Scandic baut unterirdisches Hotel in Stockholm

Auch für den einen oder anderen Business Traveller gilt: Im Dunkeln ist gut munkeln. Das lässt sich künftig in einem neuen Scandic Go-Hotel in Stockholm ausleben, in dem es dank unterirdischer Bauweise nur 135 fensterlose Zimmer geben wird. 

Wie es in einer Mitteilung des schwedischen Hotelkonzerns heißt, will er zusammen mit dem  Immobilienbesitzer Axfast AB (Teil der Axel-Johnson-Gruppe, die Gewerbeimmobilien an Standorten mit starkem Wirtschaftswachstum besitzt) ein unterirdisches Hotel in der Stockholmer Innenstadt bauen. Entstehen soll das Haus an der Einkaufsstraße Drottninggatan. Noch in 2026 soll der Startschuss für den <bau erfolge: Eröffnung doll in 2027 sein. Das neue Hotel unter der Erde soll eine ruhige, stille Atmosphäre bieten, fernab vom Trubel der Stadt.

In Stockholm entsteht ein unterirdisches Scandic Go-Hotel. Foto: Scandic

Das Scandic Go, das ruhige Zimmer im Stockholmer Stadtzentrum bieten wird, entsteht in einem Gebäude, das derzeit teilweise von Einzelhandels- und Lagerflächen in eine Immobilie mit gemischter Nutzung – bestehend aus Hotelzimmern, Geschäften und Büros – umgewandelt wird. Die 135 Zimmer verteilen sich auf vier Etagen und verfügen über keine Fenster, während die Gemeinschaftsbereiche und Personalräume mit Fenstern ausgestattet sein werden. Der Check-in erfolgt entweder ein Stockwerk unter der Erde oder digital.

„Dieses neue Hotel ist ein spannender Teil unserer Wachstumsstrategie: Wir eröffnen unser erstes unterirdisches Hotel an einem außergewöhnlichen Standort im Zentrum von Stockholm. Unser neues ‚Scandic Go‘ wird unsere Position im schnell wachsenden Economy-Segment stärken und unser bestehendes Hotelangebot in der Hauptstadt perfekt ergänzen“, sagt Jens Mathiesen, President & CEO der Scandic Hotels Group.

Die Eröffnung markiert einen weiteren Schritt in der Expansionsstrategie von Scandic: Unter einer der lebhaftesten und beliebtesten Einkaufsstraßen der schweischen Hauptstadt entsteht das erste unterirdische Hotel der Kette. Dank der Nähe zum Hauptbahnhof und zum Busbahnhof ist das Hotel insbesondere für Geschäftsreisende attraktiv, die eine zentrale und lebendige Lage suchen.

„Wir freuen uns sehr, eine ruhige und durchdachte Unterkunft in zentraler Lage anbieten zu können, die speziell auf preisbewusste Reisende zugeschnitten ist. Dies spiegelt einen wachsenden internationalen Trend wider, bei dem Gäste optimale Bedingungen für Ruhe und Erholung suchen. Wir freuen uns darauf, unsere Gäste zu einem außergewöhnlichen Erlebnis willkommen zu heißen“, sagt Jesper Engman, Chief Development Officer der Scandic Hotels Group.

Das Angebot an Zimmern ohne Fenster ist Teil eines bewussten, sorgfältig durchdachten Konzepts, das bereits in vielen Scandic-Hotels umgesetzt wird. Bei der Gestaltung der Zimmer wird großer Wert auf die Auswahl der richtigen Materialien, Beleuchtung und Akustik gelegt, um eine gemütliche, ruhige und angenehme Atmosphäre zu schaffen. Das Interesse an dieser Art von Zimmern ist in den letzten Jahren gestiegen; dies deutet darauf hin, dass immer mehr Menschen eine ruhige und friedliche Unterkunft schätzen – insbesondere Gäste, die lichtempfindlich sind und eine vollständig abgedunkelte Schlafumgebung bevorzugen.

Scandic verfolgt ehrgeizige Ziele für das Wachstum der Marke Scandic Go, indem das Unternehmen Neubauten errichtet, bestehende Hotels erwirbt und unterschiedlichste Immobilientypen nutzt. Die rasche Expansion von Scandic Go zeugt zudem davon, wie sehr die Gäste diese Art der Unterkunft schätzen. Das Gebäude wird nach dem Standard „BREEAM In-Use Excellent“ zertifiziert, und der Hotelbetrieb erhält das „Nordic Swan Ecolabel“ – das offizielle Umweltzeichen der nordischen Länder. Quelle: Scandic / CM

Accor und H World Group schließen Allianz bei Kundenbindung

Der europäische Hotelkonzern Accor und der in China ansässige Hotelriese H World Group verknüpfen ihre Treueprogramme und Direktbuchungsplattformen in China, Europa und dem Nahen Osten.

Die langfristige Allianz führt die mehr als 310 Mio. Mitglieder von H Rewards und die fast 120 Mio. Mitglieder von ALL Accor zusammen. Dies ermöglicht ihnen über Direktbuchungskanäle den Zugriff auf insgesamt 2 Mio. Zimmer weltweit sowie eine gegenseitige Statusanerkennung, Mitgliedertarife, Punkte und Vorteile auf Hotelebene.

Die Partnerschaft soll schrittweise in diesem Jahr (2026) umgesetzt werden. Laut einer gemeinsamen Mitteilung werden die Programme weiterhin unabhängig voneinander betrieben, wobei jede Plattform ihre eigene Identität und ihr jeweiliges Leistungsversprechen beibehält.

Die beiden Hotelunternehmen hatten bereits 2014 eine Allianz geschlossen; 2016 übernahm H World die Rolle des Master-Franchisenehmers für die Marken Mercure, Ibis und Ibis Styles in der Region Greater China sowie die des Partners für die gemeinsame Entwicklung von Grand-Mercure- und Novotel-Hotels. Quelle: CM

Grand Hotel Europa in Innsbruck eröffnet 2029 wieder

Das thailändische und weltweit agierende Hotrelunternehmen Minor Hotels (Bangkok) hat die Unterzeichnung des NH Collection Innsbruck Grand Hotel Europa bekanntgegeben. Das traditionsreiche Hotel im Zentrum der Tiroler Landeshauptstadt soll nach einer umfassenden  Erneuerung und nach Jahren des Leerstands 2029 wiedereröffnet und als Fünf-Sterne-Haus mit 120 Zimmern betrieben werden.

Mit dem Projekt baut Minor Hotels seine Präsenz in Österreich weiter aus. Die asiatische Hotelgruppe betreibt nach eigenen Angaben bereits acht Hotels in Wien, Salzburg und Graz. Das Haus in Innsbruck wird das erste NH-Hotel in Tirol.

Aus dem Grand Hotel Europa in Innsbruck wird ein 5*-Haus der NH Collection Foto: ausrann.at

Das 1869 errichtete Gebäude gilt als erstes Luxushotel Innsbrucks und zählt zu den bekanntesten historischen Hotels der Stadt. Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof gelegen, entwickelte es sich im Laufe seiner Geschichte zu einem Treffpunkt für Persönlichkeiten aus Adel, Wirtschaft, Kultur und Politik. Zu den Gästen zählten u.a. Queen Elizabeth II., Fürst Albert II. von Monaco, die Rolling Stones , Deep Purple u.a.m.. Seit 1883 gehört auch der Barocksaal zum Ensemble, der für Veranstaltungen und gesellschaftliche Anlässe genutzt wurde.

Das Grand Hotel Europa  galt über viele Jahrzehnte als erstes Haus am Platz in Innsbruck. Vor sechs Jahren meldete die damalige Betreibergesellschaft Insolvenz an. Anschließend wechselte die Immobilie den Eigentümer. 2021 wurde der historische Barocksaal weitgehend zerstört – kurz bevor er unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. Während des Ukraine-Kriegs diente das leerstehende Gebäude zeitweise als Anlaufstelle für Flüchtlinge. Zuletzt stand das Hotel leer und sorgte vor allem wegen seines baulichen Zustands für Schlagzeilen

Nach Angaben von Minor Hotels soll das Haus künftig rund 120 Zimmer umfassen. Der historische Charakter des Gebäudes soll bewahrt und mit dem Standard der Marke NH Collection verbunden werden. Geplant sind zusätzliche Etagen, eine Rooftop-Bar, ein Restaurant mit eigenem Außenzugang, ein Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool sowie moderne Tagungsräume. Besonderes Augenmerk soll auf die Wiederbelebung des historischen Barocksaals gelegt werden, der künftig wieder als Veranstaltungsort genutzt werden soll. 

Der Vertragsabschluss erfolgte mit Dr. Ernst Hutterer, Eigentümer der Immobilie.  Hutterer sagte, es sei jetzt Anspruch, dieses außergewöhnliche Haus behutsam in eine neue Zukunft zu führen, ohne seine Seele zu verlieren. Es soll internationale Gäste begeistern und zugleich wieder ein lebendiger Treffpunkt für die Einwohner der Stadt werden.  Quelle:  gast.at / CM

Wien ist Nr. 1 der Kongressmetropolen weltweit

Die Union of International Associations (UIA) hat ihr aktuelles Kongress-Ranking für 2025 veröffentlicht: Wien belegt darin weltweit den 1. Platz und liegt somit vor Brüssel. Bereits im Mai hatte die International Congress and Convention Association (ICCA) Wien auf Platz 4 der global gefragtesten Kongressmetropolen gereiht.

Die von der UIA veröffentlichte Analyse internationaler Verbandskongresse zählt neben dem ICCA-Ranking zu den wichtigsten Benchmarks der Branche. Im aktuellen UIA-Ranking erreicht Wien mit 345 Meetings den ersten Platz und verbessert sich damit vom zweiten Rang im Vorjahr. Zuletzt führte Wien das UIA-Ranking im Jahr 2006 an. Hinter Wien folgen Brüssel (329 Meetings), Seoul (216), Lissabon (174) und Tokio (156). Die Plätze 6 bis 10 belegen Barcelona (151), Bangkok (131), London (128), Kopenhagen (124) und Rom (120). Mit 6,2 Prozent aller Kongresse der erfassten 100 Städte entfällt ein bedeutender Anteil auf Wien. In den vergangenen 25 Jahren lag die Bundeshauptstadt durchgehend in den Top 5.

Vienna Congress & Convention Center © WienTourismus / Gregor Hofbauer


ICCA-Ranking: Wien erneut an der globalen Spitze. Auch im ICCA-Ranking 2025 bestätigt Wien seine starke Position: Mit 159 internationalen Kongressen belegt die Stadt weltweit den 4. Platz. Angeführt wird das Ranking von Lissabon (188), gefolgt von Paris (174) und Barcelona (166). Hinter Wien liegen Singapur (156), Prag (133), Kopenhagen (131), London (124), Seoul (121) und Tokio (119). Im führenden Wissenssektor „Medical Science“ nimmt Wien sogar den ersten Platz ein – vor Barcelona, Lissabon und Paris. Insgesamt erreichte Wien in den vergangenen 25 Jahren zwölfmal Rang 1 im ICCA-Ranking.


Norbert Kettner, CEO des WienTourismus: „Die Spitzenplatzierung im UIA-Ranking unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Qualität der Meeting Destination Wien. Mehr als sechs Prozent aller erfassten Kongresse finden in Wien statt – ein Anteil, den wir gemeinsam mit unseren Partner:innen auch künftig sichern wollen. Dieser Erfolg ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit aller Akteur:innen der Wiener Meeting-Industrie – von Kongresszentren und Veranstaltungsorten über Hotellerie und Agenturen bis hin zu unseren Kund:innen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank für die langjährige Zusammenarbeit.“

Mit insgesamt 7.196 Kongressen und Firmentagungen verzeichnete Wien 2025 das erfolgreichste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und übertraf den bisherigen Rekord aus 2024 um 9 Prozent. Die 794.812 Teilnehmer:innen generierten 2.545.348 Nächtigungen. Erstmals wurden damit mehr als 2 Mio. Übernachtungen durch Meetings erzielt. Die wirtschaftlichen Effekte sind entsprechend hoch: Die durch Meetings generierte Wertschöpfung lag bei 1,707 Mrd. Euro. Österreichweit resultierten daraus 348 Mio. Euro an Steuereinnahmen sowie 19.300 Ganzjahresarbeitsplätze.Quelle: Vienna Convention Bureau im Wien Tourismus / CM

Wyndham strukturiert Einlösestufen für Prämien um

Wyndham Hotels & Resorts gab aktuell bekannt, dass das Unternehmen am 15. September 2026 eine zusätzliche Einlösestufe in sein Treueprogramm „Wyndham Rewards“ integrieren wird. Zudem wird die für eine kostenlose Übernachtung erforderliche Punkteschwelle gesenkt. 

Die neuen Einlösestufen liegen bei 5.000, 15.000, 30.000 und 45.000 Punkten pro Zimmer und Nacht. Die bisherige, seit 2019 bestehende Struktur mit drei Stufen begann bei 7.500 Punkten und endete bei 30.000 Punkten. Durch die Änderung sinkt die Einstiegshürde für eine Gratisnacht um 2.500 Punkte, zudem wird eine neue höchste Stufe eingeführt. 

Die Zuordnung der Wyndham-Hotels zu den jeweiligen Einlösestufen erfolgt auf Basis der Hotelmarke und der Art der Unterkunft. Im Zuge der Umstellung werden die Hotels zudem auf die nun vier Stufen neu verteilt. 

„Unser Programm hat sich seit der Einführung der drei festen Einlösestufen erheblich weiterentwickelt“, heißt es auf der Website von Wyndham Rewards. „In dieser Zeit haben wir Hunderte von Luxus-, Lifestyle- und All-Inclusive-Hotels in unser Portfolio aufgenommen. Diese Änderungen spiegeln dieses Wachstum wider, ohne dabei das aus den Augen zu verlieren, was unseren Mitgliedern am wichtigsten ist.“ 

Das Unternehmen erklärte, es seien weder dynamische Preismodelle noch saisonale Preiserhöhungen geplant; die feste Struktur für die Punkteeinlösung bleibe somit erhalten. Buchungen, die vor dem 15. September mit Punkten getätigt werden, behalten ihre Gültigkeit zu den aktuellen Konditionen. Quelle: Wyndham / CM

Premier Inn: 74. Hotel in Deutschland in Eschborn eröffnet

Premier Inn verstärkt seine Marktpräsenz in der Metropolregion Frankfurt. Das 74. Premier Inn Hotel in Deutschland hat am Freitag, 26. Juni 2026, seine Pforten in Eschborn eröffnet, dem Wirtschafts-Hotspot in Mini-Format, vor den Toren Frankfurts. 

Das Hotel eignet sich hervorragend für Geschäftsreisende und Tagungsgäste. Es umfasst 174 Zimmer, darunter 29 Premier Inn Plus Rooms mit zusätzlichem Komfort.  Der Bahnhof Eschborn Süd ist in 10 Fußminuten zu erreichen und mit der S-Bahn sind Gäste in 15 Minuten in der Frankfurter Innenstadt. Das Premier Inn Frankfurt Eschborn ist bereits das fünfte Hotel der Gruppe in der Region.

Ein besonderes Merkmal des neuen Standorts ist die Bauweise des Hotels: Zusammen mit der in Uehlfeld ansässigen Lechner Group wurde erstmals ein Premier Inn Hotel in Deutschland in Modulbauweise realisiert. Dieser innovative Ansatz steht für effiziente Bauprozesse, hohe Qualitätsstandards und eine nachhaltige Weiterentwicklung des Portfolios.

Kai Backeberg, Construction Director bei Premier Inn, freut sich sehr über das gemeinsam realisierte Projekt: „Mit unserem Preferred Partner Lechner Group setzen wir ein starkes Zeichen für die Zukunft des Bauens. Das Premier Inn Frankfurt Eschborn ist unser erstes Projekt in Modulbauweise, welche uns eine industrielle Vorfertigung mit einem Ausbaustand von 100 Prozent für die Zimmer ermöglicht. So können wir Tempo und Qualität auf höchstem Niveau zu vereinen.“

Mit dem neuen Hotel in Eschborn unterstreicht Premier Inn seinen Anspruch, in attraktiven Wachstumsregionen vertreten zu sein und Gästen eine verlässlich hohe Qualität in zentralen Lagen zu bieten.  Das Unternehmen gehört zur Whitbread PLC. Laut der britischen Mutter sind bereits 20 Premier-Inn-Hotels mit dem Barrierefrei-Label „Reisen für Alle“ zertifiziert. Quelle: Premier Inn / CM

Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland

Auf der Mitgliederversammlung am 18. Juni 2026 spannte das GCB German Convention Bureau einen weiten inhaltlichen Bogen zu Zukunftsthemen des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland. Die erstmalige Vorstellung der digitalen „Meetings Ecosystem Map“ gehörte ebenso dazu wie die Potenzialanalyse internationaler Quellmärkte in einer geopolitisch volatilen Lage. Flankiert wurde die Veranstaltung im Lufthansa Seeheim Hotel von einer Session zur Eventmobilität der Zukunft.

Das GCB wurde bereits 1973 gemeinsam von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), der Deutschen Bahn und der Lufthansa gegründet. Das 100-jährige Bestehen der Lufthansa sowie dessen Gastgeber-Rolle in Seeheim nahm das GCB nun zum Anlass, eines der wesentlichen Zukunftsthemen von Business Events in den Mittelpunkt des Rahmenprogramms zu rücken: die (Veranstaltungs-)Mobilität. Auf einen Impulsvortrag unter dem Motto „Wofür bewegen wir uns noch?“ von Mobilitätsstratege Dr. Ingo Kucz folgte eine moderierte Panel-Diskussion mit Heike Boos (Lufthansa Group) und Jan Wolf Baake (DB Vertrieb), in der es u.a. um Zukunftsbilder der Mobilität, die internationale Anschlussfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland sowie um Resilienz – auch im Kontext von Mobilität – ging.

Petra Hedorfer, CEO der Deutschen Zentrale für Tourismus und Vorsitzende des GCB-Verwaltungsrats: „Die Rahmenbedingungen für den Geschäftsreisemarkt sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich schwieriger geworden. Eskalierende Handelskonflikte und der Nahostkrieg beeinflussen die Weltwirtschaft und damit auch den internationalen Geschäftsreiseverkehr. Zwar behauptet Deutschland bei den promotablen Geschäftsreisen, das heißt den Reisen zu Meetings, Tagungen und Kongressen, mit einem Marktanteil von 9 % seine Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Aber Internationalisierung und die digitale Transformation bleiben Schlüsselfaktoren, um weiterhin und langfristig Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland als führende Geschäftsreisedestination sicherzustellen.

Die enge Kooperation des GCB mit der DZT als strategischem Partner schafft dafür die Rahmenbedingungen. So präsentieren DZT und GCB das Reiseland Deutschland im engen Schulterschluss in den europäischen und wichtigen Überseemärkten wie den USA und China. Gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung oder beim Open Data/Knowledge Graph-Projekt schaffen die Grundlage für die Implementierung von KI-Anwendungen und leisten so hoffentlich einen  Beitrag zur Innovationskraft, Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Tagungs- und Kongressstandortes Deutschland.“

Ausbau des digitalen Portfolios. „Offene, integrierte und konsistente Datenstrukturen sind einer der zentralen Faktoren für das Gelingen der digitalen Transformation. Das GCB verfolgt daher derzeit mehrere miteinander vernetzte Digitalprojekte, um die Sichtbarkeit des Angebots am Tagungs- und Kongressstandort Deutschland zu erhöhen und unser Wissens- und Informationsangebot noch besser bei vielfältigen Zielgruppen zu positionieren“, erklärt Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, die derzeitige Weiterentwicklung des digitalen Portfolios.

In diesem Kontext präsentierte das GCB erstmals die neue „Meetings Ecosystem Map“. Die MEM ist ein datenbasierter, interaktiver Zugang zur deutschen Veranstaltungslandschaft, in der wissenschaftliche Kompetenzen mit dem Leistungsangebot und der Infrastruktur des Tagungs- und Kongressstandorts Deutschland verknüpft sind. Branchenkompetenzen am Standort sind laut Meeting- und EventBarometer ein wichtiges Auswahlkriterium für Veranstalter. Die MEM macht daher sichtbar, wo fachliche Expertise und passende Rahmenbedingungen für Veranstaltungen in Deutschland zusammenkommen. Dadurch unterstützt sie Veranstalter dabei, den inhaltlich passenden Ort zu identifizieren und Entscheidungen für ihre Eventplanung zu treffen. Die MEM geht zunächst als Minimum Viable Product (MVP) mit den Mitgliederprofilen des GCB an den Start und wird schrittweise erweitert – sowohl hinsichtlich der Datentiefe als auch der integrierten Anwendungsfälle.

Evaluierung der internationalen Märkte . Weiteres Kernthema der GCB-Mitgliederversammlung 2026 war die Analyse von Dynamiken in wichtigen Quellmärkten sowie damit verbunden die Evaluierung potenzieller neuer Märkte. Anlass dieser Neubewertung sind zum einen die steigende internationale Nachfrage zu Veranstaltungen in Deutschland und die Tatsache, dass 80 % der MICE-Reisen nach Deutschland aus dem europäischen Ausland kommen. Zum anderen üben verschiedene strukturelle Faktoren einen Einfluss auf Business Events aus: von steigenden Energiepreisen und einer belastenden Zollpolitik über die Herausforderungen des demografischen Wandels und der fortschreitenden Digitalisierung bis hin zu insgesamt volatilen geopolitischen Rahmenbedingungen. Dass der Markt sensibel auf Letztere reagiert, haben Anbieter und Veranstalter jüngst noch einmal im Meeting- & EventBarometer 2025/2026 bestätigt. Quelle: GCB / CM

Austria Center Vienna ausgezeichnet

Das Austria Center Vienna wurde mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus in der Kategorie Veranstaltungseinrichtung über 1.000 Teilnehmer ausgezeichnet. Das bestätigt die tragende Rolle von Österreichs größtem Kongress- und Veranstaltungszentrum als wichtiger Impulsgeber für die Meetingdestination Wien.

Das Austria Center Vienna ist mit 21 Sälen, 134 Meetingräumen sowie rund 26.000 m2 Ausstellungsfläche Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswese (Info: https://www.acv.at/de/) „Ich bin sehr stolz, dass unser Haus und damit auch unser Team mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus ausgezeichnet wurden“, so Dr. Susanne Baumann-Söllner, Vorständin für Kongressmanagement und Sprecherin des Vorstands des Austria Center Vienna. Baumann-Söllner weiter: „Das zeigt, dass unser Weg, für unsere Kunden immer vorauszudenken, Trends zu antizipieren und auf die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu setzen, richtig war. Das sehen wir auch in den Feedbacks unserer Kunden, die uns bei mehr als 10.000 Google-Bewertungen mit einem Schnitt von 4,6 Sternen bewerten und uns einen Net Promoter Score von 75 geben. Das ist ein exzellenter Spitzenwert, denn bereits ab einem Wert von 70 wird von außergewöhnlich hoher Kundenzufriedenheit, starker Kundenloyalität und vielen begeisterten Kunden gesprochen.“

Preisverleihung auf der Bühne vom Team des Austria Center Vienna mit Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Foto: BMWET/Tom Grundschober

Modernisierung, Digitalisierung und Innovation als Erfolgsgeheimnis „Wir verbinden Menschen, inspirieren und treiben Innovation und Modernisierung voran. Die kinetische Weltneuheit polySTAGE, das sind 52 einzeln steuerbare LED-Elemente, die eine spektakuläre Inszenierung und Transformation in der Eingangshalle ermöglichen, und die insgesamt mehr als 500 m2 LED-Flächen sowie mehr als 100 Screens in unserem Haus schaffen beispielsweise durchgängige und immersive Eventerlebnisse. Gerade die interaktive Gamification-Effekte wie Check-In mit persönlicher Grußbotschaft, Selfie-Shares, Panorama-Selfie-Spots, Message Sharing, World-Clouds und Live Votings machen die polySTAGE zu einem unvergesslichen interaktiven Erlebnis, das unsere Kunden wirklich sehr gerne und intensiv nutzen,“ betonte Baumann-Söllner. 

„Auch die komplett modernisierte Ebene –2 begeistert mit hellen, freundlichen und sehr wandelbaren Sälen und Räumen und begrünten Terrassen. Unser wichtigster Saal auf dieser Ebene, Saal D, lässt sich in kürzester Zeit in drei Säle dritteln, wobei alle über eigene Klimasteuerungen verfügen und absolut soundproof sind“, sagte Dr. Michael Rotter, Vorstand für Gebäude- und Liegenschaftsverwaltung. 

Kongresse als wesentlicher Wirtschaftsmotor im Tourismus „Welche Bedeutung Kongresszentren, Tagungshotels und andere Veranstaltungsstätten für die heimische Wirtschaft haben, das soll jetzt eben mit dem Österreichischen Innovationspreis Tourismus konkret ausgedrückt werden. Das Austria Center Vienna hat beispielsweise laut einer aktuellen Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts Eco Austria eine BIP-Wirkung in Österreich von 445 Mio. Euro – das sind rund 0,1 % des gesamten heimischen BIPs 2025. Es schafft auch eine Bruttowertschöpfung von 398 Mio. Euro im Inland und sichert oder schafft 3.950 Vollzeit-Arbeitsplätze. „Besonders stark profitieren mit an die 21,8 % die heimische Tourismus- und Freizeitbranche. Jeder Euro, der in unser Haus fließt, wirkt mehrfach in den heimischen Betrieben zurück – von der Hotellerie und Gastronomie über den Handel bis hin zu wissenschaftlichen Netzwerken“, so Baumann-Söllner. 2025 war so beispielsweise jeder dritte internationale Kongressgast von Wien im Austria Center Vienna.

Susanne Baumann-Söllner bedankte sich auch für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit dem Team von WienTourismus, dem Vienna Convention Bureau und bei allen Partnern bedanken, die Teil des Erfolgsrezepts sind. 

Der Österreichische Innovationspreis Tourismus (ÖIT) wird alle zwei Jahre vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Bundesländern verliehen, um die Bedeutung des Tourismus und die wichtigen, innovativen Impulse in diesem Wirtschaftssektor zu würdigen. 2026 wurde er zum siebenten Mal vergeben und würdigt Veranstaltungseinrichtungen für Kongresse und Tagungen als Impulsgeber für Standort- und Destinationsentwicklung. Quelle: Austria Center Vienna / CM

Gedämpfte Stimmung bei den Beherbergungsbetrieben

Die deutschen Beherbergungsbetriebe gehen mit gedämpfter Stimmung ins Restjahr 2026 – verhaltener als viele andere Märkte, die das Unterkunftsbarometer erfasst. Nur 41 % melden eine positive Entwicklung im Rückblick, und auch bei anderen Kennzahlen liegt Deutschland unter dem EU-Durchschnitt. Die in der Politik umstrittene Mehrwerststeuersenkung für die Gastronomie, die den Verbrauchern überhaupt nichts gebracht hat, hat den Beherbergungsbetrieben zwar etwas Luft verschafft, ändert aber wenig an den strukturellen Herausforderungen, die die Branche weiterhin belasten.

Nach einem deutlichen Einbruch 2025 zeigt sich eine leichte Erholung: Sowohl bei der Bewertung der vergangenen Entwicklung als auch beim Blick auf die kommenden Monate sind die Werte wieder gestiegen. Dennoch bleibt die Stimmung verhalten – weniger als die Hälfte der Betriebe blickt optimistisch voraus, und nur rund 40 % bewerten die vergangene Entwicklung positiv. Besonders auffällig: Etwa jeder fünfte Betrieb rechnet mit einer Verschlechterung in den kommenden sechs Monaten – das ist viermal so viel wie im EU-Durchschnitt. Auch insgesamt liegt Deutschland bei allen drei Kennzahlen im dritten Jahr in Folge unter dem europäischen Schnitt, sogar am unteren Ende. Das spiegelt die schwache wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wider, das beim BIP-Wachstum hinter seinen europäischen Nachbarn zurückblieb.

Europaweit reicht der Anteil der Hoteliers, die angaben, dass sich ihr Geschäft in den letzten sechs Monaten positiv entwickelt habe, von Deutschland (41 %) am unteren Ende der Skala bis hin zu Griechenland mit 71 %. Deutschland liegt zudem hinter Nachbarn wie Frankreich (51 %) und Österreich (68 %) zurück und ist neben Italien das einzige Land, in dem weniger als die Hälfte der Befragten von einem positiven Verlauf der letzten sechs Monate berichtete. 

Doch die Zukunftsaussichten verbessern sich allmählich: 45 % rechnen in den kommenden Monaten mit einer Verbesserung der Lage, gegenüber einem Drittel im Jahr 2025. Die globale  Turismusbranche bewegt sich in einem zunehmend komplexen Umfeld. Geopolitische Spannungen verstärken die Unsicherheit, während der rasante technologische Fortschritt neue Chancen eröffnet, aber auch den Druck, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.

Beim Thema Digitalisierung sind die deutschen Betriebe relativ gut aufgestellt: Neun von zehn führen regelmäßige Software-Updates durch und setzen auf Netzwerksicherheitslösungen. Damit liegen sie in beiden Bereichen über dem europäischen Durchschnitt. Auch bei der Bewältigung saisonaler Schwankungen spielen digitale Lösungen eine wichtige Rolle: Die Betriebe setzen vor allem auf Partnerschaften mit digitalen Plattformen und eine flexible Preisgestaltung.

Preise und Auslastung unter Druck, da Finanzierungen weiterhin knapp sind. Deutsche Beherbergungsbetriebe melden bei den wichtigsten Leistungskennzahlen die größte Abweichung vom EU-Durchschnitt. Nur jeder Fünfte (20 %) verzeichnete in den letzten sechs Monaten einen Anstieg der Tagessätze (EU: 40 %), und nur 16 % meldeteneine höhere Auslastung (EU: 50 %). Damit verzeichneten sie den schwächsten Auslastungszuwachs aller untersuchten Länder. Der Zugang zur Finanzierung ist eine besonders akute Herausforderung:Nur 22 % bewerten den Zugang zu Kapital als unproblematisch – halb so viele wie im EU-Durchschnitt (44 %). Auf jeden Hotelier, der Kapital als leicht zugänglich einschätzt, kommt einer, der ihn als problematisch bewertet. Bei den Investitionen plant fast ein Viertel Kürzungen, während ein Fünftel höhere Investitionen vorsehen. 

Europaweit melden Kettenhotels durchweg eine günstigere Stimmung bei fast allen Kennzahlen, darunter die Wirtschaftslage, Leistungskennzahlen, Zimmerpreise und die Auslastung. Unabhängige Hotels und alternative Unterkünfte zeigen sich hier im Vergleich zurückhaltender. Ketten sind in der Regel besser in der Lage, wirtschaftlichen Druck abzufedern und Skaleneffekte zu nutzen, sei es durch Investitionskapazitäten, eine schnellere Einführung neuer Technologien oder einen leichteren Zugang zu Finanzmitteln.

Trotz dieser Unterschiede ist die allgemeine Einschätzung des Geschäftsumfelds über alle Unterkunftsarten hinweg weitgehend einheitlich. Das weist darauf hin, dass alle Betreiber auf die gleichen Marktbedingungen reagieren. Dies zeigt sich besonders deutlich bei der Auswertung der Auslastungs- und Preisentwicklung.

Im laufenden Jahr 2026 verzeichnete ein wachsender Anteil der Beherbergungsbetriebe in allen Segmenten einen Anstieg der Auslastung, während weniger Betriebe steigende Tagessätze meldeten.

Digitale Resilienz. Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Unterkünfte (55 %) sind von ihren Cybersicherheitsvorkehrungen überzeugt und liegen damit 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (66 %). Dennoch ist der Anteil der deutschen Beherbergungsbetriebe, die in den letzten 12 Monaten einen Cybersicherheitsvorfall erlebt haben, mit 9 % relativ gering. Um sich vor potenziellen Angriffen zu schützen, führen neun von zehn Hoteliers regelmäßige Software-Updates durch (91 %) und nutzen Netzwerksicherheitslösungen wie Firewalls (90 %). Auch die Datenverschlüsselung ist weit verbreitet (78 %).

Insgesamt verfügen deutsche Beherbergungsbetriebe über eine hervorragende technische Infrastruktur, weisen jedoch größere Lücken bei den personalbezogenen Maßnahmen auf: Schulungen des Personals zu Best Practices im Bereich Cybersicherheit werden von etwas mehr als der Hälfte (51 %) durchgeführt. Damit liegen sie 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt (EU: 61 %). Auch die Multi-Faktor-Authentifizierung für Mitarbeiter-Logins liegt  mit 51 % unter dem EU-Durchschnitt von 60 %.

Im Jahr 2026 beschäftigen deutsche Hoteliers verschiedene Bedenken. Die am häufigsten genannten Herausforderungen sind extreme Wetterereignisse, die sich auf den Reiseverkehr auswirken, und IT-Ausfälle oder Störungen digitaler Systeme – jeweils von 34 % der Befragten genannt. Dicht dahinter folgen Datensicherheitsvorfälle mit 32 %. Lokale Störungen wie Streiks im öffentlichen Nahverkehr und Bauarbeiten werden von 29 % genannt. Gleichzeitig erwarten 18 % in den nächsten 12 Monaten keine größeren Herausforderungen für ihr Geschäft.

Der mit Abstand wichtigste Faktor für den Aufbau von Verbrauchervertrauen bei Online-Buchungen ist laut sieben von zehn deutschen Hoteliers (71%) Preistransparenz, sodass Buchenden bereits im Voraus ein klarer Gesamtpreis angezeigt wird. Mit diesem Wert liegen sie 23 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 48 %.

Zu den weiteren wichtigen Faktoren zählen eine sichere Zahlungsabwicklung (52 %) und klare Stornierungs- und Rückerstattungsbedingungen (51 %), auch hier liegt der Wert deutlich über dem EU-Durchschnitt. Ein geringerer Anteil der Hoteliers betrachtet den Schutz personenbezogener Daten, den Zugang zum Kundensupport oder die Transparenz über personalisierter Angebote als wichtige Vertrauensfaktoren.

Saisonale Schwankungen im Tourismus. Um die ganzjährige Belegung zu fördern, setzen deutsche Hoteliers stark auf digitale Plattformen und flexible Personalplanung. Die Zusammenarbeit mit Online-Reiseplattformen sticht hier als klarer Schwerpunkt heraus: 58 % empfinden sie als wirksam, um Buchungen außerhalb der Saison zu generieren. Sonderpreise und Pauschalangebote werden von der Mehrheit genutzt (53 % effektiv), während fast die Hälfte (48 % effekiv) den Personalbestand an die saisonale Nachfrage anpasst. Veranstaltungen und wetterunabhängige Angebote finden den geringsten Anklang.

Dies spiegelt einen allgemeinen Grundsatz des Hotelumsatz- und des Vertriebskanalmanagements wider: Um Nachfrage in der Nebensaison zu generieren, ist nicht nur ein attraktives Angebot, sondern auch eine effektive Vermarktung erforderlich. Die Preisgestaltung kann einen Aufenthalt attraktiver machen, aber erst Vertriebspartner und Marketingkanäle sorgen dafür, dass dieses Angebot die richtige Zielgruppe erreicht.

Die deutschen Beherbergungsbetriebe weisen einen geringeren Vertriebskanalmix für die Nebensaison auf als die übrigen europäischen Länder. Online-Reiseplattformen sind das am besten bewertete Instrumentfür eine wirksame Bewerbung. Online-Reiseplattformen bleiben das meistgenutzte und wirksamste Instrument: 75 % der Hoteliers bewerten sie als effektiv. Die organische Reichweite über Social-Media-Kanäle erreicht als einziger weiterer Kanal mehr als 30 % (32 %). Bezahlte Suchmaschinenwerbung wurde von nur 19 % der deutschen Befragten genannt, eine bemerkenswerte Abweichung, die auf einen konservativeren digitalen Marketingansatz hindeutet.

Fast zwei von drei deutschen Unterkünften profitieren von eventgetriebenem Tourismus.  70 % der deutschen Beherbergungsbetriebe gaben an, dass in ihrer Region in irgendeiner Form eventgetriebener Tourismus vorhanden ist. Die Mehrheit konnte von der daraus resultierenden Zunahme der Aktivität profitieren. Weitere 25 % verzeichneten in den letzten 12 Monaten keine Eventreisen in ihrer Region. Für diejenigen, die eventgetriebene Reisen verzeichneten, waren verbesserte Umsätze pro Zimmer der am häufigsten genannte Vorteil (61 %), dicht gefolgt von der Möglichkeit, geringere Einnahmen zu anderen Zeiten des Jahres auszugleichen (57 %). Umgekehrt berichteten rund vier von zehn (39 %) von operativen Herausforderungen in Bezug auf Personal und Gästemanagement, und etwa drei von zehn berichteten von Störungen der üblichen Gästestruktur. Wichtig ist, dass die gestiegene Nachfrage im Zusammenhang mit lokalen Veranstaltungen dazu beiträgt, Umsatzeinbußen in der Nebensaison auszugleichen.

Mit Blick auf künftige lokale Veranstaltungen gaben fast die Hälfte der deutschen Hoteliers (49 %) an, eine engere Abstimmung mit lokalen Behörden und Tourismusverbänden anzustreben, um die daraus resultierende Nachfrage gemeinsam zu bewältigen. 34 % ziehen in Betracht aktiv mit Veranstaltern zu kooperieren, um Pauschalangebote oder Sonderaktionen zu entwickeln. 30 % verhalten sich abwartend und reagieren nur bei konkreter Nachfrage. Obwohl die meisten Hoteliers Veranstaltungstourismus als geschäftlich vorteilhaft bewerten, sehen sie zugleich betriebliche Anpassungen als notwendig an, um der erhöhten Nachfrage und den höheren Kundenerwartungen

gerecht zu werden. Fast zwei Drittel (64 %) passen die Personalpläne an, und 59 % erhöhen die Preise, um der höheren Nachfrage und den gestiegenen Betriebskosten Rechnung zu tragen. 47 % führen  Aufenthaltsbeschränkungen ein, während weitere 43 % die Stornierungsbedingungen verschärfen. Die Verlagerung von Kontingente aus indirekten Vertriebskanälen in den Direktvertrieb wird von 29 % der Unterkünfte praktiziert. Quelle: Statista / CM

Dehoga heult wegen Minijobs auf

In der bundesdeutschen Gastronomie wird im Allgemeinen hundsmiserabel bezahlt. Nun wer Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband (DEHOGA Bundesverband)  eindringlich vor dem Minijob-Aus. Laut den aktuellen Vorschlägen der Rentenkommission soll der bisherige steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten. 

Dazu DEHOGA-Präsident Guido Zöllick: „Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe. Erst sollen Minijobs durch höhere Sozialabgaben massiv verteuert werden, jetzt droht die vollständige Abschaffung eines für unsere Branche unverzichtbaren Beschäftigungsinstruments. Das ist ein Frontalangriff auf die Flexibilität am Arbeitsmarkt und auf die Beschäftigungsfähigkeit des Gastgewerbes.

Allein im Gastgewerbe gibt es rund 1,1 Mio. geringfügig Beschäftigte. Minijobs sind für die vielen Tausenden kleinen und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung, um Beschäftigung passgenau zu organisieren. Sie sichern Abendstunden, Wochenenden, Veranstaltungen und helfen, saisonale Nachfragespitzen abzudecken – wie aktuell in der Biergartensaison.


Minijobs werden in Deutschland unterschiedlich bewertet: Einerseits bedeuten sie eine himmelschreiende Sauerei und Ausbeutung, werden zugleich von der Politik aber als „ein erfolgreiches Stück Arbeitsmarktpolitik“ bezeichnet. Sie entsprechen angeblich den Wünschen der Beschäftigten, ermöglichen angeblich flexible Beschäftigung und verhindern die Flucht in die Schwarzarbeit bei Nebenbeschäftigten, Zuverdienern und Studenten.

Der Dehoga:  Wer Minijobs auf Schülerinnen und Schüler beschränken will, übersieht, dass viele von ihnen minderjährig sind und aufgrund der zurecht strengen gesetzlichen Vorgaben gerade die für Gastronomie und Hotellerie besonders wichtigen Abend- und Wochenendschichten oftmals gar nicht übernehmen können.


Minijobs verdrängen im Übrigen keine sozialversicherungspflichtigen Jobs – sie stützen sie, behauptet der Verband. Und behauptet weiter, eine Umwandlung in reguläre Beschäftigung sei aufgrund des geringen Stundenumfangs vielfach gar nicht möglich. Quelle: Dehoga / CM