Qantas bereitet sich auf die ersten Nonstop-Flüge zwischen Sydney und New York vor, die nach Angaben der Fluggesellschaft Mitte 2028 abheben sollen. Der Ticketverkauf für diesen mehr als 20-stündigen Marathon beginnt im August 2027 – und zwar für alle Kategorien, von den sechs privaten First-Class-Kabinen und 52 Business-Class-Suiten bis hin zur weniger komfortablen Economy-Kabine.
Die ultralangen Flüge verkürzen die Gesamtreisezeit um mehr als drei Stunden im Vergleich zu den derzeitigen Verbindungen mit Zwischenstopp, etwa in Auckland, Los Angeles, San Francisco oder Dallas-Fort Worth.
Durchgeführt wird dieser 20-stündige Marathon mit speziell modifizierten Airbus A350. Ein zusätzlicher Treibstofftank im Rumpf erhöht die Reichweite auf bis zu 18.000 km. Tatsächlich sind Sydney und Big Apple „nur“ 16.000 km vonainander entfernt.
Der Zeitplan für die Strecke Sydney–New York, der nun auf Mitte 2028 angesetzt ist, stellt jedoch eine deutliche Abweichung von der früheren Ankündigung der Qantas-Group-Chefin Vanessa Hudson dar. Die CEO hatte ursprünglich in Aussicht gestellt, die Verbindung Ende 2027 zunächst mit einer geringeren Frequenz als täglich aufzunehmen und sie dann – mit der Auslieferung weiterer Airbus A350-1000ULR-Langstreckenjets – auf einen täglichen Flugbetrieb auszuweiten.


Bei einem Pressegespräch am Airbus-Hauptsitz in Toulouse stellte Hudson einen Start der New-York-Verbindung für Ende 2027 in Aussicht, „da wir bis November über fünf (A350-1000ULR) verfügen werden. Sobald wir das fünfte und sechste Flugzeug erhalten haben, wird es schnell losgehen; das wird also bis Ende nächsten Jahres der Fall sein.“
Stark wachsende Nachfrage. Noch ist unklar, warum Qantas den Start der Strecke Sydney–New York um rund sechs Monate auf Mitte 2027 verschiebt. Laut Qantas wächst die Nachfrage nach Reisen zwischen Australien und den USA weiter; so stieg die Zahl der Besucher aus den USA im Jahresvergleich um 5 % – ein Trend, der durch die bestehende Verbindung New York–Auckland–Sydney begünstigt wird. „Die Nachfrage nach Qantas-Flügen von und nach New York hat sich seit 2023 fast verdoppelt, und auch das Interesse an Nonstop-Flügen auf der Ultra-Langstrecke ist weiter gestiegen: Die Buchungsabsicht kletterte seit Februar dieses Jahres von 58 auf 70 %, bei Premium-Reisenden liegt sie sogar bei 80 %, so die Fluggesellschaft.
Mehr Belastung als Vergnügen?. Für die 238 Passagiere an Bord könnte sich der Flug jedoch als Belastungsprobe erweisen – insbesondere für Reisende in der Economy Class, trotz etwas mehr Beinfreiheit und der speziellen „Wohlfühlzone“ des Flugzeugs, die dazu einlädt, aufzustehen und sich zu dehnen.
Zu den Pluspunkten von „Project Sunrise“ zählen die Zeitersparnis bei der Gesamtreisedauer sowie der Komfort, die Reise nicht unterbrechen zu müssen. Passagiere sollten sich schon mal auf höhere Kosten im Vergleich zur Route mit Zwischenstopp einstellen, da Qantas für die neuen Direktflüge einen Preisaufschlag von 20 % erhebt.
Qantas teilte mit, dass die bestehende Route Sydney–Auckland–New York beibehalten wird, sodass Passagiere weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Reise zu unterbrechen.
Das Nonstop-Erlebnis auf der Strecke Sydney–New York. Jeder Qantas A350 bietet als Highlight sechs private Suiten mit 1,40 m hohen Wänden, einem separaten, verstellbaren Sessel (56 cm Breite) und einem 2 Meter langen, flach verstellbaren Bett. In der mittleren Suite ersetzt ein spezielles Lichtpaneel das Fenster; es simuliert die Zeitzone des Reiseziels und unterstützt so die Anpassung der inneren Uhr. Mit einer Grundfläche, die mehr als 50 % größer ist als bei den entsprechenden Suiten im A380, bieten sie einen persönlichen Kleiderschrank, Stauraum für das Handgepäck direkt in der Suite sowie die Möglichkeit, gemeinsam an einem Tisch für zwei Personen zu speisen.
Mit dem A350 führt Qantas zudem seine bislang beste Business Class ein: 52 komfortable Suiten mit 1,19 m (47 Zoll) hohen Wänden und verschiebbaren Privatsphäre-Türen. Der 63 cm (25 Zoll) breite Sitz lässt sich in ein 2 Meter langes Bett verwandeln. Jede Business-Suite im Qantas A350 verfügt zudem über mehrere praktische Ablagefächer, einen 18-Zoll-Bildschirm mit Bluetooth-Audio sowie vier Lademöglichkeiten: Steckdose (AC), USB-C, USB-A und kabelloses Laden.
Weiter hinten im Flugzeug befinden sich 40 Premium-Economy-Sitze mit zusätzlicher Beinfreiheit. Diese ergonomisch geformten, verstellbaren Sitze sind in einer eigenen Kabine untergebracht und bieten einen Sitzabstand von 102 cm (40 Zoll) – zwei Zoll mehr als in den Qantas-Modellen A380 und 787. Zur Ausstattung gehören seitliche Sichtblenden („Privacy Wings“), ein 13,3-Zoll-4K-Bildschirm mit Bluetooth-Streaming sowie ein USB-C-Ladeanschluss.
Und für diejenigen, die den 20-stündigen Flug im hinteren Teil des Flugzeugs auf sich nehmen: Die Standard-Economy-Sitze bieten einen Sitzabstand von 84 cm (33 Zoll) – einen Zoll mehr als im A380 und der 787 – und verfügen über denselben 13,3-Zoll-Bildschirm sowie USB-C-Anschlüsse wie die Premium Economy.
Qantas wird zudem mehrere Reihen mit „Economy Plus“-Sitzen anbieten, die einen etwas großzügigeren Sitzabstand von 34 Zoll (ca. 86 cm) aufweisen. Passagiere der Economy- und Premium-Economy-Klasse werden dazu ermutigt, die „Wellbeing Zone“ an Bord voll zu nutzen: Hier können sie sich hinstellen, mithilfe von Videoanleitungen Bewegungsübungen absolvieren oder sich einfach mit Mitreisenden unterhalten, um sich die Zeit zu vertreiben und die Reise aufzulockern. Quelle: Qantas / CM