 USD in 2025. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 0,8 % steigen, bei einem erwarteten Kapazitätswachstum von 0,3 %. Da nordamerikanische Fluggesellschaften weitgehend auf die Absicherung von Treibstoffpreisen (Hedging) verzichten, setzen sie laut IATA auf „unmittelbare Preisanpassungen“, um steigende Kosten zu decken. Netzwerk-Fluggesellschaften sind besser als Billigfluggesellschaften in der Lage, einer Marktschwäche zu begegnen, da Letzteren „nennenswerte“ Premium-Angebote fehlen; dies schränkt ihre Möglichkeiten ein, Kostendruck durch Upselling und Tarifsegmentierung auszugleichen. Dennoch verzeichnete die Region in den letzten Jahren eine hohe Rentabilität und ist von operativen Erschütterungen im Nahen Osten weitgehend unbeeinflusst geblieben.

Europa: Die IATA prognostiziert für europäische Fluggesellschaften einen Nettogewinn von 9,6 Mrd. USD in 2026 (nach geschätzten 13 Mrd. USD in 2025); die Nettomarge soll 2026 bei 3,1 % liegen, verglichen mit 4,5 % im Vorjahr. Der Gewinn pro Passagier dürfte von 10,30 USD auf 7,50 USD zurückgehen. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 2,8 % steigen, während für die Kapazität ein Zuwachs von 1,3 % erwartet wird. Laut IATA stehen europäische Fluggesellschaften aufgrund gestiegener Treibstoffpreise unter „erheblichem Kostendruck“. Dieser Effekt wird jedoch teilweise durch Absicherungsgeschäfte (Hedging) abgefedert, die die Airlines bereits vor der Krise für durchschnittlich 70 % ihres Treibstoffbedarfs im Sommer 2026 abgeschlossen haben. Die IATA wies jedoch darauf hin, dass „die Kosten steigen werden, sobald diese Absicherungen auslaufen“. Europäische Fluggesellschaften hätten zudem von „einigen Verkehrszuwächsen“ durch die Einführung von Direktflügen zwischen Europa und Asien profitiert, nachdem das Flugangebot über Drehkreuze im Nahen Osten reduziert worden war, so die IATA. Allerdings meldete der Flughafenverband ACI Europe vergangene Woche einen Rückgang des gesamten europäischen Flugverkehrs im Monat April. Die IATA kritisierte zudem „belastende“ Vorschriften, die sich auf die Fluggesellschaften in Europa auswirken – darunter EU- und britische Vorgaben zur Verwendung alternativer Flugkraftstoffe sowie „erhöhte“ Gebühren für Flughäfen und Flugsicherungsdienste. Walsh kritisierte die europäischen Regierungen dafür, dass sie zwar verbindliche Vorgaben durchsetzten, es jedoch versäumten, Anreize für die Produktion von sogenannten „nachhaltigen“ Flugkraftstoffen (SAF) zu schaffen. „Leider haben die meisten Regierungen bei diesen Vorgaben den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht: Sie haben die Preise in die Höhe getrieben, aber kein Angebot geschaffen“, so Walsh. Offenbar unbeeindruckt von diesen Entwicklungen haben die Regierungen über die ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) ein Ziel zur Emissionsreduzierung um 5 % bis 2030 mittels SAF (nachhaltiger Flugkraftstoffe) festgelegt. Klar ausgedrückt: Es gibt keinen Weg, dieses Ziel zu erreichen. Es besteht zwar noch Hoffnung, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen – doch diese schwindet rapide.“ Die jüngste Prognose der IATA sieht für europäische Fluggesellschaften in diesem Jahr einen Nettogewinn von 9,6 Mrd. USD vor – ein Rückgang gegenüber den 13 Mrd. USD des Jahres 2025; die Nettogewinnmarge dürfte im selben Zeitraum von 4,5 % auf 3,1 % sinken. Die Passagiernachfrage bei europäischen Fluggesellschaften soll im Jahr 2026 – gemessen in verkauften Passagierkilometern (RPKs) – im Jahresvergleich um 2,8 % steigen, während die Kapazität um 1,3 % zunimmt. 

Asien-Pazifik: Die Prognose für Fluggesellschaften im Raum Asien-Pazifik sieht für 2026 einen Nettogewinn von 6,6 Mrd. USD vor – ein Rückgang gegenüber den 9,8 Mrd. USD des Vorjahres; die Nettomarge soll 2,1 % betragen, verglichen mit 3,5 % im Jahr 2025. Der Gewinn pro Passagier dürfte von 5,30 auf 3,40 USD sinken. Die Nachfrage nach Flugreisen soll im Jahresvergleich um 5,1 % steigen, während die Kapazität im selben Zeitraum um 3,6 % zunehmen dürfte. Laut IATA ist die Region stark von Rohölimporten aus der Golfregion abhängig; dies kann zu einem überproportionalen Druck auf die Raffinerien führen und sowohl Engpässe als auch Preissteigerungen bei Flugkraftstoff verursachen. Allerdings haben Störungen an Drehkreuzen im Nahen Osten dazu geführt, dass einige Fluggesellschaften im Raum Asien-Pazifik von veränderten Verkehrsströmen infolge des Nahostkonflikts profitieren – insbesondere auf den Routen zwischen Europa und Asien.

Naher Osten: Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettoverlust von 4,3 Mrd. USD, dem ein geschätzter Gewinn von 7,2 Mrd. USD im Jahr 2025 gegenübersteht. Die Nettomarge wird für 2026 bei minus 6,1 % erwartet, verglichen mit 9,4 % im Jahr 2025. Für die Fluggesellschaften der Region wird ein Verlust von 21,40 USD pro Passagier prognostiziert, während im Vorjahr noch ein Gewinn von 31,50 USD pro Passagier erzielt wurde. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 11,4 % zurückgehen, bei einem gleichzeitigen Kapazitätsabbau von 4,4 %. Der Wegfall von Umsteigeverkehr „belastet die Auslastung und erhöht die Stückkosten“, so die IATA. Bestimmte strukturelle Faktoren stärken die Widerstandsfähigkeit der Region, darunter ein günstiges Steuerumfeld, ein relativ sicherer Zugang zur Kraftstoffversorgung und eine vergleichsweise geringe Verschuldung. Die Erholung im Nahen Osten dürfte eher durch die Preisgestaltung als durch eine rasche Rückkehr des Passagiervolumens vorangetrieben werden.

Afrika: Obwohl die Region „das stärkste Verkehrswachstum verzeichnet, da Routen verlagert werden, um den Nahen Osten zu umgehen“, dürfte die Rentabilität aufgrund kostenseitiger Anfälligkeiten – insbesondere bei den Treibstoffkosten – nachlassen. Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettogewinn von 100 Mio. USD (gegenüber geschätzten 300 Mio. USD im Jahr 2025) bei einer Nettomarge von 0,2 % (im Vergleich zu 1,6 % im Vorjahr). Der Gewinn pro Passagier dürfte von 2,10 USD auf 0,40 USD sinken. Die Nachfrage soll im Jahresvergleich um 10 % steigen, während für die Kapazität ein Zuwachs von 7,7 % erwartet wird.

Lateinamerika: Der durch die Energiekrise verursachte „Abwärtsdruck“ auf mehrere Währungen der Region wird deren wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr beeinflussen. Die IATA prognostiziert für 2026 einen Nettogewinn von 1,2 Mrd. USD (nach geschätzten 1,9 Mrd. USD im Jahr 2025) bei einer Nettomarge von 2,1 % (gegenüber 3,8 % im Vorjahr). Der Gewinn pro Passagier dürfte von 5,90 USD  auf 3,50 USD zurückgehen. Für die Nachfrage wird ein Anstieg von 5 % im Jahresvergleich erwartet, bei einem Kapazitätszuwachs von 3,3 %. „Die Nachfragebedingungen in Lateinamerika reagieren empfindlicher als in anderen Regionen; dies spiegelt das niedrigere Einkommensniveau sowie den geringeren Anteil von Geschäftsreisen an der Gesamtnachfrage im Luftverkehr wider“, so die IATA. Quelle: IATA / CM