Audi hat den Produktionsstart des vollelektrischen A4 e-tron auf die erste Jahreshälfte 2029 verschoben. Grund dafür sollen einmal mehr Probleme bei der Einführung der neuen Elektro-Architektur SSP des Volkswagen-Konzerns sein, die Technologie von US-Technologiepartner Rivian verwendet. Für dieses Fahrzeug hatte Audi-Technikvorstand Rouven Mohr noch im Sommer 2026 einen Marktstart für 2028 bestätigt.
Der Audi A4 e-tron soll als Limousine und Avant (Kombi) kommen und er soll das erste Modell auf der neuen E-Plattform werden. Das Schlüsselmodell soll in Ingolstadt eine neue Zeitrechnung einläuten und den Absatz anschieben. Der Wagen ist auch für den gesamten Konzern wichtig
Nun heißt es in VW-Konzern-Kreisen, dass der Produktionsstart des A4 e-tron frühestens im März 2029 anlaufen soll, es kann also auch später werden. Grund für die Verzögerung sind offenbar neue Probleme bei der Einführung der neuen Elektroauto-Architektur Scalable Systems Platform (SSP), entwickelt von VW’s US-Partner Rivian, während die Ingolstädter bisher noch die Plattformen MEB für den Audi Q4 e-tron und PPE für den Audi A6 e-tron und Q6 e-tron nutzen.

Die SSP soll äußerst vielseitig gestaltet sein: Der Elektro-Baukasten soll z.B. eine Systemspannung von 400 Volt bei Frontantrieben, aber von 800 Volt bei Heckantrieben ermöglichen – und auch Allrad ist möglich. Der Fokus soll auf LFP-Batterien liegen. Neben vollelektrischen Antrieben werden auch Fahrzeuge mit Range Extender möglich sein. Und die SSP bietet als wesentliche Neuerung eine zonale E/E-Architektur. Das bedeutet: Statt einer Vielzahl einzelner Steuergeräte sollen Funktionen stärker über zentrale Rechner bzw. Zonen organisiert werden. VW verbindet SSP ausdrücklich mit einer einheitlichen Software-Architektur und der Entwicklung von Software-defined Vehicles.
Die Gründe für die Verschiebung des Produktionsstarts soll in der Technik, langwierigen Abstimmungsschleifen im Konzern sowie dem Spardruck bei Volkswagen liegen, der den Konzern zwingt, bestehende Fahrzeugplattformen länger zu nutzen.
Durch die lange Wartezeit im wichtigen Mittelklasse-Segment erhalten Konkurrenten wie BMW und Mercedes einen Vorsprung bei elektrischen Limousinen. Quelle: VW / electrive.net / CM