Kommt sie oder kommt sie nicht, die Mainschleifenbahn?

Bis Ende 2026 wollen die Kreistage der Landkreise Würzburg und Kitzingen wichtige Weichen für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn stellen. Im Mittelpunkt einer gemeinsamen Sitzung im Herbst stehen weitere Grundsatzentscheidungen. 

Ende 2024 hatten die Kreistage von Kitzingen und Würzburg gemeinsam beschlossen, die seit 1990 stillgelegte Bahnstrecke für den Personennahverkehr zu reaktivieren. Seitdem hat das Projekt einige wenige Fortschritte gemacht: Der Bund übernimmt die Kosten für den Wiedereinbch einer Weichenverbindung mit der Hauptbahn Würzburg-Schweinfurt-Bamberg/Erfurtam Bahnhof Seligenstadt. 2025 bestätigte die DB InfraGO den Planungsstart. Parallel dazu arbeitet die Mainschleifenbahn-Infrastruktur-GmbH (MIG) an 35 Einzelprojekten zur Ertüchtigung der rund 10 km  langen Strecke zwischen Seligenstadt und Volkach, wie MIG-Geschäftsführer Thomas Götz in der jüngsten Sitzung des Würzburger Kreisausschusses berichtete.

Die Zukunft der Mainschleifenbahn ist noch nicht geklärt. Foto IG Mainschleifenbahn

Ursprünglich wollten die beteiligten Kommunen den Ausbau der Strecke möglichst früh an einen professionellen Bahnbetreiber übertragen. Ziel war es, den finanziellen und personellen Aufwand zu begrenzen. Nun sieht das weitere Vorgehen jedoch vor, dass die MIG unter dem Vorsitz des Landkreises Kitzingen und des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg die Strecke ausbaut und anschließend an ein Unternehmen verpachtet, das den Betrieb übernimmt. Die positive Nachricht: Ein möglicher Partner begleite den Prozess bereits intensiv, so Thomas Götz. Trotz einer Förderung durch den Bund von 90 % der Baukosten erfordere dieses Modell jedoch Know-how und personelle Ressourcen auch seitens der Verwaltung.

Zunächst müssen die Kreisräte aus Kitzingen und Würzburg also über die Anschlussfinanzierung der MIG beraten und die nächste Planungsphase zur konkreten baulichen Umsetzung beschließen. Bis Ende des Jahres soll außerdem eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung auf Grundlage der gegenwärtigen Kosten vorliegen. „Die Planung der Strecke ist wesentlich komplexer als der Umbau der Strecke selbst“, betonte der Würzburger Landrat Thomas Eberth. „Wir stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt. Mit den Beschlüssen der beiden Kreistage legen wir fest, ob wir den entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Reaktivierung der Mainschleifenbahn gehen. Wenn wir jetzt Ja sagen, starten wir die konkrete Umsetzung.“ Quelle: Landkreis Würzburg / CM

Bei der Bahn sollen die Kunden besser informiert werden

Die Deutsche Bahn (DB) investiert bis Ende 2027 rund 50 Mio. Euro zusätzlich in bessere Kundenkommunikation. DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder haben dazu die Eckpunkte des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation“ vorgestellt. 

Gerade in betrieblich angespannten Zeiten spielt die Kundeninformation eine zentrale Rolle. Das Sofortprogramm ist Teil der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ des Bundes. Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende: „Wir investieren 50  Mio. Euro zusätzlich in moderne IT und künstliche Intelligenz. Damit machen wir die Kundeninformation verlässlicher, schneller und besser. Als Vielfahrerin weiß ich, wie wichtig es ist, jederzeit an die für mich relevanten Informationen zu kommen.”

Bahnchefin Evelyn Palla und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder präsentierten man Mittwoch, 08. Juli das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“. Foto: DB

Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr: „Bisher ließen die Informationen für Reisende bei Verspätungen oder Zugausfällen oft zu wünschen übrig – ich begrüße sehr, dass sich das jetzt ändern soll. Denn bessere Kommunikation gibt den Reisenden Orientierung, Planungssicherheit und Handlungsmöglichkeiten. Das Sofortprogramm für bessere Kundenkommunikation soll dafür sorgen, dass Reisende künftig über alle Kanäle umfassend, nahezu in Echtzeit und einheitlich über das Reisegeschehen informiert werden.“

Detais des Sofortprogramms „Bessere Kundenkommunikation”:

• Schnell und individuell mit KI:
  – Mit der KI-basierten virtuellen Assistenz Kiana können in ihrem Account eingeloggte Nutzer:innen auf bahn.de präzise und individuelle Auskünfte zu ihrer Reise abfragen. Und das schnell, rund um die Uhr und in über 100 Sprachen. Zum Ende des Jahres wird Kiana für alle Reisenden auf bahn.de und im DB Navigator verfügbar sein. 
  – Die DB modernisiert ihre IT sowie die Prozesse in den Leitstellen. Dabei setzt sie voll auf Künstliche Intelligenz (KI). Eingehende Informationen zu Störungen werden schneller verarbeitet, aufbereitet und an die relevanten Kundenkanäle weitergegeben. Fahrgäste erhalten dadurch schneller als bisher verlässliche Hinweise, etwa zu Halteausfällen, Verspätungen oder Anschlussmöglichkeiten. 

• Eine App für alle Infos: Die DB Information, die Reisende von den Bahnhöfen kennen, wird in den digitalen Raum erweitert. Unter der Marke „DB Info“ entwickelt die DB eine anbieterneutrale Website sowie App, die ab Dezember 2026 verfügbar sein werden. Damit erhalten Reisende digital Echtzeit-Informationen zu ihrer Reisekette aus Hand der unabhängigen Infrastruktur – konsistent zur Information im Bahnhof. 

• Eine Info, alle Kanäle: Die Information über kurzfristige Gleiswechsel zeigt der DB Navigator deutlich schneller an. Statt wie bisher erst nach rund 60 Sekunden, wird sie jetzt bereits nach etwa 2 Sekunden im DB Navigator angezeigt. Damit sind Informationen zu kurzfristigen Änderungen über alle Kanäle hinweg zeitgleich für Reisende verfügbar. Noch in diesem Jahr wird auch die Push-Mitteilung unmittelbar über die App ausgespielt.

• Klarheit am Bahnsteig: 7.000 neue Anzeiger an kleinen, mittleren und großen Bahnhöfen bieten Reisenden bessere Lesbarkeit und mehr Platz für wichtige Informationen. An großen Bahnhöfen zeigen die Displays auch Klasse, Wagenreihung, Folgezüge und Serviceeinrichtungen an. Kleine Stationen bekommen moderne Anzeiger – inklusive Druckknopf zum Vorlesen und einem Monitor für Bauinformationen. 

• Ein Ort für alle Daten: Die zentrale Datenplattform der Reisendeninformation wird an die DB InfraGO übertragen. Damit schaffen Bund und DB InfraGO die technische Grundlage für eine verbesserte integrierte Reisendeninformation über Betreibergrenzen hinweg.

Das Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“ ist eines von insgesamt drei Programmen, die DB und Bund gemeinsam umsetzen, um schnelle Effekte für ein besseres Reiseerlebnis zu erreichen. Zahlreiche Projekte zur Qualitätsverbesserung sind bereits direkt und spürbar umgesetzt. Dabei geht es – neben besserer Kundenkommunikation – um mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen und mehr Komfort in den Zügen des Fernverkehrs. Quelle: DB / CM

Nach Generalsanierung fertig und doch nicht fertig

Die Deutsche Bahn teilt mit, dass die ICE Magistrale Nürnberg–Regensburg nach der Generalsanierung nicht wie geplant am 10. Juli, sondern erst zum 31. Juli 2026 wieder in Betrieb gehen kann. Als Grund wird die noch ausstehende sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik genannt. Gleise, Weichen und Oberleitungen sind fertiggestellt – das Nadelöhr liegt allein bei der Abnahme der Leittechnik.

Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht darin kein Einzelproblem, sondern ein Symptom eines systemischen Versagens. „Das wiederholt sich bei jeder Generalsanierung: Die Bauarbeiten laufen, aber am Ende blockiert die Abnahme der Stellwerkstechnik den Betrieb – schon die Riedbahn ging nur mit Abstrichen und ohne ETCS in Betrieb“, sagt Prof. Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Die DB InfraGO muss endlich ein transparentes, für die Zivilgesellschaft nachprüfbares Konzept vorlegen, wie sie dieses Problem strukturell lösen will – und sich dabei nicht allein auf die Hersteller verlassen. Die im Mai angekündigte zentrale Programmsteuerung für Stellwerksprojekte bleibt eine Blackbox, solange von außen nicht transparent sichtbar ist, ob die Prüfkapazitäten tatsächlich zu den geplanten Inbetriebnahmen passen.“

„Wenn das Thema Abnahmeprüfung nicht gelöst wird, sind nicht nur die Generalsanierungen und die Digitalisierung des Netzes massiv gefährdet“, so Prof. Iffländer. „Das ist kein technisches Randproblem – das ist eine der entscheidenden Engstellen für die Zukunft des deutschen Schienennetzes, und die von allen geforderte Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene.“ Quelle: Pro Bahn / CM

Politik muss mehr tun bei der Bahn

„Stillstand in der Bahnpolitik überwinden – Strukturreformen umsetzen, Kapazitäten des Schienennetzes verstärken und ein gutes Fernverkehrsangebot sicherstellen“ lautet der Titel eines Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/6922). Er soll am Donnerstag, 9. Juli 2026, erstmals durch den Bundestag beraten werden.

Die Grünen-Abgeordneten fordern darin von der Bundesregierung u.a. die Sicherstellung, dass Deutschland die Ziele des Masterplans Schiene erreicht, dass die Sanierung des Schienennetzes in einem hohen Tempo erfolgt und dass der Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur mit dem Ziel der Etablierung des Deutschlandtaktes „nicht durch die ausbleibende auskömmliche Finanzierung weiter verzögert wird“. 

Ausgerechnet in einer Zeit, in der immer mehr Menschen Bahn fahren wollten, die Nachfrage nach Zugtickets ansteige und Unternehmen den Einstieg in den deutschen Schienenverkehrsmarkt planten bzw. ihre Streckenangebote ausweiten wollten, „kommt das deutsche Schienennetz an seine Kapazitätsgrenzen und ist immer stärker überlastet“, heißt es in dem Antrag. Umgekehrt seien Bahnangebote im Fernverkehr abseits der hoch rentablen Metropolverbindungen auf dem Rückzug – Linien würden schrittweise reduziert oder eingestellt. Auf überlasteten Strecken drohe die Verdrängung des Regionalverkehrs, in der Fläche die Einstellung des Fernverkehrs. „Dieser problematischen Entwicklung schaut die schwarz-rote Bundesregierung bisher tatenlos zu“, urteilen die Grünen.

Der Bund sei für die Finanzierung der Erweiterung des Bahnnetzes verantwortlich, betonen sie. Weil die schwarz-rote Bundesregierung „trotz der großen Spielräume des Sondervermögens“ keine ausreichenden Mittel bereitstelle, würden wichtige Aus- und Neubauprojekte eingestellt und reihenweise Planungsteams abgezogen. Eine Wiederaufnahme der Planungen sei nur nach mehreren Jahren und einer Weiterfinanzierung der Planungskosten möglich, da teilweise Planungskräfte wieder neu eingearbeitet und Pläne aktualisiert werden müssten. „So geht wertvolle Zeit verloren und Projekte werden durch politische Unentschlossenheit teurer“, heißt es in dem Antrag.

Verlangt wird darin konkret, die Streichung von Fernverkehrshalten wie beispielsweise in Bochum, Duisburg und Düsseldorf in der „Agenda für zufriedene Kunden“ von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nicht in Kauf zu nehmen, sondern die Schieneninfrastruktur zu erweitern und mehr Schienenverkehrsangebote zu ermöglichen. An der Priorität eigenwirtschaftlicher Angebote im Fernverkehr muss aus Sicht der Grünen festgehalten werden. Zugleich müsse aber die Anbindung von Städten wie Jena, Dessau, Chemnitz oder Heilbronn, „die verkehrspolitisch gewünscht, aber schon bisher nicht eigenwirtschaftlich erbringbar ist“, finanziell gefördert werden. Dafür könnten in einem ersten Schritt Trassenpreise gezielt reduziert und bei anhaltender Unwirtschaftlichkeit Zugverkehre auf diesen Strecken bestellt werden, heißt es. Quelle: Bundestag / CM

100 Jahre Zugspitzbahn

Mit einer Jubiläumsfahrt auf die Zugspitze sowie einem besonderen Theaterabend im Zugspitzsaal in Ehrwald beging die Tiroler Zugspitzbahn am 05. Juli 2026 – genau 100 Jahre nach ihrer Eröffnung – ihren Geburtstag. Unter den Ehrengästen: Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, Vertreter der Eigentümerfamilien sowie Nachkommen des Bahngründers und Reuttener Pioniers Dr. Hermann Stern.

Am 05. Juli 1926 wurde mit der Inbetriebnahme der damaligen „Österreichischen Zugspitzbahn“ Seilbahngeschichte geschrieben: Erstmals führte eine Bahn von Ehrwald auf die Zugspitze und machte den höchsten Berg Deutschlands für ein breites Publikum erreichbar. 100 Jahre später bildete die Jubiläumsfahrt den Auftakt der Feierlichkeiten. Gemeinsam mit den Gesellschafterfamilien Dengg, Tipotsch, Egger, Klausner, Pichlsberger und Mader aus dem Zillertal sowie mit Vertreter:innen der Familie Stern – darunter Enkel und Urenkel – ging es mit der Tiroler Zugspitzbahn hinauf auf den Gipfel.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier betonte Landeshauptmann Anton Mattle die Strahlkraft der Bahn, die weit über die Landesgrenzen hinauswirkt: „100 Jahre Tiroler Zugspitzbahn stehen für Tiroler Pioniergeist, technische Spitzenleistung und einen Tourismus, der Wertschöpfung für die Region schafft. Die Tiroler Zugspitzbahn hat die Zugspitze den Menschen nicht nur nähergebracht, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region nachhaltig geprägt. Dass diese Erfolgsgeschichte heute so eindrucksvoll weitergeschrieben wird, ist dem Engagement der Eigentümerfamilien, der Gesellschafter und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken“, so Mattle.

Franz und Klaus Dengg, beide Geschäftsführer der Tiroler Zugspitzbahn, unisono: „Heute ist die Geschichte der Tiroler Zugspitzbahn auf ganz besondere Weise spürbar. Wir feiern das Werk von Visionären wie Hermann Stern und all jenen, die diese Bahn in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Unser Auftrag ist es, dieses Erbe mit Verantwortung weiterzuführen und unseren Gästen auch noch in 100 Jahren einzigartige Bergerlebnisse zu ermöglichen.“

Mit der Eröffnung am 05. Juli 1926 als erste Seilbahn Tirols und zweite Seilbahn Österreichs wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt. Was einst als technische Sensation begann, hat sich im Laufe von Jahrzehnten zu einem Leitbetrieb des alpinen Tourismus entwickelt. Die Tiroler Zugspitzbahn bringt heute bis zu 100 Personen in rund zehn Minuten auf die 2.962 m hohe Zugspitze. Oben angekommen werden BesucherInnen ein einzigartiger Vier-Länder-Ausblick über die Alpen sowie ein vielfältiges gastronomisches Angebot und eine interaktive Ausstellung über die Geschichte der Bahn geboten.

„Die nächsten Jahre werden davon geprägt sein, unsere Anlagen und Angebote weiter zu optimieren und zugleich die Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren“, so Dengg. „Die Zugspitze ist ein Stück Identität für unsere Region – und wir wollen dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diesen besonderen Berg verantwortungsvoll erleben können.“ Quelle: Tiroler Zugspitzbahn / CM

BMV: Ausbauvorhaben Mühldorf – Landshut 

Das Bundesverkehrsministerium hat den Bericht zum Ergebnis der Vorplanung und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für das Vorhaben „Ausbaustrecke/Neubaustrecke Mühldorf – Landshut“ an den Bundestag übermittelt. Die rundum erneuerte Bahnlinie dienst auch vielen Firmenkunden in Städten und Gemeinden unterwegs.

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr: „Ich freue mich sehr, dass die DB InfraGO AG die Planungen für die Elektrifizierung der eingleisigen Strecke zwischen den Knotenbahnhöfen Mühldorf und Landshut Hauptbahnhof vorgelegt hat.“

Durch den Ausbau und die Elektrifizierung zwischen Landshut und Mühldorf soll der Knoten München vom Schienengüterverkehr entlastet werden. Gleichzeitig wird der Knoten Mühldorf besser in das Schienennetz eingebunden und es lassen sich verbesserte Nahverkehrsverbindungen in Richtung Landshut einrichten. Das Vorhaben beinhaltet die Fahrbarkeit mit 120 km/h sowie die Ausrüstung der Strecke mit dem Signalsystem ETCS (Level 2 mit Signalen).

Die DB InfraGO AG hat zuvor die breite Öffentlichkeit in den Regionen informiert. Das Projekt wurde in der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen. Das BMV hat die Unterlagen der DB InfraGO AG zum Vorhaben nun gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt ausgewertet und auf dieser Basis einen Bericht an den Deutschen Bundestag über die Planungsergebnisse und die Erkenntnisse aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt.

Die Entscheidung, unter welchen Prämissen die Planung fortgesetzt wird, obliegt nun dem Deutschen Bundestag. Quelle: BMV / CM

Belgien/Niederlande: Werbekampagne für NMBS 

Die SNCB/NMBS feiert ihr 100-jähriges Jubiläum. Für jedermann gibt es viele Publikumsaktionen und Sonderangebote wie Gratisreisen, für die eine Werbeaktion läuft. Eine belgische Werbeagentur hat ihre Hausaufgaben auf eine ganz besondere Weise gemacht, ob richtig oder nicht, ist die Frage.  

Um für die NMBS (Belgien) zu werben, wird ein in Geschenkpapier verpackter NS-VIRM auf niederländischen Gleisen eingesetzt-  Ein VIRM. Was die Werbestrategen nicht wussten, weil sie schlicht und einfach keine Kenner sind: Ein VRM ann technisch gesehen nicht in Belgien fahren; niederländische Inlandszüge kommen nur mit 1.500 V  pnnung klar. In Belgien liegt die Spannung an der Oberleitung bei 3.000 V (außer natürlich auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken und der Strecke Athus–Meuze, wo 25 kV, 50 Hz anliegen).

Werbekampagne mit NS-Triebzug in Geschenkverpackung

Auf Facebook fragten sich mehrere Personen, warum ausgerechnet ein niederländischer Zug für eine belgische Jubiläumsaktion verwendet wird. Inzwischen macht das Bild in den sozialen Medien fröhlich die Runde, wo sich Eisenbahnfans köstlich über die bemerkenswerte Wahl des Jubiläumsfotos amüsieren. Die NMBS hat auf Facebook alle Mühe, die Verwendung des niederländischen Zuges zu erklären.

Am 23. Juli 1926 wurde das Gesetz zur Gründung der „Société Nationale des Chemins de fer Belges“ (SNCB) verabschiedet. In den folgenden Jahrzehnten passte sich die SNCB kontinuierlich an die Entwicklungen des Landes an. Um all jenen zu danken, dank denen die Reise weitergeht, wird das ganze Jahr über ein Programm mit originellen Aktionen durchgeführt. Der Startschuss fiel mit einem großen, gleichzeitigen „Danke“ in allen Bahnhöfen des Landes. Und einer Einladung, das ganze Jahr über die Geschichte der SNCB neu zu entdecken und vor allem auch, sich ihre Zukunft vorzustellen.

In den letzten Jahren hat sich die SNCB in vielen Bereichen weiterentwickelt: Erweiterung des Verkehrsangebots, verbesserte Pünktlichkeit, umfangreiche Investitionen in neues Rollmaterial, Verbesserung des Service und der Betreuung der Fahrgäste, steigende Fahrgastzufriedenheit, mehr Investitionen in Barrierefreiheit, Komfort, Sicherheit und Digitalisierung sowie eine gesteigerte Leistungsfähigkeit. 

Jean-Luc Crucke, Minister für Mobilität, Klima und ökologischen Wandel, zuständig für nachhaltige Entwicklung: „Als Eisenbahnliebhaber und wie Hunderttausende von Reisenden fahre ich selbst täglich mit dem Zug. Ich sehe also ganz konkret, was die Arbeit der Frauen und Männer der SNCB bedeutet, um das Land jeden Tag in Bewegung zu halten. Dieses Jubiläum ist für mich auch eine Gelegenheit, ihnen persönlich für ihr Engagement, ihre Professionalität und ihren Sinn für den öffentlichen Dienst zu danken. Seit 100 Jahren spielt die SNCB eine wesentliche Rolle im Leben unseres Landes, und diese Rolle wird heute umso grundlegender sein, als angesichts der Klimakrise die Bahn ein entscheidender Hebel für unsere Dekarbonisierung sein wird. Auch in dieser Perspektive bereiten wir die Öffnung des Eisenbahnmarktes im Jahr 2032 vor: nicht als Selbstzweck, sondern als einen Schritt, der die Eisenbahn stärken, die zentrale Rolle der SNCB in diesem Bereich verdeutlichen und den Modal Shift fördern soll.“

Das ganze Jahr über werden den 17.000 Mitarbeiternden des Bahnunternehmens und seinen 900.000 täglichen Fahrgästen unter dem Motto „Die Reise geht weiter“ verschiedene Initiativen angeboten.  Dazu gehören u.a.:

• Die SNCB und bpost haben eine Serie von Briefmarken herausgebracht, die Züge zeigen, die die Geschichte der belgischen Eisenbahn geprägt haben. Diese Briefmarken sind online über den E-Shop von bpost erhältlich; ​ ​

• Ein Wettbewerb für Studenten von15 Kunstschulen des Landes, die eingeladen sind, ein Jahrhundert des vergangenen und zukünftigen Zugreisens durch Grafik, Video oder Wandmalerei darzustellen

• Ab Ende August wird eine Wanderausstellung mit einem Zug aus historischem Eisenbahnmaterial, das für verschiedene Epochen symbolisch ist, nacheinander in mehreren Bahnhöfen des Landes zu sehen sein.

• Im September wird eine neue Ausstellung mit dem Titel „Fashion & Trains, von 1835 bis heute“ im Museum der SNCB, Train World, für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

• Anlässlich des Tages der offenen Tür am ersten Sonntag im Oktober wird ein Tag der offenen Tür in zwei Werkstätten der SNCB organisiert, in denen Hunderte von Technikern Tag und Nacht für die Wartung und Instandhaltung des Eisenbahnmaterials zuständig sind. Quelle: NMBS, Treinenweb / Lokreport ( CM

Bahnfahren in Österreich wird teurer

Die Preise der ÖBB Standard-Tickets und der ÖBB Vorteilscards erhöhen sich ab 13. Dezember 2026 um durchschnittlich 3,5 %. Wichtig auch für Firmenkunden: Je früher gebucht wird, desto günstiger wird die Reise

Während auch Autofahren und Fliegen aufgrund der gestiegenen Treibstoffpreise teurer geworden ist, machen die anhaltend hohen Energiepreise und der damit verbundene Kostendruck die Erhöhung der Ticketpreise erforderlich – dennoch ermöglichen die ÖBB trotz Preisanpassung auch weiterhin günstiges Bahnfahren in Österreich.

Das bewährte Preissystem bleibt unverändert: Je früher gebucht wird, desto günstiger wird die Reise. Günstige Sparschiene-Tickets sind weiterhin verfügbar. ÖBB-Tickets sind am Smartphone per ÖBB-App, im Internet unter shop.oebbtickets.at, an den ÖBB-Ticketautomaten und Ticketschaltern in den Bahnhöfen sowie bei externen Vertriebspartnern, wie etwa ausgewählten Tabaktrafik-Filialen in Österreich, Reisebüros, Tourismusverbänden und sonstigen Partnern der ÖBB im In- und Ausland erhältlich. Quelle: ÖBB / CM

Bodycams jetzt auch im Fernverkehr

Ab sofort stattet die Deutsche Bahn (DB) auch ihre Mitarbeitenden von DB Fernverkehr schrittweise mit Bodycams aus. Im ersten Schritt umfasst dies über 2.000 Kolleginnen und Kollegen im Zugbegleitdienst, in der Bordgastronomie und in den DB Lounges am Empfang. Die Nutzung bleibt freiwillig.

Michael Peterson, DB Vorstand Personenfernverkehr: „Reisen im Fernverkehr sind sicher. Damit sich Reisende und Mitarbeitende auch weiterhin gut begleitet und sicher in unseren Zügen fühlen, führen wir Bodycams als einen weiteren Sicherheitsbaustein ein.“

Die DB setzt künftig Bodycams auch im Fernverkehr ein. Foto: DB

Manfred Scholze, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats DB Fernverkehr: „Wenn Kolleginnen und Kollegen sagen, dass sie sich mit der Bodycam sicherer fühlen, dann ist das ein wichtiges Signal. Deshalb tragen wir die Einführung von Bodycams im DB Fernverkehr mit.“

Bevor die Bodycams als technisches Hilfsmittel zum Einsatz kommen, absolvieren die Mitarbeitenden der DB eine umfassende Schulung rund um Einsatzbedingungen, Rechtsgrundlagen, Kennzeichnungspflichten sowie praktische Bedienung und Umgang mit der Bodycam.

Bodycams haben eine präventive Wirkung und dienen der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten, die bei der Deutschen Bahn immer mehr überhand nehmen. Sie dienen für den Fall der Fälle auch der Beweissicherung. Besonders dann, wenn eine vorherige Deeskalation an Bord nicht erfolgreich war, stellen sie einen zusätzlichen Sicherheitsbaustein dar.

Die Einführung von Bodycams ist Ergebnis des „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“, den die DB gemeinsam mit Bund, Ländern, Gewerkschaften und Verkehrsbranche beschlossen hat. Seit Jahren steigt die Anzahl der Angriffe auf Bahn-Mitarbeitende. Tragischer Höhepunkt war der brutale und tödliche Angriff auf den 36-jährigen DB-Zugbegleiter Serkan Çalar am 02. Februar2026 im Regionalexpress (RE 4131) von Landstuhl in Fahrtrichtung Homburg in Rheinland-Pfalz. Der Täter, ein 26-jähriger Grieche, schlug dem Familienvater bei der Ticketkontrolle mehrfach brutal gegen den Kopf. Das Opfer erlitt eine Hirnblutung und starb zwei Tage später im Krankenhaus. Beim Prozessauftakt im Landgericht Zweibrücken im Juni 2026 räumte der angeklagte 26-jährige Grieche die tödlichen Schläge auf den Zugbegleiter ein und bat um Verzeihung. Den Vorwurf der Verhöhnung im Gericht gibt es nicht; vielmehr entschuldigte sich der Täter, und die Angehörigen reagierten entsetzt auf das gezeigte Tatvideo.  Quelle: DB / CM

Startschuss für Nürnberger S-Bahn-Ausschreibung ab Ende 2030 

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg dasVergabe-Verfahren „S-Bahn S-Bahn Nürnberg 2031+“  im Umfang von 8,3 Mio. Zugkilometer pro Jahr gestartet. Im Rahmen des europaweit offenen Vergabeverfahrens wird nun jenes Unternehmen gesucht, das zukünftig von Dezember 2030 bis Dezember 2044 die S-Bahn-Linien im Großraum Nürnberg betreibt. Der Zuschlag wird voraussichtlich in Q1 2027 erfolgen.

Die BEG führt die Ausschreibung federführend durch, weil die Leistungen überwiegend in Bayern erbracht werden sollen. Es handelt sich um die erste Ausschreibung bei der Nürnberger S-Bahn gemeinsam mit Baden-Württemberg, da die Verlängerung des Netzes ins Nachbarland nach Crailsheim ab Ende 2024 noch im laufenden Vertrag realisiert worden ist. Aktuell ist die DB Regio das mit den Leistungen beauftragte Eisenbahnverkehrsunternehmen.

S-Bahn-Netz Nürnberg 2031. Grafik: BEG

„Die Nürnberger S-Bahn ist ein wichtiger Pfeiler im bayerischen Bahnverkehr. Die Nachfrage dort ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 518 Mio. Personenkilometer im Jahr 2025. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte auch im nächsten und übernächsten Jahrzehnt fortschreiben und machen bei der Ausschreibung trotz knapper Kassen und Unsicherheiten bei der Bundesfinanzierung keine Abstriche. Wichtig für die Kontinuität dieses Angebots wird angesichts der vielen attraktiven Fernverkehrstraßen im Knoten Nürnberg aber auch sein, dass die Bundespolitik die Weichen so stellt, dass wir künftig auch für die S-Bahnen die nötigen Trassen bekommen werden“, betont Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist.

„Das Angebot der S-Bahn Nürnberg bewegt sich auf einem insgesamt hohen Niveau, speziell nach den jüngsten Verbesserungen“, sagt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG. „Dazu zählen die Einführung des 20-Minuten-Takts zwischen Nürnberg und Erlangen und die Verlängerung der S4 nach Crailsheim. Unser Verkehrsangebot deckt die Fahrgastnachfrage gut ab, und es besteht noch ein ausreichender Kapazitätspuffer für weiteres Fahrgastwachstum, auch durch die längeren Züge am Wochenende, die wir ab Ende 2030 bestellen. Wo es aktuell in der Hauptverkehrszeit voll wird in den Nürnberger S-Bahnen, macht es in der Regel die Infrastruktur unmöglich, das Angebot aufzustocken – zum Beispiel zwischen Nürnberg und Fürth, wo für die S-Bahn leider nur ein Gleis zur Verfügung steht.“

Der Umfang der ausgeschriebenen Verkehrsleistungen, von denen mit jährlich 0,1 Mio. Zugkilometer etwas mehr als 1 % in Baden-Württemberg anfällt, entspricht ungefähr dem heutigen Niveau. Auch das aktuelle Fahrplankonzept bleibt in weiten Teilen dasselbe, mit kleineren Anpassungen. So sollen bei der S4 ab Ende 2030 etwas mehr Fahrten im Abschnitt Ansbach – Crailsheim bestellt werden als heute. Daneben gibt es auch Verbesserungen bei den Kapazitäten: Künftig werden viele S-Bahnen auch von Freitagabend bis Sonntagabend mit zwei Zugteilen unterwegs sein, wie dies heute bereits von Montag bis Freitag tagsüber der Fall ist. Zugelassen sind bei den Angeboten sowohl Gebrauchtfahrzeuge ab Baujahr 2010 als auch Neufahrzeuge. Aufgrund der bestehenden Kapitaldienstgarantie des Freistaats verpflichtet die BEG den künftigen Betreiber zudem zur weiteren Nutzung von 27 Alstom-Fahrzeugen des Typs Coradia Continental aus dem aktuellen Verkehrsvertrag.

Die S5 Nürnberg Hbf – Allersberg über die Schnellfahrstrecke Nürnberg – Ingolstadt wird künftig nur noch in der Hauptverkehrszeit verkehren. Grund dafür ist, dass der RE 1 Nürnberg – Ingolstadt – München ab Ende 2028 stündlich fahren wird und nicht mehr nur alle zwei Stunden. In der Hauptverkehrszeit verdichtet sich auf diesem Abschnitt das Verkehrsangebot gegenüber heute: Durch die Kombination aus stündlicher S5 und stündlichem RE 1 ergeben sich dann halbstündliche Fahrtmöglichkeiten zwischen Nürnberg und Allersberg. Quelle: BEG / CM