Die gewerblichen Pkw-Zulassungen sind zuletzt leicht gestiegen – eine Trendwende ist allerdings nicht in Sicht. Bei Volkswagen verschieben sich die Anteile konzernintern. Cchinesische Hersteller profitieren vom Spardruck in den Fuhrparks.
Der deutsche Flottenmarkt kommt nicht so recht aus seinem Tief. Bis Ende Juli 2026 gaben die Neuzulassungen im relevanten Flottenmarkt um 1,2 % nach. Im Juli lag das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar bei 2,9 %.
Größtes Hemmnis für die gewerblichen Zulassungen ist der Kostendruck infolge der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage Deutschlands. Viele Fahrzeuge würden gar nicht erst angeschafft und die bisherigen weitergefahren.. Ist eine Neuanschaffung unvermeidlich, greifen viele Mobilitätsmanager Automobile eine Klasse tiefer oder gleich einen jungen Gebrauchtwagen. Laut einer Erhebung von Dataforce ist das Durchschnittsalter von Flottenfahrzeugen auf mehr als 4,9 Jahre gestiegen. Und bereits 18 % der Flotten haben Gebrauchtwagen im Einsatz – bis vor wenigen Jahren so gut wie undenkbar.
Noch profitieren chinesische Automarken wenig von dieser Entwicklung. Für die neuen Wettbewerber aus dem Reich der Mitte gestaltet sich der Weg in den Flottenmarkt deutlich schwieriger als der in den Privatmarkt. Zwar schafften es MG und BYD mit kräftigen Zuwachsraten in die Top 20 – bis dato nur auf die Plätze 18 und 20. Aber es kann durchaus sein, dass sich dies ändern wird. Nur etwa 7 % der Fuhrparks haben derzeit eine chinesische Marke im Bestand. Laut einer Umfrage von Dataforce sind 72 % der Flottenmanager der Meinung, dass ein Preisvorteil bei der Anschaffung keinen guten Ausgleich zu einem dichten Servicenetz darstellt. Auch das Image sei für viele noch ein Hinderungsgrund. Bis chinesische Marken in Flotten eine Rolle spielen würden, werde es noch ein paar Jahre dauern. Hier sei noch viel Markenbildung nötig.
Gewinner der aktuellen Situation sind u.a. Peugeot (+ 23 % im Juli), Renault (+ 12 %) sowie die Volkswagen-Konzernmarken Cupra (+ 18 %) und Škoda (+ 6,6 %). Gerade letztere gleichen dabei die Verluste der Kernmarke VW aus.
Die Wolfsburger leiden vor allem darunter, dass klassische Dieselmodelle wie Passat, T-Roc und Tiguan deutlich an Volumen verlieren. Noch können die BEV von VW dies nicht ausgleichen. Viele Firmenkunden sind von VWs E-Modellen jenseits des ID.7 wenig überzeugt. Viele werden dafür bei Škoda fündig. „Bei Volkswagen findet statt einer Abwanderung eine konzerninterne Verschiebung der Marktanteile statt. VW kann wirklich froh sein, Škoda zu haben, so ein Experte. Beliebtestes Flottenfahrzeug im Juli mit 2.990 Neuzulassungen war der Škoda Oktavia, der sich mit einem Plus von 4,6 % gegenüber Juli 2025 dem allgemeinen Niedergang von Benzinern und Dieseln entgegenstemmen konnte. Die beiden Antriebsarten verloren um 15 bzw. 22 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während reine E-Autos um knapp ein Drittel zulegten.
Passend dazu eroberte VWs ID.7 (2.290 Einheiten) erstmals den zweiten Platz im Modellranking – vor Klassikern wie Golf oder Tiguan. Bemerkenswerte Zuwächse gelangen daneben Mercedes GLC (+ 52 % auf 1.760 Fahrzeuge) und CLA (+ 250 % auf 1.670 Fahrzeuge) sowie Audi mit A6 e-tron (+ 94 % auf 1.120 Fahrzeuge) und Q6 e-tron (+ 152 % auf 1.030 Fahrzeuge) Gut lief es zu guter Letzt auch für BMW mit dem neuen iX3, der mit 1.100 Fahrzeugen aus dem Stand am Konkurrenten Audi Q6 e-tron vorbeigezogen ist. Quelle: Dataforce / CM