Streikandrohung am Flughafen von Barcelona

Mitten in der sommerlichen Hochsaison drohen an Barcelonas Flughafen El Prat erhebliche Einschränkungen: Das Bodenpersonal des Dienstleisters Groundforce hat einen unbefristeten Streik ab Dienstag, 04. August angekündigt. Betroffen sind wichtige Bereiche wie Check-in, Gepäckabfertigung und Boarding von mehreren internationalen Fluggesellschaften, darunter Airlines der Lufthansa-Gruppe. 

In Barcelona droht am Flughafen El Prat ein unbefristeter Streik. Die Gewerkschaft CGT für Mitarbeitende des Bodenabfertigers Groundforce hat am Flughafen Barcelona-angekündigt, dass ab Dienstag, 04. Augus 2026 um Mitternacht die Tätigkeiten niedergelegt werden. 1.200 Beschäftigte der Bereiche Bodenabfertigung, Check-in, Boarding und Flugkoordination legen den Airport quasi lahm.  Das spanische Verkehrsministerium sorgt allerdings für ein Mindestmaß an zivielen Flügen.

Groundforce betreut in Barcelona zahlreiche internationale und nationale Fluggesellschaften, darunter Air Europa, Lufthansa, Air France, KLM, Qatar Airways, Turkish Airlines, ITA Airways, United Airlines und Finnair.

Zwischen Anfang August und Ende September sind bei den von Groundforce abgefertigten Airlines rund 11.600 Flüge geplant. Nach Schätzungen des spanischen Verkehrsministeriums könnten rund 2 Mio. Passagiere von den Streikmaßnahmen betroffen sein.

Die Gewerkschaft begründet den Streik mit einer aus ihrer Sicht unzureichenden Arbeitssicherheit und einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Sie kritisiert u.a. Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung, viele Überstunden sowie eine ungenügende Ausbildung neuer Mitarbeitender. Dadurch steige das Risiko von Unfällen und gesundheitlichen Problemen.

Um den Flugbetrieb teilweise aufrechtzuerhalten, hat das spanische Verkehrsministerium Mindestdienste angeordnet. Je nach Flugkategorie müssen zwischen 35 und 80 % der geplanten Verbindungen durchgeführt werden. Besonders hoch sind die Vorgaben für Flüge zu den Balearen, Kanaren sowie auf internationalen Strecken ohne praktikable Reisealternative.

Reisenden mit Flügen ab Barcelona wird empfohlen, den Status ihrer Verbindung vor der Abreise regelmäßig bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu überprüfen. Quelle: El diario El País / CM

Lufthansa liebäugelt mit Teilhabe an TAP Air Portugal

Die Lufthansa Group hat in Angebot im Bieterprozess um TAP Air Portugal bei Parpública, der portugiesischen Gesellschaft für Staatsbeteiligungen, eingereicht. Mit dem Erwerb zunächst einer Minderheitsbeteiligung soll eine langfristige Partnerschaft zwischen der Lufthansa Group und TAP Air Portugal begründet werden, um die Zukunft von TAP als nationale Fluggesellschaft Portugals zu sichern.

Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group: „Unser Interesse an einer Beteiligung an unserem Star Alliance Partner TAP Air Portugal ist ein logischer Schritt. Wir wollen die nationale Airline Portugals als Teil der Lufthansa Gruppe und führende Fluggesellschaft für den Südatlantik mit Lissabon als strategischem Drehkreuz stärken. Mit SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways haben wir unter Beweis gestellt, wie die Europäisierung unserer Lufthansa Group Perspektiven und Wachstum für unsere Heimatmärkte und Drehkreuze sichert.“ Freilich gibt es bei der Lufthansa wieder mall Massenentlassungen. Aktuell sieht ein Sparprogramm den Abbau von 4.000 Jobs vor.

Neben der Lufthansa bietet auch Air France-KLM für die TAP. Foto: TAP Air Portugal

Die Lufthansa Group ist seit mehr als 70 Jahren in Portugal aktiv. Aktuell bieten die Airlines der Gruppe 353 wöchentliche Flüge von und nach Portugal an. Das Unternehmen beschäftigt über 500 Fachkräfte im westlichsten Land Europas. Mit dem Bau eines neuen Lufthansa Technik Standorts für Reparaturen von Triebwerksteilen und Flugzeugkomponenten in Santa Maria da Feira bei Porto soll diese Zahl bis 2030 auf über 1.000 steigen. 

Das Angebot der Lufthansa Group an Portugal geht daher über ein finanzielles Engagement hinaus. Es bündelt sieben Jahrzehnte industrieller Präsenz mit steigenden Beschäftigtenzahlen und wachsenden Investitionen, ergänzt durch gesellschaftliches Engagement. Nicht zuletzt die jüngst vollzogene Gründung der help alliance Portugal als erstem europäischen Standort der Hilfsorganisation außerhalb Deutschlands zeigt die große Bedeutung Portugals für die Lufthansa Group. 

Der Konzern bietet als größte Airline-Gruppe außerhalb der USA die notwendige Größe, Erfahrung und finanzielle Stabilität, um nachhaltig Werte zu schaffen und die Rolle von TAP Air Portugal als Botschafterin des Landes in der ganzen Welt zu festigen. Durch die Kooperation würde Lissabon als strategisch wichtiges atlantisches Drehkreuz im Netzwerk der Lufthansa Group gestärkt. Die Konnektivität zwischen Europa und anderen Regionen wie Lateinamerika, Afrika oder Nordamerika könnte ausgebaut werden. 

AP Air Portugal (Transportes Aéreos Portugueses) ist eine 1945 gegründete, mehrheitlich staatliche portugiesische Fluggesellschaft mit Sitz in Lissabon und Drehkreuz auf dem dortigen Flughafen Humberto Delgado Lissabon sowie Mitglied der Star Alliance. Der Carrier hat in den letzten Jahrzehnte heftige wirtschaftliche Turbulenzen durchgemacht. Zuletzt hat der portugiesische Ministerrat Ende September 2023 ein Dekret verabschiedet, mit dem die TAP wieder privatisiert wird. Dabei soll es ein Investor aus dem Luftfahrtsektor und nicht ein Finanzinvestor sein, neben der Veräußerung von 51 % der Anteile sind 5 % für die Arbeitnehmer reserviert. Quelle: Lufthansa / CM

Lufthansa: 4.000 müssen gehen

Im vergangenen Herbst kündigte Lufthansa an, bis 2030 insgesamt 4.000 Stellen in der Verwaltung abzubauen. Jetzt wird klar, wie der Konzern den Personalabbau bei der Kernmarke und in zentralen Bereichen angehen will. Im Mittelpunkt steht zunächst ein Freiwilligenprogramm.

Die deutsche Lufthansa konkretisiert die Umsetzung ihres in 2025 angekündigten Sparprogramms. Damit sollen zunächst bis zu 550 Vollzeitstellen in der Kernmarke Lufthansa Airlines sowie in zentralen Konzernbereichen abgebaut werden.

In einem internen Schreiben an die Beschäftigten startet der Konzern bei der Deutschen Lufthansa AG das Freiwilligenprogramm ‘New Ways’. Mitarbeitenden werden klassische Aufhebungsverträge mit Abfindungen angeboten. Alternativ können sie sich für eine bezahlte, unwiderrufliche Freistellung bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses entscheiden. Während dieser Zeit ist auch eine Tätigkeit außerhalb des Lufthansa-Konzerns möglich. Zudem sollen etwa 1.500  Vollzeitstellen an internationale Standorte des Konzerns verlagert werden

Das Programm ist Teil des bereits im vergangenen Herbst angekündigten Restrukturierungsvorhabens. Bis 2030 will Lufthansa konzernweit rund 4.000 Stellen in der Verwaltung abbauen. Ziel ist es, Kosten zu senken. Währenddessen genehmigen sich die Vorstände weiterhin riesige Gehälter. Anstatt selbst Vorbilder beim Sparen sein zu wollen. 

Gleichzeitig plant die Lufthansa Group, verschiedene Funktionen wie Vertrieb oder Netzwerkplanung stärker zu bündeln und zentral für mehrere Konzerngesellschaften zu steuern. Quelle: LH / CM

SWISS A330: zum zweiten Mal ein dickes Problem

Ein Airbus A330 der Lufthansa-Tochter Swiss bereitete zum zweiten Mal binnen weniger Wochen erhebliche Probleme. Der Langstreckenjet, der mit 208 Passagieren an Bord von Zürich nach New York JFK unterwegs war, legte am Montagnachmittag 27. Juli 2026, eine Notlandung am Flughafen Bangor im US-Bundesstaat Maine hin, nachdem Rauch den vorderen Bereich der Business Class des 14 Jahre alten Großsaumflugzeugs zu füllen begann.

Flug LX-16 war am Montag, 27. Juli 2026 gegen 10:30 Uhr in Zürich zu dem achtstündigen Transatlantikflug nach New York JFK gestartet. An Bord auch zahlreiche Geschäftsreisende. Der Jet befand sich bereits etwa sechseinhalb Stunden in der Luft und flog in einer Höhe von 32.000 Fuß (ca. 11.600 m) nahe Nova Scotia, als die Piloten einen Notfall meldeten und eine sofortige Kursänderung zur Landung an einem anderen Ort (Diversion) anforderten.

Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen machte ein Swiss A330 massive Probleme. Foto Swiss

Ein Sprecher der in Zürich ansässigen Fluggesellschaft bestätigte, dass der Grund für die Kursänderung „Rauch bislang unbekannter Herkunft im vorderen Bereich der Business Class“ gewesen sei.

Eine Situation, in der die Besatzung nicht feststellen kann, was die Rauchentwicklung in der Kabine verursacht oder woher der Rauch stammt, gehört zu den schwerwiegendsten Notfällen, mit denen Piloten und Flugbegleiter konfrontiert werden können. Es besteht die Befürchtung, dass in einem unzugänglichen Teil des Flugzeugs ein Feuer wüten könnte, was zu einem katastrophalen Ausgang führen kann. Wäre eine solche Situation über dem Atlantik aufgetreten, hätten die Piloten wahrscheinlich ernsthaft eine Notwasserung in Betracht ziehen müssen, und man weiß, wie so etwas normalerweise ausgeht.  Glücklicherweise befand sich das Flugzeug in diesem Fall jedoch bereits nahe der nordamerikanischen Küste.

Daten von FlightRadar24 zeigen, dass die Maschine innerhalb von nur zehn Minuten um mehr als 22.000 Fuß (ca. 6.700 Meter) sank, während die Piloten vom geplanten Kurs abwichen – ein Beleg dafür, wie ernst der Kapitän die Lage einschätzte.

Wenig mehr als zehn Minuten später war das Flugzeug am Bangor International Airport gelandet. Die Piloten brachten die Maschine auf der Start- und Landebahn zum Stehen, während die Flughafenfeuerwehr zur Unterstützung herbeieilte und eine thermische sowie visuelle Überprüfung des Flugzeugs durchführte; das Kabinenpersonal hielt sich für eine mögliche Evakuierung über die Notrutschen bereit.

Statement von SWISS. Wie sich herausstellte, gab es keinen Brand. Nach einem fast einstündigen Aufenthalt auf der Start- und Landebahn wurde das Flugzeug zum Terminalgebäude geschleppt. In einer Stellungnahme bestätigte ein Sprecher von SWISS, „Uns ist bewusst, dass eine durch solche Umstände bedingte Flugumleitung für unsere Passagiere beunruhigend sein und Unsicherheit hervorrufen kann. Daher ist es uns umso wichtiger, sie bestmöglich zu betreuen und bei der Weiterreise zu unterstützen. Unsere Teams in der Schweiz und in den USA arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die Weiterreise unserer Passagiere zu organisieren. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht mit Sicherheit sagen, was die Rauchentwicklung verursacht hat. Unsere Experten werden das Flugzeug nun eingehend untersuchen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir uns bis zum Abschluss dieser Untersuchungen nicht zu möglichen Ursachen äußern werden.“

Der A330 war erst vor wenigen Wochen in einen schweren Vorfall verwickelt. Bei dem Flugzeug, das am Montag eine Notlandung durchführte, handelt es sich um die Maschine mit der Kennung HB-JHK. Dies ist dieselbe Maschine, die am 26. April am Delhi International Airport in eine Notevakuierung über aufblasbare Rutschen verwickelt war; damals hatten die Piloten den Start auf der Bahn abgebrochen, nachdem das linke Rolls-Royce-Trent-Triebwerk einen schweren Defekt erlitten hatte. Zum Zeitpunkt des Triebwerksausfalls bewegte sich das Flugzeug mit so hoher Geschwindigkeit über die Startbahn, dass durch die Notbremsung Rauch an den Rädern und Bremsen entstand. Es wurde eine Evakuierung angeordnet, bei der sechs Personen verletzt wurden; zwei von ihnen erlitten Beinbrüche. Das Flugzeug wurde am 04. Juni 2026 wieder in Betrieb genommen. Quelle: Swiss / CM

 

„Blinder Passagier“ in AUA-Regionaljet

Flugbegleiter der österreichischen Fluggesellschaft AUA staunten nicht schlecht, als sie am Flughafen Košice, einem kleinen Airport im Südosten der Slowakei nahe der ungarischen Grenze, einen schlafenden Mann in der vorderen Reihe des Flugzeugs vorfanden.

Der Mann hatte offenbar unbemerkt den Sicherheitszaun des Flughafens überklettert und war dann in das abgestellte Flugzeug eingedrungen, wo er sich mehrere Stunden aufhielt. Die Nachforschungen ergaben, dass der Mann am Donnerstag, 23. Juli 2026, gegen 01  Uhr morgens das nicht geschlossene kleine Terminalgebäude betrat und menschenleer vorfand. Berichten zufolge nahm er sich in einem eigentlich geschlossenen Café-Shop einen Kaffee und begab sich anschließend zu einem weiteren Gastronomiebetrieb, wo er sich zum Nulltarif etwas zu essen nahm.

Nachdem er im Café ein ziemliches Durcheinander hinterlassen hatte, streifte er weiter durch das Terminal, bis er auf eine Flughafenmitarbeiterin traf. Er soll die Frau gefragt haben, wann Flüge abheben würden: als sie ihm jedoch erklärte, er müsse warten, bis die Schalter der Fluggesellschaften am Morgen öffneten, gab er eine unverständliche Antwort und verließ das Terminal. Damit war die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende.

Draußen lief der Mann auf den Sicherheitszaun zu, der den öffentlichen Bereich des Flughafens vom eigentlich gesicherten „Airside“-Bereich trennt. Er kletterte über den Zaun zu klettern, ohne vom Sicherheitspersonal bemerkt zu werden, und er bewegte sich anschließend fast eine Stunde lang auf dem Vorfeld. Dabei stieß er auf eine geparkte Embraer E190 der Austrian Airlines, die zuvor den letzten Flug von Wien nach Košice durchgeführt hatte und dort über Nacht abgestellt war, um am frühen Morgen den Rückflug nach Österreich anzutreten.

Der Mann stieg eine mobile Fluggasttreppe hinauf, die noch am Regionaljet stand, und schaffte es, die Hauptkabinentür zu öffnen und so in das Innere des Flugzeugs zu gelangen. Stunden später, gegen 04 Uhr morgens, trafen die Piloten und Flugbegleiter von Austrian Airlines am Flughafen ein, um das Flugzeug für den Rückflug nach Wien vorzubereiten. Beim Betreten der Maschine entdeckten sie den Mann, der in der ersten Reihe schlief.

Als sie ihn weckten, fragte der Mann sie sogar: „Fliegen wir schon?“ Der Kapitän informierte umgehend das Flughafenpersonal, woraufhin ein Sicherheitsalarm ausgelöst und eine vollständige Durchsuchung des Flugzeugs angeordnet wurde, inklusive des Einsatzes eines Sprengstoffspürhundes. Schließlich wurde die Maschine für sicher erklärt, doch aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen startete der Rückflug OS-654 in Košice mit rund zwei Stunden Verspätung. Beim Verdächtigen entdeckten die Sicherheitskräfte Unterlagen, die auf eine psychiatrische Behandlung hindeuten. Quelle: Nový Čas, / CM

Rekordflug eines Airbus A350-1000 über mehr als 24 Stunden

Geschäftsreisen nonstop von London oder New York nach Sydney – das ist keine Zukunftsmusik. Qantas hat mit einem mehr als 24-stündigen Nonstop-Flug einen neuen Langstreckenrekord aufgestellt. Der Testflug gilt als wichtiger Meilenstein für das Projekt „Sunrise“, mit dem die australische Airline ab 2027 Nonstop-Verbindungen von Sydney nach London und New York anbieten will.

Ein speziell für Ultralangstrecken vorbereiteter Airbus A350-1000 ULR flog nonstop von Melbourne nach Toulouse und legte dabei mehr als 23.000 km zurück. Nach 24 Stunden und 24 Minuten setzte der Jet am Dienstag im südfranzösischen Toulouse auf. Wie Airbus mitteilte, führte der Flug vom australischen Winter in den europäischen Sommer. Die Crew überquerte dabei zwei Ozeane und drei Kontinente und erlebte auf einem einzigen Flug gleich zwei Sonnenauf- und zwei Sonnenuntergänge. 

Der Test war Teil des seit Jahren geplanten „Project Sunrise“. Ab Oktober 2027 will Qantas erstmals nonstop von Sydney nach London fliegen, später soll auch New York ohne Zwischenlandung erreichbar sein. Mehr als 3,6 Mio. Menschen verfolgten den Rekordflug laut Flightradar24 online.

Am 23. Juli startete das erste A350-1000ULR-Testflugzeug (MSN707) zu seinem längsten Direktflug von Toulouse nach Melbourne in Australien. Wenige Tage später flog es – mit zwei Gastpiloten von Qantas an Bord – die gesamte Strecke wieder zurück und landete am Morgen des 28. Juli in Toulouse. Airbus-Testpilot Xavier Pepin steuerte den längsten A350-000 auf dem Rekordflug über 12.460 Seemeilen in einer Flugzeit von 24 Stunden und 24 Minuten!

Der A350-1000ULR Qantas MSN707, der am 02. Juni seinen Erstflug absolvierte, ist mit spezieller Messtechnik ausgestattet und stellte nun erstmals seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Der in zwei Abschnitte unterteilte Flug gilt technisch als „Entwicklungsflugtest“ (im Gegensatz zu einem „Zertifizierungsflugtest“). Ziel ist der Nachweis, dass der von zwei Rolls-Royce Trent XWB-97-Triebwerken angetriebene Widebody einen Flug mit einer „Blockzeit“ von 23 Stunden absolvieren kann. Diese Zeitspanne – gemessen vom Lösen der Feststellbremse beim Abflug bis zu deren Betätigung an der Parkposition nach der Ankunft – soll sicherstellen, dass die für das Projekt „Project Sunrise“ geplante Flugzeit von 21 Stunden und 40 Minuten (zuzüglich Zeiten für Warteschleifen, Ausweichflüge sowie Rollvorgänge am Start- und Zielflughafen) abgedeckt werden kann.

Insbesondere diente der Rekordflug auch dazu, den Kabinenkomfort anhand von Messungen der Klimaanlage (ATA-Kapitel 21) sowie die Systeme für das Kraftstoffmanagement (ATA-Kapitel 28) zu überprüfen. Im Fokus stand dabei vor allem der zusätzliche hintere Mitteltank (Rear Center Tank, RCT) mit einem Fassungsvermögen von 20.900 Litern, der Flüge im Ultra-Langstreckenbereich (ULR) über Distanzen von fast 10.000 Seemeilen ermöglicht.

Xavier erklärt: „Obwohl wir bereits einen Großteil der Funktionalität des RCT im Verlauf der Flugerprobungskampagne nachgewiesen hatten, haben wir bei diesen Langstreckenflügen einige verbleibende Testpunkte abgearbeitet. Wir haben diesen Tank also befüllt, um alle erforderlichen Parameter während des Fluges zu validieren; dies bildete – neben dem Kabinenkomfort – den Schwerpunkt unserer Tests. Während des ersten Flugabschnitts nutzten wir zudem die Zeit (der Flug dauerte rund 20 Stunden), um verschiedene Einstellungen der Lufttemperatur zu stabilisieren und so präzise Messungen zu gewährleisten. Während also ein Großteil der Testziele bereits auf dem Hinflug angegangen wurde, dienten die Flüge des zweiten Abschnitts dazu, noch offene Testpunkte zu bearbeiten, die beim ersten Flug nicht abgeschlossen werden konnten.“

Darüber hinaus bewertete die Besatzung das neue, zweiteilige Ruheabteil für die Flugbesatzung (Flight Crew Rest Compartment, FCRC) der ULR-Variante, das umfassend mit Messinstrumenten zur Überprüfung der Klimaanlagenleistung ausgestattet war. Dieses neue Modul, das speziell für die Ultralangstreckeneinsätze der -1000ULR entwickelt wurde, verfügt über zwei separate, eigenständige Bereiche mit jeweils eigenem Zugang. Diese Modifikation stellt sicher, dass die Piloten im Flugbetrieb ihre jeweiligen Ruhebereiche betreten oder verlassen können, ohne einander zu stören.

Aspekte der Flugbesatzung und Routenplanung. Für den Hinflug waren vier Airbus-Piloten an Bord, wobei Testpilot Vincent Sibelle als Kapitän fungierte (und zudem die Gesamtorganisation der Mission leitete). Die weiteren drei Piloten an Bord waren Xavier Pepin, Josef Bayoud und Chetan Takalkar. Ergänzt wurde die Besatzung durch zwei Testflug-Ingenieure (TFEs), die zur Überwachung der Flugzeugsysteme im Cockpit saßen, sowie drei Flugversuchsingenieure (FTEs.

Für den Rückflug – von Melbourne zurück nach Toulouse – wurde Airbus-Testpilot Xavier Pepin als Kapitän bestimmt. Zudem kamen für diesen Flugabschnitt zwei Qantas-Piloten, Kapitän Andrew Coull und Kapitän David Summergreene, zur Besatzung hinzu, während einer der Airbus-Piloten von Bord ging. Insgesamt befanden sich somit fünf Piloten auf dem Rückflug: drei Airbus-Piloten sowie die beiden Qantas-Piloten, die zwar bereits für die A350 qualifiziert waren, für die ULR-Variante jedoch noch keine Erfahrung besaßen. Die beiden TFEs und drei FTEs waren dieselben wie auf dem Hinflug.

Dieser noch längere Flug führte von Melbourne über den Pazifik in Richtung Los Angeles, quer durch die USA und Kanada, anschließend über den Atlantik (südlich von Grönland) und über Großbritannien zurück nach Südfrankreich.

Xavier erläuterte, dass für den Rückflug eine nördliche Atlantikroute gewählt wurde. Damit sollten die von Fluggesellschaften genutzten, veröffentlichten Flugrouten („Tracks“) umgangen werden, die zum Zeitpunkt des Starts möglicherweise noch nicht aktualisiert waren; auf diese Weise ließen sich potenzielle Probleme mit der Flugsicherung (ATC), wie etwa Unstimmigkeiten bei den Flugplänen, vermeiden.

Müdigkeitsmanagement .Xavier erinnert sich: „Um der Ermüdung während der 20- bis 23-stündigen Flüge zu begegnen, führten wir Vier-Stunden-Schichten für jeden Piloten ein, wechselten die Besatzung jedoch alle zwei Stunden ab. Dieses gestaffelte Verfahren stellt sicher, dass sich ein neuer Pilot, der ins Cockpit kommt, zwei Stunden lang mit dem abgelösten Piloten überschneidet. Dies erleichtert eine gründliche Übergabe und gewährleistet das volle Situationsbewusstsein. Zudem saß auf dem zweiten Flugabschnitt – sofern ein Qantas-Pilot auf einem der Pilotensitze Platz nahm – stets mindestens ein Airbus-Testpilot auf dem anderen Sitz, um die Sicherheit der Mission zu gewährleisten, da Airbus die Verantwortung für den Flugbetrieb trug. Dieselbe Struktur wandten wir auch an, um die Ruhezeiten effektiv zu gestalten.“

Bemerkenswert ist, dass die Besatzung zum Schlafen auf den Ruhebereich für das Kabinenpersonal im hinteren Teil des Flugzeugs (mit acht Schlafplätzen) auswich, da die neuen, als „Doppelkabine“ ausgelegten Ruheräume für die Flugbesatzung mit Messgeräten zur Belüftungsanalyse belegt waren.

„Wir haben einen Zeitplan erstellt, der es einem Qantas-Piloten ermöglichte, zu bestimmten Zeiten das Steuer zu übernehmen. Diese Piloten verfügten bereits über eine Zulassung für den A350; durch diese Mission konnten sie nun erste Erfahrungen mit der Variante -1000ULR sammeln.“ „Der Wissensaustausch und die Beantwortung ihrer Fragen während unseres gemeinsamen Ultra-Langstreckenflugs haben uns große Freude bereitet und waren für uns sehr wertvoll“, resümiert er. Quelle: Airbus / CM

JetBlue strukturiert Tarifoptionen neu

Die S-Airline JetBlue plant eine Neugestaltung ihrer Tarifstruktur im Vorfeld der Einführung eines First-Class-Angebots auf Inlandsflügen, wie die Fluggesellschaft bekannt gab.

Die neuen Tarifoptionen, die „in den kommenden Tagen“ eingeführt werden, ermöglichen es Kunden, zunächst zwischen vier verschiedenen Reiseerlebnissen an Bord zu wählen: Main (bisher Core), EvenMore, BlueFirst oder Mint. Innerhalb dieser Kategorie können sie dann eine von drei Tarifoptionen wählen: Base, Standard oder Flex.

Diese Optionen ähneln den Tarifabstufungen, die United Airlines und Delta Air Lines in den letzten Monaten eingeführt haben. •  Base ist die einfachste Option. Sie bietet den niedrigsten verfügbaren Preis, beinhaltet jedoch keine Sitzplatzwahl; bei Stornierungen wird – abzüglich etwaiger Gebühren – ein Reiseguthaben ausgestellt. •  Standard umfasst die Sitzplatzwahl, den Verzicht auf Umbuchungsgebühren sowie ein Reiseguthaben bei berechtigten Stornierungen. •   Flex ist die flexibelste Option; sie beinhaltet die Sitzplatzwahl, keine Umbuchungsgebühren sowie eine Rückerstattung auf das ursprüngliche Zahlungsmittel bei berechtigten Stornierungen.

JetBlue betonte, dass TrueBlue-Mosaic-Mitglieder und Inhaber einer JetBlue-Kreditkarte ihre bisherigen Vorteile behalten. Kunden, die bereits Flüge zu den aktuellen Tarifen gebucht haben, erhalten weiterhin die Vorteile gemäß den Bedingungen des ursprünglich gewählten Tarifs. Quelle: JetBlue / CM

Satte Treibstoffzuschläge bei Cathay Pacific

Cathay Pacific meldet, dass der Netzcarrier zum 01. August 2026 ihre Treibstoffzuschläge für Passagiere um bis zu 41 % anheben wird. Als Grund wurden gestiegene Preise für Flugkraftstoff genannt, die auf die „Eskalation der Spannungen im Nahen Osten“ zurückzuführen seien.

Der Zuschlag für Flüge von Cathay Pacific zwischen Hongkong und Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie dem Südwestpazifik steigt von 123,70 US-Dollar auf 174,60 US-Dollar. Bei Flügen von Hongkong auf das chinesische Festland erhöht sich der Zuschlag von 165 US-Dollar auf 198 US-Dollar, bei Flügen vom chinesischen Festland nach Hongkong von 135 US-Dollar auf 162 US-Dollar. Für Flüge zwischen Hongkong und dem südasiatischen Subkontinent steigt der Zuschlag von 57,43 US-Dollar auf 81,20 US-Dollar. Bei allen übrigen Flügen erhöht sich die Gebühr von 30,90 US-Dollar auf 43,50 US-Dollar.

Cathay Pacific wies darauf hin, dass dies die erste Erhöhung der Treibstoffzuschläge seit April sei und die Gebühren „weiterhin unter dem Höchststand jenes Monats“ lägen. Die bevorstehenden Erhöhungen folgen zudem auf mehrere Senkungen der Treibstoffzuschläge seit Mai, die aufgrund sinkender Kerosinpreise vorgenommen worden waren; die Fluggesellschaft kündigte an, die Zuschläge weiterhin alle zwei Wochen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Quelle: CP / CM

Viel Spaß mit Ryanair…

Zwei Zwischenstopps, betrunkene Passagiere, Polizeieinsatz. Ein Ryanair-Flug von London nach Tirana lief völlig aus dem Ruder. Eigentlich ist der Flug von London-Stansted nach Tirana Routine für Ryanair. Im Sommer steht er drei Mal täglich im Flugplan. Die Reise in die albanische Hauptstadt dauert in der Regel rund drei Stunden. Am 3. Juni wurde daraus für die Passagiere eine Odyssee von knapp zwölfeinhalb Stunden. 

Durchgeführt wurde Flug RK8288 von Ryanair UK. Bereits der Start der Boeing 737 Max 8-200 mit der Kennung G-RYMA verzögerte sich um rund 40 Minuten, erst um 16:46 Uhr hob sie in London-Stansted ab. Verantwortlich dafür sollen laut dem Portal The Nightly bereits vor dem Abflug mehrere alkoholisierte männliche Fluggäste gewesen sein. An Bord waren viele Junggesellenabschiedsgruppen und jungen Leute, die eigene Wodkaflaschen dabei hatten. 

Der Flug von Ryanair verlief dann zuerst jedoch nahezu normal, bis aufgrund einer Gewitterzelle über Tirana die Boeing 737 nicht in Albanien landen konnte und nach Brindisi umgeleitet wurde. Ein Passagier sagte gegenüber der Zeitung Daily Mail, dass der Kapitän diese Information den Passagieren erst knapp zehn Minuten vor der geplanten Landung mitgeteilt habe, was für große Verwunderung unter den Reisenden gesorgt haben soll. Nach der eigentlich ungewollten Landung von London Stansted kommen parkte eine B 737 von Ryanair auf dem Vorfeld des Flughafens von Brindisi, der Hafenstadt an der Adria in der süditalienischen Region Apulien. Eigentlich sollte der Flug von der britischen Insel direkt nach Tirana (Albanien) gehen. 

Laut Daten des Flugverfolgungsdienstes Airnav Radar stand die Boeing 737 mit der Kennung G-RYMA 3:44 Stunden bei brütender Hitze auf dem Vorfeld und niemand durfte aussteigen. Ryanair soll erst nach 45 Minuten mit dem Bordverkauf von Getränken und Snack begonnen haben. Irgendwann war jedoch alles ausverkauft. Einige erboste und alkoholisierte Männer wollten aus dem Flugzeugzeug, wurde aber daran von der Kabinen-Crew gehindert. 

Kurz vor 01 Uhr nachts startete die Maschine in Brindisi, um ihren Flug nach Tirana fortzusetzen. Doch wenige Minuten vor der Landung meldete der Kapitän, dass man nicht in der Hauptstadt Albaniens landen werde, sondern in Thessaloniki (Griechenland). Die Boeing 737 landete dort nach rund einer weiteren Flugstunde. Danach gab es Tumulte an Bord. 

Laut der britischen „The Sun“ solch sich eine Männergruppe vor dem Cockpit aufgebaut und den Piloten stark beschimpft haben. Laut Daily Mail riefen sie: „Der Feigling (gemeint war der Kapitän) soll herauskommen und sich uns wie ein Mann stellen“. Erst griechische Polizisten konnten die Situation beruhigen. Gleichzeitig durften einige wütende Passagiere das Flugzeug verlassen. Nach 40 Minuten hob der Jet wieder ab Richtung seines eigentlichen Ziels Tiran, wo er gegen 05 Uhr Ortszeit nach 53 Minuten Flugzeit sicher landete, sage und schreibe 9 Stunden später als geplant. 

Doch auch nach der Tortur war der Ärger über die Airline nicht verflogen. Laut Daily Mail soll einer der Passagiere eine Entschädigung beantragt habe. Diese aber soll von Ryanair sofort abgelehnt worden sein. Ryanair teilte gegenüber der Zeitung mit: „Der Flug von London Stansted nach Tirana wurde aufgrund unerwarteter und außergewöhnlicher Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle lagen, beeinträchtigt. Er wurde aufgrund widriger Wetterbedingungen am Flughafen Tirana nach Brindisi und anschließend wegen eines Gewitters zum Flughafen Thessaloniki umgeleitet“. Quelle: The Sun / Daily Mail / CM 

Es drohen Streiks am Flughafen Palma

Mallorca-(Geschäfts)Reisende müssen sich ab Samstag, 01. August 2026, auf mögliche Einschränkungen am Flughafen Palma einstellen.

Mitarbeitende des Schqweizer Bodenabfertigers Swissport haben für den 28. Juli sowie den 01., 04. und 08. August 2026 Streiks angekündig. Die Arbeitsniederlegungen sollen jeweils zwischen 07 und 12 Uhr sowie ab 19 bis 22 Uhr stattfinden. Die  Swissport International AG (Sitz in Opfikon nahe dem Flughafen Zürich) ist die weltgrößte Servicegesellschaft für Airlines und Flughäfen. Swissport International Ltd. ist für rund 850 Kunden der Luftfahrtbranche tätig.

Am Flughafen Palma des Mallorca droht am Samstag, 01. August 2026 ein Streik Foto: Aena

Hintergrunnd: Die Gewerkschaft CCOO fordert Verbesserungen beim Arbeitsschutz – insbesondere angesichts sehr hohen Außentemperaturen –, eine bessere Personalplanung, optimierte Arbeitsabläufe sowie die vollständige Anwendung des Branchen-Gesamtarbeitsvertrags. Bislang haben sich die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Swissport festgefahren

Sollte es nicht zu einer Einigung noch diese Woche kommen, wird es für die Passagiere zu längeren Wartezeiten und Verzögerungen bei der Bodenabfertigung kommen. Umfangreiche Flugausfälle gelten jedoch als eher unwahrscheinlich, da in Spanien gesetzlich vorgeschriebene Mindestdienste sicherstellen, dass nur ein Teil der Belegschaft streiken darf. Quelle: Swissport / CM