Göltzschtalbrücken-Whisky kommt jetzt in die Flasche 

Eigentlich war es Nur eine Schnaps-Idee, die Netzschkaus Bürgermeister Mike Purfürst und Thomas Michalski, Blend Master der Dresdner Whisky Manufaktur, hatten. Beide trafen sich im Mai 2025 mehr zufällig auf der Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Sachsen in Paris“ im Carrousel du Louvre – der eine, um die Göltzschtalbrücke (nahe Plauen im Vogtland) im Zuge der Sachenmagistrale Hof/Saale – Dresden zu präsentieren, der andere, um den Dresdner Whisky HELLINGER 42 bekannter zu machen.

Über Deutschlands berühmteste Eisenbahnbrücke sind in den vielen Jahrzehnten schon viele Millionen Bahnreisende, unter ihnen wohl auch unzählige Geschäftsreisende gefahren.

Und die Idee? Zwei 225-Liter-Fässer der Dresdner Whisky Manufaktur, die mit dem einzigartigen Single Malt Whisky HELLINGER 42 gefüllt werden, sollten in die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, eingebracht werden. Damit würde für Netzschkau ein Whisky kreiert, der regionaler nicht sein kann.

Diese Idee blieb aber kein Traum – sie wurde Realität. „Eine ähnliche Idee hatten wir bereits vor einigen Monaten, als wir ein Fass im Basaltkeller der Stadtwache Stolpen einlagerten“, verrät Jörg Hans, Brennmeister und Geschäftsführer der Dresdner Whisky Manufaktur. Doch in eine von der Bahn betriebenen Brücke? „Bürgermeister Mike Purfürst hatte bei uns angefragt und wir haben zugesagt. Wir fördern den Vogtland-Tourismus sehr gerne, außerdem sehen wir den Brücken-Whisky als Ergebnis der guten Beziehungen mit den Gemeinden der Region“, erklärt Markus Fischer, Bezirksleiter Konstruktiver Ingenieurbau der Deutschen Bahn und Herr über fast 600 Bahnbrücken in Südwestsachsen.

Nach der DB-Zusage machte sich Thomas Michalski ans Werk. „Wir konnten zwei Wein-Fässer des sächsischen Winzers Jan Ulrich für den Göltzschtalbrücken-Whisky organisieren und mit unserem HELLINGER 42 befüllen, die in besagter Brücke reiften. An der Vorbereitung und an der Einbringung in die Brücke hatten wir alle unseren Spaß“, verrät Michalski. „Im Gegensatz zu gleichbleibenden Temperaturen im Basalt-Keller haben wir hier schwerere Bedingungen mit wechselnden Temperaturen im Brückeninnern.“

Präsentiert wurde die erste Flasche anlässlich des Jubiläums „180 Jahre Grundsteinlegung Göltzschtalbrücke“. Das Fass mit dem Stadt-Logo wird für die Stadt Netzschkau abgefüllt. Der Erlös geht an den „Förderverein Göltzschtalbrücke e.V.“, der mit den Einnahmen den Einbau einer neuen Fuß- und Radwegbrücke über die Göltzsch mitfinanzieren will. Das andere Fass wird flaschenweise für 149 Euro über die Dresdner Whisky Manufaktur verkauft, wobei davon noch jeweils 10 Euro Spende an den Förderverein gehen. 

„Heimat liegt uns sehr am Herzen. Hier wird ein Whisky für Netzschkau kreiert, der regionaler nicht sein kann. Darauf dürfen wir stolz sein“, so Frank Leichsenring, Gründer und Gesellschafter der Dresdner Whisky Manufaktur, der selbst im vogtländischen Werda geboren ist. „Aus jedem Fass werden 400 limitierte Flaschen abgefüllt, unsere 400 kommen jeweils in einer edlen Holz-Verpackung mit einem echten Stück Originalstein der Göltzschtalbrücke – ein Sammlerstück, das sächsische Geschichte und Dresdner Destillationskunst auf einzigartige Weise verbindet“, so Michalski ganz stolz.

„Die Teilnahme an ‚Sachsen in Paris‘ und die Vermarktung des Brückenwhiskys tragen dazu bei, die Bekanntheit der Göltzschtalbrücke, der Stadt Netzschkau und des gesamten Vogtlands weiter zu erhöhen. In die Entwicklung des Brückengeländes sollen in den nächsten zehn Jahren insgesamt 30 Mio. Euro investiert werden. Interesse wecken, Gäste locken und diesen dann hier unsere gesamte touristische Vielfalt präsentieren zu dürfen, das ist unser Ziel“, so Bürgermeister Mike Purfürst. Die Sonderedition „Göltzschtalbrücke“, die genauso viel Charakter mitbringt wie ihr Namensgeber, wurde schon bei der ersten Verkostung als herausragend bewertet.

„Der Tag des deutschen Whiskys am Samstag, 27. Juni 2026, ist für uns mehr als ein Datum im Kalender – er ist eine gute Ausrede, gemeinsam anzustoßen auf den Verkaufsstart und zu zeigen, was hier in Dresden entsteht. Von 10 Uhr bis 16 Uhr öffnen wir unsere Türen. Die Gäste erwarten Überraschungen, Verkostungen und ein Blick hinter die Kulissen unserer Manufaktur. Alle Whisky-Liebhaber und Neugierigen sind herzlich willkommen“, so die Herren der Dresdner Whisky Manufaktur unisono.

„Der Verkaufsstart für unsere 400 Flaschen erfolgt am 15. Juli 2026 um 10 Uhr, dem Tag der Erstbefahrung der Göltzschtalbrücke“, informiert Bürgermeister Purfürst, der auch hier wieder den perfekten Termin für den perfekten Whisky gefunden hat. Quelle: Stadt Netzschkau im Vogtland, Dresdner Whisky Manufaktur / CM

JAL: Präsidentin wird mit Gehaltskürzung bestraft

Der Präsidentin von Japan Airlines (JAL), Mitsuko Tottori, wird ihr Gehalt für zwei Monate um 30 % gekürzt. Dies ist Teil der Reaktion der Fluggesellschaft auf einen Alkoholvorfall, bei dem eine Flugbegleiterin dabei ertappt wurde, wie sie ihren Dienst bei einem Flug antreten wollte, obwohl ihr Alkoholpegel leicht über dem für das Flugpersonal zulässigen Grenzwert lag.

Mitsuko Tottori und der übrige Vorstand von Japan Airlines müssen sich aufgrund dieses Vorfalls „Disziplinarmaßnahmen“ stellen. Das japanische Verkehrsministerium hat die Fluggesellschaft angewiesen, bis zum 17. Juli 2026 einen Bericht darüber vorzulegen, wie sie künftige derartige Vorfälle verhindern will.

JAL hat strenge Regeln in Sachen Alkohol beim fliegenden Personal. Foto: JAL

Der Vorfall ereignete sich am 23. Mai 2026: Die Leitende Flugbegleiterin von JAL, die nach einem Inlandsflug von Tokyo einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Hiroshima einlegte, traf sich in der Hotelbar mit einem weiteren Besatzungsmitglied auf ein paar Drinks.

Japan Airlines schreibt vor, dass vor der Durchführung eines Fluges zwölf Stunden lang kein Alkohol konsumiert werden darf; im vorliegenden Fall hätte dies bedeutet, dass die beiden ihren Alkoholkonsum bereits um 18:30 Uhr hätten einstellen müssen.

Obwohl sie sich schon um 17:30 Uhr – also nur eine Stunde vor Beginn der Sperrfrist – getroffen hatten, bestellte die leitende Flugbegleiterin ihr letztes Getränk erst um 19:15 Uhr. Insgesamt hatte sie zwei Bier und zwei kleine Gläser Weißwein konsumiert, bevor sie sich gegen 21:25 Uhr auf ihr Zimmer zurückzog.

Die Leitende Stewardess führte den ersten Test am nächsten Morgen um 05:45 Uhr in ihrem Hotelzimmer durch; dabei wurde ein Wert von 0,23 Milligramm Alkohol gemessen – ein Wert, der über dem strengen Grenzwert von JAL lag. Sie hätte das Testergebnis eigentlich bei ihrem Arbeitgeber  einreichen müssen, zögerte dies jedoch hinaus. Sie hoffte, dass ihr Alkoholpegel bis zu ihrer Ankunft am Flughafen – wo ein zweiter Test durchgeführt wird – kein Problem mehr darstellen würde. Bei diesem Atemalkoholtest wurde ein Wert von 0,11 Milligramm Alkohol gemessen; dies lag weiterhin über dem zulässigen Grenzwert. Folge: Die Lady wurde vom Dienst abgezogen und eine Ersatzkraft musste gefunden werden. Letztlich bedeutete das eine Verspätung des Starts von etwa 40 Minuten. 

Nach Angaben des Verkehrsministeriums haben erste Untersuchungen des Vorfalls Zweifel am Sicherheitsmanagementsystem von Japan Airlines aufkommen lassen, da sich die Flugbegleiterin dem Vortest in ihrem Hotelzimmer entziehen konnte, ohne dass JAL davon erfuhr. Unmittelbar nach diesem Vorfall führte JAL ein striktes Alkoholverbot für Flugbegleiter während ihrer Aufenthalte am Zielort (Layover) ein; diese Regelung gilt jedoch nicht für Besatzungsmitglieder, wenn sie sich zu Hause aufhalten. Theoretisch besteht somit weiterhin die Möglichkeit, dass Flugbegleiter den Test zu Hause manipulieren können.

Japan Airlines geriet nach mehreren Alkoholeskapaden in den vergangenen Jahren ins Visier des Verkehrsministeriums. Auslöser für die behördliche Überprüfung war die Inhaftierung eines Ersten Offiziers von JAL in Großbritannien, nachdem er 2018 am Flughafen London Heathrow (LHR) bei einem polizeilichen Atemalkoholtest durchgefallen war. Der Pilot soll den vor dem Flug durchgeführten Alkoholtest in den Büroräumen der Airline am LHR manipuliert haben, bevor er an Bord seiner  Maschine nach Tokyo marschieren wollte. Misstrauische Mitarbeiter verständigten jedoch die Polizei, die den Piloten nach der Durchführung eines eigenen Alkoholtests umgehend festnahm. Nach seiner Verhaftung räumte der Pilot ein, in der Nacht vor seinem Dienstantritt zwei Flaschen Wein sowie mehr als anderthalb Liter Bier getrunken zu haben. Er wurde zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt.

Bei einem weiteren Vorfall im April 2024 sah sich JAL gezwungen, einen Flug von Dallas-Fort Worth nach Tokyo-Haneda zu streichen, nachdem der Kapitän in der Lobby des Crew-Hotels, in dem die Besatzung übernachtete, betrunken und aggressiv aufgetreten war. Quelle: Japan Commercial News / CM

Hoch gefährliches Schwefelhexafluorid

Klimawirksame Stoffe beeinflussen die Erderwärmung und tragen zur bevorstehenden Klimakatastrophe bei. Das stärkste bekannte Treibhausgas ist Schwefelhexafluorid (SF6), dessen Treibhauspotenzial die Klimawirksamkeit von Kohlenstoffdioxid (CO2) um das 23.500-fache übersteigt. 

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben deutsche Unternehmen im Jahr 2025 insgesamt 658,7 Tonnen dieses Stoffs bezogen. Das waren 154,6 t oder 19 % weniger als im Jahr 2024. Die im Jahr 2025 bezogene Menge SF6 entspricht 15,5 Mio. t CO2-Äquivalenten (Global Warming Potential, GWP), wobei SF6 zum Großteil in geschlossenen Systemen verwendet und nur in geringem Maß in die Atmosphäre freigesetzt wird.

 2025 wurde SF6 mit einer abgegebenen Menge von knapp 470 t (71,3 %) hauptsächlich im Bereich der elektrischen Erzeugung, Übertragung und Verteilung eingesetzt. Im Vorjahresvergleich sank die abgegebene Menge des Stoffes in diesem Bereich um 128,5 t (-21,5 %). Zum Berichtsjahr 2025 wurden die Abnehmergruppen „Energieversorger“ und „Elektroindustrie/Apparatebau“ zu einer neuen Gruppe „elektrische Erzeugung, Übertragung und Verteilung“ zusammengelegt.

Eine weitere bedeutende Abnehmergruppe mit 82,8 t war die Halbleiterindustrie. Nach einem deutlichen Anstieg um 58,6 % im Jahr 2022 und um 5,5 % im Jahr 2023 sowie um weitere 8,8 % im Jahr 2024 sank die Abgabe an die Halbleiterindustrie 2025 um 3,4 t (-3,9 %).

Auch das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) hat einen sehr hohen GWP-Wert von 16.100 und baut sich extrem langsam in der Atmosphäre ab. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 168,4 t NF3 hauptsächlich an die Halbleiterindustrie abgegeben, das entspricht 2,7 Mio. t CO2-Äquivalenten. Im Vergleich zu 2024 sank die insgesamt abgegebene Menge um 3,3 t (-1,9 %).

Die an die Industrie abgegebene Menge an SF6 entspricht nicht der Emissionsmenge, die in die Atmosphäre freigesetzt wird. Eine Freisetzung kann aber beispielweise bei der Entsorgung alter Schallschutzscheiben erfolgen. Direkt freigesetzt wurden im Jahr 2024 nach Berechnungen des Umweltbundesamtes zur nationalen Treibhausgas-Berichterstattung 1,6 Mio. t CO2-Äquivalente SF6. Dies entsprach 0,2 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland von rund 650 Mio. t  CO2-Äquivalenten. NF3 hingegen wurde nach dieser Berechnung in sehr geringem Maß tatsächlich freigesetzt, nämlich in einer Menge von 0,02 Mio. t CO2-Äquivalenten. Für die tatsächlich freigesetzte Menge liegen für das Jahr 2025 nur vorläufige Zahlen für die fluorierten Treibhausgase insgesamt vor, eine Differenzierung nach einzelnen Gasen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Quelle: Destatis / CM