Die Airline will sich unter gerichtlicher Aufsicht finanziell neu aufstellen. Für Passagiere soll es bei der Airline, die auch für andere Gesellschaften fliegt, keine Änderungen geben. Im August 2026 hatte Air Baltic eine drastische Anpassung des Business-Plans angekündigt. Dies führt zu einer starken Verkleinerung der Flotte bis Ende Jahr Inzwischen hat die Airline ein Gläubigerschutzverfahren eingeleitet. Die Entwicklung vor Augen sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern
Die lettische Fluggesellschaft und Lufthansa-Beteiligung (10 %) Air Baltic hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts bei einem Gericht in New York beantragt. Dieses Verfahren ermöglicht Unternehmen eine Neuordnung ihrer Finanzen unter gerichtlicher Aufsicht, während der Geschäftsbetrieb fortgesetzt wird. Zur Sicherung der Liquidität während des Verfahrens hat sich das Luftfahrtunternehmen eine neue Finanzierung von 350 Mio. Euro u.a. von Barclays und Morgan Stanley gesichert. Die Zinsen liegen laut Air-Baltic-Mitteilung bei gut 12 %. „Die zentrale Priorität ist, weiterzufliegen und die Anbindung Lettlands aufrechtzuerhalten, wird Aufsichtsratsvorsitzende rAndrejs Martinovs zitiert. Und Firmenchef Erno Hildén betonte, für die Passagiere laufe der Betrieb normal weiter. Air Baltic rechnet damit, das Verfahren bis etwa Juni 2027 abzuschließen. Nach wie vor entscheidend wichtig bleibt das Leasinggeschäft: Mittels des „Wet Lease“ vermietet die Airline Flugzeuge samt Personal an andere Gesellschaften, die damit etwa Nachfragespitzen abdecken können.

In dieser mehr oder weniger prekären Situation der lettischen Fluglinie sieht Ryanair Potenzial, um ihr eigenes Streckennetz zu erweitern. Der Winterflugplan 2026 von Ryanair beinhaltet zwei stationäre Flugzeuge in Riga, 16 Strecken und ein Wachstum von 6 % in Lettland. Wegen steigender Zugangskosten will die Airline die Kapazität in Estland und Litauen temporär senken. Die Iren sehen künftig 16 stationäre Flugzeuge in den baltischen Staaten vor, sowie 11 Mio. jährliche Sitzplätze. Ryanair meldet, sie will rund 1,6 Mrd. US-Dollar investieren, um ihren Verkehr in den baltischen Staaten bis 2031 zu verdoppeln. Quelle: Air Baltic / Ryanair / CM