Auf der polnischen Eisenbahnmagistrale (Centralna Magistrala Kolejowa, CMK) hat ein Hochgeschwindigkeitszug der PKP während Testfahrten 250 km/h erreicht. Laut PKP Polskie Linie Kolejowe S.A. sollen die Züge italienischer Bauart 2027 mit einer planmäßigen Geschwindigkeit von 250 km/h auf dieser Strecke unterwegs sein.
Premier Donald Tusk will in Polen eine „Revolution auf der Schiene“: „Wir werden die schnellsten Eisenbahnen Europas haben“, kündigte er an und versprach ein Schienennetz, das alle Regionen und Landkreise erreicht. Herzstück des Vorhabens ist der Neubau einer Hochgeschwindigkeitsneubeustrecke, die Warschau, Łódź, Posen und Breslau, also die größten Städte des Landes verbinden soll. Geplante Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h, deutlich mehr als beim deutschen ICE. Fertigstellung: 2035. Abzweigungen nach Danzig und Krakau könnten später noch dazukommen. Von Posen könnten die Züge in Zukunft außerdem nach Berlin weiterfahren, von Breslau – nach Leipzig und Prag.


Die y-förmige Neubaustrecke soll Warschau über den im Bau befindlichen neuen Zentralflughafen (CPK) mit Łódź, Poznań (Posen) und Wrocław (Breslau) verbinden. In Zukunft sollen die Züge die beiden Städte Warschau und Łódź in rund 45 Minuten verbinden- Nach Poznań (früheres Posen) soll die Fahrtzeit auf unter 100 Minuten gedrückt werden. Der erste Abschnitt von Warschau über den Megaflughafen nach Łódź soll voraussichtlich 2032 in Betrieb gehen, die Verzweigungen nach Poznań und Wrocław sind bis 2035 anvisiert.
Neben den Neubaustrecken sind landesweit Tausende Kilometer an Streckenausbauten und Modernisierungen geplant, um auch kleinere Regionen wieder besser anzubinden. Eine davon ist die Centralna Magistrala Kolejowa (CMK) von Warschau nach Krakau und weiter nach Kattowitz. Dazu bereitet Polskie Linie die Strecke Nr. 4 schrittweise auf die Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vor. So soll die Reisezeit zwischen Warschau und Südpolen um bis zu 25 Minuten verkürzt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen für die CMK ist die Einführung moderner Steuerungs- und Kommunikationssysteme. Die Fertigstellung des GSM-R-Systems auf der CMK war für die Inbetriebnahme des ETCS-Systems der Stufe 2 unerlässlich. Es gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung der Zugführung und ist für Fahrten mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h erforderlich.
Die Erhöhung der Geschwindigkeit auf der CMK wird vor allem für die Verbindungen zwischen Warszawa und Kraków sowie Katowice von Bedeutung sein, aber auch für weitere Strecken, die über diese Linie bedient werden.
Das staatliche Bahnunternehmen PKP Intercity hat bereits Ausschreibungen für 20 neue, mindestens 320 km/h schnelle Triebzüge auf den Weg gebracht. Die Beschaffung erfolgt im Rahmen eines wettbewerblichen Dialogs. Hersteller, darunter auch Siemens Mobility, mussten sich zunächst für dieses Verfahren qualifizieren. Nach dem vorläufigen Zeitplan von PKP Intercity soll die Entscheidung über den Lieferanten bis August 2027 fallen. Die Ausschreibung beinhaltet zudem eine Option auf weitere 35 Hochgeschwindigkeitstriebfahrzeuge. Darüber hinaus muss ein Bewerber im Falle eines Zuschlags 30 Jahre lang Wartungsarbeiten übernehmen und hierfür eine entsprechende Anlage in Polen errichten. Quelle: PKP